Fortschritt an Menschlichkeit? + Gut gemeint + Orgelweihe + Gelungene Ökumene in Marktl + Oben ohne zur Papstmesseelweihe
Fortschritt an Menschlichkeit?
Deutschland. Gestern am späten Nachmittag hielt Papst Benedikt XVI. an
der Universität Regensburg eine theologische Vorlesung. Nach einer kritischen Beleuchtung des modernen
Vernunftbegriffs unterstrich er, daß es nicht nötig sei, hinter die Aufklärung zurückzugehen oder
die „Einsichten der Moderne“ zu verabschieden: „Das Große der modernen Geistesentwicklung wird ungeschmälert
anerkannt. Wir alle sind dankbar für die großen Möglichkeiten, die sie dem Menschen erschlossen hat
und für die Fortschritte an Menschlichkeit, die uns geschenkt wurden.“
Deutschland. Zweifellos gut gemeint hat es die Priesterbruderschaft St. Pius X.
mit ihrem Altöttinger Begrüßungsplakat für Papst Benedikt XVI. Leider hat sich im Text ein – eher
peinlicher – Lateinfehler eingeschlichen: „Tu est Petrus“ sollte richtig „Tu es Petrus“ heißen. „Es ist
nur zu hoffen, daß die Piusbruderschaft in ihre lateinische Messe nicht auch so viele Lateinfehler einbaut“ –
meinte dazu ein Augenzeuge.
Orgelweihe
Deutschland. Papst Benedikt XVI. wird heute um 11.00 Uhr in Regensburg
die neue Benediktorgel mit zwei Manualen und 40 Registern weihen. Die Weihe wird im Bayerischen Fernsehen
übertragen. Die Orgel befindet sich in der päpstlichen Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle
in Regensburg. Die Kirche zählt zu den historisch und kunstgeschichtlich bedeutsamsten Gotteshäusern
in Bayern. Der herrliche Orgelprospekt stammt aus dem Jahre 1791. Er ist im gesamten süddeutschen Raum
einzigartig und hat absolut europäische Bedeutung.
Gelungene Ökumene in Marktl
Deutschland. Die protestantische
Pfarrerin von Marktl am Inn – dem Geburtsort von Papst Benedikt XVI. – betrachtet den massenhaften Devotionalienverkauf,
der dort praktiziert wird, kritisch. Das berichtete die evangelische Nachrichtenagentur ‘idea’. Auch manche
Katholiken fragten sich, ob es legitim sei, mit dem Glauben ein derartiges Geschäft zu machen. Neben
manchen Schwierigkeiten gäbe es in Marktl aber auch „gelingende ökumenische Initiativen“. So hätten
die protestantischen Gottesdienste lange Zeit in der katholischen Pfarrkirche St. Oswald stattgefunden,
die seit der Taufe des jetzigen Papstes aber stark umgestaltet wurde.
Oben ohne zur Papstmesse
Deutschland.
Verheiratete Frauen tragen bei Begegnungen mit dem Heiligen Vater gewöhnlich einen schwarzen Schleier.
Nur Königinnen treten dem Papst mit weißen Kopfbedeckungen unter die Augen. Protokollgemäß erschienen
die Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und ihre Begleiterinnen bei der gestrigen Freiluftmesse
mit schwarzer Spitze auf dem Kopf. Dagegen empfing die Gattin des bayerischen Ministerpräsidenten, Frau
Karin Stoiber, – wohl etwas ahnungslos – die Heilige Kommunion aus der Hand des Papstes barhäuptig.
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26 Lesermeinungen
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Morgen Monti, morgen Gotthard Das habe ich schon erkannt und meine Antwort sollte auch nicht ganz so ernst
genommen werden. Ich denke mal ein großes Problem des Glaubens in der kath. Kirche ist das vieles nicht
mehr ernst genommen wird. Ich bin jetzt auch nicht der totale Verfechter der paulinischen Theologie, aber
sie ist nun mal ein Pfeiler den Gott uns im NT offenbart hat und der von der Kirche niemals geleugnet
wurde. In unserer vom rasenden Fortschritt geprägten Zeit kann die paulinische Theologie aber ein kleiner
Rettungsanker, unter mehreren natürlich, sein. Ich will auch alles moderne, humanistische etc. nicht
in Frage stellen und vieles davon lässt sich auch mit dem Glauben in Einklang bringen aber man sollte
seine Prioritäten hier nicht auf die moderne (ca. 40-50 Jahre), sondern verstärkt auf die Tradition
(ca. 2000) Jahre setzen. Eine Verwässerung bzw. teilweise gänzlicher Schwund des Glaubens in der Bevölkerung
kann ja keiner mehr leugnen und m.M nach ist ein Hauptgrund hierfür das viele Glaubensgrundlagen nicht
mehr allzu ernst genommen werden. Deshalb sage ich schade dass der hl. Paulus nicht mehr ganz so ernst
genommen wird und schade das der hl. Geist nicht mehr ganz so ernst genommen wird, der uns die alten christlich/katholischen
Theologien auch für die moderne auslegen könnte.
@sozialkatholisch @ Gotthard :Da hab ich ja doch noch Hoffnung für sie, manchmal war sie bei ihnen echt
schon rar geworden Ich glaube, Gotthard hat das ein wenig ironisch gemeint. Und da muss ich ihm ausnahmsweise
einmal recht geben. Gut, dass die meisten Menschen Paulus nicht mehr ganz so ernst nehmen…
Josefus Natürlich müsste es auch im Französischen heißen: Tu es Petrus. Nein lieber Josefus: im Französischen
würde man schreiben: tu es (la)pierre. Da die Assoziation zwischen la pierre (Stein oder Felsen) und
Pierre (Peter) näher ist als Petrus (Fels) und Peter (Meier o.ä.). Meine Wortmeldung war aber nicht
bös’ gemeint. Die Pointe lag eher auf dem „was“. Nichts für Ungut :(3
@ sepiw Wir sollen alle Kinder Gottes sein bzw. werden und uns Gott zuwenden und nicht verstecken. Für
mich war das Hut, Mütze abnehmen immer ein Zeichen der Ehrfurcht gegenüber Gott. Aber ihre Aussage hat
auch was, die Kopfbedeckung der Frau soll sie natürlich nicht zur Gottesferne degradieren. @ Gotthard
Es geht hier doch nur um Formen im Gottesdienst, obwohl der Schleier der Ordensschwestern hier wahrscheinlich
auch seinen Ursprung hat. Zwänge wären hier für Keine Ordensfrauen bestimmt unangebracht
#20 Gotthard 20:22:49 | Mittwoch, 13. September 2006
@Dorothea aber gerade für die Messe – und nicht nur für die Papstaudienz – sollte die Frau ihr Haupt
verhüllen. gegen das Kopftuch einer Muslima im Schuldienst bist Du aber vehement!…oder?
@ monti Moment 1. habe ich schon gesagt das das bei Frauen ruhig ein bisschen lockerer gesehen werden
kann. 2. Halte ich es für richtig wenn Männer ihr Haupt im Gottesdienst entblößen. 3. Wenn Frauen
ihr Haupt im Gottesdienst wie auch immer bedecken ist das für mich sehr ehrenhaft. 4. Hat der hl. Paulus
schon was dabei gedacht was er da geschrieben hat und das muss heutzutage nicht unbedingt ungültig sein.
#16 Nanny Ogg 15:01:04 | Mittwoch, 13. September 2006
eine Erbse, noch ne Erbse Frau Merkel war, wenn ich mich richtig an die Bilder erinnere, die ich gesehen
habe, ohne Schleier bei der Papstaudienz im Vatikan. und Frau Merkel wird auch in jedem islamischen Land
ohne Schleier bzw. Kopftuch zu sehen sein, wenn sie mit deren Staatsoberhäuptern zusammen trifft.
@sozialkatholisch Dem hl. Paulus jedenfalls war dieses Problem so wichtig das er es im Korinther Brief
ausführlich ausgeführt hat, und den Kirchenvätern war der Brief so wichtig das sie ihn in den Kanon
aufgenommen haben. Vieleicht sollten sie versuchen sich auch eine Meinung zu diesem Thema zu bilden. Wenn
die Anweisungen des alten Paulus Ihnen soviel bedeuten, laufen Sie wahrscheinlich auch in römischen wallenden
Gewändern herum. Leute, Leute: Paulus lebte zu einer Zeit, als man noch dachte, die Erde sei eine Scheibe
(ok ok, das denken in diesem Forum wahrscheinlich auch heute noch viele) und ist seit fast 2000 Jahren
tot. Aber auf Paulus berufen sich ja auch die Verfechter des Gottegnadentums und noch soviele andere dummheiten
#12 Karl Murx 10:20:29 | Mittwoch, 13. September 2006
Herstellerfehler? Das Teil ist mit Sicherheit am PC entworfen worden. Mehrere Formate stehen da zur Verfügung:
WORD, POWER POINT etc. Plakate werden also daheim entworfen und per E-mail an die Firma geschickt. Die
Druckerei interessiert nur die Größe und die Stückzahl. Sicherlich passiert so etwas schnell am PC,
aber das „t“ am Ende von „est“ hätte sich leicht übersprühen, oder überkleben lassen.
#11 Sulpicius 09:54:44 | Mittwoch, 13. September 2006
Möglicherweise… … ist der Grammatikfehler auf dem Plakat ein Versehen der Herstellerfirma. Trotzdem
hätte man natürlich den Fehler vor dem Aufhängen es Transparentes irgendwie beseitigen müssen.
#9 Celebration 09:19:19 | Mittwoch, 13. September 2006
Meine Güte Hoffentlich haben Madame Stoiber und die Ex-Skandal-Prinzessin Gloria ihre Klunkerchen zu
Hause gelassen und das getan, was Petrus, der erste Papst in seinem 1. Brief, Kapitel 3, geschrieben hat.
!:)
@ alle ich halte aber fest und möchte es nochmals betonen, dass die genannte eucharistiefeier ja wohl
keine papstaudienz war und ich es daher für recht fragwüdig und unnötig halte, dieses thema hier weiter
breitzutreten.
@ Monti Dem hl. Paulus jedenfalls war dieses Problem so wichtig das er es im Korinther Brief ausführlich
ausgeführt hat, und den Kirchenvätern war der Brief so wichtig das sie ihn in den Kanon aufgenommen
haben. Vieleicht sollten sie versuchen sich auch eine Meinung zu diesem Thema zu bilden.
Oben Ohne Es ist vielleicht ganz gut wenn bei den Frauen das ganze etwas lockerer gesehen wird, aber eigentlich
ist die Barhäuptigkeit der Frau genauso schlimm als wenn der Mann in der hl. Messe seinen Hut oder Mütze
aufbehalten würde.
audienz? Verheiratete Frauen tragen während der Audienzen beim Heiligen Vater gewöhnlich einen schwarzen
Schleier. meines wissens hat es sich bei der veranstaltung um eine eucharistiefeier und nicht um eine
papstaudienz gehalten. hier hält nicht der stellvertreter audienzen, sondern die kommunikanten empfangen
in der eucharistie den, dessen vikar der papst nur ist. daher gelten hier wohl auch andere maßstäbe
als im vatikanischen hofzeremoniell. oder wird eine hl. messe, die der papst feiert, automatisch zur audienz
degradiert?
#2 Karl Murx 08:27:58 | Mittwoch, 13. September 2006
Tu es Petrus? Ja, gut gemeint, so wie vieles andere auch. Auf Seite 69 des „Offenen Briefes an die ratlosen
Katholiken“, einem Buch, welches in allen Prioraten der Bruderschaft ausliegt, steht geschrieben: „Eine
heute gängige Form (der Firmung) lautet: Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes, und empfange
den Hl.Geist“. Ganz ehrlich, ich habe noch nie eine solche Form in der Konzilskirche entdecken können.
Und ich kenne die landessprachlichen Formen. Das ist wieder einmal ein Paradestück an Zitierkunst der
FSSPX.