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Dienstag, 5. September 2006 09:50
Kirchliche Gerichte urteilten über viele Hexen. Todesurteile waren sehr selten. Üblicherweise wurde eine wegen Hexerei verurteilte Person mit der Exkommunikation, einer Buße oder mit Haft bestraft. Von Jenny Gibbons.
Zurück zum Artikel 20 Lesermeinungen:
Freitag, 2. Februar 2007 20:27
Kurt K.: Verurteilt zum Tode
haben in der Tat hauptsächlich weltliche Gerichte. Das ist aber keine Auszeichnung für die Kirchen (katholische sowie in schlimmerem Maße die protestantische), denn wer einen Verurteilten an eine Instanz ausliefert, von der man ziemlich genau weiss, dass diese das Todesurteil vollstrecken wird, kann sich nicht freisprechen vom Mord. Ausserdem – auch wenn nicht zum Tode verurteilt wurde, waren die Menschen nach der Folter oft so furchtbar verstümmelt, dass sie oft daran starben.
Und dass „die Päpste“ gegen den Hexenglauben gewesen seien, stimmt nur bis 1484. Dann nämlich verwarf Papst Innozenz VIII die bis dato gültige Lehrmeinung, dass Hexenglauben Aberglaube sei und bestätigte, dass Heinrich Insistoris (Kramer) die volle Unterstützung durch weltliche Herren zu gewähren sei. Erst dann fing der Hexenwahn richtig an. Bis dahin hatten sich nämlich viele weltliche Herrscher geweigert, ihn zu unterstützen, da sie auf ihren Verstand hörten. Dann allerdings wurden Gegnern Kramers Kirchenstrafen angedroht und sie mussten sich fügen. Wers nicht glaubt, schaue unter „Hexenbulle / Summis desiderantes affectibus“ im Internet oder Lexica nach.
Hexenglaube im Volk gab es auch schon vorher, doch Todesstrafen dafür waren selten, meistens wurde eine beschuldigte Hexe mit zeitlicher Verbannung bestraft. Erst ab der päpstlichen Bestätigung des Hexenhammers fing das Wüten der Prozesse an. Warum kann man als Katholik nicht zu Fehlern der Kirche stehen? Das lässt sich nicht wegdiskutieren!
Donnerstag, 7. September 2006 01:57
Parzifal: @ all
Vielleicht sollten Sie sich mal die Frage stellen warum ausgerechnet eine „Hexe“ einen solchen Artikel verfassen darf!?
Die Antwort ist einfach. Auf diese Weise erreicht kreuz.net zweierlei.
Erstens versichert man den Leser daß es gar nicht so schlimm war wie es die behaupten die in Wahrheit schlimm sind – die Aufklärer!
Und zweitens muß der Katholik nicht seinen alteingesessenen Glauben an die Existenz von Hexen einbüssen. Schließlich wurde der Artikel ja von einer „Hexe“ geschrieben.
Das ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Jude (bspw. Israel Shamir alias Jöran Jemras), der dem Katholiken versichert daß die Judenverfolgungen durch die Katholische Kirche nicht allzu schlimm waren.
Also kurz und knapp: Es ist Unsinn!
Donnerstag, 7. September 2006 01:44
Schnabeltierkönig: Die damaligen Päpste haben sich
allesamt gegen die Hexenverfolgung ausgesprochen!
Mittwoch, 6. September 2006 18:56
Benedikt: @ rhi
Im allgemeinen geht man so vor, dass man die Motive der Täter beurteilt und dabei die jeweilige Epoche einbezieht.
Mittwoch, 6. September 2006 17:41
Artois †: @rhi-rhi
Was meinen Sie denn mit „blutiges Treiben“? Ihre Rotznase?
Mittwoch, 6. September 2006 17:40
rhi: Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit
Also ich finde nicht, dass es früher weniger schlimm für die Betroffenen war, wenn man sie gefoltert oder umgebracht hat.
Mittwoch, 6. September 2006 17:32
Benedikt: @ rhi
Man macht es sich immer sehr einfach, wenn man aus der heutigen Warte heraus über vergangene Generationen urteilt.
Mittwoch, 6. September 2006 17:25
rhi: Schuldrelativierung, Teil 2
Selbst wenn die weltlichen Gerichte und sonst alle anderen an allen Hexenurteilen „schuld“ sind, stellt sich mir immer noch die Frage, warum die Kirche nicht entschieden gegen dieses blutige Treiben vorgegangen ist…
Mittwoch, 6. September 2006 16:35
Ich muss Sie bitten, sich mit der Geschichte des Hexenwahns genauer zu beschäftigen, bevor sSie Pauschalurteile fällen:

Es ist geschichtlich gesichert dass:
– in den Gebieten, in denen die Verfolgung der „Hexen“ in die Zuständigkeit der Inquisition fiel, viel weniger „Hexen“ hingerichtet wurden, als in den Gebieten, in denen diese Zuständigkeit den weltlichen Gerichten zugeteilt wurde.
– es ist ebenso aus den geschichtlichen Akten ersichtlich dass, es viel weniger „Hexen“ verfolgt und umgebracht wurden in Gebieten, die über ein zentrales Gerichtswesen verfügten (z.B. Frankreich) als in Gebieten, in denen das Gerischtswesen nur in der Hand der örtlichen Gerichten lag
– es gibt überhaupt keinen Hinweis auf angedrohte Repressalien von seiten der Kirche, wie Sie behaupten. Vielmehr, die Gerichte, sprich die Richter haben dem Hexenwahn der Bevölkerung nachgelassen.

Ich bin der Meinung: Sie verwechseln die Hexenprozesse mit der Inquisition. Beide waren schlimm, man darf sie trotzdem nicht in den gleichen Korb werfen.
Mittwoch, 6. September 2006 15:58
rhi: Ich gehe auch nicht von einer Alleinschuld (von wem auch immer) aus
Aber wenn Inquisitoren und Bischöfe Leute wegen Hexerei verurteilen, dabei die „Wahrheit“ beanspruchen und den Angeklagten dann quasi zur Exekution dem weltlichen Richter übergeben, ist das nicht gerade ein Unschuldszeugnis. Außerdem wurden ja wie gesagt allen Repressalien angedroht, die am Hexenwahn nicht teilnehmen wollten. Natürlich gab es auch dämpfende und zurückhaltenden Leute, die den zig-fachen Mord nicht guthießen – Gott sei Dank gab es die! Trotzdem sind diese Untaten (und ich spreche hier nicht von der Hexerei) geschehen und niemand hat es verhindert. Grund genug, den Verbrannten und sonstwie zu Tode gekommen ehrenvoll und reuig zu gedenken und nicht wie in diesem Artikel schon wieder Schuldrelativierungen vorzunehmen. Wem nützt das denn? Geben wir unsere Schuld doch zu. Jesus hat auch alle Schuld auf sich genommen, das kann doch kein schlechtes Beispiel sein.
Mittwoch, 6. September 2006 15:40
Stimme aus Wien: rhi: Hexenwahn
Die Hexenprozesse gehören keinesfalls zur Glanzleistung des Abendlandes – jedoch alles in die Schuhe des Christentums oder sogar ausschließlich in die Schuhe der Kath. Kirche zu schieben, wird der Geschichte nicht gerecht.

Es ist schon richtig: der Hexenhammer stammt aus katholischer Feder – aber, auch alle anderen hielten sich an diesen Vorgaben – auch wenn sie nicht Katholisch waren.

Es gab Hexenprozesse auch auf Gebieten, wo katholiken in Minderheit waren. Noch mehr: in Irland wurde keine „Hexe“ hingerichtet.

Welche Faktoren für diesen Hexenwahn mitgespielt haben kann man ansatzweise [link]http://www.dhm.de/….htm[link]hier[link] nachlesen.
Mittwoch, 6. September 2006 15:26
rhi: Aberglaube
Nur dass die Kirche eben ihren Teil dazu beigetragen hat, Hexen NICHT als Aberglaube, sondern als „richtiger“ Glaube erscheinen zu lassen…
Mittwoch, 6. September 2006 15:09
Benedikt: @ rhi
Diese Frage kann man so einfach nicht abhandeln. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass ein dem Menschen immanenter Hang zum Aberglauben den Hexenglauben befördert hat. Auch heute gibt es ja massiv abergläubische Menschen.Leider gibt es sogar Katholiken, die einen Hang zum Okkulten haben.
Mittwoch, 6. September 2006 15:02
rhi: Diesseits von Blutvergießen und Todesgefahr
So hieß es doch, nicht wahr?

Stellt sich die Frage, wer den ganzen Hexenwahn erst erzeugt hat. Haben weltliche Universitäten oder hohe theologische Doktoren hergeleitet, was Hexen sind, wie sie mit Dämonen stillschweigende oder ausdrückliche Pakte eingehen, wie sie Schadenszauber verüben und welche Mittel es dagegen gibt?

Wer hat denn das ganze Theater erfunden? Oder anders gefragt: Hätte es ohne Dämonen Hexen gegeben? Nein. Aber die reale Existenz und Wirkung von Dämonen zu zeigen ist ganz sicher keine Aufgabe eines weltlichen Gerichts.

Zusammenfassung: Zuerst ein Verbrechen erfinden, dann das Volk gegen die vermeintlichen Verbrecher aufhetzen, die Herrscher zwingen (Exkommunikation etc), Gesetze mit Todesstrafe gegen die vermeintlichen Verbrechen zu erlassen und dann die Hexen „dem weltlichen Gericht überlassen“, mit der Bitte, mit dem Urteil „diesseits von Blutvergießen und Todesgefahr zu bleiben“.

Diese Vorgehensweise ist dringend verdächtig dem Mord unzähliger Mensche – kein Gegenbeweis zugelassen!
Dienstag, 5. September 2006 19:39
Asphyx †: *lach*
Ok, gehen wir mal davon aus, daß sich mit obigen Artikel keine Hexe von ihrer Schuld freisprechen will, indem sie die katholische Kirche von der Hexenjagd freispricht.

Kann man das Buch irgendwo in Deutsch erwerben und rezessieren? Nur das ist für mich interessant!

Und zu behaupten, die katholische Kirche hätte absolut keine Todesurteile ausgesprochen, halte ich für eine glatte Lüge – oder aber – für die britische Sichtweise der Dinge. Also in GB wurde kein Todesurteil von der katholischen Kirche gesprochen, weil sie dort ja auch nicht existiert, sondern die anglikanische.

So gesehen ist die Aussage der Forscherin absolut korrekt. Aber das ist Korintenkackerei, ich weiß! Aber leider Fakt. In GB wurden damals von der anglikanischen Kirche die Todesurteile gesprochen, nicht von den bösen, bösen Katholiken.

Also ist die Freisprechung aller Schuld der katholischen Kirche somit vollkommen statthaft.

Hurra, eine Hexe beweist, zumindest für England, daß die Katholiken nicht die Bösen sind. Sind wir jetzt nicht alle ein bißchen glücklicher als vorher, weil wir das jetzt wissen?

*noch mehr lachend*
Dienstag, 5. September 2006 14:09
ExBochumer: kreuz.net
setzt sich über alles hinweg.

Ich habe gestern die Löschung meines accounts gefordert. Nichts ist geschehen.

Somit wird kreuz.net immer fragwürdiger, unglaubwürdiger etc. – Gelöscht wird von den Herrschaften immer wieder, aber wenn es um Anforderungen geht – nichts.

kreuz.net ist ein äußerst fragwürdiges Medium. Ich werde – sobald nicht umgehend meine Löschung erfolgt – die Machenschaften des kreuz.net dokumentieren.
Dienstag, 5. September 2006 11:54
Ansgar: @ VirOb
Es ist wie verhext (!) Sie haben Recht, ich lag falsch – „schwörte“ gibt es nicht.

Im übrigen zum Artikel: Man darf den Hexenwahn jetzt auch nicht verniedlichen; Friedrich Spees „Cautio“ als zeitgenössische Quelle berichtet schon Erschreckendes…
Dienstag, 5. September 2006 11:43
virOblationis: Differenzierungen
Wenn man „schliff“ und „schleifte“ beliebig gebraucht, fallen Differenzierungen allerdings weg:
Die Stadtmauer wurde geschleift,
das Messer aber geschliffen.

Immerhin ist es aber noch der Sog des Strudels, der unter Wasser zieht, niemand saugte dabei. – Ein kleiner Trost.
Dienstag, 5. September 2006 10:43
Ansgar: @ VirOb
Die starke Beugung ist in der Tat viel schöner, jedoch ist es leider zulässig, hier auch schwach zu beugen. Vergleiche: schleifen – schliff/schleifte; saugen – sog/saugte.
Dienstag, 5. September 2006 10:00
virOblationis: Konjugation starker Verben
Das mag alles richtig sein, doch bin ich gewiß, daß die „Zeugen“ schworen und nicht etwa „schwörten, daß die betreffende Person keine Hexe sei.“
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