Politik
Eine Wahlempfehlung? Ich habe keine
Die Warnung in der Heiligen Schrift ist deutlich. Heuchler sind gefährlicher als offene Feinde. Von Dr. Alfons Adam.
(kreuz.net) Ich melde mich zu Wort, weil ich schon öfter gefragt wurde, ob ich eine Empfehlung für die bevorstehenden österreichischen Nationalratswahlen abgeben kann.

Ich habe keine. Für mich selber habe ich auch noch nicht entschieden, ob ich überhaupt zur Wahl gehe.

Für uns Christen wird es vollkommen gleichgültig sein, wie diese Wahl ausgeht.

Ob die offenen Feinde des Lebens aus dem linken Lager regieren – wie SPÖ, Grüne, BZÖ oder Hans Peter Martin – oder ob die ÖVP in irgendeiner Kombination die führende Kraft bleibt, es wird sich weiterhin nichts zum Besseren wenden.

Jahrzehnte hindurch habe ich das „kleinere Übel“ ÖVP gewählt. Das kann ich jetzt mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren.

Die Warnung in der Heiligen Schrift ist deutlich. Heuchler sind gefährlicher als offene Feinde. Das läßt sich auch politisch nachempfinden.

Wenn eine sich als christlich-demokratisch oder christlich-sozial ausgebende christdemokratische ÖVP eine Entwicklung weg vom christlichen Menschenbild vorantreibt wie in den letzten sechs Jahren, dann ist die Wirkung nachhaltiger und unumkehrbar.

Die linken Feinde des Lebens dürfen sich darüber freuen und dem Treiben der angeblichen Christen in Ruhe zuschauen.

Sie können sich in Sicherheit wähnen, daß auch in Zukunft niemand ihre lebensfeindlichen Absichten durchkreuzen wird.

Kurz zur Erinnerung: Es war die ÖVP in der Steiermark, die als erste eine rechtlich privilegierte Partnerschaft für Homosexuelle geschaffen hat. Es folgten sehr weitgehende Privilegien, die von der schwarz-blauen Bundesregierung gewollt waren.

Ob man derartiges „Ehe“ nennt oder nicht, erscheint mir in der Sache nicht so wichtig.

Was den Lebensschutz betrifft, sind es vor allem prominente ÖVP-Damen, die sich als glühende Anhängerinnen der tödlichen Fristenlösung in Szene setzen.

Was die Kulturpolitik der „christlichen“ ÖVP betrifft, braucht man nur den Namen Hermann Nitsch nennen.

Allein in der FPÖ – der Freiheitlichen Partei – gibt es einige prominente Persönlichkeiten, von denen ich weiß, daß meine Anliegen auch ihre Anliegen sind.

In erster Linie wäre hier Ewald Stadler zu nennen. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, daß er in seiner Partei viel Einfluß besitzt oder die Parteilinie prägend mitbestimmt.

Schließlich muß man auch sehen, daß die in den letzten Jahren an der Regierung beteiligte FPÖ keinerlei Interesse gezeigt hat, uns wichtige Themen auch nur anzudiskutieren.

Auch der laufende Wahlkampf gibt keinen Hinweis auf eine Richtungsänderung bei der FPÖ, die ja in der von ihr angestrebten Opposition auch kraß kontroverse Themen anschneiden könnte, wenn der politische Wille hierfür gegeben wäre.

Ich weiß, daß es als politischer Selbstmord gilt, auch nur über den Lebensschutz zu reden.

Aber wenn das Steuer knapp vor dem Abgrund, auf den wir uns zubewegen, noch einmal herumgerissen werden soll, dann müssen Dinge wie Lebensschutz oder Ehe und Familie in ihrer Wichtigkeit erkannt werden.

Der Grund meiner Enttäuschung besteht darin, daß diese allerwichtigsten gesellschaftlichen Probleme für keine Partei ein Thema sind.

Darüber kann nicht hinwegtäuschen, daß sowohl ÖVP als auch FPÖ gerne die Stimmen der Lebensschützer und gläubigen Christen für sich gewinnen möchten und deswegen einige Wortspenden gegeben haben.

Warum es unter meinen Freunden Leute gibt, die glatte Unwahrheiten verbreiten, um damit für die ÖVP zu werben, bleibt ihr Geheimnis.

Der Rechtsanwalt Dr. Alfons Adam ist Präsident der Bewegung für Menschenrecht auf Leben ‘Pro Vita’ in Neulengbach, Niederösterreich.
      
19 Lesermeinungen
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#19   obelix †   17:31:31 | Mittwoch, 27. September 2006
Ich bitte um Entschuldigung für das Missverständnis,
Adrian L.!
Ich habe nur die späte Aufdeckung der Vergangenheiten von Personen wie Grass und Filbinger vergleichen wollen, ganz bestimmt nicht die Qualität dieser Vergangenheit. So wie es aussieht hat Grass sogar aus der kurzen Zeit bei dem schrecklichen Verein die richtigen Konsequnezen gezogen, während der „schreckliche Jurist“ Filbinger bis heute nichts begriffen hat und absolut borniert ist. Genauso wie im analogen Fall in Österreich Kurt Waldheim.
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#18   Adrian Leverkuehn   00:24:40 | Mittwoch, 27. September 2006
@ obelix
Bei seiner Lesung in der Frankfurter Oper die ich live erlebt hab’, hat Grass sich bitter darüber beschwert von „Karasek und solchen Spinnern“ in eine Reihe mit Filbinger gestellt zu werden.
Wie ich finde wohl zu recht!
Wenn Sie sich mal die Mühe machen würden seine Autobiographie zu lesen, dann würden Sie womöglich auch von solch unsinnigen Vergleichen Abstand nehmen.
Filbinger war ein erwachsener Mann und hat Verbrechen begangen!
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#17   obelix †   00:10:58 | Mittwoch, 27. September 2006
Der Mann hatte doch auch etwas verschwiegen, so wie Grass
RodolfoPanetta: @priest und an alle Nichtwähler:Nichtwählen stärkt die Mächtigen und Korrupten…
Hier gehe ich vollkommen einig mit Ihnen Herr Panetta!
…als zuvor Ministerpräsident Hans Karl Filbinger (CDU) von den eigenen Leuten in einer linkslastigen Kampagne ganz übel abserviert worden war. Aber es stand damals keine rechte Alternative auf dem Stimmzettel.
Hier nicht! Filbinger hat sich, genau wie Günter Grass, durch Verschweigen seiner blutigen Vergangenheit, selbst um seine Glaubwürdigkeit und damit auch um sein Amt gebracht.
Allerdings glaube ich weniger, dass Grass jemanden ums Leben gebracht hat. Aber einen tiefen Kratzer hat sein Lack schon bekommen.
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#16   Rodolfo Panetta   11:24:57 | Dienstag, 26. September 2006
@priest und an alle Nichtwähler:
Nichtwählen stärkt die Mächtigen und Korrupten. Wenn schon keine Partei auf einem Stimmzettel wählbar wäre, dann wäre ungültig wählen noch das allerkleinste Übel.
Man müßte dann auf dem Stimmzettel expressis verbis seine Meinung kund tun. Ich habe das einmal gemacht, 1980 bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, als zuvor Ministerpräsident Hans Karl Filbinger (CDU) von den eigenen Leuten in einer linkslastigen Kampagne ganz übel abserviert worden war. Aber es stand damals keine rechte Alternative auf dem Stimmzettel.
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#15   laikos   08:53:27 | Dienstag, 26. September 2006
Wahltips
Mein Tip. Gehts überhaupt nicht wählen. Da geht es ja wieder nur darum wer mehr oder weniger abscheulich ist. Alle sind sie übel. Die Freiheitlichen glauben so einen Schwachsinn wie alle Mensche sind gleich und dürfen fast alles machen was sie wollen. Die SPÖ, ÖVP ist sowieso in den BAWAG-Skandal integriert und die Kommunisten glauben an einen Diktatorischen Staat. Alle anderen sind auch nichts besser.
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#14   Graf von Galen   23:04:43 | Montag, 25. September 2006
Für ein freies und heiliges Deutschland
Wenn ich in Österreich wählen dürfte, würde ich
natürlich FPÖ wählen mit den hervorragendem
Herrn Stadler und Herrn Mölzer, besonders jetzt,
wo der Chaot Haider mit seinen Zeitgeistsurfern die
FPÖ zu seinem eigenen Verderben verlassen hat.
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#13   Beobachterin   15:43:11 | Montag, 25. September 2006
Wählt FPÖ!
DIE ideale Partei gibt es nicht – da müßte sich jeder seine eigene selber schnitzen.
Also geht es darum, diejenige zu finden, mit deren Programm man sich am ehesten identifizieren kann.
In Österreich hat man das Glück, eine rechte Partei zur Wahl zu haben (genau wie in der Schweiz die SVP), also wählt FPÖ!
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#12   Rainer Tobak   13:31:11 | Montag, 25. September 2006
Aristoteles
Frau Dr. Kugler-Lang hat als Parteilose auf einer ÖVP-Liste kandidiert! Was macht sie eigentlich inzwischen? Ist sie nicht erfolgreich aufgerieben worden von der Abtreibunungslobby im Verein mit den feigen Wegguckern und -duckern in der ÖVP? Und Politiker, die sonntags in die Hl. Messe gehen? Und was weiter?
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#11   Ketzerjäger †   13:29:59 | Montag, 25. September 2006
Sirilo@
Wie wäre es, wenn Sie ersteinmal die Frage von Schnabeltierkönig zur „Fortpflanzung“ beantworten, bevor Sie wieder Unsinn verbreiten den Sie nicht belegen können?
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#10   Aristoteles   12:53:48 | Montag, 25. September 2006
ÖVP-1. Oktober
Ich muss als mitglied der ÖVP diese in schutz nehmen!
1. Die ÖVP spricht sich gegen die Abtreibung aus
=Kandidatin Kogler-Lang
2. Die ÖVP spricht sich gegen die Homo-ehe aus.
3. Die ÖVP sieht sich als Katholische Partei, und versucht auch ihr Parteiprogramm nach der Kirche zu richten.
Der Nationalratspräsident Dr. Andreas Kohl (Welf) besucht jeden Sonntag die Hl. Messe genauso wie fast alle anderen VP politiker auch.
Im Gegensatz dazu: Wann hat Dr. Alfred Gusenbauer das Letzte mal eine Hl. Messe besucht???= Ich nehme an bei seiner Taufe.
Ich hoffe alle die Glauben Katholisch zu sein, Entscheiden sich gegen dass Linke bzw. Rechte Pack
und entscheiden sich für eine Zukunft für Österreich, und dort wo es hin gehört, Nämlich an die Spitze.
MFG
Aristoteles (VBW)
PS: Und wenn man ÖVP wähler war und jetzt glaubt nicht mehr wählen gehen zu müssen, dann finde ich das Feig, denn wir Leben in einer Demokratie wo man Jahrhunderte für freie Wahlen gekämpft hat, und ich der Meinung bin dass man die Pflicht als Staatsbürger hat zu wählen.
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#9   Rodolfo Panetta   12:44:30 | Montag, 25. September 2006
@wiener
Wo viel Licht ist, ist starker Schatten. Mag sein, daß in moralischen Fragen in der FPÖ einige Leute versagen, wie auch Herbert Haupt als FPÖ-Minister bei der sexualerziehung jämmerlich versagt hat. Aber die Keule der „Ausländerfeindlichkeit“ gegen die FPÖ zu schwingen, das sind doch linke Kamellen! Und Heinz Strache scheint doch auch gewisse Qualitäten zu haben. Freilich, ich bin Schwabe und kenne die österreichischen Verhältnisse nicht so sehr im Detail. Ich lese eben, was in der „Jungen Freiheit“ und in „Nation & Europa“ steht.
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#8   Rainer Tobak   12:23:12 | Montag, 25. September 2006
Frage an rudofsohn und jawohl
Welche Partei setzt sich eigentlich ausdrücklich für die Wiedereinführung des § 175 StGB ein, die ihr fordert?
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#7   wiener   11:40:00 | Montag, 25. September 2006
@ rodolfo, benedikt
Die einzige schlaue Partei in Österreich ist die FPÖ.
die vize-chefin dieser partei hat sich öffentlich von stadler distanziert und gesagt, dessen haltung zur abtreibung sei seine „privatmeinung“ – und damit nicht meinung oder position der partei.
ob man nur aufgrund dieser ominösen „privatmeinung“ eines funktionärs die ausländerfeindliche und primitive gesamtlinie dieser partei unter ihrem intellektuell eher schwächelnden „spitzenmann“ (und erfolglosem haider-imitator) hc mittragen will/kann, sollte jeder selbst für sich entscheiden – nur: die fpö als „schlau“ zu bezeichnen dürfte landesweit eher eine minderheitenmeinung repräsentieren.
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#6   Benedikt78   11:30:25 | Montag, 25. September 2006
Wählen? Mitmachen!
Wenn man sich so stark für den Lebensschutz engagiert, dann sollte man diese Anliegen auch in die Politik bringen! Wenn man niemanden wählen kann, dann soll man selber kandidieren! Die einzige schlaue Partei in Österreich ist die FPÖ. Ich kann mir vorstellen, dass sich dort einige Mitkämpfer finden lassen.
Das ist der einzige Weg, wie man etwas bewirken kann. Einfach nicht wählen bringt nichts. Oder hat schon jemand gehört, dass durch Nichtstun etwas besser geworden ist?
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#5   Rodolfo Panetta   11:10:48 | Montag, 25. September 2006
Nichtwählen hilft keineswegs
Wenn auf dem Wahlzettel nichts Wählbares steht, muß man zwangsläufig selbst die Dinge in die Hand nehmen und selbst kandidieren. Nichtwählen stärkt nur die Mächtigen. Aber man kann auch den Weg gehen, den Ewald Stadler geht und sich bei der FPÖ engagieren. Dort befindet sich mit Andreas Mölzer ein weiterer tüchtiger Vorkämpfer für eine gerechte Politik. Das BZÖ kann man getrost vergessen. Man hat den Eindruck, daß es denen nur noch um Ämter und Pfründen geht. Jörg Haider war gut bis zu seinem großen Wahlsieg, dann beging er Fehler auf Fehler. Man muß nicht zwangsläufig in die Regierung eintreten, aber wenn man regiert, dann muß man es richtig machen und ohne faule Kompromisse. Schon gar nicht mit Verbeugungen vor dem Zeitgeist. Das hat Haider nicht bedacht. Jetzt lachen seine Feinde über ihn. Leider.
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#4   Catholicus   11:06:53 | Montag, 25. September 2006
Politik und Verantwortung
Es ist jedem katholischen Christen unbenommen, in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des natürlichen und übernatürlichen Sittengesetzes eine politische Option zu entwickeln und vorzustellen. Wer die Wahlmöglichkeit überhaupt nicht wahrnimmt, setzt im gegenwärtigen demokratischen Kontext ein vielseitig interpretierbares Zeichen und akzeptiert jedenfalls (gewollt oder ungewollt) das Resultat der Wahl. Auch andere Optionen scheinen möglich: ungültig wählen, das kleinere Übel wählen, die Partei mit dem Maximalinhalt christlicher Werte gemäß dem jeweiligen Programm wählen!
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#3   Sirilo   11:01:42 | Montag, 25. September 2006
Man staunt
Die Haider-Partei BZÖ gehört zum linken Lager? Na, wenn Haider und Co. schon links sind, was mag dann in Österreich rechts sein?
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#2   landorganist   10:41:06 | Montag, 25. September 2006
Die Empfehlung
nicht zur Wahl zu gehen, weil man ja eh nichts ändern kann, halte ich für einen Akademiker, falls denn der Doktor-Titel echt ist, recht dürftig. So spielt man den Radikalen, gleich welcher Couleur, nur in die Hände.
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#1   Kraut   10:23:03 | Montag, 25. September 2006
Christliche Mitte
Ich empfehle Herrn Rechtsanwalt Dr. Alfons Adam, er soll mit der Christlichen Mitte Kontakt aufnehmen. Sofern sie in Österreich nicht schon vorhanden ist.
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