Benedikt XVI.
Zurück zum stillen Kanon?
Der Papst erklärte kürzlich, daß die Gläubigen dem langen Meßkanon nur mühsam folgen können. Die Vermehrung der Zahl der Hochgebete sei keine Lösung des Problems.
(kreuz.net, Castel Gandolfo) Papst Benedikt XVI. sprach Ende Juli in Castel Gandolfo zu 120 Priestern aus dem suburbikarischen Bistum Albano.

Bei dieser Gelegenheit äußerte sich der Heilige Vater über die Liturgie und die ‘ars celebrandi’ – die Kunst des Zelebrierens.

Benedikt XVI. betonte, daß die Zelebration der Liturgie ein Dialog mit Gott sei.

Die erste Anforderung für eine gute Feier sei, daß der Priester wahrhaft in diesen Dialog eintrete.

Wenn der Priester das Wort verkünde, müsse er sich im Gespräch mit Gott fühlen. Er sei beides: ein Hörer des Wortes und sein Verkünder.

Die Texte der Heiligen Messe seien keine theatralischen Zeilen: „Sie sind Gebete, Dank derer ich als Priester gemeinsam mit der Gemeinde zu Gott spreche.“

Man müsse auch die Struktur und Gliederung der Liturgie verstehen.

Diese habe sich in zwei Jahrtausenden entwickelt – „und sogar nach den Reformen [des Zweiten Vatikanischen Konzils] ist sie nicht etwas geworden, daß lediglich von einigen Liturgikern ausgeklügelt ist.“

Das grundlegende Element einer gediegenen ‘ars celebrandi’ sei die Übereinstimmung zwischen dem gesprochenen Wort und dem, was wir in unseren Herzen denken.

Es gehe nicht um eine Einladung in eine Art Theater oder Spektakel, sondern um eine Innerlichkeit, die von den Gläubigen erkannt und gefühlt werden könne.

Nur wenn die Gläubigen sähen, daß es nicht um eine äußere, theatralische Kunst für Zuschauer, sondern um den Ausdruck einer Herzensausrichtung gehe, werde die Liturgie schön: „Wir sind keine Entertainer.“

Der Heilige Vater erklärte weiter, daß es für die Gläubigen schwierig sei, einem Text zu folgen, der so lange sei wie das Hochgebet. Das habe zu „neuen »Erfindungen«“ geführt:

„Aber die immer neuen Hochgebete sind keine Antwort auf das Problem.“

Im Augenblick des Hochgebetes sei jeder eingeladen, still im Gebet vor Gott zu stehen.

Man müsse das Hochgebet deutlich sprechen und die vorgeschriebenen Momente der Stille einhalten.

Wenn das Hochgebet mit Innerlichkeit und Redekunst gesprochen werde, könnten die Dinge besser werden, glaubt der Papst.

Das Hochgebet verlange eine besondere Aufmerksamkeit. Der Priester solle es in seinen Predigten und Katechesen in seinen Einzelteilen erklären, damit die Gläubigen den großen Momenten folgen könnten.

Der Papst erinnerte auch an die Taufe im Alten Ritus: „Im klassischen Ritus – geerbt von der Urkirche – beginnt die Taufe mit der Frage: »Was erbittest Du von der Kirche Gottes?«“.

Er sei mit dem italienischen Rituale nicht vertraut genug – entschuldigte sich der Heilige Vater – doch im Deutschen sei die Antwort heute: „Die Taufe.“

Das drücke das Gesuchte aber nicht hinreichend aus.

Im Alten Ritus laute die Antwort: „Den Glauben“. Das bedeute, eine Beziehung mit Gott und Kenntnis von ihm.

Der Ritus fahre fort: „Und warum erbittest Du den Glauben?“ „Weil wir das ewige Leben wollen.“
      
9 Lesermeinungen
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#9   Perpetua   00:40:13 | Freitag, 15. September 2006
HABEMUS – RATZINGER!Fortsetzung von Perpetua – Benedikt XVI.: Warum ich nicht zur Papstmesse gehe …
Nach dem Konzil sagte der Theologieprofessor mit kirchenreformerisch verstandenen Büchern für Aufsehen.“
Wir sehen: die glaubenstreuen Würdenträger der päpstlichen Kurie bemühten sich, die häretische „Reformierung“ des überlieferten katholischen Glaubens zu verhindern; sie wurden aber ausgerechnet von Ratzinger „ausgehebelt“, also neutralisiert, wirkungslos gemacht!
Anschließend führte Ratzinger die modernistisch-häretische „Reform“ in seinen Büchern tatkräftig fort.
In der Neuen Zürcher Zeitung vom 24. April 2005 erinnert die extrem talmudistenfreundliche Publizistin Klara Obermüller daran, daß Ratzinger
„auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil an der Seite von
Kardinal Joseph Frings die verkrusteten Strukturen der Kurie
aufzubrechen versuchte, mit Hans Küng, Johann-Baptist Metz,
Elisabeth Schüssler-Fiorenza und Edward Schillebeeckx
zusammen die Zeitschrift „Concillium“ begründete und jenen Geist
der Erneuerung verbreiten half, den Papst Johannes XXIII. der
katholischen Kirche eingehaucht hatte.“
Ratzinger hat also eigentlich nie etwas bewahrt. Statt dessen hat er sich nach Kräften an der Zerschlagung der glaubenstreuen römischen Kurie beteiligt. Weiter hat er zusammen mit den berüchtigten, vielfachen Häretikern Küng und Schillebeeckx eine einzig und allein dem Abriß des katholischen Glaubens dienende Zeitschrift ins Leben gerufen. Sodann hat er jenen glaubenszersetzenden „Geist der Erneuerung“ verbreitet, den die kirchenfeindliche Freimaurerei und der antichristliche Talmudi…
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#8   Jawohl!   02:58:29 | Dienstag, 12. September 2006
zu Herrn Freinsberg
Sie haben die Dinge auf den Punkt gebracht. Ich darf Ihnen gratulieren und Ihnen meine Wetschätzung zum Ausdruck bringen.
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#7   Freinsberg   14:11:29 | Montag, 11. September 2006
„sogar II“
Der Satz lautet im Original: „La Liturgia è cresciuta in due millenni e anche dopo la riforma non è divenuta qualcosa di elaborato soltanto da alcuni liturgisti.“
212.77.1.245/…letin/news/18737.php?index=18737&la…
Man kann „anche“ u. a. mit „sogar“ übersetzen; doch die Grundbedeutung ist „auch“. Tendenziöse Leser/innen/ und (KreuzNet-)Redakteure werden aus dem „anche“ natürlich Geringschätzung der Liturgiereform herauslesen.
Vom stillen Kanon steht im italienischen Text nichts, wohl aber von verinnerlichtem Vortrag: „È difficile per i fedeli seguire un testo così lungo come quello della nostra Preghiera Eucaristica. Perciò nascono sempre queste nuove «invenzioni». Ma con Preghiere Eucaristiche sempre nuove non si risponde al problema. Il problema è che questo sia un momento che invita anche gli altri al silenzio con Dio e a pregare con Dio. Quindi solo se la Preghiera eucaristica è pronunciata bene, anche con i dovuti momenti di silenzio, se è pronunciata con interiorità ma anche con l’arte di parlare, le cose possono andare meglio. Ne consegue che la recita della Preghiera eucaristica, richiede un momento di attenzione particolare per essere pronunciata in modo tale che coinvolga gli altri.“
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#6   landorganist   12:59:49 | Montag, 11. September 2006
Ich frage
mich auch, wie kreuz-net auf die Idee kommt, der Papst meine mit seinen Ausführen den stillen Kanon. Wer lesen kann, der lese!
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#5   Freinsberg   10:29:29 | Montag, 11. September 2006
„sogar“
Bevor man hier voreilige Schlüsse zieht, sollte man den Originaltext ansehen. Übrigens zelebriert der Papst im geltenden Ritus von 1970/1975. Nur widerwillig?
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#4   Tridentinus   17:36:35 | Freitag, 8. September 2006
Die Kriterien
und Koordinaten einer Reform der ‘Reform’ sind dem Heiligen Vater also wohlbekannt. Bemerkenswert ist das Wort „sogar“ das der Papst im Blick auf die nachvatikanischen ‘Reformen’ einschiebt. Der Bezug auf den alten Taufritus ebenso. Abwarten…
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#3   Gotthard   17:08:08 | Freitag, 8. September 2006
deutscher Wortlaut
„Die Taufe zur Aufnahme in die Gemeinschaft der Kinder Gottes“
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#2   Benedikt   16:59:35 | Freitag, 8. September 2006

Das drücke das Gesuchte aber nicht hinreichend aus.
Dann soll er das doch ändern. Er ist schließlich der Papst.
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#1   wiener   16:02:12 | Freitag, 8. September 2006
wieso „stiller kanon“?
wie kommt der autor darauf, dass der hl. vater hier den „stillen kanon“ präferiert? wo er doch in aller deutlichkeit sagt:
Man müsse das Hochgebet deutlich sprechen und die vorgeschriebenen Momente der Stille einhalten.
Wenn das Hochgebet mit Innerlichkeit und Redekunst gesprochen werde, könnten die Dinge besser werden, glaubt der Papst.
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