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Mittwoch, 13. September 2006 11:19
Die Alte Messe wird „sicherlich im November“ freigegeben
Ein in Frankreich von ausgeschlossenen Mitgliedern der Piusbruderschaft gegründetes Institut sieht drei Aufgaben: die Alte Messe, die Kritik am Konzil und die Gründung von Personalpfarreien.
"Ich war bestürzt über das Verbot des alten Missale, denn etwas Derartiges hat es in der ganzen Liturgiegeschichte nie gegeben… Man brach das alte Gebäude ab und baute ein anderes." Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben
„Ich war bestürzt über das Verbot des alten Missale, denn etwas Derartiges hat es in der ganzen Liturgiegeschichte nie gegeben… Man brach das alte Gebäude ab und baute ein anderes.“

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben
(kreuz.net, Bordeaux) Pater Philippe Laguérie, der Obere des neugegründeten Instituts ‘Guter Hirte’, predigte am letzten Sonntag, daß der römische Wind in die richtige Richtung blase.

Das berichtete die konservative Pariser Tageszeitung ‘Le Figaro’.

Die am Fest Maria Geburt errichtete Ecclesia-Dei Gemeinschaft „Guter Hirte“ hat ihren Sitz in Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Sie ist vorläufig – „ad experimentum“ – als Institut Päpstlichen Rechts auf fünf Jahre gegründet.

Die Predigt wurde in der Messe des Instituts am letzten Sonntag in Bordeaux gehalten. Dem Gottesdienst wohnten rund 200 Gläubige bei.

Ein Mitglied des traditionellen französischen Forums ‘Le Forum Catholique’ veröffentlichte den Wortlaut der Sonntagspredigt.

Der Superior glaubt zu wissen, daß „Rom dabei ist, ein Dokument zu veröffentlichen, um den klassischen Ritus an seinen Platz zurückzubringen: seine Verwendung zu erlauben.“

Das Schreiben soll die Rechte der Alte Messe angeblich in ihrer ganzen Würde wiederherstellen.

Pater Laguérie nannte auch einen Zeitpunkt für die Freigabe des alten Römischen Ritus: Das ersehnte Dokument werde „sicherlich im November“ promulgiert.

Zugunsten der Glaubwürdigkeit des Gerüchtes brachte der lefebvristische Weblog ‘Rorate Caeli’ vor, daß die Priester des neuerrichteten Instituts gerade von Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl zurückgekehrt sind.

Der Obere erklärte ferner in seiner Predigt, daß Rom für die Neugründung keine Kompromisse gefordert habe – weder in der Liturgie noch in der Lehre.

Man werde weiterhin Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil üben und – unter der Führung des Papstes – beitragen, die Authentizität der katholischen Lehre wiederherzustellen.

Man müsse mit den Doppeldeutigkeiten aufräumen und dem Konzil eine klare Interpretation geben.

Der Superior nannte als Beispiel zwei theologische Probleme in den Konzilstexten: das Dokument über die Religionsfreiheit, das sich im Widerspruch zu den Enzykliken des 19. Jahrhunderts befinde und das berühmte „subsistit in“.

Das klassische Lehramt hat immer erklärt, daß die von Christus gegründete Kirche in der römisch-katholischen verwirklicht ist. Dagegen heißt es in ‘Lumen Gentium’, der Kirchenkonstitution des Zweiten Vatikanums, daß die Kirche Christi in der römisch-katholischen subsistiere.

Der Ausdruck, der in diesem Zusammenhang als Neuerung verwendet wurde, hat für viel Verwirrung gesorgt.

Pater Laguérie erklärte in seiner Predigt, daß es verschiedene Deutungen des „subsistit in“ gebe. Manche erklärten, daß das Verb „subsistieren“ das Verb „sein“ sogar noch verschärfe.

Doch der Superior wandte dagegen ein, daß er andere Menschen mit ihrem Namen begrüße. Er würde für verrückt erklärt, wenn er jemanden auf der Straße anspreche als „den, der in Dir subsistiert“.

„Kurz: Man muß diesen Texten einen wahrhaften und eindeutig katholischen Sinn zurückgeben.“ Das sei eine der Aufgaben des neu errichteten Instituts.

Eine andere sei die Gründung von Personalpfarreien, in denen alle Sakramente gemäß der überlieferten Liturgie gespendet würden.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. reagierte am Fest Maria Geburt in einer Pressemitteilung auf die Neugründung. Die Errichtung des Instituts sei keine Überraschung – heißt es dort.

Die Priester hätten bereits seit längerem bei der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ eine kanonische Regulierung angestrebt. Die Kommission habe ihrerseits schon früher ähnliche Gründungen vorgenommen.

Das französische Institut ‘Guter Hirte’ gleiche dem im Jahr 2003 mit nur einem Priester und vier Seminaristen errichteten Berliner Institut St. Philipp Neri.

Letzteres befinde sich gegenwärtig in einer sehr prekären Lage.

Die Zukunft werde zeigen, was das neue Institut von den alten Ecclesia-Dei Gemeinschaften unterscheide.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 52 Lesermeinungen:
Mittwoch, 4. Oktober 2006 17:25
Benedikt: @ carigiet
4. ist nur in der Alten Messe der Choral würdig zu singen

Dieser und andere Punkte sind mit Verlaub so ein typisches Pseudoargument der Traditionalisten. Das kann man leider nu schwer ernstnehmen.
Mittwoch, 4. Oktober 2006 16:19
Aldo Carigiet: die Alte Messe wird auch die Neue Messe sein
1. wurde die Alte Messe nie verboten
2. ist sie sicher kraftvoller als der Neue Ordo
3. ist sie ein MYSTERIUM
4. ist nur in der Alten Messe der Choral würdig zu singen
5. wird sie ewig sein
6. wird sie nie untergehen
7. wird sie hoffentlich möglichst bald wieder gefördert &
verbreitet
8. beten wir für den Heiligen Vater, dass er bei seiner
früheren Auffassung bleibt und sie bekräftigt
9. erwarten wir mit GOTTVERTRAUEN, dass in jeder
Pfarrei die trid. Messe gelesen werden muss/kann und
darf.
Samstag, 23. September 2006 00:22
Breze: @ Gotthard @ Sulpicius
Die Wortschöpfung „neu-katholisch“ ist amüsant, und ich fühle mich dadurvh nicht beleidigt. Nicht alles was neu ist, ist schlecht, nicht alles was alt ist, ist gut…
Samstag, 23. September 2006 00:18
Gotthard: .@sulpicius
lebendige neu-katholische Gemeinden
völliger Unfug…
Samstag, 23. September 2006 00:03
Sulpicius: @Gotthard
lebendige katholische Gemeinden,

besser: lebendige neu-katholische Gemeinden
Freitag, 22. September 2006 17:59
Gotthard: Eingeständnis
die Pius-Leute versuchen mal wieder was – diesmal in Dresden. Dabei müssen sie das geringe Interesse der Katholiken an ihnen eingestehen:
„Damit beginnt unter noch bescheidenen Umständen der zweite Anlaufeines Neuaufbaus des Katholizismus im protestantischen Stammgebiet. So wie anno 1697 August der Starke den Anfang setzte, ist auch heute der Chef des Sächsischen Königshauses Wettin, S.K.H. Markgraf Maria Emanuel von Meißen, der wichtigste Repräsentant des Neuaufbaus.“

Im gegensatz zu 1697 gibt es heute in Dresden und ganz Sachsen lebendige katholische Gemeinden, die auf einen Wettiner nicht unbedingt warten – und auf Pius bestimmt nicht.
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