Der Volksaltar
Eine Erfindung der 60er Jahre
Es läßt sich mit Sicherheit nachweisen, daß es eine Zelebration zum Volk weder im Osten noch im Westen gegeben hat. Von Mons. Klaus Gamber († 1989).
(kreuz.net) Hw. Franz Joseph Dölger ist in seinem grundlegenden Buch ‘Sol salutis’ der Überzeugung, daß die Antwort des Volkes „Habemus ad Dominum“ im Anschluß an den Ruf des Priesters „Sursum corda“ ein Hingewendetsein nach Osten meint – zumal einige orientalische Liturgien in einem Ruf des Diakons eigens dazu auffordern.

Dies gilt für die koptische Basilius-Liturgie, wo es zu Beginn der Anaphora heißt: „Kommt heran, ihr Männer, steht da in Ehrfurcht und schaut nach Osten!“

Oder die ägyptische Markus-Liturgie, wo ein ähnlicher Ruf – „Schauet nach Osten!“ – mitten im Eucharistiegebet, und zwar vor der Überleitung zum Sanctus, seinen Platz hat.

In der kurzen Liturgiebeschreibung im zweiten Buch der Apostolischen Konstitutionen aus dem Ende des 4. Jahrhunderts wird ebenfalls ein Aufstehen zum Gebet und eine Ausrichtung nach Osten vorgeschrieben.

Im achten Buch wird der entsprechende Ruf des Diakons mitgeteilt: „Stehet aufrecht zum Herrn hin!“

Die Hinwendung zum Herrn und die Ausrichtung nach Osten war demnach für die Frühkirche dasselbe.

Die Sitte, zum Sonnenaufgang hin zu beten, ist, wie Dölger gezeigt hat, uralt und war bei Juden und Heiden üblich.

Sie wurde schon früh von den Christen übernommen.

So ist bereits 197 für Tertullian († 230) das Gebet nach Osten hin eine Selbstverständlichkeit.

In seinem ‘Apologeticum’ spricht er davon, daß die Christen „in Richtung der aufgehenden Sonne hin beten“. In ihr sah man ein Symbol für den zum Himmel aufgefahrenen und von dort wiederkommenden Herrn.

Damit die Strahlen der aufgehenden Sonne während der Meßfeier in das Kircheninnere fallen konnten, hat man im 4./5. Jahrhundert in Rom, gelegentlich auch anderorts, den Eingang im Osten angebracht, wobei die Türen aus diesem Grund geöffnet bleiben mußten und auch eine Gebetsrichtung zu den Türen hin notwendig wurde.

In diesen Fällen hatte der Liturgie – wie bereits kurz angedeutet – seinen Platz hinter dem Altar, um beim Opfer den Blick nach Osten gerichtet zu haben.

Damit war jedoch nicht, wie man meinen könnte, eine Zelebration versus populum gegeben, da sich die Gläubigen ihrerseits ebenfalls beim Beten nach Osten ausgerichtet haben.

Es kam also auch in den genannten Basiliken nicht zu einem Gegenüber von Priester und Volk bei der Eucharistiefeier.

In diesen befand sich das Volk – getrennt nach Männern und Frauen – in den beiden Seitenschiffen, wobei in der Regel zwischen den Säulen Vorhänge angebracht waren.

Das Mittelschiff diente für den feierlichen Einzug des Zelebranten und seiner Assistenz. Hier hatte auch der Chor seinen Platz.

Selbst in dem hypothetischen Fall, daß die Gläubigen in der Frühkirche während des Opfergebetes in den alten römischen Basiliken nicht zum Eingang, also nach Osten, sondern zum Altar geschaut hätten, wäre es dennoch nicht zu einem Gegenüber von Priester und Volk gekommen, da der Altar während des Eucharistiegebets durch Vorhänge verdeckt war.

Diese wurden – wie Johannes Chrysostomus ausdrücklich bezeugt – erst wieder zur anschließenden diakonalen Litanei geöffnet.

Die Gläubigen standen demnach in jenen Basiliken – in denen der Eingang und nicht die Apsis im Osten lag – während des Gebets nicht mit dem Gesicht zum Altar.

Sie kehrten diesem aber auch nicht den Rücken zu, was nach antiker Auffassung wegen der Heiligkeit des Altares unmöglich gewesen wäre.

Da sie sich in den Seitenschiffen aufhielten, hatten sie den Altar zu ihrer Linken beziehungsweise Rechten. Sie bildeten einen nach Osten hin geöffneten Halbkreis, wobei sich der Zelebrant und seine Assistenz im Scheitelpunkt dieses Halbkreises befanden.

Wie lagen die Dinge in den mit der Apsis geosteten Kirchen?

Hier kam es darauf an, welche Plätze die Gottesdienstteilnehmer einnahmen.

Umstanden sie in einem weiten Halbkreis den in der Apsis befindlichen Altar, dann haben wir auch hier den nach Osten zu sich öffnenden Halbkreis – nur, daß jetzt der Liturge nicht mehr im Scheitelpunkt, sondern im Mittelpunkt seinen Platz hat. Er ist dadurch stärker von den übrigen Teilnehmern abgehoben.

Im Mittelalter hingegen hat das Volk fast allgemein im Mittelschiff der Kirche Aufstellung genommen, während nun die Seitenschiffe zu Prozessionswegen wurden.

Durch diese Aufstellung hinter dem zelebrierenden Priester kam etwas Dynamisches hinein, etwas vom Zug des Gottesvolkes ins Gelobte Land.

Die Ausrichtung nach Osten sollte zugleich das Ziel des Zuges angeben: das verlorene Paradies, das man im Osten suchte (Gen 2,8).

Der Liturge und seine Assistenz bildeten die Spitze dieses Zuges.

Durch den geöffneten Halbkreis – die ursprüngliche Aufstellung der Gottesdienstteilnehmer zum Gebet – war im Gegensatz zur Dynamik des Zuges ein statisches Prinzip verwirklicht: die Erwartung des nach Osten hin aufgefahrenen (Ps 67, 34) und von dort wiederkommenden Herrn (Apg 1,11).

Der geöffnete Halbkreis ist dabei das natürlich Gegebene. Wenn man eine hohe Persönlichkeit erwartet, öffnet man die Reihen und bildet so einen Halbkreis, um den Erwarteten in die Mitte aufzunehmen.

Einen ähnlichen Gedanken spricht Johannes Damascenus aus:

„Bei seiner Himmelfahrt fuhr er nach Osten auf, und so beteten ihn die Apostel an, und so wird er wiederkommen, wie sie ihn haben hingehen sehen in den Himmel, wie der Herr selbst sagt: Wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Da wir ihn erwarten, beten wir nach Osten an. Das ist eine ungeschriebene Überlieferung der Apostel.“

Zwar ist es richtig, wie Prälat Otto Nußbaum sagt, daß der moderne Mensch für eine Hinwendung beim Gebet nach Osten wenig Verständnis mehr aufbringt.

Für ihn besitzt die aufgehende Sonne nicht mehr die Symbolkraft wie für den antiken Menschen.

Etwas anderes ist es hingegen mit der Gleichrichtung von Priester und Volk beim Gebet zu Gott hin.

Daß alle Gläubigen nach dem eingangs zitierten Wort des Augustinus „conversi ad Dominum“ sein sollen, diese Forderung ist sicher zeitlos und auch heute noch sinnvoll.

Es ist zugleich, wie Kunstmann sagt, ein „Ausschauen nach dem Ort des Herrn“.

Aus dem Buch „Die Reform der römischen Liturgie“ von Mons. Klaus Gamber. Regensburg 1979. Kapitel 11: „Die Zelebration »versus populum« (»zum Volk hin«) – liturgisch und soziologisch gesehen“.

Der Text erschien im Begleitheft für eine von der Priesterbruderschaft St. Pius X. produzierten DVD zur Erlernung der Alten Messe.
      
23 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#23   ecclesiasticus   11:27:38 | Samstag, 19. Juli 2008
Er ist mitten unter uns
Die Gläbigen standen also nur in den Seitenschiffen, und das Mittelschiff blieb frei für den Einzug und den Chor? Man sehe sich einmal die riesigen Ausmaße der röm. Basiliken an – da soll das ganze Mittelschiff leer gewesen (oder mit einem kl. Chor belegt) sein? Schwer vorstellbar.
Im übrigen stimme ich voll zu: Die Ausrichtung nach Osten / zur augehenden Sonne hin besitzt heute wenig Symbolkraft – das gilt jedoch nicht für die Ausrichtung „ad Dominum“. Nur: Wo ist enn er Dominus? Nicht nur im Osten, sondern „in unserer Mitte“. Ein Altar, um den sich Priester und Volk scharen, macht das doch sehr gut deutlich.
Selbst wenn es das „Früher“ nie gegeben haben sollte, entspricht es doch recht gut dem Abliegen des christlichen Glaubens.
„Ich bin so ein großer Anhänger von Traditionen, daß ich gerne einmal eine neue stifte“, soll (sinngemäß) Papst Pius IX. gesagt haben. Recht hat er!
Redaktion benachrichtigen
#22   ExBochumer †   14:14:18 | Dienstag, 5. September 2006
kreuz.net
setzt sich über alles hinweg.
Ich habe gestern die Löschung meines accounts gefordert. Nichts ist geschehen.
Somit wird kreuz.net immer fragwürdiger, unglaubwürdiger etc. – Gelöscht wird von den Herrschaften immer wieder, aber wenn es um Anforderungen geht – nichts.
kreuz.net ist ein äußerst fragwürdiges Medium. Ich werde – sobald nicht umgehend meine Löschung erfolgt – die Machenschaften des kreuz.net dokumentieren.
Redaktion benachrichtigen
#21   franziskus   18:24:55 | Montag, 4. September 2006
@Geistige Koronarverfettung
im Wohlstand ist nichts Neues. Der Same des wahren Christentums ist und bleibt das Blut der Märtyrer.
Und wie sollte Benedikt XVI. heute noch die neuzeitliche Kirchenbaugeschichte umdrehen können? Würde er nicht Ursache mit Wirkung verwechseln?
Aber man könnte sicherlich ganz allgemein aus verschiedenen Richtungen mehr für die transzendente Grundlagen des Glaubens tun.
Wir beide werden die Misere nicht beenden.
Redaktion benachrichtigen
#20   Pünktchen   14:26:28 | Montag, 4. September 2006
franziskus
In gewisser Weise liefern Sie in Ihrem Beitrag die denkbare Kritik gleich mit! Sie schreiben:
In unseren Wohlstandsbreitengraden genügt wahrscheinlich die Adventzeit für eine endzeitliche Besinnung.
Die Wohlstandsgesinnung läßt die eschatologische Dimension des Gottesdienstes als notwendiges Korrektiv an der geistlichen Koronarverfettung unserer Christentümer erscheinen!
Im übrigen sprach Card. Ratzinger von der „Öffnung nach vorn und nach oben“, die „kaum in Erscheinung“ tritt in der Zelebration versus populum. Diese Kritik ist zutreffend! Wenn Sie schreiben: es gehe darum, „sich um IHN am Altar als seine Herde kollektiv zu scharen“, so würde ich eher das Bild von der Herde wählen, die ihrem Hirten auf der Wanderschaft folgt. Der Priester symbolisiert so den Hirten Christus, der seiner Herde voranschreitet. („Wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir“ s. Hebr.).
Papst Benedikt beklagt zu Recht den Verlust der eschatologischen und der transzendenten Dimension in den Zelebrationen versus populum, weil in ihnen die tatsächliche Ausrichtung des liturgischen Handelns mangelhaft „in Erscheinung tritt“!
Redaktion benachrichtigen
#19   franziskus   13:55:22 | Montag, 4. September 2006
@Pünktchen – conversi ad Dominum
Im Wesentlichen scheint dies die Ausrichtung der Kirche auf den erwarteten und kommenden Herrn zu sein.
Endzeiterwartungen sind bei verfolgten oder sozial gedemütigten Christen sehr populär. Sonst hätten die endzeitlich ausgerichteten fundamentalistischen Sekten (zB in Südamerka) nicht solch enormen Zulauf, auch und gerade von katholischer Seite.
Was ist gescheiter: Gemeinsam in eine Richtung dem wundersam mächtigen Herrn entgegen zu blicken, oder sich um IHN am Altar als seine Herde kollektiv zu scharen?
In unseren Wohlstandsbreitengraden genügt wahrscheinlich die Adventzeit für eine endzeitliche Besinnung.
Redaktion benachrichtigen
#18   Pünktchen   11:51:03 | Montag, 4. September 2006
Die reale Ostung
in der altkirchlichen Liturgie war ein Zeichen für die gemeinsame Ausrichtung von Gemeinde und Zelebrant „auf Gott hin“. Diese reale Ostung ist später durch die Gleichgerichtetheit i.S. einer „idealen Ostung“ („Orientierung“) ersetzt worden. In ihr sind Gemeinde und Zelebrant immerhin auf die Apsis hin ausgerichtet. In dieser Form trete „die Öffnung der Liturgie nach vorn und nach oben“ eher in Erscheinung als in der heute gebräuchlichen Zelebrationsform versus populum, meint Card. Ratzinger in seinem Vorwort zu dem Büchlein von Uwe M. Lang: Conversi ad dominum.
Redaktion benachrichtigen
#17   franziskus   11:40:31 | Montag, 4. September 2006
@pünktchen
Stimmt, es war nur ein Sublink zu einem teilweise politischem Artikel über Pius Parsch.
Wenn aber die gemeinsame Hinwendung nach Osten beim Gottesdienst ein gemeinschaftliches Gegenüber von Priester und Volk am heiligen Opfertisch verhinderte, können wir heute nur froh sein, dass die Hinwendung nach Osten (auch Mekka liegt ungefähr dort) von heutigen Christen nicht mehr verstanden wird. ;-)
Redaktion benachrichtigen
#16   Pünktchen   11:02:26 | Montag, 4. September 2006
franziskus
Ich hatte einen ganz anderen – rein liturgie“wissenschaftl.“ – Artikel verlinkt, bei dem es um die „Orient“-ierung ging! Ich will auch keineswegs Pius Parsch jegliches Verdienst absprechen. Ich lese gerne und mit Gewinn in seinem „Jahr des Heiles“. Die Berufung auf Parsch kann jedoch nicht den Status einer Letztbegründung haben! U.U. ist er in der Frage der Zelebrationsrichtung Zeitgeistströmungen („Jugendbewegung“) und histor. Mißverständnissen (Archäologie) aufgesessen!
Redaktion benachrichtigen
#15   franziskus   10:48:01 | Montag, 4. September 2006
@pünktchen – Pius Parsch
Danke für die Horizonzerweiterung mit dem link zum Artikel vom 30.3.2005 über Pius Parsch.
Die erwähnte Arbeitsgemeinschaft für den religiösen Frieden, Kardinal Innitzer und auch Parsch hatten sich schwer in der Einschätzung Hitlers getäuscht.
Gastarbeiter unter den Priestern aus Deutschland, die über einen Orden nach Österreich kamen, haben die anfängliche Euphorie verstärkt.
So hatte ein gewisser P. Dr. Sigismund Brettle für seine in Wien neu gegründete Kath. Aktion den Vereinsgruß KADA-Heil vorgesehen und deutschtümlerische Predigten gehalten, die viele sehr beeindrucken konnten.
Redaktion benachrichtigen
#14   stephan   13:50:59 | Sonntag, 3. September 2006
@bonjour
Selbstverständlich kann man Gott auch ohne all die von Ihnen aufgezählten Dinge huldigen, z.B. im Gebet daheim allein oder im Kreise der Familie oder der Freunde. Ist dabei aber z.B. ein Christus-Abbild, z.B. ein Kruzifix zugegen dürfte es doch kaum ein Gläubiger wagen, diesem ausgerechnet während des Gebetes absichtlich den Rücken zuzukehren. Auch habe ich bei den neuen Messen oft das Gefühl, daß der zelebrierende Priester durch seine Richtung gegen das Volk (unwillentlich) sowohl Teile der Aufmerksamkeit als auch der Gebete zu sich heranzieht. Dies geschieht ganz bestimmt ohne entsprechende Absicht, kann aber auf Seiten des Volkes durchaus unbewußt geschehen.
Natürlich sind die Kultgegenstände SELBSTGESCHAFFEN, aber sie sind GEWEIHT, das ist der große Unterschied. Und im Falle der Hostie ist dieser Einwand unbedingt zurückzuweisen, ist sie zwar von Menschen gebacken, nach der Wandlung aber kein von Menschen geschaffener Gegenstand mehr, sie wird durch die Wandlung zum Herrn, der mir in seiner Gnade anbietet, mich mit ihm zu vereinen. Und der Herr kann gar nicht genug Verehrung erfahren! Soviel eucharistisches Bewußtsein hätte ich in einem katholischen Forum (Nichtkatholiken sind selbstverständlich herzlich eingeladen) dann schon erwartet.
Redaktion benachrichtigen
#13   Geist   13:36:18 | Sonntag, 3. September 2006
@konrad: Schade,…
Schade, dass so viel ungebildete „Proleten“ sich hier herumtreiben
ja, wirklich schade, aber damit meinten sie sicher sich selbst und ihre teilweise absurden Aussagen (nicht nur bei diesem Artikel) ^-^
Die „Zelebration zum Volk“ ist Gotteslästerung. Der Zelebrant hat im Hochgebet immer auf den Altar, auf die Gestalten, aber nie in Neugier „zum Volk“ zu schauen.
Woher, haben sie denn, diese (für mich) absurden Aussagen. Warum ist eine Zelebration zum Volk eine Gotteslästerung? bzw. Wo steht, dass der Zelebrant im Hochgebet immer auf den Altar zu schauen hat? So etwas habe ich noch nie gehört bzw. gelesen.
Eine Frage, erscheint es für sie sinnvoller für das verständnis der Liturgie, wenn der Priester mit dem Rücken zum Volk schaut bzw. wenn man nicht sieht was der Priester am Altar tut? Also ich nicht.
Redaktion benachrichtigen
#12   Pünktchen   10:59:23 | Sonntag, 3. September 2006
franziskus und Pius Parsch
Nein, Franziskus, niemand behauptet, daß die von Pius Parsch inspirierten Neuereungen allesamt willkürlich seien. Das „versus populum“ jedoch verdankt sich einem historischen Mißverständnis, das der Liturgiewissenschaftler Kl. Gamber überzeugend aufgedeckt www.kreuz.net/article.3762.html hat. Dieser Auffassung schließen sich Michael Lang www.kreuz.net/article.3130.html in seinem Buch: „Conversi ad dominum www.kreuz.net/article.3130.html“ (2003) und ausdrücklich auch Card. J. Ratzinger, an! Sie dürfen sich gerne auf Parsch berufen, aber die überzeugenden Einwände gegen Parsch müßten Sie dann auch ausräumen können!
Redaktion benachrichtigen
#11   virOblationis   10:55:32 | Sonntag, 3. September 2006
Pius Parsch
Man muß ja auch kein Trottel sein, um verkehrten Wunschvorstellungen anzuhangen.
Redaktion benachrichtigen
#10   franziskus   10:21:46 | Sonntag, 3. September 2006
Pius Parsch
Wenn schon posthum alte Meinungen verzapft werden, darf man auf einen alten Pionier hinweisen, der schon in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen als Fachmann in St. Gertraud, Klosterneuburg bei Wien, erstens nie eine Messe ohne Volk und zweitens immer zum Volk gewendet zelebrierte.
Pater Pius Parsch war sicher kein Trottel, der sich das aus den Fingern gesogen hat. :-!
Redaktion benachrichtigen
#9   wiener   09:40:56 | Sonntag, 3. September 2006
@ konrad
pardon was hat man ihnen denn in den tee gegeben?
Soll man das Heilige den Hunden vorwerfen? Die „Zelebration zum Volk“ ist Gotteslästerung.
das „volk“ sind also die „hunde“, denen man „das heilige“ vorzuenthalten hat? und deshalb steht der geweihte kultdiener dazwischen? damit nun ja nichts „heiliges“ zu den „hunden“ durchdringt?
man kann nun tatsächlich von mir aus über den sinn einer gemeinsamen gebetsrichtung diskutieren (dass auch bei der zelebration versus populum sich der zelebrant natürlich dem altar zuwendet, sei der vollständigkeit halber angemerkt) – und in manchen (jugend-) messen wende ich mich zu den vorstehergebeten (mit ausnahme des gabengebetes) ganz bewusst gemeinsam mit den mitfeiernden richtung kreuz/altar – aber die „argumentation“ mit den hunden und dem heiligen ist nun wirklich unbrauchbar.
erinnert mich irgendwie an diskussionen über kultische reinheit oder unreinheit mit dem selben user.
Redaktion benachrichtigen
#8   Bonjour   09:30:09 | Sonntag, 3. September 2006
Frasim @stephan
„Sehr wahre Worte! Ich kann Ihnen nur vollstens zustimmen. Da sieht man mal wieder, dass auch ohne Theologiestudium und Doppeldoktortitel der Wert und Sinn der Messe begriffen werden kann.“
Nun ja, den „Doppeldoktortitel“ haben, vermute ich, auch enigsten der Wigratzbader oder der Zaitzkofner erlangt, nicht wahr? Und trotzdem tröten ausgerechnet jene dies als fürs Seelenheit völlig unverzichtbar herum.
Wenn folglich „der Wert und Sinn der Messe“ daran festgemacht wird, dass man einem angeblich allmächtigen Gott – Schöpfer aller sicht- und unsichtbaren Dinge, Herr über Leben und Tod, den Beginn, den Lauf und das Ende jedes einzelnen Lebewesens der Welt im voraus kennend – nur im direkten Gegenüber zu einem SELBSTGESCHAFFENEN Kultgegenstand (Tonfigur, Holzkreuz, Hostie, Goldtabernakel) angemessen huldigen darf… (den Rest dürfen Sie sich selber ausmalen ;o)
Redaktion benachrichtigen
#7   Frasim   00:36:13 | Sonntag, 3. September 2006
@stephan
Sehr wahre Worte! Ich kann Ihnen nur vollstens zustimmen. Da sieht man mal wieder, dass auch ohne Theologiestudium und Doppeldoktortitel der Wert und Sinn der Messe begriffen werden kann. :)3
@silesius
Wenn Sie sich schon so absolut auf das letzte Abendmahl stü(r)tzen wollen, warum schaffen wir Epistel und Evangelium nicht auch gleich ab, das hat Jesus sicher auch nicht vorgetragen? :-S
Redaktion benachrichtigen
#6   stephan   23:29:06 | Samstag, 2. September 2006
@silesius
Den gleichen dummen Einwand habe ich nun aber schon zu oft gehört.Jesus brach das Brot mit den Aposteln, welche sich zum Abendmahl versammelt hatten. Das hat aber nix mit dem Volk zugewandt zu tun, denn es waren die vom Herrn berufenen Apostel anwesend. Möchte man dies überhaupt mit den heute stattfindenden Messen vergleichen, dann wäre das ungefähr dasselbe, als wenn sich heute mehrere Bischöfe an einer Feier beteiligen, die versammeln sich dann auch um den Altar (um den Tisch).
Und bitte nicht vergessen, daß die Messe die unblutige Erneuerung des Kreuzopfers ist und da standen die Menschen mit dem Gesicht zum Kreuz. Also lautet die Gebetsrichtung ein für alle mal und zwar für alle Beteiligten zum Ort des Opfers.
So und jetzt sind alle Schlauberger eingeladen über mich herzufallen, ich hab nämlich nicht studiert und kann hier nicht mit hunderten lateinischen Zitaten oder den Namen längst vergessener Kirchnedokumente um mich werfen und theologisch sauber war meine Argumentation auch nicht.
Einer der Hauptgründe warum ich von der neuen Messe entfernte und jetzt zum Indult pilgere war nämlich neben der Art der Kommunionausteilung, daß unser Pfarrer bei den Gebeten immer mit dem Rücken zum (noch erhaltenen Hoch-)Altar stand. Wer von euch würde denn bitte schön mit dem Rücken zum Kreuz beten?
Redaktion benachrichtigen
#5   Konrad   23:01:24 | Samstag, 2. September 2006
Bitte überlegt euch
ob solche postings wie hier Sinn machen. Soll man das Heilige den Hunden vorwerfen? Die „Zelebration zum Volk“ ist Gotteslästerung. Der Zelebrant hat im Hochgebet immer auf den Altar, auf die Gestalten, aber nie in Neugier „zum Volk“ zu schauen.
Schade, dass so viel ungebildete „Proleten“ sich hier herumtreiben
Redaktion benachrichtigen
#4   silesius   21:09:08 | Samstag, 2. September 2006
Unwichtig
Ihr habt aber Probleme…
„Eine Zelebration zum Volk“ hat sicher gegeben. Und die von Jesus selbst.
Redaktion benachrichtigen
#3   Hoffnung   19:13:39 | Samstag, 2. September 2006
Positiver Liturgiewechsel
Schön zu seh, dass Kreuznet hier einmal darauf hinweist, das Liturgie sich im Laufe der Zeit verändert hat. Weiter so!
Redaktion benachrichtigen
#2   セルジュ †   18:25:55 | Samstag, 2. September 2006
Schon wieder so ein Gammel(fleisch)artikel…
…von einem „Mons.“, der bereits 17 Jahre tot ist.
Als ob ich mich gestern nicht genug darüber moniert www.kreuz.net/…ticle.3790-page.html hätte.
Redaktion benachrichtigen
#1   Pünktchen   18:09:30 | Samstag, 2. September 2006
Doppelte Verneinung:
„…weder im Osten noch im Westen nie gegeben“ = Bejahung!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
LiturgieGott allein weiß, wie er angebetet werden will Päpstlicher ZeremoniarDie Vollblüte der nachkonziliaren Liturgie LiturgieMeßdienerinnen? LiturgieHistorische Falschinterpretation LiturgieAngemessene Ehrfurcht LiturgiemißstandIn Jeans und T-Shirt Country-MesseWas bedeutet das Abendmahl? GottesdienstkongregationAuf den Knien LiturgieEine praktische Beobachtung zur Zelebrationsrichtung LiturgieEine diszipliniertere Gesellschaft LiturgieDer Papst ist noch unentschieden LiturgieDarsteller oder Darbringer? Englische MeßtexteDieses Mal sollte der Kaffee in der Tasse bleiben LiturgieDer Zirkus und seine Seelsorge SchweizWalpurgisnacht in der Offenen Kirche
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net