Benedikt XVI.
Der Papst hofft, daß alles wieder in Ordnung kommt
Papst Benedikt XVI. hat mit seinem Bruder telephonisch auch über die Polemik radikaler Moslems gegen seine Vorlesung in Regensburg gesprochen.
(kreuz.net, Regensburg) Der Bruder des Papstes, Mons. Georg Ratzinger, sprach am Montag mit dem Nachrichtendienst ‘Deutsche Welle’ über den am Freitag zuende gegangenen Bayernbesuch des Papstes.

Dabei erklärte der frühere Regensburger Domkapellmeister, daß er seit dem Heimflug des Heiligen Vaters schon mit ihm telefoniert habe.

Dabei sei die islamische Kritik an seiner Vorlesung in Regensburg kurz erwähnt worden.

Der Papst bedaure die Reaktion der Muslime und die Tatsache, daß sie ihn völlig mißverstanden haben – erklärte sein Bruder: „Es ist ja nicht seine Meinung.“

So etwas würde er niemals vertreten.

Beim inkriminierten Zitat handle es sich um die Aussage eines Menschen, der vor 500 Jahren gelebt habe. Daß man das aus dem Zusammenhang herausreiße und so darstelle, als wäre es seine Meinung, sei ein groteskes Mißverständnis.

„Aber er [der Papst] hofft, daß das wieder in Ordnung kommt, daß – indem er die richtige Situation darlegt – das auch eingesehen wird und daß das keine Folgen haben wird im gegenseitigen Verhältnis.“

Zum Bayernbesuch von Benedikt XVI. erklärte Mons. Ratzinger, daß er sich alles sehr nervös und gehetzt vorgestellt habe: „Das Faktum war doch anders.“

Der Besuch sei feierlich und irgendwie auch fröhlich gewesen – „wenn ich so sagen darf“: „Ich war innerlich ergriffen und bewegt.“

Die zwei gemeinsamen privaten Stunden in Pentling südlich von Regensburg seien besonders schön gewesen: „Er war müde gewesen, er hat sich ausgeruht und wir haben ein bisserl geplaudert. Das war schön.“

Gleichzeitig erklärte Mons. Ratzinger, daß es banal sei, die privaten Stunden gegenüber den Messen hervorzuheben. Die Pontifikalämter hätten die Menschen innerlich gepackt.

Alle Festlichkeiten seien gut vorbereitet gewesen: „Sie sind dann nicht bloß gut abgelaufen, sondern so, daß sie in einer religiösen Ergriffenheit, aus einer religiösen Gebundenheit heraus miterlebt werden konnten und auch von mir wirklich miterlebt wurden.“

Mons. Ratzinger äußerte sich auch zu den Gerüchten einer Päpstlichen Sommerresidenz in Bayern.

Es seien mehrere Urlaubsorte geprüft worden – vor allem in Südtirol – wo die Brüder Ratzinger früher öfter den gemeinsamen Urlaub verbrachten.

Doch alle Vorschläge seien an den für die Sicherheit zuständigen Leuten gescheitert. „Überall hat’s irgendwelche Mankos gegeben, wo die Sicherheitsleute sagen: Das ist nicht zu vertreten.“

Mons. Ratzinger glaubt, daß sich der Urlaub im Aostatal, in relativer Einsamkeit und in einer sehr guten, gesunden Luft sehr gut eingespielt habe:

„Ich habe wenig Erwartung, daß der Urlaub nach Bayern verlegt wird.“
      
5 Lesermeinungen
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#5   Hypatia   19:41:21 | Dienstag, 19. September 2006
@ Gotthard
Sein Bruder ist dem Hl. Vater zur Seite gesprungen aus brüderlicher Liebe und um jene zu beschämen, die Doppelzüngigkeit unterstellen.
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#4   Gotthard   19:34:47 | Dienstag, 19. September 2006
Übersetzer?
Ob Benedikt in der Gestalt seines Bruders einen Übersetzer und Erklärer braucht?
Ich denke nicht. Warum kann Georg Ratzinger den Presseleuten nicht sagen: fragt ihn selbst! Ich stehe nicht zur Verfügung.
DAS wäre allemal besser…
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#3   Hypatia   18:35:50 | Dienstag, 19. September 2006
Ein Skandal !
„Der Papst bedaure die Reaktion der Muslime und die Tatsache, daß sie ihn völlig mißverstanden haben – erklärte sein Bruder: „Es ist ja nicht seine Meinung.“
So etwas würde er niemals vertreten.“
Zu behaupten, der Hl. Vater hätte absichtlich Muslime beleidgen wollen, alles sei Kalkül gewesen, ist unglaublich. Das heißt ja, man unterstellt Seiner Heiligkeit Lüge und Betrug. Solche Taschenspielertricks haben vielleicht die Verleumder auf Lager und projizieren diese lediglich.
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#2   Dr. Otterbeck   15:02:59 | Dienstag, 19. September 2006
Das Kaiserzitat hat es den Kritikern leichter gemacht,
aber ganz gleich, welche „sich abgrenzende“ Quelle der Papst auch zitiert hätte, die Drahtzieher des Protests hätten jeden Kommentar zum Jihad massiv „beantwortet“, zu sehr trifft die Anforderung der Vorlesung die Praeambulae des militanten Islam „mitten ins Herz“. Wesentlich milder konnte B XVI nicht „Klartext“ reden, als in Form einer Vorlesung. Jetzt muss sich innerhalb des Islam klären, wer zur Vernunft findet und wer nicht. Erst dann kann man von „in Ordnung kommen“ des Dialogs überhaupt reden.
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#1   Karl Murx   15:01:50 | Dienstag, 19. September 2006
Isch han et nisch so jemeijnt, wa!
Will auch immer artig sein…
:-[
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