Eine Erscheinung?
Kardinal Bertone sah Johannes Paul II. im Traum
Am Hochfest Maria Himmelfahrt sprach Kardinal Bertone mit dem im April 2005 verstorbenen Papst über seine Ernennung zum Staatssekretär und die Weltjugendtage.
(kreuz.net, Genua) Der designierte Staatssekretär, Tarcisio Kardinal Bertone, soll Papst Johannes Paul II. angeblich im Traum gesehen haben. Das erklärte der Kirchenfürst vor Journalisten.

Kardinal Bertone äußerte sich am Dienstag anläßlich einer Abschiedszeremonie von seinem Erzbistum Genua. Dies berichtete die katholische Nachrichtenagentur ‘CNA’.

Kardinal Bertone wird sein neues Amt nach der Deutschlandreise des Heiligen Vaters am 15. September antreten.
Kardinal Bertone:
„Ich erzählte Johannes Paul II. von der Ernennung zum Staatssekretär und bat um seinen Segen. Er antwortete mir: »Natürlich.« Ich kniete nieder und er segnete mich.“


Die Ernennung Kardinal Bertones stellt den bisher wichtigsten Schritt des Heiligen Vaters für die Zusammenstellung seines Mitarbeiterstabs dar.

Gerüchte aus dem Vatikan besagten kürzlich, daß es sich bei der Wahl von Kardinal Bertone Ende Juni um die erste Personalentscheidung des Heiligen Vaters gehandelt habe.

Als früherer Sekretär der Glaubenskongregation genießt der ehemals engste Mitarbeiter des damaligen Kurienkardinals Joseph Ratzinger das besondere Vertrauen des Papstes.

Doch Kardinal Bertone zögerte, die Ernennung zum Staatssekretär anzunehmen. Unter anderem brachte er den Einwand vor, kein Englisch zu sprechen.

Er bat den Papst um Bedenkzeit:

„Als er mich fragte, anzunehmen, überkam mich ein Schauder“ – erinnert sich der Kirchenfürst an das Gespräch mit Benedikt XVI.: „Ich muß mir das reiflich überlegen.“

In der Nacht von 15. auf 16. August erfuhr er eine besondere Bestärkung für seine Ernennung: „Ich sah Johannes Paul II. im Traum: Er war gelassen und lächelte.“

„Wir sprachen über die jungen Leute und ich sagte ihm, daß der Weltjugendtag seine schönste Erfindung war.“

Kardinal Bertone erzählte dem verstorbenen Papst von der Ernennung zum Staatssekretär und bat um seinen Segen: „Er antwortete mir: »Natürlich.« Ich kniete nieder und er segnete mich.“

Der Kirchenfürst habe Benedikt XVI. von seinem Traum erzählt. Der Heilige Vater habe ihm geantwortet: „Gut, dann mußt du dich nicht fürchten.“
      
16 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#16   Rudolfus   18:11:13 | Donnerstag, 28. Juni 2007
Der päpstliche Staatssekretär braucht kein Fremdsprachendollmetscher zu sein
Er soll ja Staatssekretär – also Papststaatsregierungschef – sein, und nicht Dollmetscher.
Für einen Regierungschef reichen Englischkenntnisse aus – auch Helmut Kohl und andere kannten Englisch nur oberflächlich.
Redaktion benachrichtigen
#15   Unschuld   14:54:49 | Mittwoch, 6. September 2006
Athanasius
Sie mögen ja katholisch sein, sind Sie aber auch Christ? Das ist nämlich der springende Punkt! Denn die Gesetzlichkeit, die zuweilen bei Katholiken anzutreffen ist, die ihre Konfession als alleingültige betrachten, ist kein Indiz für eine christliche Einstellung.
Redaktion benachrichtigen
#14   azrael 666   15:35:26 | Dienstag, 5. September 2006
santo subito
also ich bin ja eigentlich dafür den seeligsprechungsprozess für jp2 unbedingt sofort zu beginnen.
sollt ja nich so lange dauern bei den fakten.
wie wärs mit erzbischof haas als advocatus diaboli.
beste grüsse
Redaktion benachrichtigen
#13   Athanasius   18:14:43 | Montag, 4. September 2006
@Unschuld
Katholik sind Sie nicht, und schon gar nicht Römisch-Katholisch. Protestant sehr wohl.
Aber „Reichtum des Protestantismus“?
Ich wusste viele Parolen, kenne den Protestantismus gut, aber noch kein Protestant hat mir vom „Reichtum des Protestantismus“ gesprochen.
Die Fehlauslegungen? Wohl die gleichen wie Moses vorschrieb und die wir etwa im 2. Makkabäerbuch zurückfinden. Aber die stehen nur in der Bibel der Kirchenväter, nicht in denen der Häretiker Calvin und Luther.
Redaktion benachrichtigen
#12   Unschuld   17:14:39 | Montag, 4. September 2006
Athanasius
Athanasius,
Sie scheinen auch am Unfehlbarkeitsdogma zu hängen? Ist es das, was Sie unter der Freiheit eines Christenmenschen verstehen? Ist nicht die Heilige Schrift unser Leitfaden für ein christliches Leben?
Es wäre für traditionelle und konservative Katholiken an der Zeit, den Reichtum des Protestantismus für sich zu entdecken. Da gehen einem die Augen auf, wie sehr die römisch-katholische Kirche die Heilige Schrift fehlauslegt: Fegefeuer, Reliquienkult, Heiligenanbetung (ja, Anbetung!!!),
Ich bin Katholik, aber in erster Linie Christ!
Redaktion benachrichtigen
#11   azrael 666   15:17:56 | Montag, 4. September 2006
Papsträume
Angeblich sind ja träume neuronale Synapsengewitter…
Es ist ja schöne, wenn kirchliche Würdenträger von ihrem Exboss träumen, aber das das eine Pressemitteilung wert ist?
Ich träume manchmal auch, ach das tut hier nich zu sache…
Redaktion benachrichtigen
#10   Athanasius   22:55:02 | Sonntag, 3. September 2006
@Unschuld
Unschuldig sind Sie nicht. Aber Ihre Logik würde für einen modernen ‘Katholiken’ gut sein, denn die Modernisten haben schon längst Heilige gestrichen. Gestrichen, Sie lesen das gut. Ich halte mich aber daran, daß der römische Papst bei Heiligsprechungen unfehlbar ist. Was Sie als Kirchenkritiker darúber auch denken mögen.
Redaktion benachrichtigen
#9   Breze   22:07:59 | Samstag, 2. September 2006
@ gunther maria michel
Vielen Dank für Ihr post, ich schliesse mich jedem einzelnen Wort an…
Redaktion benachrichtigen
#8   Unschuld   19:43:58 | Samstag, 2. September 2006
Heiligsprechungen in der katholischen Kirche sind zweifelhaft
Liebe Zeitgenossen,
ob Johannes Paul der Zweite heiliggesprochen wird oder nicht, ist wirklich ohne Belang, da die römisch-katholische Kirche nun wirklich keinen Einblick hat, wer selig ist oder nicht. Das ist dem himmlischen Vater vorbehalten. Der Kanon der Heiligen umfaßt nun wirklich viele unchristliche Beispiele wie Albertus Magnus, Brigitta von Schweden, deren Vita alles andere als christlich zu nennen ist
Redaktion benachrichtigen
#7   AthanasiusII   16:31:35 | Samstag, 2. September 2006
Notificatio!
Meine Ablehnung dieser „Erscheinung“, bedeutet nicht, daß ich die gute Intention Bertones oder die Existenz von Wundern und reellen Erscheinungen in Frage stellen will. Übrigens hat ein Papstnachfolger nichts über ein weiteres Pontifikat zu erzählen und das Amt von Staatssekretär ist vielleicht eines der in den Augen des Himmel wenigst bedeutendsten Funktionen, da es zuerst um die Glaubenslehre geht.
Redaktion benachrichtigen
#6   Athanasius   16:29:05 | Samstag, 2. September 2006
Da lachen ja die Hühner
…leider.
Aber die Konzilskirche, die dem seligen Kinde Anderl von Rinn und dem Kind Simon von Trient sowie unter anderen (sic!) den Heiligen Christophorus und Philomena, die Heiligkeit oder gar Existenz abspricht, darf ich dann nicht kritisieren?
Vor der triumphierenden Kirche muß JP II., sowie Paul VI., sich verantworten, nicht ich, zumindest bis heute, Deo gratias, nicht wegen Heterodoxía (wohl aber für andere schwerste Sünden).
Wenn einem Kardinal Honorius I., Alexander VI., Julius II. oder Liberius erscheinen würden (sollten), würde ich genauso reagieren wie jetzt.
Der Papst aus Krakau verdient den Titel „Magnus“ nicht. Der Propaganda der Neokonservativen und Ökumenismusadorierer gebe ích nicht nach.
Es muss jetzt mal dazu über gegangen werden, dem „Santo-Subito“-Wahnsinn ein endgültiges Halt zu bieten.
Sancta Philomena, ora pro nobis!
Redaktion benachrichtigen
#5   Tridentinus   13:13:11 | Samstag, 2. September 2006
@gunther maria michel
Mir träumt auch manches. Recht haben Sie damit, dass der Kardinal nicht beanspruchte, eine Vision des verstorbenen Papstes gehabt zu haben. Es zeigt sich unter Benedikt XVI. bereits wieder eine nüchternere Seligsprechungspraxis. Diese war unter Johannes Paul II. wirklich inflationär und oft übereilt. Zum Traum des Kardinals ist anzumerken, dass er sicher auch mit der italienischen Mentalität zusammenhängt. Wenn er für Seine Eminenz eine subjektive Stärkung für seine Aufgabe bedeutet, gönn ich ihm das. Mit Johannes XXIII. wurde auch Pius IX. seliggesprochen: oberflächliche Dialektik! Im Pontifikat Johannes Pauls II. sind wirklich zu bedenkliche Dinge geschehen als dass man Santo subito rufen oder ihm den Beinamen Magnus geben könnte. Ich bin übrigens auch gegen eine Seligsprechung Pius XII., dessen Autoritätspositivismus uns viel von der heutigen Misere eingebrockt hat. Auch bei Pius IX. bin ich skeptisch, der zu Kardinal Guidi tatsächlich sagte: „Die Tradition bin ich!“ Papalismus war nie adäquat (das Problem der Sedis), heute ist er es am wenigsten!
Redaktion benachrichtigen
#4   Konrad   12:23:20 | Samstag, 2. September 2006
Konrad sah Benedikt im Traum
allerdings ein wenig alpträumisch: er ließ sich von einer Faschingsgruppe schminken, um eben „alles“ mitzumachen. Er sah wirklich grotesk aus, schlimmer als mit einem Feuerwehrhut. Vielleicht sollte er doch mal wieder an die Tiara denken, auch wenn er sie nicht aufsetzen mag. Ansonsten wird das Pontifikat wohl den Bach runter gehen. Viel Lärm um nichts, Johannes Paul II. hat wenigstens Hans Küng auf Distanz gehalten und zu Ehe- und Familienfragen und vor Machthabern klare Aussagen gemacht (während BXVI in Spanien/Valencia kuschte vor Zapatero).
Redaktion benachrichtigen
#3   gunther maria michel   12:18:21 | Samstag, 2. September 2006
Sehr geehrter Athanasius,
wenn nun mal dieser letzte Papst im Rufe der Heiligkeit verstarb und seine Selig- und Heiligsprechung im Gange ist – muß man dann ständig sich als Richter über seine angeblichen oder wirklichen Schwächen gerieren?
Ob es Ihnen kirchenpolitisch paßt oder nicht – Papst Johannes XXIII. wurde von der Kirche seliggesprochen, und wenn es Gottes Wille ist, dann wird auch Johannes Paul II. selig- und heiliggesprochen, was für jeden Katholiken, der die Kirche liebt, ein Grund zur Freude ist. Dann müssen Sie doch aufpassen, daß Sie sich nicht einmal vor der himmlischen Kirche für Ihre Worte schämen müssen.
Und auch Richter über einen Traum von Kardinal Bertone sind Sie! Der Kardinal sprach nicht von Vision, sondern von Traum. Na und? Unter anständigen Menschen geht man zuerst einmal davon aus, daß das, was ein anderer einem sagt, wahr ist – solange nicht das Gegenteil erwiesen wäre –, und argwöhnt nicht allenthalben Betrug, Verrat, Verschwörung. Wozu ist also Ihr Kommentar gut?
Redaktion benachrichtigen
#2   centesimus annus   12:05:03 | Samstag, 2. September 2006
@ Athanasius
… vielleicht sähe die Sache ja anders aus, wenn dem Kardinal Erzbischof Lefebvre lächelnd im Traum erschienen wäre mit der Bitte, die alte Messe freizugeben?
Redaktion benachrichtigen
#1   Athanasius   11:39:58 | Samstag, 2. September 2006
Persönlichkeitscultus um
…Johannes-Paul II. nimmt kein Ende. Dás ist ja auch die „Stärke“ von JP II. gewesen: er hat soviele Kardinäle ernannt, so lange regiert, so viele empfangen, dass viele das Wort „Papst“ mit ihm, und nur mit ihm assozieren und für seine Fehler, Irrtümer und Skandale blind geworden sind.
Von Bertone soll man keine Besserung erwarten, zumal er es war, der 2000 das 3. Geheimnis unvollständig veröffentlicht hat, aber in der Presse, ohne danach gefragt zu sein, auf einmal anfängt darüber zu wittern, dass er wirklich das ganze Geheimnis offenbart habe, und das alles das da drin ist längst Geschichte und passiert ist.
Bertone hat aber einen gläubigen Geist, das schon. Aber mystische Erscheinungen eines Papst-Vorgängers, sind übertrieben. Tut mir Leid. JP II. war kein Heiliger, schon gar kein Heiliger Papst, angesichts der fortwährenden Verwüstung unter und durch sein Pontifikat. Man soll nur die Liturgie betrachten und seinen falschen Ökumenismus.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Johannes Paul II.Ein jüdisches Geschenk Johannes Paul II.Eine Teerosen-Kreuzung in lichtreichem Weiß Johannes Paul II.Weiße Bänder Johannes Paul II.Geheimnis gelüftet Johannes Paul II.Die Probleme von Papst Johannes Paul II. mit Radio Vatikan Johannes Paul II.„Über jeden vernünftigen Zweifel erhaben“ Johannes Paul II.Das ‘Johannes Paul II. Kulturzentrum’ in argen Finanznöten Johannes Paul II.Ein bedeutsamer Lehrunterschied? Johannes Paul II.Hoffen auf die Eiligsprechung Johannes Paul II.Johannes Paul II. hat mich als Messias anerkannt Johannes Paul II.Begnadigung mit vielen Fragezeichen Johannes Paul II.Jüdische Spendenaktion für das Geburtshaus von Johannes Paul II. Johannes Paul II.Ökumenismus und interreligiöser Dialog bei Papst Johannes Paul II. Johannes Paul II.Die letzten Augenblicke im Leben von Johannes Paul II. Johannes Paul II.Eine Frage der Definition
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net