12:57:59 | Dienstag, 26. September 2006
Am vergangenen 31. Juli fand man in zwei deutschen Zügen – einer war Richtung Koblenz, der andere nach Dortmund unterwegs – zwei verlassene Koffer. Von Maurizio Blondet.
(kreuz.net) Die Gepäckstücke wurden ins Fundbüro der Bahn gebracht und dort als Sprengladungen identifiziert.
Sie enthielten Butanbehälter, die an einen Wecker angeschlossen waren, der als Zünder funktionierte.
Es wurde gesagt, daß die Ladungen „simultan“ explodieren sollten – so wie „bei den Attentaten auf die
Untergrundbahn in London“.
In den Koffern gab es eine Reihe von hervorragenden Indizien („eine arabisch
geschriebene Einkaufsliste“, „eine Telefonnummer im Libanon“). Dieser erlaubten es der Polizei, sogleich
die Schuldigen zu finden: zwei junge Libanesen.
Das waren die Tage als Israel die – libanesische – Hisbollah
bekämpfte.
Auf Antrag der deutschen Polizei wurden Jusef Mohammed el-Hadschdib und Dschihad Hamad im
Libanon festgenommen.
Einen dritten – den 23jährigen Syrer, Fadi A. S. (der ganze Name wurde nicht bekanntgegeben) –
verhaftete die Polizei am 25. August. Dieses Mal in Deutschland. Er wurde als Komplize der gescheiterten
Attentäter präsentiert.
Verteidiger spanischer „Terroristen“
„Der Prozeß basiert nicht auf Fakten, sondern
nur auf mathematischen Theoremen und suggestiven Schemen, die nichts bewiesen haben.“
Die Staatsanwaltschaft
erklärte, daß der Syrer „im Internet geforscht habe, wie man Bomben baut. In der Folge half er anderen
Verdächtigen, in den Libanon zu flüchten“.
Beginnen sie sich zu erinnern?
Diese Art von Meldungen
rechnet mit unserem Kurzgedächtnis und mit der Tatsache, daß schon nach wenigen Tagen niemand mehr danach
fragt, wie die Sache geendet hat.
Für den Syrer ging die Sache so aus: Auf Antrag des Verfassungsgerichtes
in Karlsruhe wurde er wegen absoluten Fehlens von Indizien freigelassen.
Das Gericht beschloß, Hadschdib
in Untersuchungshaft zu belassen. Die kurze Meldung der Nachrichtenagentur AFP spricht nicht vom zweiten
Libanesen. Ob er bereits entlassen wurde?
Merkwürdig, wie sich terroristische Attentäter in Nichts
auflösen, sobald sich jemand mit einem weniger kurzen Gedächtnis bemüht, während einiger Wochen ihren
Spuren zu folgen.
Man wird auch aufpassen müssen, wie ein Prozeß gegen sechs Moslems in Mailand enden
wird, bei dem der Staatsanwalt für die „Organisation einer terroristischen Zelle“ bis zu 15 Jahre fordert.
In diesem Zusammenhang haben gewisse Zeitungen bereits gebrüllt: „Verurteilt den Scheich des Terrors.“
Man wird sehen.
Der Rechtsanwalt Sandro Clementi – einer der Verteidiger – sagte kürzlich:
„Der Prozeß
basiert nicht auf Fakten, sondern nur auf mathematischen Theoremen und suggestiven Schemen, die nichts
bewiesen haben.“
Der Rechtsanwalt beklagte auch die Tatsache, daß ähnliche Prozesse nach mehrfachen
Freisprüchen mit der Ausweisung der betroffenen Moslems geendet haben.
Zur Enttäuschung
der Panikmacher
begehen die moslemischen Immigranten nicht mehr Verbrechen als andere Ausländer.
„Die Regeln, die in
einem Rechtsstaat gelten sollten, werden nicht respektiert. Das ist eine Vorgangsweise, welche die Prozesse
auf bloße Inszenierungen reduziert, die das Ziel in sich selber haben.“
Wir werden sehen, wie die Sache
enden wird.
Gewiß, jetzt gehören die Zeiten nicht dem Rechtsstaat. Denn der Islam bedroht den Papst.
Jetzt sind alle Katholiken bereit, den Heiligen Vater mit Waffen zu verteidigen – auch wenn dieses Jahr
in der ganzen Lombardei nur zwölf Neupriester geweiht wurden. Die geringste Zahl in der Geschichte der
größten Diözese der Welt.
Jetzt ist die Zeit, Härte zu zeigen. Es ist die Zeit, die Bedrohung zu
betonen. Die Terroristen sind überall und unter jedem Bett.
Jetzt ist es gewiß nicht an der Zeit, die
enttäuschenden Statistiken des Politologen John Mueller zu zitieren, der sich in der höchst seriösen
Zeitschrift „Foreign Affaire“ – dem Mitteilungsblatt des mächtigen und sicher nicht islamfreundlichen
‘Council on Foreign Relations’ – fragt:
„Gibt es noch eine terroristische Bedrohung?“
Mueller rechnet.
Nach dem 11. September 2001 hat Al Kaida in den USA kein Attentat mehr durchgeführt und sich statt dessen
in ein Haus für die Produktion von Videos verwandelt.
Gleichzeitig wurden 80.000 in den USA wohnhafte
Moslems mit vielen Fingerabdrücken registriert. 8.000 wurden vom FBI verhört. 5.000 in Präventionshaft
genommen, um terroristische Attentate zu verhindern.
Dennoch: Von diesen Untersuchungsbemühungen ist
keine einzige formale Anklage terroristischer Delikte hervorgegangen.
Von den unerfreulichen „schlafenden
Zellen von Al Kaida“, die vom Chef des FBI gefürchtet wurden, fand man nichts.
Auch wenn man die 3.000
Toten des 11. September in Rechnung hält und zugibt, daß sie die Schuld islamischer Terroristen (und
nicht der US-Regierung) sind, ist die Anzahl der Amerikaner, die seit diesem Zeitpunkt bis heute Opfer
des Terrorismus wurden, nicht größer als jene, die in der gleichen Zeit starben, weil sie in der Badewanne
ausrutschten oder dort ertrunken sind – etwa 400 pro Jahr.
Trotz der schrecklichen Attentate in London
und Madrid ist die Anzahl der Terrorismusopfer in Europa noch geringer.
Zur Enttäuschung der Panikmacher
begehen die moslemischen Immigranten nicht mehr Verbrechen als andere Ausländer.
Ein Vergleich
Es gibt
mehr Männer, die ihre Verlobten oder Konkubine töten, weil sie von dieser verlassen wurden, als islamische
Ehrenmorde.
Den Notstand auf diesem Gebiet provozieren in Italien Albaner und Rumänen.
Sie führen
die Raubzüge auf Villas, die Vergewaltigungen sowie die High-Tech-Diebstähle mit Bancomat-Karten an.
Wir wollen auch die Mordfälle nicht vernachlässigen, für die Italiener verantwortlich sind: Es gibt
mehr Männer, die ihre Verlobten oder Konkubine töten, weil sie von diesen verlassen wurden, als islamische
Ehrenmorde.
Ein Astronom namens Alan Harris hat versucht, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, daß ein
Erdbewohner im Laufe eines 80jährigen Lebens von einem islamischen Terroristen getötet wird: Sie beträgt
1 : 80.000.
Das Risiko entspricht dem, von einem Meteoriten erschlagen zu werden.
Der Alarmismus um
den Terror entspricht nicht der wirklichen Gefahr des Terrorismus, beschließt Mueller.
Vielleicht wäre
es nützlicher, sich ein bißchen über das Blutbad zu erhitzen, das von Autounfällen produziert wird:
40.000 Opfer pro Jahr in den USA.
In Italien – nein: nur in Neapel und in der umliegenden Provinz – tötet
die Camorra wenigstens 100 Italiener pro Jahr: hundertmal mehr als der „islamische Terrorismus“.
Sollte
man sich vielleicht ein bißchen alarmieren?
Doch leider rufen gewisse Journalisten nicht: „Verurteilt
den Mafioso des Terrors.“ Darum bleiben alle ruhig und lassen sich umbringen.
Da wir gerade dabei sind,
uns zu erinnern.
Erinnern sie sich an das Attentat auf die Untergrundbahn von Madrid mit seinen 191 Toten?
Mit Sicherheit islamisch.
Die spanische Tageszeitung ‘El Mundo’ hat den Aussagen eines kleinen Verbrechers
namens José Emilio Suarez Trashorras, der in das Blutbad verwickelt ist, viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Suarez hat erklärt, daß das Attentat in Wirklichkeit ein Staatsstreich war, der von den Sozialisten
inszeniert wurde, um ihren Zapatero gewinnen zu lassen.
Eine offensichtliche Komplottheorie. Sie wurde
vom oppositionellen Partido Popular, der drei Tage nach dem Blutbad die Wahlen verlor, sofort akzeptiert.
Der Jammer besteht darin, daß dieser José Emilio Suarez die – sehr hispanische und so gar nicht islamische –
Person ist, die den arabischen Attentätern den Sprengstoff geliefert hat.
Deshalb sitzt er im Gefängnis
und hat seine Version der Ereignisse zwischenzeitlich mindestens siebenmal geändert.
Als Zeuge ist er
ziemlich zweifelhaft. Er ist ein Vorbestrafter und Informant der Polizei, der bei der Festnahme die private
Handynummer des Chefs der spanischen Antiterrorismus-Einheit besaß und diesen über die Bewegungen der
arabischen Terroristen informiert hielt.
Seine Bekanntgabe des Staatsstreichs kommt etwas spät und ist
ein bißchen „schmutzig“ – könnte man argwöhnen. Nicht so der oppositionelle Partido Popular. Dieser
ist gerade dabei, einen Gegenangriff zu führen, vorgezogene Wahlen herbeizuführen und den gegenwärtigen
sozialistischen Ministerpräsidenten José-Luis Zapatero zu stürzen.
Jedes Korn mahlt – auch die Anklage
eines Blutbades zugunsten eines spanischen Staatsstreiches.
Nach Angaben der Tageszeitung ‘El Pais’ hat
das Blatt ‘El Mundo’ den Übeltäter für seine Offenbarungen bezahlt. Natürlich hat ‘El Mundo’ mit Empörung
reagiert.
Die Polemik ist am Laufen. Wir werden sehen, wie sie enden wird. Es genügt, kein kurzes Gedächtnis
zu haben. Oder vielleicht doch: Vergessen sie alles. Rufen sie einfach: „Tod dem Terrorismus“.
Denn so
verlangt es der Große Bruder. Das ist der Augenblick des Hasses.
Der christliche Westen verlangt es
von euch. Wir sind im Krieg. Jetzt ist nicht der Augenblick, sich daran zu erinnern, daß die Camorra
hundertmal mehr Menschen tötet als der Islam – und das Auto viertausend Mal mehr…
Tod den Terroristen!
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