08:55:55 | Sonntag, 24. September 2006
Was ist das Ziel? + Die Wahrheit geht vor + Frustriert + Das wahre Problem + Eine Renaissance der Religion?
Was ist das Ziel?Vatikan. Gestern erinnerte Papst Benedikt XVI. an die Ermordung der italienischen
Missionsschwester
Leonella Sgorbati in Somalia. Der Heilige Vater äußerte sich anläßlich einer Konferenz der Päpstlichen
Missionkongregation. Das Lebensopfer der Schwester stärke den Glauben, denn das Blut der Märtyrer sei
der Samen für neue Christen. Der Papst ermutigte die in der Mission tätigen Bischöfe zu einem ehrlichen
und offenen Dialog. Ziel sei der gemeinsame Aufbau einer solidarischen Gesellschaft.
Die Wahrheit geht
vorVatikan. Ein Kurienmitarbeiter habe Benedikt XVI. davor gewarnt, das in der islamischen Welt kritisierte
Zitat von Kaiser Manuel II. Paleologos († 1425) in seine Regensburger Vorlesung aufzunehmen. Das behaupteten
die deutschen Boulevardnachrichten ‘Focus online’ unter Bezugnahme auf Vatikankreise. Der Mitarbeiter
habe geraten, die umstrittene Passage zu streichen. Der Papst habe jedoch „nie ein Geheimnis daraus gemacht,
daß ihn Wahrheit und kritischer Dialog interessieren und nicht so sehr, was damit ausgelöst wird“.
FrustriertDeutschland. Der bekannte Göttinger Islamforscher Bassam Tibi (62) hat die Nase voll von
Deutschland. Seine Liebe zu diesem Land sei einseitig geblieben: „Ich bin Luft in Deutschland. Ich kämpfe
seit 20 Jahren um meine Integration.“ Der aus Syrien stammende Moslem lebt seit 1962 in Deutschland und
erhielt vor gut dreißig Jahren den deutschen Paß. Tibi kritisierte, daß bei der deutschen Debatte um
Integration das Thema Werte ausgeblendet werde. Diese bildeten aber den Kern der Leitkulturdebatte.
Das
wahre ProblemDeutschland. Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, erklärte daß die
jüngsten Angriffe gegen den Papst völlig inakzeptabel seien. Barroso sprach mit der ‘Welt am Sonntag’:
„Ich war enttäuscht, daß es nicht mehr europäische Führer gab, die sagten: Natürlich hat der Papst
das Recht, seine Ansichten zum Ausdruck zu bringen.“ Das Problem seien nicht seine Äußerungen, sondern
die Reaktionen der Extremisten.
Eine Renaissance der Religion?„Einer vor allem im vergangenen Jahr
vielgeäußerten Vermutung widersprechen allerdings die Autoren der Shell-Studie: der »Renaissance der
Religion«. Zwar seien Jugendliche im Zusammenhang mit dem Tod Papst Johannes Pauls II. oder dem Weltjugendtag
in Köln im vergangenen Jahr besonders präsent gewesen. Das liege daran, daß viele eine prinzipiell
wohlwollende Einstellung zur Kirche hätten, 69 Prozent fänden »gut, daß es sie gibt«, und die meisten
(im Westen) seien konfessionell gebunden. Doch hätten Wertesystem und praktisches Verhalten der meisten
Jugendlichen »nur eine mäßige Beziehung zu kirchlich-religiösen Glaubensvorgaben«. Dabei sind allerdings
erhebliche Unterschiede zwischen den Religionsgemeinschaften festzustellen. Insgesamt sagen 30 Prozent
aller Jugendlichen zwischen 12 und 25, sie glaubten an einen »persönlichen Gott«. Katholiken sagen
das zu 41 Prozent, Protestanten zu 30 Prozent, Muslime aber zu 64 Prozent. Muslime sind zugleich am stärksten
von ihrem Elternhaus religiös geprägt.“
Aus einem Artikel in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’
vom 22. September über die jüngst in Deutschland veröffentlichte Shell-Studie.
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#3
Graf von Galen 22:32:56 | Sonntag, 24. September 2006
#2
ExBochumer † 12:33:52 | Sonntag, 24. September 2006
#1
Beobachterin 11:32:43 | Sonntag, 24. September 2006