Im österreichischen Bundesland Salzburg ist ein Benediktinerkloster mit europäischer Ausrichtung im Entstehen begriffen.
(kreuz.net) Sieben Benediktiner leben zur Zeit in einer österreichischen Gemeinschaft, die sich Europakloster
nennt.
Das Kloster, das nicht wie eines aussieht, befindet sich im ehemaligen Gutshof ‘Gut Aich’ in der
österreichischen Gemeinde St. Gilgen am Wolfgangsee.
Die Gemeinschaft begann am 1. Juli 1993 mit drei
Benediktinermönchen.
Gründer ist Pater Johannes Pausch OSB, der vorher an der Universität Salzburg
Theologie und Psychologie lehrte.
Die Mönche nennen sich Europa-Benediktiner, weil sie mit ihrem gemeinsamen
Leben „bewußt ein Zeichen sein wollen für ein Europa, in dem die Vielfalt von Menschen und Völkern
nicht Hindernis, sondern Chance für ein erfülltes Leben ist.“
Im Ordenshaus gibt es auch ein Europa-Zentrum.
Es will einen Beitrag zur Grundlagenforschung in den Bereichen Konflikt und Frieden zwischen einzelnen
Menschen, Völkern, Rassen, Konfessionen und Religionen leisten.
An das Haus angeschlossen ist auch das
Hildegardzentrum. Es handelt sich um ein Kur- und Heilzentrum.
Die Gemeinschaft veranstaltet Kräuterseminare,
Wochenkurse für alternative Medizin und über psychosomatische Krankheiten. Auch sieben verschiedene
Sorten Likör werden hergestellt.
Grundlage die Tätigkeit sind die benediktinische Gastfreundschaft,
der Heilungsauftrag des Evangeliums und die Überzeugung, daß der Mensch eine Einheit anstrebt zwischen
Leib-Seele und Geist.
Der Tagesablauf der Mönche beginnt um 6.30 mit einem Morgengebet in der Klosterkirche.
Um 11.30 halten die Ordensleute Mittagsmeditation. Sie findet täglich im Meditationsraum über der Kirche
statt.
Zu Beginn wird ein christliches Mantra gesungen. Die anschließende Stille wird mit einem Friedensgebet
abgeschlossen.
Mantren stammen aus dem Hinduismus. Sie sind meist kurze, formelhafte Wortfolgen, die
oft auch wiederholt rezitiert werden.
Um 17:30 findet das Abendgebet statt. Es besteht aus einer Messe
und der Vesper.
Um 21:30 ist das Nachtgebet.
Anliegen der Mönche ist, den Tag und Alltag immer wieder
in Frieden miteinander und mit den Menschen abzuschließen.
An Samstagen und vor Hochfesten wird um 21.00
eine Vigil gehalten. Es handelt sich dabei um das traditionelle Nachtgebet der Mönche.
Dabei wird das
Licht von der Osterkerze entzündet und der dunkle Kirchenraum durch viele Kerzen erleuchtet.
Am Ende
der gesungenen Feier spielen Bruder Thomas, Bruder Emmanuel und Bruder Lukas in der Regel noch mit Orgel,
Monochord und Trommel.
Gewöhnlich veranstalten die Mönche am ersten Sonntag im Monat einen Kindergottesdienst.
Die Kinder können dabei „ganz aktiv“ am Gottesdienst teilnehmen.
Nach dem Gottesdienst führen die
Mönche im Gruppenraum des Klosters fast immer ein Kasperltheater auf.
Email-Adressen der Empfänger
15 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#15 St.Meyer 19:32:10 | Sonntag, 10. September 2006
Europakloster Mir gefällt das, was die Europa-Benediktiner dort „aufziehen“! Die haben es begriffen!
So stelle ich mir „innere Mission“ vor: Dem Zeitgeist nicht nur folgend, (ohne ihn je zu erreichen) sondern
ihn zu praktizieren! Man wünsche sich jede Menge Nachahmer anstatt neidvoll und hämisch zu kritisieren!
Ich wünsche dem Europakloster alles Gute!
#14 landorganist 08:35:47 | Mittwoch, 6. September 2006
Nach typischer kreuz-net-Manier wird hier wieder etwas schlecht gemacht und diskreditiert, was den Katholiban
nicht in den Kram passt. Ich wünsche der Gründung alles Gute und Gottes reichen Segen.
#12 Gotthard 23:26:33 | Dienstag, 5. September 2006
religiöse Praktiken Es ist in der Tat bemerkenswert, dass es in jeder der großen Weltreligionen Gebetsschnüre
gibt. Religiöse Praktiken scheinen einfach menschheitsgemeinsam zu sein … aus der religiösen Natur
des Menschen zu erwachsen.
#10 Benedikt 22:53:34 | Dienstag, 5. September 2006
@ DDL Ich weiß zwar jetzt nicht, ob konkret die hinduistische Mala älter ist als der katholische Rosenkranz,
aber es ist doch recht wahrscheinlich angesichts der Tatsache, wie alt der Hinduismus an sich ist, und
der Vielzahl der Elemente, die das Christentum von ihm übernommen hat. Es ist in der Tat bemerkenswert,
dass es in jeder der großen Weltreligionen Gebetsschnüre gibt. Ich konnte allerdings keinen Hinweis
auf einen gemeinsamen Ursprung finden. Interessant wäre auch, welche „Vielzahl an Elementen“ das Christentum
vom Hinduismus übernommen hat.
#9 Gotthard 20:56:10 | Dienstag, 5. September 2006
Esoterik … was maledica drunter versteht was ist Shiatsu? Obgleich der Begriff Shiatsu erst Anfang des
20. Jahrhunderts geprägt wurde, ist Shiatsu tief in der traditionellen östl. Medizin verwurzelt. Genauer
gesagt läßt sich die Vorgeschichte des Shiatsu zurückverfolgen bis ins China der Zeit um 530 v. Chr.,
als Bodhidharma dort ein System von Übungen zur Erhaltung der Gesundheit und zur Erlangung der Sinneskontrolle
einführte: das Tao-yin. Dieses Übungssystem umfaßte Selbstbehandlung durch Massage und Druckpunkt-Therapie
zur Entgiftung und Verjüngung. Tao-yin wurde schon bald zu einem integralen Bestandteil der Gesundheitsübungen
und verbreitete sich im Laufe der Zeit zusammen mit anderen chinesischen Heilkünsten in ganz Südostasien
und Korea. Esoterik? …Buddha? …
Gefällt mir Super Sache. Der Weltoffenheit (nicht: „Weltanbiederung“) des Christentums sowie dem Auftrag,
dem Menschen zu dienen, wird hier wohl sehr authentisch und eindrucksvoll nachgekommen. Dabei ist man
sich nicht zu schade, auf Errungenschaften und Einsichten jenseits der kirchlichen Tradition vor 1962
zurückzugreifen. Genial. :)3 :)3 :)3 :)3 : Großes Lob. :)3 :)3 :)3 :)3 :)3 :)3 :)3 :)3 :)3
#5 Gotthard 18:29:16 | Dienstag, 5. September 2006
Aussehen Das Kloster, das nicht wie eines aussieht, befindet sich im ehemaligen Gutshof ‘Gut Aich’ i Wie
MUSS ein Kloster aussehen? Ich wünschte mir viele viele solcher Klostergründungen …
#4 Schüttel 18:22:52 | Dienstag, 5. September 2006
Jockel, du hast den richtigen Namen natürlich ist dieses „Kloster“ durch und durch modernistisch. Einmal
die Woche eine Vigil. Was machen die Herrschaften sonst? Modische Hildegard-Vermarktung, ein bischen Esoterik,
Psychologie, Tantra – alles der komplette Synkretismus. Da kann man nur an die Bibelstelle von der Tempelreinigung
denken, dem Umstossen der Händlertische. Oder hat kreuz.net nur eine Fatamorgana aufgebaut um zu karikieren,
was derzeit in Klöstern so abläuft.
#3 deusexmachina 17:29:30 | Dienstag, 5. September 2006
@stimme der vernunft Nun ja, solche Rituale wie der Rosenkranz sind einfach zu verführerisch, als dass
man sie nicht von anderen, älteren Religionen übernehmen würde. Ich weiß zwar jetzt nicht, ob konkret
die hinduistische Mala älter ist als der katholische Rosenkranz, aber es ist doch recht wahrscheinlich
angesichts der Tatsache, wie alt der Hinduismus an sich ist, und der Vielzahl der Elemente, die das Christentum
von ihm übernommen hat.
da bin ich mal gespannt… …wie viele Leser ein solches Kloster als modernistisch oder unkatholisch.
Gerade der – wie „stimme der vernunft“ zurecht gesagt hat, holprige Hinweis auf aus dem Hinduismus entlehnte
Gebetspraktiken soll ja zu den Gedanken beim Leser wecken, dass dieses Kloster schon den katholischen
Weg verlassen habe… Damit ist der Orden also quasi zum Draufprügeln freigegeben. Wenn ich nicht wirklich
eines Besseren belehrt werde, so scheint mir die hier beschriebene Gemeinschaft ein lebendiger, anziehender
Ort des katholischen Ordenslebens zu sein, von dem man sich doch mehr wünschen sollte. Und wenn sich
Mönche mit Psychologie auseinandersetzen, sollte man dies auch nicht als Scharlatanerie abtun. Immerhin
ist diese Disziplin, richtig angewandt, einfach nur ein alternativer Weg der Seelenheilung, wenn die Religion
in gewissen Phasen nicht den geeigneten Zugriff aus das Innere des Menschen darbietet.
man lernt doch nie aus Mantren stammen aus dem Hinduismus. Sie sind meist kurze, formelhafte Wortfolgen,
die oft auch wiederholt rezitiert werden. krutznet lesen bildet! Ich wusste bisher nicht daß der Rosenkranz
aus dem Hinduismus stammt!