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Was ist das Ziel? + Die Wahrheit geht vor + Frustriert + Das wahre Problem + Eine Renaissance der Religion?
Was ist das Ziel?

Vatikan. Gestern erinnerte Papst Benedikt XVI. an die Ermordung der italienischen Missionsschwester Leonella Sgorbati in Somalia. Der Heilige Vater äußerte sich anläßlich einer Konferenz der Päpstlichen Missionkongregation. Das Lebensopfer der Schwester stärke den Glauben, denn das Blut der Märtyrer sei der Samen für neue Christen. Der Papst ermutigte die in der Mission tätigen Bischöfe zu einem ehrlichen und offenen Dialog. Ziel sei der gemeinsame Aufbau einer solidarischen Gesellschaft.

Die Wahrheit geht vor

Vatikan. Ein Kurienmitarbeiter habe Benedikt XVI. davor gewarnt, das in der islamischen Welt kritisierte Zitat von Kaiser Manuel II. Paleologos († 1425) in seine Regensburger Vorlesung aufzunehmen. Das behaupteten die deutschen Boulevardnachrichten ‘Focus online’ unter Bezugnahme auf Vatikankreise. Der Mitarbeiter habe geraten, die umstrittene Passage zu streichen. Der Papst habe jedoch „nie ein Geheimnis daraus gemacht, daß ihn Wahrheit und kritischer Dialog interessieren und nicht so sehr, was damit ausgelöst wird“.

Frustriert

Deutschland. Der bekannte Göttinger Islamforscher Bassam Tibi (62) hat die Nase voll von Deutschland. Seine Liebe zu diesem Land sei einseitig geblieben: „Ich bin Luft in Deutschland. Ich kämpfe seit 20 Jahren um meine Integration.“ Der aus Syrien stammende Moslem lebt seit 1962 in Deutschland und erhielt vor gut dreißig Jahren den deutschen Paß. Tibi kritisierte, daß bei der deutschen Debatte um Integration das Thema Werte ausgeblendet werde. Diese bildeten aber den Kern der Leitkulturdebatte.

Das wahre Problem

Deutschland. Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, erklärte daß die jüngsten Angriffe gegen den Papst völlig inakzeptabel seien. Barroso sprach mit der ‘Welt am Sonntag’: „Ich war enttäuscht, daß es nicht mehr europäische Führer gab, die sagten: Natürlich hat der Papst das Recht, seine Ansichten zum Ausdruck zu bringen.“ Das Problem seien nicht seine Äußerungen, sondern die Reaktionen der Extremisten.

Eine Renaissance der Religion?

„Einer vor allem im vergangenen Jahr vielgeäußerten Vermutung widersprechen allerdings die Autoren der Shell-Studie: der »Renaissance der Religion«. Zwar seien Jugendliche im Zusammenhang mit dem Tod Papst Johannes Pauls II. oder dem Weltjugendtag in Köln im vergangenen Jahr besonders präsent gewesen. Das liege daran, daß viele eine prinzipiell wohlwollende Einstellung zur Kirche hätten, 69 Prozent fänden »gut, daß es sie gibt«, und die meisten (im Westen) seien konfessionell gebunden. Doch hätten Wertesystem und praktisches Verhalten der meisten Jugendlichen »nur eine mäßige Beziehung zu kirchlich-religiösen Glaubensvorgaben«. Dabei sind allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Religionsgemeinschaften festzustellen. Insgesamt sagen 30 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 25, sie glaubten an einen »persönlichen Gott«. Katholiken sagen das zu 41 Prozent, Protestanten zu 30 Prozent, Muslime aber zu 64 Prozent. Muslime sind zugleich am stärksten von ihrem Elternhaus religiös geprägt.“

Aus einem Artikel in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ vom 22. September über die jüngst in Deutschland veröffentlichte Shell-Studie.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Graf von Galen   22:32:56 | Sonntag, 24. September 2006
Für das ewige Heil der Seelen
Es wäre ja fast zu schön um wahr zu sein, wenn für die
durch VII verwässerte Kirche das Heil der Seelen wieder
erste Priorität hätte und nicht der Frieden auf Erden.
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#2   ExBochumer †   12:33:52 | Sonntag, 24. September 2006
Reisende soll man nicht aufhalten.
Und schon gar nicht die „Profilneurotiker“.
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#1   Beobachterin   11:32:43 | Sonntag, 24. September 2006
Schade, Herr Tibi!
Bassam Tibi sagt:
Fünfzig Versuche von Göttingen an eine andere deutsche Universität zu wechseln scheiterten (für die rechten deutschen Seilschaften war ich zu links, für die Linken zu einem Rechten geworden).
Schade, daß man einen solchen Mann gehen läßt. Die Guten wandern aus, und ein Großteil derer, die hereinkommen, wandert in die Sozialsysteme ein und stärkt hier den islamischen Fundamentalismus.
Das verspricht nichts Gutes für Deutschland!
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