[ « 266 267 268 269 270 » ]
Mittwoch, 20. September 2006 13:04
Benedikt XVI.: Sie beten den alleinigen Gott an
„Dann sitzen am Schluß Pfarrer, Imame und buddhistische Mönche im Kreis am Lagerfeuer, spielen Gitarre und singen gemeinsam Lieder.“
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat in der heutigen Generalaudienz am Petersplatz seinen „tiefen Respekt vor den Weltreligionen und vor den Muslimen“ betont.

„Ich habe tiefen Respekt für die Religionen und besonders für die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten und mit denen wir für die Ziele der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit zusammenarbeiten“, erklärte Benedikt XVI. angesichts der jüngsten Reaktionen auf seine Regensburger Äußerungen über den Islam.

Karikaturenstreit: Kurzfilm gegen den PapstKarikaturenstreit: Kurzfilm gegen den PapstKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 5 Bildern zu starten.

Bei seinem Pastoralbesuch in Bayern sei es ihm ein besonderes Anliegen gewesen, „das Verhältnis von Glaube und Vernunft und die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs sowie des Dialogs zwischen Wissenschaft und Religion“ aufzuzeigen.

Hier bedürfe es der Selbstkritik und der Toleranz sowie der „Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist“, so der Heilige Vater mit den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Mehr als bloße Entschuldigung
Unterdessen scheint sich die Aufregung um das Zitat eines byzantinischen Kaisers aus dem 14. Jahrhundert zu legen.

Der sunnitische Großmufti von Syrien, Scheich Ahmad Badreddine Hassoun, erklärte gestern nach einem Gespräch mit dem Apostolischen Nuntius des Landes gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’, daß die Klarstellungen des Papstes „mehr als eine bloße Entschuldigung“ gewesen seien.

Der Großmufi bewertete sie als „ein großes Zeichen des Respekts gegenüber der islamischen Welt“.

Emotionen oder vernünftiger Dialog?
Ein Kommentator unterstrich in der rechtsgerichteten und islamfeindlichen US-Tageszeitung ‘Wall Street Journal’, daß es sich bei der Diskussion um die Papstäußerungen nicht um die übliche interreligiöse Wohlfühl-Runde handle.

Es gehe um einen Dialog mit einer Bedingung: Daß jeder am Tisch die Unvernünftigkeit von religiös motivierter Gewalt einsehe.

Durch ihre Reaktion auf die Papstrede hätten manche muslimische Führer gezeigt, daß sie noch nicht so weit seien:

„Am Tag, an dem die Moslems den islamischen Terror mit dem gleichen Nachdruck verurteilen wie die Kritik am Islam, kann ein Versuch zum Dialog und zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der westlichen und der islamischen Welt beginnen.“

In einem Interview der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ mit dem schweizerischen Bundesrat Pascal Couchepin vom 17. September erklärte der Politiker, daß er die gegenwärtige Islam-Debatte für „dringend nötig“ halte.

Wer sich ihr verweigere, reduziere die Religion auf Emotionen: „Und dann sitzen am Schluß Pfarrer, Imame und buddhistische Mönche im Kreis am Lagerfeuer, spielen Gitarre und singen gemeinsam Lieder. Das kann es ja nicht sein – für mich jedenfalls ist das nicht der Zweck der Religion.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 136 Lesermeinungen:
Dienstag, 26. September 2006 21:40
Stephanus: sie beten den alleinigen gott an, sollte benedikt das gesagt haben???
aber zuerst eine anmerkung zu einigen schreiben in dieser runde: ich erinnere mich nur zu gerne an den spruch: wer nach allen seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
aber die sache ist einfach zu ernst, als daß jetzt weitergeschmunzelt werden dürfte:
lassen wir die letzten ca. 1300 jahre mal vorübergleiten, da wurde der islam immer als bedrohung empfunden, ganze völkerschlachten wurden deswegen abgehalten. warum??? einfach aus dem jeweiligen verständnis der zeit heraus, daß der islam wohl im stande war, den christen ihren glauben zu verbieten und ihnen einen falschen glauben, einen irrglauben aufzuzwingen, einen glauben mit dem man seine seele nicht für die ewigkeit retten konnte, denn jesus hatte ja gesagt, keiner kommt zum vater, als durch mich. und wenn er das gesagt hat, dann gibt es keinen anderen weg, keinen über mohamed, keinen über budda usw. daher auch die lehre der kirche die ja jesu lehre darstellt: ausserhalb der kirche kein heil und: nur als katholik kann ich in dem himmel kommen. nicht als moslem, nicht als jude usw. wenn muslime, juden, protestanten usw in den himmel kommen, dann trotzdem, weil sie z.b. die begierdetaufe erhalten haben.
das müßte auch unser papst benedikt wissen. beruhigen ist das eine, die wahrheit klar herausstellen, gelegen oder ungelegen, daß ist das andere:warum soll ich katholisch leben, wenn es protestanisch doch soviel einfacher geht????
benedikt, benedikt, benedikt du verunsicherst mich!!!
glauben aber verlangt sicherheit!!!
Sonntag, 24. September 2006 16:26
Benedikt: @ Perpetua
Gucken Sie doch selbst bei google. Ich empfehle die Suchbegriffe Österreich Islam 1912.

Hier ein Ergebnis:
http://www.welt.de/…04/11/23/364216.html
Samstag, 23. September 2006 14:03
Anmerkung: Man muss in der Tat konstatieren, dass der Papst heutzutage einen eher mäßigenden Einfluss ausübt, was in einer globeln Welt voller Interessengegensätze und kultureller Vielfalt in und außerhalb der Kirche sicherlich nicht schädlich ist.

Religiöse Großgruppen, denen ein allgemein anerkanntes, integrierendes Oberhaupt fehlt, neigen tendenziell zu Sektierertum, Gewalt und Fundamentalismus.
Samstag, 23. September 2006 05:03
deusexmachina: @Christian Hüller
„Aha, auch Sie einer von denen, die glauben, dass der Papst ein Feigling ist.“

Das entnehmen Sie… woraus?

Ich denke eher, dass es bis zu einem gewissen Grad die Verpflichtung seines Amtes ist, es insofern „jedem recht zu machen“, als der Papst einerseits selbstverständlich seinen Schäfchen ein guter Hirte sein soll, andererseits als oberster Repräsentant seiner Kirche wesentlich für ein gedeihliches Verhältnis zu allen anderen Religionen verantwortlich zeichnet. Daraus ergibt sich zwanglos eine innere Spannung mindestens bei jenen, die ihre eigene Religiösität geradezu über das „anders als die anderen sein“ definieren (diese Fraktion ist ja speziell auf dieser Website hier besonders stark vertreten).

„Feige“ nenne ich Benedikt XVI. sicher nicht, warum sollte ich? Er unterliegt eben Zwängen – Zwängen, die er bei seiner naiven (in diplomatischer Hinsicht) Rede in der Uni schlicht übersehen oder unterschätzt zu haben scheint.

Gerade bei Benedikt nehme ich die Anerkennung des Islams (in Maßen, natürlich) durchaus ernst. Aber er kann eben nur bis zu einer bestimmten Grenze gehen, jenseits derer er die Frage provoziert, wo denn dann noch der Überlegenheits- und gar Alleinseligmachungsanspruch der RKK kommen sollte. Und lange VOR Erreichen dieser Grenze wird ihm aus den Reihen der Ultrakatholen bereits das beliebte „Anathema!“ nachgeschrien.

Konflikte zu vermeiden, KANN feige sein. Oder vorsichtig. Oder auch weise.
Samstag, 23. September 2006 01:16
laikos: Zu wem die wohl beten
Nur weil sie an einen Einzigen Gott glauben heißt das noch nicht daß Ihnen Gott auch zuhöhrt. Daher die meisten nicht getauft sind sind Ihre Gebete Wirkungslos oder im schlimmsten Fall beten sie für die Konkurenz von Gott.
Freitag, 22. September 2006 23:52
Perpetua: Benedikt, 21.09.06, 23.29 Uhr
Warum nennen Sie nicht die Quelle, um die Seriosität überprüfen zu können????
Alle Lesermeinungen anzeigen 130 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net