Buchbesprechung
Ein reizbarer, schmähsüchtiger und aggressiver Giftzwerg
Der Fall Galilei wurde landläufig dafür benützt, um die Kirche als obskurantistisch und die Naturwissenschaft als armes Opfer hinzustellen. Doch die Zeit dieses Ammenmärchens ist abgelaufen.
(kreuz.net) Seit vier Jahrhunderten instrumentalisieren kirchenfeindliche Kreise den Fall des Astronomen Galileo Galilei († 1642), um eine angeblichen Erbfeindschaft zwischen Kirche und Naturwissenschaft zu beweisen.

Für diesen Jahrhundertbetrug gilt das Wort von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in ihrem gemeinsam verfaßten Werk ‘Xenien’:

„Liegt der Irrtum nur erst, wie ein Grundstein, unten im Boden, immer baut man darauf, nimmermehr kommt er an Tag.“

Jetzt wurde dieses morsche Fundament vom Präsident der Historischen Kommission des Vatikans, Mons. Walter Brandmüller ausgegraben.

Mons. Brandmüller ist der profundeste Kenner der historischen Auseinandersetzung um Galileo Galilei.

Galilei Galileo: Genie und Eitelkeit minus Bescheidenheit
Galileo Galilei - Portrait von Justus Sustermans, 1636 Galilei wurde am 15. Februar 1564 in Pisa geboren. Sein Vater war Komponist und Musiktheoretiker.Standbild von Galilei in Florenz Galilei wurde von Mönchen in Vallombroso unterrichtet. 1581 schrieb er sich an der Universität von Pisa ein, um Medizin zu studieren. Bald darauf wandte er sich der Philosophie und Mathematik zu und erhielt 1589 einen Lehrstuhl für Mathematik in Pisa.Deckblatt von Galileis Dialog (1630): Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus diskutieren über die zwei wichtigsten Weltsysteme. In diesem Buch erklärte Galilei unter anderem sein Relativitätsprinzip und seinen Vorschlag zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit. Als vermeintlich stärkstes Argument für das Kopernikanische System diente ihm seine - irrige - Theorie der Gezeiten.

Seit seiner Emeritierung als Professor für Kirchengeschichte an der Universität Augsburg lebt der Historiker als Kanoniker von St. Peter im Vatikan.

Anfang September erschien sein jüngstes Buch ‘Der Fall Galilei und andere Irrtümer. Macht, Glaube und Wissenschaft’. Es enstand im Gespräch mit dem Berliner Fernsehproduzenten Ingo Langner.

Die deutsche Zeitung ‘Tagespost’ erklärt in einer Buchrezension, daß die Neuerscheinung eigentlich nichts Neues sagt.

Doch angesichts einer vor allem in antikirchlichen Kreisen verbreiteten Erkenntnisverweigerung zum Fall Galilei ist es wichtig, das Alte noch einmal zu wiederholen.

Bereits im Jahr 1994 veröffentlichte Mons. Brandmüller sein erstes Werk zum Thema. Es steht unter dem Titel ‘Galilei und die Kirche. Ein Fall und seine Lösung’.

Sein jüngstes Buch „Der Fall Galilei und andere Irrtümer“ rollt die Geschehnisse in sechs Kapitel erneut auf.

Das Buch beginnen mit der Person und dem Charakter Galileis – einem „reizbaren, schmähsüchtigen und aggressiven Giftzwerg“: „Genie und Eitelkeit minus Bescheidenheit“.

Auch das Verhältnis von Kirche und Naturwissenschaft kommt ausführlich zur Sprache.

Mons. Brandmüller erklärt, daß das Christentum die Vernunft stets ernst genommen hat: „Durch den biblischen Schöpfungsglauben ist die Welt entgöttert und vernünftig geworden.“

So habe die Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. († 1585) auf der Basis kopernikanischer Berechnungen beruht.

Die Kirche habe die Frage des sogenannten Weltbildes auch nie als Glaubensinhalt betrachtet.

Doch Galilei habe für seine Behauptungen zum Weltbild des Nikolaus Kopernikus († 1543) keinen wissenschaftlichen Beweis vorbringen können.

Dennoch habe er von der Kirche gefordert, sie müsse ihre Interpretation der Heiligen Schrift ändern: „Gott begründet den Erdkreis unbeweglich.“

Mons. Brandmüller unterstreicht, daß die Kirche ein legitimes wissenschaftliches Recht besaß, unerschütterliche Beweise für Galileis Theorie zu fordern. Es ging in der Frage ja um das Wort Gottes.

Zu Recht hätten Galileis Zeitgenossen gemerkt, daß Galilei die Methodenkorrektheit verletzte. Der Empiriker Galilei sei darum zu einer Gefahr für das deduktive Erkenntnissystem geworden.

Der Verantwortliche der Heiligen Inquisition – der Heilige Robert Kardinal Bellarmin († 1621) – erklärte 1615 im Streit mit Galilei ohne Umschweife, daß man bei der Bibelauslegung vorsichtig sein müßte, wenn ein Beweis für das heliozentrische System in der Tat vorliegen würde.

Dann wäre man eher bereit zuzugeben, die Bibel nicht zu verstehen, als eine Meinung für falsch zu erklären, die als wahr erwiesen worden sei – so der damalige Glaubenshüter.

Das Buch ‘Der Fall Galilei und andere Irrtümer’ zeigt auch, daß der Fall Galilei vom Kirchenhaß der sogenannten Aufklärung mißbraucht wurde.

Man habe dazu ein Gemisch von „Legende und Halbwahrheit“ fabriziert.

Die Auseinandersetzung zwischen Kirche und Galilei war folglich kein Konflikt zwischen der angeblich „empirischen Faktenwissenschaft“ und einem „theologischen, aber mächtigen Ammenmärchen“.

Vielmehr handelte es sich um die Auseinandersetzung zwischen einer Hypothese, die Galilei nicht beweisen konnte, und einem für die Zeit hinreichenden Erklärungsmodell.
      
25 Lesermeinungen
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#25   Benedikt   15:36:12 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
@ FritzG
Was bitte hat ihre (an sich richtige) Aussage jetzt mit meiner zu schaffen? Falls das ein Relativierungsversuch war, so ist er nicht sonderlich gut.
Wenn Sie das selber nicht wissen, was sollte dann Ihre Replik auf meinen ersten Beitrag hier?
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#24   FritzG   15:28:29 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
@ Montfalcone:
Danke, dass sie mich an diesen Artikel erinnert haben!
@ Benedikt:
Was bitte hat ihre (an sich richtige) Aussage jetzt mit meiner zu schaffen? Falls das ein Relativierungsversuch war, so ist er nicht sonderlich gut.
@ kreuz.net:
Selbst wenn Galileo ein reizbarer, schmähsüchtiger und aggressiver Giftzwerg war, stellt das noch lange keinen Grund dar, aufgrund dieser Eigenschaften über ihn zu urteilen. (Und schon gar nicht, wenn man jene Attribute selbst zur Genüge an sich haften hat.)
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#23   Montfalcone   15:18:09 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
Faktisch richtig…
… aber nichts Neues. Der Artikel geht überhaupt nicht auf die wesentliche Rolle von Papst Urban VIII ein, ohne die der Prozeß nicht verständlich ist, und der triumphalistisch-scientistischen Sicht auf den Galileo-Prozeß hat die seriöse Wissenschaft spätestens seit den 1920er Jahren schon abgeschworen. Ein alter Hut also, und nicht mal gut aufbereitet. (Galileos generellen Verdiensten ist das alles natürlich nicht abträglich.)
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#22   Benedikt   13:11:11 | Dienstag, 10. Oktober 2006
@ FritzG
Was wollen Sie denn? Wollen Sie etwa abstreiten, dass Naturwissenschaftler und auch Künstler in ihrer Zeit oftmals verlacht wurden?
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#21   landorganist   12:42:45 | Dienstag, 10. Oktober 2006
@Abu…
den guten Professor meinte ich doch garnicht. :'(
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#20   Abu   10:07:37 | Dienstag, 10. Oktober 2006
@ Landorganist: Mit Verlaub …
wie sich der Pöbel anschickt, am Ruhm eines Galilei zu kratzen
… Prof. Brandmüller ist kein Angehöriger des Pöbels. Aber im Gegensatz zum ignoranten Rest der akademischen Welt weiß er seit Jahrzehnten aus den historischen Quellen, wie der „Fall Galilei“ ablief und einzuschätzen ist. Und mittlerweile ist er gottseidank nicht mehr der einzige. Dabei geht es nicht um die Diskreditierung jener wissenschaftlichen Errungenschaften, die wir Galilei verdanken, sondern um einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen seiner Persönlichkeit und seinen Schwierigkeiten. Sie sollten sich besser informieren.
@ sirilo
Als erster geschimpft hat der Verfasser des Artikels: „reizbarer, schmähsüchtiger und aggressiver Giftzwerg“.
Das ist kein Geschimpfe, das ist eine treffende Zuspitzung des Charakters von Galilei, wie er aus den Quellen mühelos zu erheben ist.
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#19   Hypatia   09:26:33 | Dienstag, 10. Oktober 2006
Scheiterhaufen?
Physikalische und kosmologische Beobachtungen lassen es als gesichertes Wissen gelten, daß die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist. Psychologisch betrachtet ist sicher eines jeden Nasenspitze die Mitte des Universum, so wie ich mir sicher bin, daß es Schwarze Löcher gibt, meine Handtasche ist so eins, daraus taucht auch nichts mehr auf und für diese Erkenntnis bedarf es nicht einmal der Mathematik. Was sagt man dazu? :-)
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#18   laikos   09:13:36 | Dienstag, 10. Oktober 2006
Emanzipation
Der Heilige Paulus war jemand der unseren Jesus verfolgt hat und ihm nichts gutes wollte was eine extrem schwere Sünde, weiterhin hat er weil er so ein schwerer Sünder war sicherlich viele wetere Schwere Sünden begangen (Vielleicht war er auch ein Frauenfeind). Er hat aber wieder zum Guten gefunden und sich sogar für seinen Herrn Kreuzigen lassen. So extrem hat er Gott geliebt. Hat Galileo das auch getan? Antichristliche Menschen suchen sich immer ein paar kleine Dinge aus dem katholischen Heraus um sie zu verzerren und mit Halbwahrheiten zu vermischen, damit man wieder etwas neues zum Haßpredigen kreiert. Leider machen Emanzen/er dies auch so :-! :-!
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#17   Sirilo   09:00:12 | Dienstag, 10. Oktober 2006
@verecundus
Als erster geschimpft hat der Verfasser des Artikels: „reizbarer, schmähsüchtiger und aggressiver Giftzwerg“.
Wie wäre es mit einem Artikel über den Apostel Paulus unter der Überschrift „ein fanatischer, frauenfeindlicher Epileptiker“?
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#16   verecundus   08:56:11 | Dienstag, 10. Oktober 2006
galilei
Eigentlich ist es ja immer dasselbe: sobald irgendeine Kreatur von gewissen Literaten, Berufsschreibern und tendeziösen Meinungsmachern hymnisch gelobt und in den Himmel gehoben wird, ahnt doch jeder halbwegs klardenkende Mensch, daß da etwas im argen liegen muß. Und so auch G. Galilei.
Und wieder einmal werden alle „Vorurteile“ bzw. Vorahnungen über Leute bestimmter Couleur und ihre Säulenheiligen bestätigt – das einzige Scheinargument, das ihresgleichen dann entgegenhalten kann – man sehe sich dazu den bezeichnenden Charakter der vorausgegangenen Lesermeinung an – sind Flegeleien. Wenn einem Argumente ausgehen, kann man wenigstens noch emotional werden und schimpfen. Ist ja auch etwas…
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#15   landorganist   08:19:43 | Dienstag, 10. Oktober 2006
Schon komisch,
wie sich der Pöbel anschickt, am Ruhm eines Galilei zu kratzen…
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#14   methusalix †   23:35:58 | Montag, 9. Oktober 2006
fünf Zeichen als Titel
Adrian Leverkuehn: das „Bibelleseverbot“…
…wie steht es denn damit?
Leider kann ich das nicht, Adrian, aber es war Katholiken strikt verboten, eine Lutherbibel zu lesen, oder gar eine zu besitzen.
Dr. Christoph Heger:
Insofern hat der Kardinal Bellarmino, dessen Kompromißformel Galilei arrogant zurückgewiesen hat, nachträglich Recht bekommen.
Und noch ein saftiger Tritt auf Galilei hinterher! Das tut ja sooooo gut!
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#13   Gunsenum   23:05:51 | Montag, 9. Oktober 2006
Ich weiß einfach nicht, was soll es bedeuten!
Quid hoc sibi velit, ignoro,
Ut sim sic tristis ego;
Fabula ex antiquo temporo
Non vult mihi ex animo.
Aper aer, deficit lumen,
Rhenus fluit tranquille,
Et fulgit montis acumen
In sole vesperae.
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#12   Dr. Christoph Heger   22:51:43 | Montag, 9. Oktober 2006
„Sonne dreht sich um die Erde“
Ich kann mich vage dran erinnern, daß Dr. Heger mal meinte man könne auch beweisen daß die Sonne sich um die Erde dreht, das sei nur einfach schwerer zu berechnen…
Das ist aber in der Tat eine sehr vage Erinnerung!
Tatsächlich habe ich – jetzt etwas ausführlicher formuliert – gesagt: Einsteins allgemeine Relativitätstheorie hat den Streit um geozentrisches, heliozentrisches oder sonstwie-zentrisches Weltbild zum Streit um Kaisers Bart gemacht. Physikalisch gesehen kann jeder seine eigene Nasenspitze für das Zentrum des Weltalls halten. Es wird nur alles recht kompliziert, auch nur die Planetenbahnen unter dieser Voraussetzung zu berechnen.
Dagegen ist es mathematisch recht einfach, die Bewegung eines Planeten zu berechnen, wenn man mit Kepler die Sonne in einem der Brennpunkte einer elliptischen Planetenbahn liegen läßt (was man auch bestätigen kann, wenn man diese Bewegung als ein Zwei-Körper-Problem der Bewegung von Erde und Planet um den gemeinsamen Schwerpunkt berechnet).
Insofern hat der Kardinal Bellarmino, dessen Kompromißformel Galilei arrogant zurückgewiesen hat, nachträglich Recht bekommen.
MfG
Christoph Heger
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#11   Adrian Leverkuehn   22:16:10 | Montag, 9. Oktober 2006
das „Bibelleseverbot“…
…wie steht es denn damit?
Kann mir jemand seriös nähere Auskunft dazu geben?
War es wirklich vor Luther für Katholiken verboten in der Bibel zu lesen?
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#10   Pater Lingen   21:34:34 | Montag, 9. Oktober 2006
Ammenmärchen sterben nie
Mit Märchengläubigen habe ich permanent zu tun. Ob es nun um die „Päpstin Johanna“, den „Arier Jesus“, das „Bibelleseverbot“, meine „nicht vorhandene gültige Priesterweihe“, „Ufos in der Antarktis“ oder sonst was geht:
Märchen halten sich, weil es Leute gibt, die diese Märchen glauben wollen! Dabei liegt „ignorantia affectata“ zugrunde, es hapert also nicht an Argumenten, sondern schlichtweg an der Bereitschaft, die Wahrheit zu akzeptieren.
Aber konkret zu Galilei: In meinen Geschichtsbüchern (zugegebenermaßen „vorkonziliar“) kommt Galiliei nicht besonders gut weg, und erst recht wird mit Kritik an denen, die mit Galilei gegen die katholische Kirche wettern, nicht gespart.
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#9   Adrian Leverkuehn   21:31:36 | Montag, 9. Oktober 2006
@ timpressum
Ich kann mich vage dran erinnern, daß Dr. Heger mal meinte man könne auch beweisen daß die Sonne sich um die Erde dreht, das sei nur einfach schwerer zu berechnen…
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#8   timpressum †   21:18:25 | Montag, 9. Oktober 2006
Sind hier eigentlich noch Menschen…
…die sich zum Ptolemäischen Weltbild bekennen?
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#7   Robert Ketelhohn   20:11:27 | Montag, 9. Oktober 2006
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#6   Abu   19:51:19 | Montag, 9. Oktober 2006
Sirilio, natürlich nicht!
Lesen Sie mal das Buch. Dann wissen Sie auch, daß der Kerker ein Hausarrest in der eigenen Villa war.
Und was die Persönlichkeit betrifft: Das läßt sich alles in den Quellen belegen und schmälert den Wissenschaftler nicht.
Lesen, mein Lieber, lesen, das bildet!
!:)
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#5   Sirilo   19:37:09 | Montag, 9. Oktober 2006
Darf man…
…aus dem Artikel den Schluss ziehen, daß die Kirche das Recht hat, einen Menschen zu lebenslangem Kerker zu verurteilen, wenn er eine Theorie veröffentlicht, die er noch nicht durch Beweise stützen kann?
(Im übrigen ist es lächerlich, wenn Kreuz.net versucht, die Verdienste des Genies Galilei zu mindern, indem man ihn als „reizbaren, schmähsüchtigen und aggressiven Giftzwerg“ abqualifiziert.)
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#4   wunderkind2 †   19:27:37 | Montag, 9. Oktober 2006
letztendlich wird die einzige wahrheit, die der heiligen mutter kirche siegen.
denn die wahrheit steht von alleine.
mein schwanz ist die wahrheit
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#3   obelix †   19:19:40 | Montag, 9. Oktober 2006
Es lebe Benedikts Relativismus!
Bendikt: Die Anzweiflung naturwissenschaftlicher Forschung ist somit nichts, was die Kirche besonders auszeichnet, sondern was den Mensch an sich besonders auszeichnet.
Es machte allerdings bis vor ein paar Donnerstagen einen gewaltigen Unterschied aus, ob eine Institution für gewaltsame Richtigstellung, wie die „heilige“ Inqusition, oder einfach ein missgelaunter Kollege die neuen Gedanken eines Naturwissenschaftlers anzweifelte.
In letzterem Fall gabs schlimmstenfalls Hohn und Spott, in ersterem die Folterkammern des „heiligen“ Offiziums und schlimmstenfalls den Scheiterhaufen.
Aber Sie haben ja recht, Benedikt, das ist alles relativ.
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#2   FritzG   18:54:57 | Montag, 9. Oktober 2006
A Pope
Solche Ablehung erfahren die meisten Naturwissenschaftler allerdings nicht nur von der Kirche, sondern auch in ihren eigenen Fachkreisen.
Das ist ja nicht zu fassen, wie sie relativieren, ja gar revisionieren können! Fast so gut wie kreuz.net, deren vorliegender Artikel kein Papier wert wäre, um ihn darauf zu drucken.
:-!
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#1   Benedikt   16:03:55 | Montag, 9. Oktober 2006
Naturwissenschaft und Kirche
Die Konflikte zwischen Naturwissenschaften und Kirche sind nicht im mindesten so bedeutsam oder gar einzigartig, wie sie bisweilen dargestellt werden.
Man muss zunächst beachten, dass eine keine Dogmen gibt, die irgendeine Naturwissenschaft betreffen. Dogmatik ist in erster Linie Offenbarungslehre. Naturwissenschaftliche Gesetze berührt sie daher für gewöhnlich nicht. Vom Standpunkt der Dogmatik also hat es nie einen Widerspruch zur Naturwissenschaft gegeben, denn es gibt eben kein Dogma „Die Sonne dreht sich um die Erde“ oä.
Dennoch hat es zwischen der Kirche und den Naturwissenschaften Konflikte gegeben. Diese aber beruhten meist auf der Ablehnung einer neuen naturwissenschaftlichen Theorie. Solche Ablehung erfahren die meisten Naturwissenschaftler allerdings nicht nur von der Kirche, sondern auch in ihren eigenen Fachkreisen. Viele Forscher sind zeitlebens für ihre Überlegungen verlacht worden, bis irgendwann Jahrzehnte nach ihrem Tod festgestellt wurde, dass sie im Recht gewesen waren. Die Anzweiflung naturwissenschaftlicher Forschung ist somit nichts, was die Kirche besonders auszeichnet, sondern was den Mensch an sich besonders auszeichnet. Er bringt solchen Neuerungen eine grundsätzlich Skepsis entgegen. Es ist also nichts besonderes, und schon gar nichts vorwerfbares, wenn man eine neue naturwissenschaftliche Erörterung erstmal ablehnt. Für Leichtgläubige hat man das Wort naiv reserviert – überall hat es einen negativen Klang. Warum wohl?
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