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Vorübergehende Tradition + Neuer Erzbischof von Genua + Wie sich der Linzer Klerus entspannen will + Späte Ehren + Ein gewagter Vergleich
Vorübergehende Tradition

Vatikan. Papst Benedikt XVI. hat gestern Montag den Gründer der Laienbewegung ‘Sant’Egidio’, Andrea Riccardi, und den geistlichen Leiter der Gemeinschaft, Bischof Vincenzo Paglia von Terni-Narni-Amelia in Mittelitalien, in Audienz empfangen. Thema der Begegnung war das interreligiöse Weltfriedensgebet Anfang September in Assisi. Das Pressebüro des Vatikan erklärte, daß der Heilige Vater mit der Begegnung eine Tradition seines Vorgängers fortgesetzt habe. Johannes Paul II. traf sich jeweils am Vorabend der interreligiösen Treffen mit Vertretern von ‘Sant’Egidio’.

Neuer Erzbischof von Genua

Italien. Papst Benedikt XVI. hat Mons. Angelo Bagnasco (63) am gestrigen Dienstag zum neuen Erzbischof von Genua ernannt. Mons. Bagnasco folgt auf Tarcisio Kardinal Bertone, der am 15. September als Kardinalstaatssekretär an den Heiligen Stuhl wechselt. Der neue Genueser Erzbischof war seit 2003 italienischer Militärbischof. Zuvor war er Bischof im Adria-Bistum Pesaro.

Wie sich der Linzer Klerus entspannen will

Österreich. Ein „sehr großer Teil“ der Linzer Pfarre sehe eine „Entspannungsmöglichkeit“ des herrschenden Priestermangels darin, daß die Weihebedingungen verändert würden. Das meint der stellvertretende Sprecher des Priesterrates der Diözese Linz, Hw. Johann Padinger, in der heutigen Ausgabe der Regionalzeitung ‘Oberösterreichische Nachrichten’. Mit veränderten Weihebedingungen meinen die Linzer Kleriker vor allem die Aufhebung des Zölibats. Nur ein kleinerer Teil der Geistlichen sehe bei solchen Schritten eine Bedrohung.

Späte Ehren

Deutschland. Pfarrer Heinrich Roling (99) ist von Papst Benedikt XVI. zum „Kaplan Seiner Heiligkeit“ mit dem Titel Monsignore ernannt worden. Weihbischof Dr. Heiner Koch überreichte am gestrigen Dienstag die Urkunde in rheinisch-bergischen Bensberg, wie die Presseagentur des Erzbistums Köln berichtete. Mons. Roling wurde am 18. Februar 1907 geboren und im Mai 1933 zum Priester geweiht. Er wirkte zwei Jahrzehnte als Pfarrer von St. Pankratius in Odenthal. 1976 trat er in den Ruhestand und war noch bis 1991 als Subsidiar an St. Johann Baptist in Bensberg-Refrath tätig; dort hat er auch seinen Wohnsitz.

Ein gewagter Vergleich

„Das ganze zionistische Unternehmen ist mit einer Organtransplantation in einen menschlichen Körper verglichen worden. Das natürliche Immunsystem revoltiert gegen ein fremdes Implantat, der Körper mobilisiert alle seine Kräfte, um es wieder los zu werden. Die Ärzte benützen eine hohe Dosis Medizin, um diesen Widerstand des Körpers zu überwinden. Das kann eine ganze Zeit lang dauern, manchmal bis zum Tod des Körpers selbst, einschließlich des transplantierten Organs.“

Vom israelischen Publizisten und Friedensaktivisten Uri Avnery (83)
      
11 Lesermeinungen
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#12   Agiafortuni   00:16:35 | Freitag, 1. September 2006
Graf von Galen
sie haben natürlich vollkommen Recht. 1986 hatte Ratzinger noch den Mut, den Assisi Schwachsinn Jopas nicht mituzmachen. Aber leider blieb es dabei und 2000 verfasste er die Schrift Erinnern und Versöhnen, um dem frevelhaften Schuldbekenntnis Jopas Nachdruck zu verleihen. 2002 beteiligte er sich am zweiten Assisi Jammerspiel. Wie soll er sich heute davon distanzieren ohne jegliche Glaubwürdigkeit zu verlieren
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#11   Bernardin †   23:42:27 | Donnerstag, 31. August 2006
Gräflein
Nein, nein, bitte nicht! Das gräflein will uns mit seinen weisheiten beehren!
du musst ja nicht gehen, zu diesem gebet! was interessiert den denkenden menschen das gräflein!
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#10   Graf von Galen   23:37:32 | Donnerstag, 31. August 2006
Wider VII
Daß Papst Benedikt XVI den Assisi- Frevel fortführt,
ist sehr bedauerlich. Ich verstehe nicht, wie er dies
mit seinen gegen interreligöse bzw. multireligiöse
Gebete gerichteten Aussagen in seinem Buch
„Glaube-Wahrheit-Toleranz“ in Einklang bringt.
Sein neues Amt könnte ihm zum Verderben werden.
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#9   Brigitte Bussmann   09:19:20 | Donnerstag, 31. August 2006
Linzer Klerus
das hört sich ja mal gut an, wie sich der Linzer Klerus entspannen will –- aber ob die Leitung der Gesamtkirche da auch so denkt, bleibt abzuwarten.
Auf jeden Fall ist die Aufhebung des Pflcihtzölibats ein sehr guter Schritt nach vorn. O:)
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#8   Gotthard   22:28:00 | Mittwoch, 30. August 2006
@athanasius
Oder meinst Du ‘n sekulärer Priester, der keine Gelübden der Armut und des Gehorsams ablegt?
Wo haben Weltpriester jemals ein Gelübde der Armut abgelegt?
Wo haben Weltpriester jemals kein Gehorsamsversprechen gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern abgelegt?
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#6   möchtegern-kathole   19:19:25 | Mittwoch, 30. August 2006
ich glaube nicht …
… dass jeder Papst einem großen geheimen Plan folgte. Und dass B16 ebenfalls planlos ist, dafür spricht die einfache Überlegung:
* er hat große Probleme ausgemacht, das ist ok (akzeptiert sogar, dass es eine Notsituation in Europa gebe)
* er tut nichts dagegen, das ist nicht ok
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#5   Agiafortuni   13:40:48 | Mittwoch, 30. August 2006
konziliare jedoch nicht katholische Tradition
Wer sich von der Wahl Benedikt XVI eine Wende zum Besseren erhoffte wird angesichts dessen Absegnung des dritten Assisi-Jammerspiels seine Augen nicht mehr verschliessen können. Ausser einigen schönen Reden hat er bis jetzt kaum etwas geleistet. Wie sollte er auch nachdem er Konzil und Oekumenismus als die zwei Schwerpunkte seines Pontifikates bezeichnet hat
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#4   Ansgar   12:36:22 | Mittwoch, 30. August 2006
@ matt
Der Papst taumelt nicht. Er tut und unterläßt Dinge nach einem großen Plan, der in Jahrhunderten denkt, und Ihnen und mir nicht immer gleich aufgeht. Der Papst muß nicht immer so handeln, wie matt und Ansgar es in ihrer beschränkten Einsicht wünschen. Haben Sie Vertrauen, matt.
Der Zölibat hat übrigens nicht nur spirituelle, sondern auch praktische Gründe. Ein verheirateter Klerus mit Witwen- und Kinderrenten wäre nicht zu finanzieren, er wäre immobil, die „Priester“ würde früher pensioniert… Zu schweigen von der überdurchschnittlichen Scheidungsrate bei protestantischen Predigern.
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#3   matt   12:27:30 | Mittwoch, 30. August 2006
@Athanasius
ich sinniere vor mich hin. Von der Eine-Welt-Kirche halte ich absolut nichts, das ist pure Ketzerei. Der jetzige Papst ist genauso ein Taumler wie der vorige. Sie schwankt umher die Kirche und wer weiß, wo sie hinsteuert oder -fällt. Es ist ein Krieg der Geister und er tobt natürlich zuallererst in ihr. Deshalb wäre es wichtig gewisse Grundsätze wieder zu verankern, die ihr Halt geben könnten und ihre Treue zu Christus stärken, aber das wird ja ständig vereitelt durch die Intrige des Satans.
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#2   Athanasius   12:02:09 | Mittwoch, 30. August 2006
@matt
Was für ‘n Priester, meinst denn?
Der Weltpriester der Einen Neuen Weltkirche, die derzeit in Assisi wieder, oder besser gesagt: immer noch, vorbereitet und verkündet wird mit päpstlichem Segen?
Was sind das für Priester?
Oder meinst Du ‘n sekulärer Priester, der keine Gelübden der Armut und des Gehorsams ablegt?
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#1   matt   10:30:23 | Mittwoch, 30. August 2006
muss der Weltpriester zölibatär sein?
viele mögen argumentieren: ein Geistlicher kann ja optional auch einer Bruderschaft beitreten, die sich zu zölibatärem Leben verpflichtet.
Aber der katholische Priester ist eben schon auch ein Ideal. Er ist mehr als ein bodenständiger Gemeindedienstleister. Er ist Sinnbild von Vater und Sohn. Und mir scheint, die Kirche ist zufrieden mit diesem Standard und will auch diese Art von Priesterschaft. Eine doch entrückte Gestalt als Vorbild für die Menschen. Einem dem man seine Begnadung und Nähe zu Gott ansieht, dem die Menschen auch mit besonderer Wertschätzung und Hochachtung begegnen und ihn nicht zusehr vereinnahmen, so wie auch Jesus sich letztlich nicht vereinahmen ließ im Sinne einer Volksikone. So ist er nahe und doch ein wenig distanziert von seiner Herde, ein aufmerksamer Wächter. Im gewissen Sinne doch eigen, fremd und distanziert aber gerade deswegen doch so begehrt und sehnsüchtig erwartet.
Oder habe ich jetzt wieder zuviel hineininterpretiert in den Priester? Ist er nun überfordert. Ist das nicht vielmehr das Bild des Zeloten, des einsamen Wolfs, der sich nicht aufhält mit Zeremonien und volkstümlicher Religiosität, die ja zwangsläufig ein Priester zu begehen hat. Ist der Priester Schein oder Sein? Ist er Selbst, oder bloß Nachahmer im Sinne ritueller Handlungen.
Ist er etwa doch nur ein Dienstleister?
So oder so: würde er vereinnahmt durch Frau und Familie, er könnte niemals so auftreten. Er wäre nicht dasselbe Schauspiel einer gottähnlichen Ikone.
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