Es brauchte seine Zeit, bis der kleine Christbaum Eingang in die große Weltliteratur fand. Man mußte auf den 20. Dezember 1771 warten, obwohl das entsprechende Werk erst drei Jahre später geschrieben wurde.
(kreuz.net) Erst seit dem 18. Jahrhundert hat der Christbaum Eingang in die Literatur gefunden. Der erste
Schriftsteller, der von ihm spricht, ist kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe († 1832), in seinem
berühmten Werk „Die Leiden des jungen Werthers“, das er im Jahre 1774 veröffentlichte.
Gegen Ende des
Romans ist die weibliche Heldin Lotte am 20. Dezember 1771 im Begriff, die Geschenke für die Kleinen
vorzubereiten. Werther tritt ein und findet Lotte alleine:
„An demselben Tage – es war der Sonntag vor
Weihnachten – kam Werther abends zu Lotten und fand sie allein. Sie beschäftigte sich, einige Spielwerke
in Ordnung zu bringen, die sie ihren kleinen Geschwistern zum Christgeschenke zurechtgemacht hatte.
Er
redete von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden, und von den Zeiten, da einen die unerwartete
Öffnung der Tür und die Erscheinung eines aufgeputzten Baumes mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln
in paradiesische Entzückung setzte.“
Auch Friedrich Schiller († 1805) spricht in seinen Werken über
den Christbaum. Es scheint gesichert, daß in jener Zeit die geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbäume
in ganz Deutschland – oder wenigstens in den größeren Städten – bekannt waren.
Im Jahre 1798 verbrachte
der berühmte englische Dichter Samuel Taylor Coleridge das Weihnachtsfest in Deutschland. In seinem Brief
an einen Freund in England beschrieb er die faszinierende Schönheit vieler beleuchteter Bäume, die er
in den Häusern gesehen hatte.
1848 publizierte der russische Schriftsteller Fedor Dostojewski in der
Septemberausgabe der Zeitschrift „Heimatschriften“ seine Erzählung „Der Weihnachtsbaum“.
Charles Dickens
erzählt 1850 den Lesern einer Zeitschrift vom „pretty German toy“ – dem schönen deutschen Dingsda –,
das von einer großen Menge von Kerzen beleuchtet wird.
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