Abtprimas Notker Wolf
„Die katholische Kirche hat die Aufklärung und das Zweite Vatikanische Konzil gebraucht“
Der rockende Abtprimas der Benediktiner stößt sich an der von oben verordneten politischen Korrektness: „Sie ist eine Vernebelungsaktion zur moralischen Versklavung der Menschen.“
(kreuz.net) Anfang August gewährte der römische Generalabt des Benediktinerordens – Abtprimas Notker Wolf (66) – der deutschen Wochenzeitung ‘Zeit’ ein mehrseitiges Interview.

Abt Wolf stammt ursprünglich aus dem deutschen Benediktinerkloster St. Ottilien im Südwesten von Oberbayern. Er lebt in der internationalen Benediktinerabtei Sant’Anselmo in Rom.

Im Interview erklärt er, daß Gott in der französischen Revolution durch die menschliche Vernunft abgelöst worden sei.

Zweihundert Jahre später habe die 1968er-Revolution die Vernunft verstoßen. An ihrer Stelle sei die Natur auf die Altäre gehoben und die Freiheit individualisiert worden:

„Seither leben wir in einer Welt ohne Gott, ohne Jenseits, ohne Väter und ohne eine vernünftige Vorstellung von dem, was Freiheit ist.“

Das moralische Versagen gieriger Wirtschaftsbosse vertrage sich ausgezeichnet mit der Freiheitsvorstellung der 68er: „Diese Freiheit ist nirgendwo verankert, weder im Verantwortungsbewußtsein, noch im Gewissen, noch in der Scham.“

Die 68er seien ein schönes Beispiel dafür, wie sich Ideologien verrechnen könnten. Heute profitiere gerade der verhaßte Kapitalismus von deren Freiheitsbegriff. Abtprimas Wolf zitiert den deutschen Philosophen Peter Sloterdijk (59): „Alle Wege der 68er führen in den Supermarkt.“

Der Benediktinerabt sprach im Interview auch und vor allem von der Politik.

Er findet es bedenklich, daß es während der Rot-Grünen-Bundesregierung Minister gegeben habe, die ihren Amtseid nicht mehr vor Gott ablegten – obwohl er eine solche persönliche Entscheidung respektiere.

Er habe sich aber damals gefragt: „Vor wem weiß sich so jemand verantwortlich?“

Das Gewissen falle nicht vom Himmel. Gläubige Menschen hätten stets im Hinterkopf: „Ich kann mich und die Menschen anschwindeln, aber Gott nicht.“

Von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl glaubt der Abtprimas, daß er unter Selbstverblendung gelitten habe. Er sei dem konsumistischen Denken anheimgefallen.

Der Abt erinnert sich, auf dem Höhepunkt der CDU-Spendenaffäre hohe christdemokratische Politiker, die zu Exerzitien ins Kloster St. Ottilien gekommen waren, gewarnt zu haben: „Wenn Kohl nicht zurücktritt, führt er uns ins Verderben.“

Ärger ist dem Abtprimas egal. Er habe keine Angst mehr: „Ich will der Wahrheit eine Bresche schlagen, weil ich die Menschen mag.“

Niemand müsse politisch-korrekt handeln. Ehrlichkeit sei viel wichtiger: „Mich stört an der Political Correctness vor allem, daß sie alle unter Generalverdacht stellt, fremden- oder frauenfeindlich zu sein.“

Political Correctness sei eine große Vernebelungsaktion, ein Programm zur moralischen Versklavung.
Abt Wolf über Benedikt XVI:
„Ich habe den Eindruck, daß er dem Menschen sehr mißtraut, weil er ihn als potenziellen Sünder sieht, der sofort über die Schnur springt, wenn man ihm ein bißchen Freiheit läßt.“


Abtprimas Wolf erwähnt auch die deutsche Ausländerpolitik. Man mache auf Multikulti und verneble die Tatsache, daß in Wahrheit völlig verschiedene Lebenswelten aufeinanderprallten:

„Wir versuchen im Sinne der Political Correctness zu verschleiern, was uns unterscheidet – übergehen die Fremdheit des anderen mit schamhaftem Schweigen.“

Doch wer Unterschiede leugne, mache diese dadurch zum Stein des Anstoßes. Ein Frieden, der erkauft wird, indem sich alle blind und taub stellten, sei ein fauler Frieden.

Abt Wolf warnt vor einem Konflikt der Kulturen. Jede Religion trage einen kriegerischen Kern in sich, weil sie die Wahrheit für sich beanspruche und in die Welt tragen wolle:

„Die katholische Kirche hat die Aufklärung und das Zweite Vatikanische Konzil gebraucht, um neben der eigenen Wahrheit die Religionsfreiheit anzuerkennen.“ Andere Religionen seien noch lange nicht „so weit“.

Die Gefahr des Islam bestehe in seinem Ziel, die ganze Welt zu islamisieren.

Der Abprimas bedauert die Ausbreitung der Muselmanen: „In Neapel wird gerade die zweitgrößte Moschee Europas gebaut. Die größte steht in Rom.“

Er wünscht sich, als Europäer nicht vom Islam überfahren zu werden.

Dem neuen Papst gegenüber sei er – schon als dieser noch Kardinal war – immer skeptisch gewesen, erklärt der Abtprimas: „Ich habe den Eindruck, daß er dem Menschen sehr mißtraut, weil er ihn als potenziellen Sünder sieht, der sofort über die Schnur springt, wenn man ihm ein bißchen Freiheit läßt.“

Doch es gebe auch zwei Dinge, die dem Abt an Benedikt XVI. gefallen: „Er ist hochintelligent und politisch herrlich unkorrekt.“

Abtprimas Wolf erklärte im Interview auch, daß er das Amt als oberster Repräsentant sämtlicher Benediktiner der Welt eigentlich gar nicht gewollt habe: „Ich habe es bei der ersten Wahl 1996 abgelehnt.“

Im Jahr 2000 hätten ihn die Äbte dann massiv gedrängt. Er habe im ersten Wahlgang einen so hohen Stimmenanteil erhalten, daß es kein Zurück mehr gegeben habe.

Eine Pension gebe es für Benediktiner nicht. Abtprimas Wolf würde sich freuen, wenn er eines Tages im Gymnasium von St. Ottilien den Schülern Nachhilfe geben könnte:

„Das ist in Wahrheit mein Traumjob.“
      
42 Lesermeinungen
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#44   Elendester Sünder   14:05:03 | Mittwoch, 8. November 2006
Lassen wir uns nicht vernebeln!
Religionsfreiheit hat es nie gegeben und wird es nie geben. Kein Staatswesen kann bestehen, wenn es Freiheit des Glaubens zuläßt.
Was wir gegenwärtig erleben, ist nicht die Religionsfreiheit, sondern der Zwang zum Anbeten des Götzen der Humanität, was der Teufel ist. Wer heute den Teufel nicht anbetet, ist ein Geächteter. Kaum jemals in der Weltgeschichte haben die Menschen unter derartigem inquisitorischen Druck gelebt, freilich unter falschem Vorzeichen.
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#43   Jörg Guttenberger, Köln   01:03:11 | Donnerstag, 7. September 2006
Graf von Galen: Koran
Natürlich glaube ich das nicht.
Der Koran ist, soweit bekannt, das, was man in der r.-k. Kirche eine Privatoffenbarung nennt. Solche Offenbarungen werden, soweit sie Allgemeingültigkeit beanspruchen, einer kritischen Prüfung des kirchlichen Lehramtes unterzogen.
Eine in diesem Sinne kritische Prüfung hat es zum Koran nie gegeben. Damit hat eine Privatoffenbarung ungeprüft Allgemeingültigkeit erlangt, innerhalb die r.-k. Kirche völlig unmöglich.
Daß der hl. Geist auch im Islam wirkt, will sagen, daß er (der hl. Geist) im Sinne der Geisttaufe jedem Menschen seine Führung anbietet, unabhänigig seiner Religionszugehörigkeit, unbeschadet der Freiheit, diese Führung auch abzulehnen. Da hier die kritische Prüfung des kirchlichen Lehramtes fehlt sind Mißverständnissen und Willkührinterpretatioinen verständlicherweise Tür und Tor geöffnet, wie das Beispiel „Koran“ unmißverständlich zeigt.
Neuere Aseinandersetungen werfen allerdings die Frage auf, ob die Interpretation des Korans immer seinem eigentlichen Anliegen entspricht. Kritische wissenschaftliche Auseinandersetzungen sind dort weit schwieriger, als bei uns mit der Bibel, zum Teil sogar lebensgefährlich.
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#42   Guldin   00:54:58 | Donnerstag, 7. September 2006
Wiederbetätigung
Es reicht wohl den Blödsinn einmal zu posten!
einfach widerlich!
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#40   Graf von Galen   17:08:11 | Mittwoch, 6. September 2006
Wider VII, @ Guttenberger
Der Hl. Geist weht selbstverständlich nicht im Islam.
Oder glauben Sie ernsthaft, daß sich der Hl. Geist mit
Satan zusammen getan hat, um den Koran zu schreiben
mit seinen ausdrücklich die Gottessohnschaft leugnenden
Stellen ? Dies ist absolut ausgeschlossen.
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#39   Benedikt   14:11:05 | Mittwoch, 6. September 2006
Auch Hr. Corvisier
kennt den Unterschied zwischen Katholizismus und Katholizität nicht.
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#38   Maurice Corvisier   06:55:35 | Mittwoch, 6. September 2006
Katholizität?
Ist das jene neue Einheitsreligion, jene neue Kirche, die neuerdings u.a. in Assisi vorbereitet wird?
Och nein, danke. Da bin und bleibe ich lieber römisch-katholisch in der Kirche, die Jesus Christus, Herr und Gott, selbst gegründet hat.
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#37   Benedikt   01:08:32 | Mittwoch, 6. September 2006
Und noch ein…
…kleiner Witz zur Abendstunde.
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#36   matt   01:06:44 | Mittwoch, 6. September 2006
@Kölner
diese komische Begriffsbildung und Unterscheidung existiert offenbar nur in ihrem verworrenen Denken und es ist mir daher auch ehrlichgesagt schnuppe.
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#35   Jörg Guttenberger, Köln   00:26:28 | Mittwoch, 6. September 2006
Adrian Leverkühn, Matt
Adrian Leverkühn: wieso?
Matt: wenn Sie des Lesens mächtig wären, wüßten Sie, daß ich mich nicht zum Katholizismus, sondern zur Katholizität bekenne. Kennen Sie etwa den Unterschied nicht?
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#34   Christian Hüller   20:52:51 | Dienstag, 5. September 2006
Viele interessante Gedanken
Der Abtprimas spricht in seinem Artikel viele bemerkenswerte Punkte an.
Eindrucksvoll ist die Kurzcharakterisierung des Mittelalters, der Aufklärung und der 60er mit den Begriffen „Gott“, „Vernunft“ und „Freiheit“.
Der Abtprimas hat wohl Recht, wenn er die unreflektierte Absolutsetzung jeweils eines dieser Paradigmen als ursächlich für manche Fehlentwicklung kennzeichnet.
Alle diese Paradigmen müssen in ein sinnvolles Verhältnis gebracht werden, soll die Folge nicht jeweils Mord und Totschlag sein.
Er geht auch auf Ratzinger ein und meint hier ein zu großes Misstrauen gegenüber dem Menschen und seiner Fehlbarkeit zu erkennen.
Dem kann ich nich zustimmen.
Ratzinger selbst hat in seiner Jugend noch leidvoll erfahren müssen, was es bedeutet, wenn einzelne zu viel unkontrollierte Macht in ihren Händen halten oder meinen, den Naturrechtsgedanken bzw. (in der christlichen Terminologie:) göttliches Recht zugunsten eines Rechts des Stärkeren aushebeln zu müssen.
In China kann man heutzutage noch sehr ähnliche Erfahrungen sammeln.
Also: Vorsicht vor allzuviel Vertrauen in die „Gutheit“ und
angeborene „Heiligkeit“ des Menschen.
Ramstein lässt warnend grüßen: „Lass mich nie ein Engel sein…“
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#33   ExBochumer †   14:13:15 | Dienstag, 5. September 2006
kreuz.net
setzt sich über alles hinweg.
Ich habe gestern die Löschung meines accounts gefordert. Nichts ist geschehen.
Somit wird kreuz.net immer fragwürdiger, unglaubwürdiger etc. – Gelöscht wird von den Herrschaften immer wieder, aber wenn es um Anforderungen geht – nichts.
kreuz.net ist ein äußerst fragwürdiges Medium. Ich werde – sobald nicht umgehend meine Löschung erfolgt – die Machenschaften des kreuz.net dokumentieren.
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#32   Benedikt   03:18:38 | Dienstag, 5. September 2006
@ matt
Im Christenstaat würde keineswegs die freie Willensentscheidung für oder gegen Gott/Christus ausgeschaltet. Die Menschen wären dazu angehalten, aber nicht gezwungen.
Dies entspricht den Aussagen von Dignitatis Humanae.
Ich weiß auch nichts davon, dass man früher in der Monarchie seine Kinder zwangsweise taufen musste. Es würden aber antichristliche Kulte unterbunden aus gutem Grund und zum Wohl des Volkes.
Nein, wurden sie nicht. Das Judentum etwa wurde selten von fürstlicher Seite bedroht. Dafür bestimmte der Monarch/ Fürst die Konfession seiner Untertanen (ab 1555).
Auch wenn das der widerspenstige Mensch aus Köln nicht gerne hören wird, aber auch er hätte eine gehörige Portion Zucht nötig, zu seinem eigenen Wohl.
Sie vermutlich noch viel eher. Es ist einfach lächerlich, wie Sie sich hier als Richter aufspielen.
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#31   matt   02:49:18 | Dienstag, 5. September 2006
dieser Mensch aus Köln
ist ein komischer Typ. Er sagt: er bekennt sich zum Katholizismus und zugleich will er einen Freibrief davon um Gott „wiederzulieben“, wie er sagt, dann könnte er sich diesen Schein der Freiheit ja wohl gleich sparen und Gott lieben, wie es das erste Gebot vorsieht.
Im Christenstaat würde keineswegs die freie Willensentscheidung für oder gegen Gott/Christus ausgeschaltet. Die Menschen wären dazu angehalten, aber nicht gezwungen. Ich weiß auch nichts davon, dass man früher in der Monarchie seine Kinder zwangsweise taufen musste. Es würden aber antichristliche Kulte unterbunden aus gutem Grund und zum Wohl des Volkes.
Lassen etwa die Eltern ihren Kindern alle Freiheiten? Haben sie nicht das Recht sie zu erziehen? Und müssen diese ihnen etwa keinen Gehorsam leisten?
Auch wenn das der widerspenstige Mensch aus Köln nicht gerne hören wird, aber auch er hätte eine gehörige Portion Zucht nötig, zu seinem eigenen Wohl.
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#30   Adrian Leverkuehn   00:08:53 | Dienstag, 5. September 2006
@ Jörg Guttenberger
Daß solche Freiheit auch entgegengesetzte Entwicklung ermöglicht, versteht sich von selbst, sonst wäre es keine Freiheit.
Mit anderen Worten: Sie verlangen die Freiheit, die Freiheit wieder einschränken zu können. Oder wie?
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#29   Jörg Guttenberger, Köln   23:58:49 | Montag, 4. September 2006
Graf v. Galen, Blueberry
G: Da der Geist weht, wo er will, weht er selbstverstänlich auch im Islam. Nur öffnen sich seine Anhänger dem Wirken des hl. Geistes weitestgehend nicht, wie der um sich greifende Fanatismus zeigt. Denn Fanatismus ist, wie jede Übertreibung vom Teufel, wie wir bei den Vätern lesen.
Mit Ihrem Hinweis, daß nur die Wassertaufe eine körperschaftliche Zugehörigkeit zur Kirche öffnet, haben Sie natürlich recht. Ich habe bei meinen Ausführungen an das Herrenwort „Manche, die drinnen sind, sind draußen und manche die draußen sind, sind drinnen“ gedacht. Insoweit wirkt sich die Geist- oder Begierdetaufe erst beim Übergang in die Ewigkeit aus, wie Sie richig schreiben. Aber trotzdem: die innere Verbindung besteht vorher.
B: Ideologie bedeutet die Verabsolutierung einer Idee, so z. B. des Sozialen zum Sozialismus. Die gesamte Wirklichkeit wird wo gut wie ausschließlich aus dem Blickwinkel dieser Idee betrachtet.
Sie unterstellen wirklichkeitswidrig Sympathien für den Katholizismus, also der ideologischen Ausgabe der Katholizität. Ich habe nie ein Hehl aus meiner Anhängerschaft ausschließlich für die Katholizität gemacht. Das schließt jedes Staatskirchentum aus.
Es geht um Freiheit in erster Linie wofür: für uns Christen, uns der Liebe Gottes zu öffnen, ihn wiederzulieben und der Freiheit, entsprechend zu handeln. Daß solche Freiheit auch entgegengesetzte Entwicklung ermöglicht, versteht sich von selbst, sonst wäre es keine Freiheit.
Für weitere Ausführungen fehlt leider der Platz.
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#28   Graf von Galen   22:00:09 | Montag, 4. September 2006
Wider VII, @ Guttenberger
Ihr Geisteswehen ist mir zu pauschal. Der Hl. Geist
lehrt Christus und ist somit in nicht- katholischen
Religionen nicht zu finden, schon gar nicht in antichristlichen Religionen wie dem Islam.
Ich glaube zwar, daß Nichtchristen durch die
Begierdetaufe gerettet werden können, jedoch nicht, daß
jemand deshalb schon zur kath. Kirche gehört, weil er
die Voraussetzung hierfür erfüllt. Denn dann bräuchte
es die eigentliche Taufe mit Wasser ja gar nicht mehr,
was jedoch der Lehre der Kirche widerspricht.
Wenn die Erbsünde getilgt ist, ist diese getilgt.
Daraus folgt, daß die Begierdetaufe nur für den Übergang
ins andere Leben die Taufe ersetzen kann, also erst
mit dem Tod die ganze Wirkung der sakramentalen Taufe
entfaltet.
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#27   matt   01:32:28 | Montag, 4. September 2006
das Drama um Marie Antoinette
hätte sie es verstanden ihren Hochmut früher zu überwinden, ihren Gatten zu lieben und auch dieses Volk, so wäre es nicht zu dem Zusammenbruch des franz. Königtums gekommen. Denn sie hatte die Kraft und die Gnade dazu, der König alleine aber nicht. Er war kein schlechter Mensch, aber schwach ohne sie. Sie hätte ihn stützen müssen, aber sie war unwillig und eigen, bis es zu spät war und das zurückgewiesene und verwahrloste Volk über sie herfiel. Dadurch hat ihre Borniertheit ein Volk und die ganze Welt in unsäglich Wirrnisse geworfen.
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#26   blueberry   01:03:17 | Montag, 4. September 2006
Jörg Guttenberger: Liberalismus!
Bitte! Seien Sie doch nicht so empfindlich!
Was haben Sie immer mit Ihrer Ideologie?
Sie sind selbst Anhänger einer Ideologie! Nur merken Sie es nicht und benutzen diesen Begriff statt dessen als Kampfbegriff. Nach dem Prinzip: Jeder der nicht meiner Meinung ist, ist ein Ideologe. So ein Unsinn!
Erstmal sollten Sie den Unterschied zwischen Ideologie, Welt- und Menschenbild heraus arbeiten, damit wir uns hier mal auf einer einheitlichen Ebene auseinander setzen können!
In ihr die Gleichheit keineswegs enthalten, weil beides Gegenpole sind!
Nun ja. Sie wollen ja wohl nicht leugnen dass es drei verschiedene Spielarten der Politik nach 1789 gab?
Das eine war die proletarische Revolution von 1918, das andere die faschistische von 1933 und das letzte die bürgerliche Revolution von 1789 selbst. Diese hatte besondere Ursachen und hat zu besonderen Konsequenzen geführt. Ihr Motto war aber zweifellos: „Liberté, Egalité, Fraternité“. Von daher verstehe ich Ihr Problem nicht so ganz.
Liberalität bedeutet: Liberalität von etwas. Von was aber?
Wovon reden Sie hier?
Von Katholizismus als Staatsreligion? Ich darf Sie daran erinnern dass weit über ein Drittel der Menschen in der BRD Konfessionslose sind! Ein weiteres Drittel ist protestantisch! Dieses Land wurde von Protestanten gegründet im Jahre 1871! Liberalität also wovon?
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#25   Jörg Guttenberger, Köln   00:41:47 | Montag, 4. September 2006
Adrian Leverkühn: Liberalismus
Bitte, werden Sie mit Ihren „Hirngespinsten“ nicht ausfallend!
Liberalismus ist die ideologische Ausgabe der Liberalität!
In ist die Gleichheit keineswegs enthalten, weil beides Gegenpole sind! Freiheit geht zulasten der Gleichheit u d Gleichheit zulasten der Freiheit!
Hemmungslose Ausnutzung der Freiheit ist das Ende aller Gleichheit und absolute Gleichheit das Ende aller Freiheit, wie wir es in den sozialistischen Staaten zum Überdruß erlebt haben!
Mit Phrasendreschen ist es nicht getan!
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#24   matt   00:37:11 | Montag, 4. September 2006
weder sind alle Menschen gleich vor Gott,
noch habe ich ein Bedürfnis mit irgendjemandem kategorische Verbrüderungen einzugehen, dessen Überzeugung ich nicht kenne. Und, dass es keine Freiheit ohne Verantwortung zum gewissenhaften Handeln geben kann, dass sollte auch klar sein. Also sind die Parolen der Revolution seit jeher nur Marktgeschrei. Wie brüderlich es dabei zuging, davon zeugt ja das Gleich- bzw. Totmacherinstrument der Guillotine.
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#23   Adrian Leverkuehn   00:16:18 | Montag, 4. September 2006
@ Guttenberger: Das ist ja nur Rabulistik
Die Parole des Liberalismus lautet: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Das heißt Freiheit und Gleichheit sind im Liberalismus enthalten!
Ihre Liberalität ist nur ein Hirngespinst mit dem Sie durch die Hintertür den Katholizismus als Staatsreligion wieder einführen wollen! :-@
Ohne Liberalismus gibt es weder Freiheit noch Gleichheit und auch nicht die Folgerung aus beidem: Brüderlichkeit!
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#22   Jörg Guttenberger, Köln   00:09:13 | Montag, 4. September 2006
Adrian Leverkün, Graf von Galen
L: wir leben weder in der Liberalität noch im Libralismus, sondern sehen, wenn wer nicht ganz blind sind, die zunehmende Einschränkung unserer Freiheit.
Grundsätzlich sind die Pole: Feiheit und Gleichheit. Die Liberalität anerkennt den anderen Pol der Gleichheit an, der Liberalismus nicht.
G: Man kann die Ausführungen Wolfs sicher nicht im Sinne einer Leugnung der Tatsache verstehen, daß die Kirche die Fülle der Wahrheit besitzt, und darum geht es, denn Wahrheit finden wir in anderen Religionen auch, eben nur nicht deren Fülle. Tolleranz bedeutet keine Anerkennung als gleichwertig, sondern Ernstnahme des Gegenüber und Anerkenung seines erhlichen Suchens.
Das Christentum ist ausdrüklich eine Religion der Liebe, denn nach 1 Joh. 4, 16b ist Gott die Liebe, und die Inkarnation der Liebe mit allen Konsequenzen (Tod, Auferstehung) finden wir in keiner anderen Religion, so daß, wie Teilhard de Chardin richtig sagt, das Christentum die Spitze der Evolution bildet.
Würden wir Christen unserer Verpflichtung überzeugender leben, erübrigte sich Ihre Frage oder würde sie zumindest deutlich entschärfen.
Die Aussage „außerhalb dern Kirche kein Heil“ ist im Sinne der anima naturaliter christiana so zu verstehen, daß zur Kirche auch die geistgetauften (umgangssprachlich: Begierdetaufe) gehören, die sich auch als Anhänger anderer Religionen vom hl. Geist, der bekanntlich weht, wo er will, als ersnthafte Gott- und Wahrheitsucher führen lassen.
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#21   Adrian Leverkuehn   23:45:15 | Sonntag, 3. September 2006
Vorsicht! Es handelt sich um Ideologien. Warum nicht Liberalität und Ökumene?
Ganz einfach, weil wir im Liberalismus leben und nicht in der Liberalität.
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#20   Graf von Galen   23:44:51 | Sonntag, 3. September 2006
Wider VII
Zum einen danke ich Abt Notker für seine freimütigen
Worte gegen die Einschränkung der Gedanken- und
Meinungsfeiheit durch die „political correctness“.
Zum anderen bedauere ich, daß er allem Anschein
nicht mehr daran glaubt, daß die kath. Kirche
im Besitz der Wahrheit ist und er damit nicht mehr
katholisch ist.
Dies sind halt die zersetzenden Folgen der zumindest
mittelbar häretischen Konzilstexte wie z.B. „Nostrae Aetate“.
Auch die VII- Apologeten in diesem Forum haben ja
immer wieder ihre Schwierigkeiten mit den Dogmen der
kath. Kirche (Meßopfer, extra ecclesiam nulla salus) und stellen damit VII ein schlechtes Zeugnis aus und geben
ungewollt der FSSPx recht.
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#19   Jörg Guttenberger, Köln   23:41:38 | Sonntag, 3. September 2006
Athanasius: Liberalismus. Ökumenismus
Vorsicht! Es handelt sich um Ideologien. Warum nicht Liberalität und Ökumene?
Es ist richtig, daß die Kirche sich mit solchen geistigen Strömungen vorbehaltlos auseinandersetzt, denn wie ich aus eigener Erfahrung weiß und mir die Teilnahme an diesem Forum bestätigt: vorbehaltsloses Gespräch mit kirchenkritischen Teilnehmern verunsichert eben nicht, sondern stärkt und festigt den Glauben! Denn wir Christen sind keineswegs nur die Gebenden, sondern gleichermaßen Nehmende, Beschenkte! Zwingen solche Anfragen doch zur vertiefenden Aseinandersetzung (nicht: Infragestellung!!!!) mit der eigenen ganz persönlichen Religiösität. Finden wir eine überzeugende Antwort, so ist beiden Gesprächspartnern geholfen. Finden wir keine, entweder weil das Problem unsere Möglichkeiten übersteigt oder weil die Frage überhaupt bisher nicht beantwortet oder gar unbeantwortbar ist, so reifen wir innerlich doch an solchen Problemen. Denn gerade Überforderung bewirkt Wachstum.
Das „Obsculta“ (Horche) der Benediktregel mahnt uns zu vorbehaltloser Offenheit, freilich unter Verpflichtung zur Unterscheidung der Geister. Vielleicht hat uns Gott gerade diesen Atheisten über den Weg geschickt, um uns etwas Wesentliches zu sagen bzw. uns durch Nachdenken über seine Frage etwas Wesentliches zu offenbaren, denn der Geist weht, wo er will. Es mag provozierend klingen, aber so kann auch ein Atheist Bote Gottes sein!
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#18   Athanasius   22:52:40 | Sonntag, 3. September 2006
Und wie die katholische Kirche
den Liberalismus und den Ökumenismus gebraucht hat!
‘Wirklich! Endlich Leerlauf! Endlich missio vestrae fraternitatis masonicae vollendet.’
‘Wie der Papst Johannes-Paul II. aus mir ein Evangelikalischer Protestant machte.’ (Polnische Journalistin) www.websitetoolbox.com/…/post/apologia/vpost?id=1354653
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#17   Jörg Guttenberger, Köln   22:44:46 | Sonntag, 3. September 2006
Pünktchen: Einwanderungspolitik
Ihren Ausführungen stimme ich vollinhaltlich zu. Sie haben die Probleme richtig erkannt und schlagen eine Einwanderungspolitik unter Berücksichtigung von Religionszugehörigkeit vor.
So vernünftig Ihr Vorschlag ist, so scheitert er dennoch am Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes, das bei staatlichen Entscheidungen Berücksichtigung von Volks- und Religionszugehörigkeit verbietet. Zwar verfahren die USA in Sachen Volkszugehörigkeit bei Einwanderung genauso oder haben zumindest so verfahren, die derzeitige Praxis ist mir unbekannt. Es gibt oder hat dort tatsächlich für bestimmte Herkunftsländer Höchstkontingente in Sachen Einwanderung gegeben, vermutlich aufgrund anderer rechtlicher Bestimmungen.
Die Väter unser Grundgesetz haben diese Probleme noch nicht gekannt, denn damals gab es in unserem Gesichtskreis abgesehen vom Judentum ausschließlich christliche Konfessionen, aber keine nichtchristlichen Religionen.
Ihre sachlich einwandfreien und vernünftigen Vorschläge bedürften daher einer Änderung des Grundgesetzes, und die dürfte aufgrund der, sicher auch 68er bedingten, geistigen Trägheit unserer heutigen Politiker zur Zeit kaum durchzubringen sein.
Der Staat stellt sich sogar künstlich dumm, indem er nicht einmal Erfassung von Religionszugehörigkeit in den Karteien zur Erfassung von Teroristen zuläßt, ein nicht zu verantwortender Rechtspositivismus, und das umso mehr, als Religionszugehörigkeit in den Kirchensteuerlisten erfaßt und daher bekannt ist.
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#16   Uwe Schmidt   22:14:23 | Sonntag, 3. September 2006
Neokonservativer Abtprimas
In seinem neuen Buch vertritt er extremst wirtschaftsliberale und antisoziale Ansichten und in der ZEIT äußert er sich auch noch gegen den Islam.
Kein Wunder, dass sojemand von der konservativen deutschen Medienmaschinerie gepusht wird.
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#15   Pünktchen   14:24:12 | Sonntag, 3. September 2006
Lieber VirO,
die politischen Maßnahmen, von denen ich spreche, stünden unter ausschließlich „einwanderungspolitischem“ Vorzeichen und schlössen keine staatliche Bewertung von Religionen und religiösen Auffassungen als solchen ein. Eine restriktivere Einwanderungspolitik gegenüber Bürgern aus islamischen Staaten würde einem sozialen und kulturellen factum Rechnung tragen, ohne den bereits hier lebenden Mohamendanern in der Ausübung ihrer Religion irgendwelche Schranken aufzuerlegen, bzw. den Grundsatz der Religionsfreiheit anzutasten. Der freiheitliche Staat selbst verfügt über keine religiösen Erkenntnisse: ihm ist das friedliche Zusammenleben der Bürger anvertraut, die in freier Selbstbestimmung auf die Wahrheit hin ihr Leben ordnen können/sollen, wie sie es für richtig halten. In Zeiten der Globalisierung und beschleunigten Mobilität ist der konfessionseinheitliche, der weltanschaulich-ethnisch homogenisierte Staat keine zweckmäßige und realisierbare Option mehr. (Das gilt immer mehr auch für die islamische Welt und der islamische Terrorismus kann als hilfloser Versuch einer gewaltsamen Auflehnung gegen diese unabwendbare Modernitätszumutung verstanden werden). Das II. Vatikanum ist mit der Anerkennung der religionsfreiheit einer globalen politischen Entwicklung gerecht geworden und zugleich der Sicht auf den Menschen als einem Vernunftwesen, das sich nur frei und ungezwungen der religiösen Wahrheit innerlich wahrhaftig unterwirft.
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#14   matt   14:07:48 | Sonntag, 3. September 2006
Eine Aufklärung…
das Kommen des Menschensohnes.
btw: wieso nannte sich der Sohn Gottes eigentlich „Menschensohn“, wie auch einst Gott den Propheten nannte? War es Ironie gegen die Juden? War es Selbstbescheidung? Oder war es im Hinblick darauf, dass letztlich wahres Menschsein, wie es durch ihn zum Ausdruck kommt, göttlich ist und Gott damit auch zugleich wahrer Mensch ist?
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#13   virOblationis   12:41:45 | Sonntag, 3. September 2006
staatliche Maßnahmen
Da stimme ich Ihnen zu, liebes Pünktchen. – Aber daß Sie damit noch der Idee der Religionsfreiheit anhangen, scheint mir eher zweifelhaft. Sie befürworten ja gerade staatliche Maßnahmen in bezug auf eine bestimmte religiöse Gruppe aus Gründen des gedeihlichen Zusammenlebens und kommen damit dem alten Toleranzmodell in einem Staat, in dem die Katholiken keine Mehrheit bilden, gedanklich m.E. zumindest sehr nahe. – Wenn Sie sich Kernaussagen des für das Vat. II vorgesehenen Textes zur religiösen Toleranz vielleicht noch einmal ansehen wollen, verweise ich auf’s Kreuzforum:
Kirche, Generell S. 4, Über den Integralismus… Seite 2, Beitrag 19, 20
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#12   FritzG   12:35:56 | Sonntag, 3. September 2006
@ matt:
Gottesstaat und verbesserte Gesellschaft – ist das nicht ein kleiner Widerspruch? Meinen sie tatsächlich, dass die Wiederauferstehung des Christenstaats in Deutschland das Zusammenleben positiv beeinflussen würde? Ich sage: Das ist Definitionssache, und hat nur Gültigkeit, wenn man einen Fetisch für Meinungsdiktatur, Mittelalter-Moral, Verfolgung Andersdenkender, Zensur, Bücher- und Menschenverbrennung sowie unter Scheinheiligkeit verstecktem Hass hat.
Sie haben jetzt zur Genüge gezeigt, welchen Schlages sie sind. Können sie jetzt schweigen?
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#11   Pünktchen   12:24:29 | Sonntag, 3. September 2006
Dem Abtprimas ist in zweierlei Hinsicht zuzustimmen:
Auch wenn man dem Grundrecht auf Religionsfreiheit zustimmt, heißt das noch lange nicht, der Illusion aufzusitzen, die Religionen könnten überall, wo sie einander begegnen auch wirklich friedlich koexistieren! In diesem Sinne könnte es – auch aus der Perspektive freiheitlicher Gesellschaftssysteme – gerechtfertigt sein, Religionszugehörigkeit zu einem Kriterium bei der Entscheidung über Aufenthalts- und Einbürgerungsfragen zu machen. Dies wäre keine „Diskriminierung“, sondern im Gegenteil eine Entscheidung, die den bestehenden Disparitäten in der Integrationsfähigkeit (und -willigkeit) von Einwanderern Rechnung trüge. Einen „nummerus clausus“ für Einwanderer aus islam. Staaten zu fordern, würde sicher einen Proteststurm der Betroffenen und auch der politisch sich als „korrekt“ fühlenden Kräfte hervorrufen, wäre aber angesichts der Erfahrung von mehreren Jahrzehnten Einwanderung in unsere Gesellschaften und den daraus ableitbaren Prognosen für die Mitglieder aus verschiedenen Einwanderergruppen höchst angemessen!
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#10   matt   12:13:22 | Sonntag, 3. September 2006
Ich will einen Staat, der sich zum Christentum bekennt
und die öffentliche Anerkennung und Ausübung anderer Religionskulte auf seinem Hoheitsgebiet verbietet. Ich will das Christentum als Staatsreligion und bin daher ein Feind der Religionsfreiheit. Damit ist dennoch niemand gezwungen den christlichen Glauben anzunehmen. Es steht dem Menschen ja immer frei, Gott in seinem Herzen zu leugnen, obwohl ja sogar Gott selbst so dreist war dem alten Israel die Liebe zu ihm per Gesetz aufzuerlegen.
In jedem guten Familienhaus wirken die Eltern zusammen um ihre Kinder wahrheitsgemäß zu belehren und zu erziehen. Auf gesamtges. Ebene sollte das genauso sein durch das Zusammenspiel von Staat und Kirche. Sie übernehmen die Vormundschaft im übertragenen Sinn für das Volk und erziehen es im Sinn der Wahrheit. Dieses Zusammenspiel ist zerstört: der Staat ist nicht mehr auf Linie der Kirche und die Kirche abgeirrt von der Wahrheit. Deshalb ist auch in den Einzelfamilien ein heilloses Chaos entstanden. Wir müssen den Christenstaat wiederherstellen um die Verhältnisse in unserer Ges. zu bessern.
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#9   virOblationis   12:12:40 | Sonntag, 3. September 2006
Freiheit der Kirche
Zitat:
„Daß ein Missionsbenediktiner so redet, versteht sich von selbst: erlebt er doch in vielen Erdteilen, daß sich der christlichen Mission äußere Gewalten entgegenstellen. Wie sollte er dagegen Protest erheben können, wenn er den Religionszwang verteidigen wollte?“
Der Kirche gebührt Freiheit, weil sie die göttliche Wahrheit verkündet. Den Irrtum kann man nicht auf dieselbe Stufe stellen. Daß dessen Anhänger gerade für sich Freiheit verlangen mögen, ist aus ihrer Perspektive heraus natürlich zu verstehen. Von der Wahrheit her betrachtet erscheint dies aber als geduldetes Unrecht, mehr nicht.
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#7   Pünktchen   11:54:47 | Sonntag, 3. September 2006
Religionsfreiheit
„… um neben der eigenen Wahrheit die Religionsfreiheit anzuerkennen…“
Dieser Aussage des Abtprimas in Rom muß man zustimmen! Die eigene religiöse Wahrheit steht nämlich nicht im Gegensatz zu der anthropologischen und soz. „pastoralen“ Wahrheit, daß Religion keinen Zwang verträgt, vor allem keinen staatlichen!
Es ist daher kein Ausdruck von Glaubensschwäche und Relativismus, wenn man auf die Ausübung von staatlichem Zwang in Religionsangelegenheiten verzichtet, sondern einzig und allein auf die Verkündigung der Wahrheit und die ungezwungene Zustimmung zu ihr setzt. Daß ein Missionsbenediktiner so redet, versteht sich von selbst: erlebt er doch in vielen Erdteilen, daß sich der christlichen Mission äußere Gewalten entgegenstellen. Wie sollte er dagegen Protest erheben können, wenn er den Religionszwang verteidigen wollte?
Die Gewährung einer „Toleranz“ (im Ggs. zu „Religionsfreiheit“) reicht nicht aus: sie ist kein „Recht“ des einzelnen, ungehindert und ungezwungen der Wahrheit zu dienen, sondern sie wird als „geduldetes Unrecht“ verstanden! Sie verdiente dort, wo sie praktiziert wurde, oft den Namen nicht www.religionen.at/iraustrelitol.htm!
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#6   Ottawiani   11:51:14 | Sonntag, 3. September 2006
Episcopabile???
Wer sich so gesellschafts- und zeitgeistkritisch gibt, der hat doch wohl auch bald die Mitra verdient. Aber vorsicht! Ist die Mitra einmal auf dem Haupt, könnten die Gerhirnströme auch bald in weniger geordneten Bahnen verlaufen. o^/ Wo das Dogma von der Erbsünde geleugnet wird, braucht man auch kein gesundes Mißtrauen mehr gegen das, was potentiell im Menschen steckt. So wäre die fade Skepsis gegen den Papst berechtigt, der „im Menchen immer schon den Sünder sieht“. Woff pass auf!!
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#5   Rufinus   11:46:12 | Sonntag, 3. September 2006
Wer ist eigentlich Christus? Ein Wahrheit unter Vielen?
In den Gedanken des Hw. Abtes sind viele wahre Ansätze, er äußert sich sehr konkret zu verschiedenen gesellschaftlichen Problemen. Wenn manche Thesen ein wenig unverbunden und gewagt erscheinen, so mag das daran liegen, daß uns in der Kürze dieser Veröffentlichung nicht das ganze Interview wiedergegeben werden kann.
Ein wenig schwierig aber dürfte die zentrale Aussage des Kreuz.net Artikels zu sein.
„Die katholische Kirche hat die Aufklärung und das Zweite Vatikanische Konzil gebraucht, um neben der eigenen Wahrheit die Religionsfreiheit anzuerkennen.“ Andere Religionen seien noch lange nicht „so weit“.
Gibt es denn mehrere Wahrheiten? Trifft die Aussage nicht unmittelbar den Herrn selber, der von sich sagt: Ich der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Mir jedenfalls ist der „Friede Christi“ lieber, als der „Freiheitsfriede“, der uns hier vorgestellt wird.
Außerdem ist Wahrheit Christi wohl nicht zu vergleichen mit dem Eifer der Anhänger anderer Religionen.
Es scheint heute ebenfalls zur „political correctness“ zu gehören, das Christentum für besonders intolerant zu halten. Ohne Frage kennt Christus Toleranz, aber sicher kennt er kein Recht auf Lüge.
Sicher ist seine Haltung nicht die der Macht, sagt er doch:
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir. Denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. (Mt 11,29)
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#4   matt   11:35:23 | Sonntag, 3. September 2006
äußerst fragwürdig…
„Die katholische Kirche hat die Aufklärung und das Zweite Vatikanische Konzil gebraucht, um neben der eigenen Wahrheit die Religionsfreiheit anzuerkennen.“
Diese Aussage ist eine Zumutung. Zum einen befürwortet er damit die zerstörerischen Auswirkungen sog. Aufklärung und des Konzils innerhalb und ausserhalb der Kirche. Und er spricht von der „eigenen Wahrheit“ (der Kirche) und argumentiert darin ganz im Sinne eines Moderators des Pluralistenregimes und nicht wie ein Christ, als der er sich doch ausgibt, „dessen Wahrheit“ es doch sein sollte. Er ist also ganz auf der Ketzerschiene Lessings, nur, dass er halt zu der Erkenntnis kommt (schlaues Kerlchen), dass sich religiöse Kulturen nicht vereinbaren lassen. Immerhin das muss man dem rockenden Abt zugestehen, dass er Anstoß nimmt an der islamischen Okkupation, wenn auch scheinbar nur aus gesellschaftstechnischen Gründen und offenbar nicht von der, ihm fernstehenden, Wahrheit inspiriert.
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#3   FritzG   11:28:30 | Sonntag, 3. September 2006
*pruuust*
Es sind dann doch mehr 190 km Luftlinie west-südwestlich… :-D
Aber wahrscheinlich irren wir alle, denn schließlich sind wir FEHLGELEITET.
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#2   Domenico Tuttisanti   11:23:09 | Sonntag, 3. September 2006
Die Erzabtei der Missionsbenediktiner St. Ottilien
liegt auf halber Strecke zwischen Augsburg und München: siehe hier www.erzabtei.de/html/anreise.htm die Anfahrtsskizze!
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#1   Pünktchen   11:15:55 | Sonntag, 3. September 2006
Liebe Redaktion,
Eure Verortung von
St. Ottilien – 30 Kilometer nordwestlich von Passau
geht diesmal voll daneben!
Grüße:
Euer
.
pünktchen
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