Heilige
Unzumutbar?
Der Pfarrer einer norditalienischen Gemeinde hat einen großen Schmerz. Darum beschloß er, ein Kopfgeld auszusetzen.
(kreuz.net, Mailand) Hw. Ezio Castoldi hat große Sorgen.

Das berichtete die Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’ Mitte August.

Hw. Castoldi ist Pfarrer im lombardischen Dorf Renate. Das Dorf ist auch Heimatort des Erzbischofs von Mailand, Dionigi Kardinal Tettamanzi.

Der Pfarrer von Renate besitzt eine große Verehrung zum Patron seiner Kirche. Doch leider will niemand in der Pfarrei seinen Sohn auf den Namen dieses Heiligen taufen.

Darum hat Hw. Castoldi sogar eine Prämie ausgesetzt: 2.500 Euro will er den Eltern bezahlen, die ihren Jungen nach dem Pfarrpatron benennen. Sogar mit der Prämie hat er bisher niemanden überzeugen können.

Das Problem: Der Name des Pfarreipatrons ist Carpophorus.

Die Pfarrköchin behauptet zwar, daß der Pfarrer mit seinem Angebot nur gescherzt habe. Dennoch hat er es während zweier Predigten wiederholt.

Im ganzen Dorf gibt es keine einzige Seele, die Carpophorus heißt.

Hw. Castoldi hat auch in den alten Taufbüchern gewühlt und die letzten hundert Jahre erforscht. Das gleiche Resultat: kein einziger Carpophorus.

Ein Gläubiger erhielt bei seiner Taufe zwar den Namen Carpophorus als zweiten Taufnamen. Aber der Betreffende wußte nicht einmal davon.

Schon vor einiger Zeit hat der Pfarrer von Renate während der Predigt seine Gläubigen höflich darauf hingewiesen, bei der Taufe eines Nachkommens den Namen Carpophorus in Betracht zu ziehen.

Verschwendete Worte: Es hagelte weiterhin billige Allerweltsnamen wie Luca, Andrea und Giovanni.

Vor einigen Tagen versuchte es der Pfarrer – der auch Dekan ist – erneut. Er sei sich bewußt, daß es nicht einfach sei, einen solchen Namen zu tragen:

„Dennoch glaube ich, daß es schön wäre, ein Zeichen der Dankbarkeit und der Verbundenheit mit der Heimatpfarrei zu setzen.“

Er sei nach wie vor bereit, die Geldsumme zur Verfügung zu stellen, weil er wirklich glücklich wäre, einen kleinen Carpophorus taufen zu können.

Erst vor drei Jahren hat man in Renate herausgefunden, wer der Heilige Carpophorus war.

Eine Gruppe der Pfarrei besuchte zusammen mit dem aus Renate stammenden Kardinal Tettamanzi die Kirchen von Mailand.

In der Mailänder Kirche San Fedele stieß man auf das Grab des Heiligen Carpophorus.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Celebration   21:35:14 | Freitag, 1. September 2006
Und Zwillinge
könnten gleich so benannt werden:
Carpophorus und Abundantius :-$
„Der Priester Carpophorus und sein Diakon Abundantius wurden in den Verfolgungen unter Kaiser Diocletian getötet. Die Überlieferung ist sich nicht einig, ob das Martyrium in Spoleto oder in Sevilla zu lokalisieren ist.“ Ökum. Heiligenlexikon
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#10   diakonos   20:57:04 | Freitag, 1. September 2006
Karpophorus
Auch im Südtiroler Vinschgau, in der Pfarre Tarsch, gibt es eine Karpohoruskapelle – sie gehört dem Deutschen Orden. Wieviele Tarscher Karpophorus heißen, weiß ich allerdings nicht.
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#9   Jean   17:22:37 | Freitag, 1. September 2006
Redaktion beweist Humor
Witziger Artikel, mit Humor und Augenzwinkern. Wer hätte das hier vermutet? Jedenfalls schön.
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#8   Pünktchen   13:48:54 | Freitag, 1. September 2006
Lieber VirO,
.
Dank für Ihre Mühe, verbunden mit einem kleinen Wink an die Redaktion, daß der Artikel mit wenig Aufwand „hagiographisch“ hätte angereichert werden können.
Pax et bonum:
Ihr
.
pünktchen
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#7   virOblationis   13:35:33 | Freitag, 1. September 2006
Schluß
…zu einem sichern Resultate hätten kommen können. (IV. 32-35).
[Heiligen-Lexikon: Leontius, S. (22). Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 22820 (vgl. HL Bd. 3, S. 783f.)]
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#6   stimme der vernunft †   13:16:09 | Freitag, 1. September 2006
na, vielleicht
gibts wenigstens ein Mädchen namnes Renate in diesem Dorf.
Carpophorus, da kann man sein Kind auch gleich Carnivorus nennen… Hier in der gegend gibts eine St. Antolianus-Kirche, ich wette da ist auch seit 200 Jahren niemand mehr zu finden der so heisst…
Am einfachsten wäre doch wenn Hochwürden noch einen zweiten Patron für seine Kirche ernennt, der heilige Andreas dürfte zum Besipiel viel namensgebungswillige Eltern finden.
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#5   sacerdos helveticus   12:56:53 | Freitag, 1. September 2006
Namensgebung
Dass der Name für ein heutiges Kind eine Zumutung wäre, scheint mir übertrieben. Zumal in seiner italianisierten Form, die wohl „Carpoforo“ lauten müsste, ist der Name gar nicht so unschön.
Die Zumutung ist auf jeden Fall geringer als das, was Eltern mit manchen heutigen Modenamen zumuten.
„Carpophorus“ ist auch von seiner Bedeutung her ein wunderbarer Name: „Der, der Frucht bringt“.
In der Schweiz (genauer im Bistum Chur) gibt es ebenfalls eine Pfarrei, die Carpophorus zum Patron hat (Trimmis im Kanton Graubünden).
Auch in der Schweiz ist mancherorts der Brauch, den Patron der Pfarrei bei Namensgebungen (neben in der jeweiligen Familie verbreiteten Vornamen) zu berücksichtigen, vor noch nicht langer Zeit bekannt gewesen, heute jedoch leider fast völlig zum Erliegen gekommen.
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#4   virOblationis   11:35:20 | Freitag, 1. September 2006
Fortsetzung
quälen und dann gebunden in das Meer werfen ließ. Ein Engel des Herrn aber löste ihre Bande und führte sie unversehrt aus dem Meere an’s Ufer. Lysias, der dieses Wunder der Zauberei zuschrieb, wurde sogleich von zwei Dämonen ergriffen und eine Stunde lana mir Backenstreichen geschlagen. Die Heiligen dann für ihn und sogleich wichen die bösen Geister. Der Statthalter aber glaubte, die Götter seien über ihn erzürnt wegen des Versprechens, das er ihnen gegeben, nämlich sie zu entlassen. Er ließ sie sodann in das Gefängniß werfen, am andern Tage aber herausholen, um den Göttern zu opfern, was sie aber standhaft verweigerten. Sie wurden hierauf in ein großes Feuer geworfen, aus welchem sie unversehrt hervorgingen, während mehrere umherstehende Heiden von demselben ergriffen und verbrannt wurden. Man ließ sie sodann auf die Folter spannen und mit eisernen Krallen zerfleischen. Und da sie in ihrem Glauben standhaft blieben, ließ sie der Statthalter am Kreuze erhöhen und steinigen. Die Steine aber fielen auf die Steiniger zurück und verwundeten sehr viele. Ebenso flogen die auf sie abgeschlossenen Pfeile auf die Soldaten zurück und tödteten diese und viele Anwesende. Endlich wurden sie enthauptet. Die Christen nahmen heimlich ihre Leiber und begruben sie an der Stadtmauer von Aquileja. Nach Andern hätten diese Heiligen in Rom gelitten und seien dann ihre heil. Leiber nach Vicenza gebracht worden. Ueber diese und andere Punkte wird bei den Bollandisten viel verhandelt, ohne daß sie
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#3   Sozialkatholisch   11:29:40 | Freitag, 1. September 2006
Trotzdem sind 2500€ –--
–- und wenn man alles für das Kind aufs Sparbuch bringt doch zuwenig um ihm diesen Namen zuzumuten.
^-^
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#2   virOblationis   11:18:32 | Freitag, 1. September 2006
hl. Carpophorus
Es gibt zahlreiche Martyrer mit Namen Carpophorus.
Vielleicht handelt es sich auch um diesen hier:
Carpophorus et 5 Soc. MM. (7. Aug.). Die hhl. Karpophorus, Exanthus, Cassius, Severinus, Secundus und Licinius erlangten unter Kaiser Maximianus, dem die ersten zwei als Soldaten dienten, zu Como in Oberitalien die Martyrkrone. Ihre Namen kommen am nämlichen Tage auch im Mart. Rom. vor.
[Heiligen-Lexikon: Carpophorus, SS. (3). Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 6280 (vgl. HL Bd. 1, S. 564)]
N.B:: Das „Vollständige Heiligenlexikon“ bietet auch mehr Informationen über den hl. Carpophorus vom 20. August. Ich fürhre sie an, soweit die 1500 Zeichen reichen:
22S. Leontius et Carpophorus MM. (20. Aug.) Die hhl. Leontius und Carpophorus wurden um das J. 296 zu den Zeiten Diokletians und Maximians uner dem Präfekten Lysias in der Stadt Aauileja gemartert. Nach Barbaranus wäre ihr Geburtsort Vicenza, wohin ihre Aeltern oder Vorältern aus Arabien gekommen seien. Später hätten sie sich aber mit ihren Schwestern Euphemia und Innocentia nach Aquileja begeben. Sie waren Aerzte und ausgezeichnete Christen, welche mehr durch Anrufung des Namens Jesu als durch Anwendung von Arzneimitteln die Krankheiten heilten. Lysias, dem die Anzeige gemacht wurde, ließ sie ergreifen und suchte sie unter Versprechungen und Drohungen zu den Götzenopfern zu überreden. Die Heiligen aber wiesen dieses Ansinnen zurück und erklärten wiederholt, sie seien Christen, worauf sie der Statthalter an Händen und Füssen…
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#1   Pünktchen   10:42:56 | Freitag, 1. September 2006
Carpophorus
Viel ist auch im Heiligen-Lexikon www.heiligenlexikon.de/…und_Carpophorus.html nicht zu erfahren über den Hl. Carpophorus (gr., der „Früchtetragende“)!
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