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Sonntag, 10. September 2006 14:28
Keine Institution – sondern eine Expedition
Der Kölner Erzbischof trifft immer mehr auf Jugendliche, für welche Geschlechtstriebe, Alkohol und Nikotin Opium für das Volk sind. Arbeit am Herd ist ein notwendiger Akt der Barmherzigkeit.
Kardinal Meisner bei einer Leinwand-Übertragung der Eröffnungmesse am Weltjugendtag
Kardinal Meisner bei einer Leinwand-Übertragung der Eröffnungmesse am Weltjugendtag
(kreuz.net) Ende August gab der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, der Schweizerischen Nachrichtenagentur ‘Kipa’ ein Interview.

Der Kardinal erklärte, daß nach dem Tod des großen Papstes Johannes Paul II. und nach der Wahl von Benedikt XVI. in der Kirche eine Bewegung entstanden sei, die er nicht für möglich gehalten hätte.

Dieser Aufbruch entspreche dem Wesen der Kirche: „Eigentlich ist die Kirche keine Institution, sondern eine Expedition.“

Die Jugend habe im vergangenen Jahr – beim großen „Wunder von Köln“ – zum Ausdruck gebracht, daß der Mensch als Maß für den Menschen zu klein sei.

Der Kardinal begegnet immer mehr jungen Menschen, die ihm sagen: „Sex, Alkohol, Nikotin – das ist Opium für das Volk!“

Sexualität sei wichtig, aber sie stehe „unter der Kontrolle des Herzens“ – und nicht das Herz unter der Kontrolle des Unterleibes. Die Jugendlichen suchten heute im Hinblick auf ihre spätere Ehe und Familie nach Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Reinheit.

Angesprochen auf die Tatsache, daß rund die Hälfte der Schweizer Pfarreien von Laien mit Theologiediplom geleitet werden, erklärte der Kardinal, daß er das Hauptproblem nicht im Priestermangel sehe. Die Kirche leide unter Christenmangel.

Für den Kardinal ist klar, daß die Berufung zum Priestertum mit der Berufung zum Zölibat untrennbar verbunden ist. Schließlich handle der Priester in der Person Christi – dem Haupt und Bräutigam der Kirche.

Auch Christus habe auf vieles verzichtet – nur auf zwei Dinge nicht: auf seine Mutter Maria und seinen Taufpriester Johannes den Täufer.

Das habe auch Konsequenzen für das Frauenbild.

In einer Gesellschaft, wo die Würde und Berufung der Frau als Mutter nur noch zweitrangig sei, gehe auch der Sensus für das Priestertum verloren. Das könne man auch soziologisch nachweisen.

Angesprochen auf die Parole „Zurück an den Herd“ erklärte der Kardinal, daß es ein großes Werk der Barmherzigkeit sei, für andere das Mahl zuzubereiten. Das habe auch Christus getan – „und er war sich dafür nicht zu schade“.

Der Frau geschehe Unrecht, wenn sie nur noch als Person gesehen werde, die in der Ökonomie ihren Platz habe. Ihre Berufung sei weit größer: „Die Würde der Frau als Mutter ist nicht zu überbieten.“

Zur Frauenordination erklärte der Kirchenfürst, daß die Kirche hierfür keine Vollmacht besitze. Es handle sich dabei um eine Aussage mit lehrhaftem Charakter: „Man muß sie einfach zur Kenntnis nehmen.“

Die Lehre von der den Männern vorbehaltenen Weihe könne bei „Theologen“ durchaus Spannungen hervorrufen:

„Nicht die Exegeten sind die wahren Lehrer der Kirche, sondern die Bischöfe.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 23 Lesermeinungen:
Donnerstag, 14. September 2006 12:20
Artois †: @Ansgar
Sie geben zu, bestimmte Dinge nicht beurteilen zu können und nennen mich völlig willkürlich „böswillig“ Kennen Sie eigentlich das hl. Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!“? Ich kann mich nicht erinnern, Ihre Person tangiert zu haben, obwohl ich immerhin zugebe, daß so etwas passieren kann.
Ihr billiges Schlagwort vom „Narrensaum“ dient lediglich, wie auch im sozialen Bereich, dazu, fundierte Kritik zu neutralisieren. Darauf sollten Sie nicht stolz sein.
Mir ist Ebf. Meisner herzlich egal. Er mag sogar hie und da Gutes gewirkt haben. Mir ist davon nichts bekannt. Bekannt ist mir aber, daß er in einem Akt schwerer Sünde die Erlaubnis erteilt hat, an der willkürlichen Tötung von Ungeborenen mitzuwirken.
Das scheint für Sie in den Bereich des „geringeren Übels“ hineinzugehören. Damit Sind aber Sie im Irrtum und nicht ich. Ich sehe davon ab, Sie nun zu beschimpfen, werde statt dessen für den Rest des Tages mein Haupt mit der „Asche der Konzilsdokumente“ bestreuen.
Dienstag, 12. September 2006 19:32
methusalix †: We must have law and order!
Maledica: NächstenliebeRechts= Recht&Ordnung
Wer könnte das nur gesagt haben? Und vor allem, was wurde daraus? Na, eine Ahnung Maledica? Oder vollkommen ahnungslos, wie immer?
Dienstag, 12. September 2006 17:02
Ansgar: @ Artois
Ich gebe zu, daß ich die Vorgänge von vor 20 Jahren in Berlin nicht beurteilen kann. Aber ich lebe in Köln und schätze meinen Erzbischof für seine straffe und mutige Kirchenführung. Wie der Heilige Vater wird auch er von den Linken wie solch verirrten, böswilligen Geistern aus der anderen Ecke wie Ihnen geprügelt. Gutes Zeichen, wenn der Narrensaum sich in Kritik vereint – dann liegt man meistens richtig.
Dienstag, 12. September 2006 16:39
Artois †: @Ansgar
Ein Bischof, der nicht katholisch ist, kann kein „frommer, selbstbewußter und engagierter Hirte sein.“ Er ist überhaupt kein Hirte, sondern ein Wolf im Schafstall. Im Übrigen kann ich das, tschuldigung, besser beurteilen als Sie, denn ich durfte miterleben, wie er hier in Berlin und im ganzen Bistum das Erbe von Bengsch zerstört hat. Ich hoffe nur, daß Meisner und sein gesamter Mitepiskopat bald von Gott oder einem als solchem zu bezeichnenden Papst zur Rechenschaft gezogen wird, und zwar mit blutiger Strenge!
Dienstag, 12. September 2006 16:30
Sozialkatholisch: @ Ansgar & Maledica
Natürlich drehen sich viele Linke schnell um sich selbst durch mehr oder weniger Gottesferne und ich bezog meinen Kommentar auf „Links = Nächstenliebe“ und „Rechts = Gottesliebe“. Dies ist Sicherlich nur ein Bild bzw. Vergleich und jeder Vergleich hinkt irgendwo. Die Aufteilung im engl. Parlament oder vielen anderen Parlamenten kann man wenigstens teilweise zu diesem Thema vergleichend heranziehen. Im Christentum kann man nun mal die 10 Gebote sehr, sehr ernst nehmen und dabei unbarmherzig zu sich selber (nicht so schlimm) und unbarmherzig zu anderen (eigentlich sehr schlimm) werden. Man kann aber auch die Nächstenliebe so übertreiben das man mit übertriebener Nachsicht anfängt die Gebote Gottes mit Füssen zu treten. Jesus Christus selbst stellt die Gottes und Nächstenliebe an die erste Stelle, er gibt auch der Gottesliebe den Vorrang aber sagt dabei sofort auch das die Nächstenliebe genauso wichtig ist.
Dienstag, 12. September 2006 16:09
Ansgar: Maledica hat Recht…
… doch ist die Einteilung von Überzeugungen nach der Etikettierung links-rechts untauglich. Gottes Wahrheit ist nicht in der Sitzordnung des englischen Parlaments zu verorten, denn daher kommen diese Begriffe.
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