Orden
Die Todsünde des Karmels
Der Vatikan hat sich in den Fall der Karmelitinnen von Zweifall eingeschaltet. Auch die Diözese will reden. „Nicht solange das Auflösungsdekret besteht“ – kontern die Schwestern.
(kreuz.net, Zweifall) Die Ordenskongregation hat das von der Auflösung bedrohte Karmelitinnenkloster Maria Königin in Zweifall zurechtgewiesen.

Das gab das Bistum Aachen bekannt.

Das 1955 gegründete Karmelitinnenkloster Maria Königin in Zweifall bei Aachen befindet sich auf einer Anhöhe unweit der belgischen Grenze.

Die vatikanische Mahnung wurde den Karmelitinnen durch den vom Bistum Aachen mit dem Fall betrauten Dompropst Herbert Hammans zugestellt. Der Brief flatterte am Montag per Einschreiben ins Kloster.

Der Dompropst bat die Schwestern auch um einen Gesprächstermin.

Doch die Zweifaller Schwestern wollen erst dann wieder reden, wenn das Auflösungsdekret für ihre Gemeinschaft aufgehoben ist. Das berichtete das Lokalblatt ‘Aachener Zeitung’.

Die Ordenskongregation schreibt, daß die Oberin Sr. Maria Regina (54) nach der Aufhebung des Klosters am 10. Januar 2006 für das Kloster weder rechtsgültig handeln noch es vor Staat und Kirche legitim vertreten könne.

Das „ehemalige“ Kloster sei als Rechtsperson handlungsunfähig.

In den Gebäuden des Klosters existiere keine kirchlich anerkannte Gemeinschaft, und Schwester Maria Regina unterstehe der ausschließlichen Aufsicht des Bischofs von Aachen, Mons. Heinricht Mussinghoff.

Der Bischof sei vom Heiligen Stuhl besonders beauftragt, für die Zukunft von Schwester Maria Regina Vorsorge zu treffen.

Mons. Mussinghoff anerkannte, daß das Klostervermögen an jene Gemeinschaften fallen wird, welche die künftig heimatlosen Schwestern aufnehmen werden.

Im Karmel Zweifall lebten bis vor kurzem vier Schwestern: die Subpriorin Schwester Maria Regina (54), die aus dem polnischen Kattowitz stammende Schwester Katharina (40), Schwester Helene (84) und eine polnische Novizin (23).

Schwester Helene ist kürzlich verstorben. Schwester Katharina soll auf Weisung ihrer polnischen Priorin in die Heimat zurückkehren.

Beim Begräbnis von Schwester Helene verlas der den Schwestern nahestehende Franziskanerpater Laurentius, der im Kloster auch als Kaplan gewirkt hat, eine Erklärung. Darin kritisierte er die Ordensleitung des Karmelitenordens und die benachbarten Karmelitinnenklöster.

Die Strafe folgte auf dem Fuß. Dompropst Hammans erklärte, daß der Franziskanerpater die Autorität von Bischof Mussinghoff öffentlich in Zweifel gezogen habe.

Der Pater sei bereits gemahnt worden, den Kontakt zu den Schwestern abzubrechen.

Auch wenn er in der Schwesternkapelle keine Messen mehr lese, habe er sich doch in den letzten Monaten in wachsendem Maße in das Leben der dort wohnenden Schwestern eingemischt.

Anläßlich der Beerdigung von Schwester Helene wurde auch bekannt, daß bald Nachwuchs aus Afrika eintreffen wird.

Die Generalsekretärin der Konferenz der deutschen Ordensoberinnen, Schwester Cäcilia Höffmann, zeigte sich darüber nicht erfreut. Im Gegenteil. Sie bezeichne diesen Schritt als eine „schwere Sünde“.

Nach Ansicht von Schwester Cäcilie müssen Schwester in ihrer Heimat ausgebildet werden.

Man dürfe Frauen aus einem anderen Erdteil nicht zur Aufnahme des Ordenslebens in Deutschland bewegen.
      
11 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#11   elkeschoenhofen   20:54:10 | Freitag, 1. Dezember 2006
Karmel, die Zukunft der Kirche
Warum lassen wir in unserer säkuleren Zeit nicht Menschen so leben wie sie wollen? Bitte gebt dem Zeitgeist nicht immer nach!!!! Lasst sie doch bitte! Ich selbst gehöre „meiner“ Kirche nicht mehr an. Ich habe aber sehr großen Respekt vor diesen „Heiligen“.
Ich weiß sehr wohl, das eine gewisse Zahl der Karmelschwester nötig sind, um eine Gemeinschaft zu bilden. Warum aber hat man so wenig Geduld? Der heilige Geist wird sicher Menschen in die Gemeinschaft führen. Bitte, bitte Geduld!
Redaktion benachrichtigen
#10   Sr. Maria Andrea †   19:42:19 | Dienstag, 26. September 2006
Es ist doch besser…
wenn die letzte Schwester das Licht ausmacht!
Redaktion benachrichtigen
#9   miles immaculatae   14:20:28 | Dienstag, 26. September 2006
Frage
Man darf Novizinnnen aus anderen Erdteilen nicht in ein deutsches Kloster aufnehmen.
Wieso? Durfte Paulus nicht in Rom predigen? Hätte Petrus in Jerusalem bleiben sollen? Klingt irgendwie wie die Asylpolitiker, die meinen, afrikanische Flüchtlinge dürften nur in Afrika um Asyl nachsuchen. Was spricht dagegen? Kann mir das jemand erklären?
Redaktion benachrichtigen
#8   Gotthard   12:59:46 | Dienstag, 26. September 2006
aus dem Bistum Aachen
Bei Gelegenheit der Beerdigung von Schwester Helene wurde berichtet, in das ehemalige Kloster kämen demnächst Frauen aus Afrika, durch eine Agentur unter Mitwirkung eines tätigen Ordens vermittelt, die dort das Klosterleben beginnen würden. Davon abgesehen, dass das Kloster nicht mehr bestehe, sage die weltweit gewonnene Erfahrung der letzten 30 Jahre, dass es unverantwortlich ist, Männer oder Frauen außerhalb ihres Kulturkreises in einen Orden aufzunehmen, so Hammans. Manche Orden hätten, um den fehlenden Nachwuchs auszugleichen, Christinnen und Christen aus anderen Ländern aufgenommen und in Deutschland ins Ordensleben eingeführt. Dieser Weg habe sich aber als Irrweg erwiesen. Inzwischen bestehe Übereinstimmung, dass Interessentinnen und Interessenten am Ordensleben in ihrer heimatlichen Kultur in das Ordensleben hineinwachsen müssten und erst nach abgeschlossener Einführung, also nach den Ewigen Gelübden, eine Tätigkeit in einem Kloster eines anderen Landes aufnehmen dürften. Die Generalsekretärin der Konferenz der deutschen Ordensoberinnen und -oberen, Schwester Cäcilia Höffmann, bezeichne es als eine schwere Sünde, Frauen aus einem anderen Erdteil zur Einreise und zur Aufnahme des Ordenslebens in Deutschland zu bewegen.
Redaktion benachrichtigen
#7   landorganist   08:02:12 | Dienstag, 26. September 2006
Liebe Redaktion
eigentlich sollte Ihr, die Euch doch im Besitz der ewigen Wahrheit wähnt, wissen, dass man Propst mit p schreibt. :-S
Redaktion benachrichtigen
#6   laikos   07:58:54 | Dienstag, 26. September 2006
Typisch Moderne Kirche
Die Karmel gehöhren zu den wenigen katholischen Vereinen welche überhaupt noch richtig an Gott glauben. Da ist es ja wieder einmal logisch das die moderne Kirche gegen die Karmelieten vorgeht. Wahrscheinlich haben sie die Todsünde des lateinisch betens oder die Todsünde des Sünders zurechtweisen begangen o^/ Gegen Medjugorje sagt die moderne Kirche nichts. Gegen die Karmeliten haben sie etwas . War auch nicht anders zu erwarten.
Redaktion benachrichtigen
#5   Gotthard   00:13:59 | Dienstag, 26. September 2006
Unb-Ordnung
dieser Karmel ist ein reines Trauerspiel, das Ordensleben heute zum Gespött macht.
Dieser Karmel hat sich überlebt … warum können das einige (= ein) Köpfe nicht kapieren?
Im Wort „Orden“ steckt auch das Wort „ordo = Ordnung“ … was dort getrieben wird ist absolute Un-Ordnung, einem Kloster absolut unwürdig.
Redaktion benachrichtigen
#4   Bonaventura   22:21:23 | Montag, 25. September 2006
@Gotthard
das wüsste ich ja gern von Ihnen.
Sie schreiben in Ihrem ersten Posting zu diesem Beitrag, dass die Todsünde des Karmels (Institution) darin bestünde das sie der Ordensleitung den Gehorsam verweigere.
Dann erklären Sie mal, was Sie von mir wissen wollen ^-^
PS: Danke für die Lorbeeren, denn ich verfüg durchaus über ein Fundament im Glauben :-P
Redaktion benachrichtigen
#3   Gotthard   22:10:34 | Montag, 25. September 2006
@Bonaventura
kann mir schäbigem Modernisten ein Fundermental-Kathole mal erklären, wie eine Institution überhaupt sündigen kann?
Redaktion benachrichtigen
#2   Bonaventura   21:54:16 | Montag, 25. September 2006
Schwere Sünde
Ungehorsam ist an sich keine Todsünde.
Und auch nicht im Fall des Karmels von Zweifall.
Aber das Sie GOTTHARD nicht wissen was eine Todsünde ist, war ja klar.
In Ihrer liberalistischen Pseudotheologie gibt es ja keine Sünde und schon gar keine Todsünde mehr. :-S
Redaktion benachrichtigen
#1   Gotthard   21:38:41 | Montag, 25. September 2006
Schnapsidee
Die Todsünde des Karmels ist deren Ungehorsam gegen die eigene Ordensleitung …
langsam nimmt das Ganze pathologische Züge an… die Einfuhr von Ordenskandidatinnen aus Afrika ist wohl eine echte Schnaps-Idee.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Pater Karl Wallner„Ich sah immer die durchtrainierten jungen Priesterstudenten“ EuorpaklosterNach der Messe gibt’s ein Kasperltheater Abtprimas Notker Wolf„Die katholische Kirche hat die Aufklärung und das Zweite Vatikanische Konzil gebraucht“ JesuitenIch verehrte den Buddha, wie ich vorher Christus verehrt hatte „Besonders grausam“Ein Ex-Jesuit als Polizeichef KarmelittinenklosterHausverbot Zürcher FranziskanerWas hat der Engel des Herrn mit dem Muezzin zu tun? Orden„Man muß uns in Ketten abführen“ OrdenThomas von Aquin: Vorsicht OrdenRömische Anerkennung Orden„Klar, daß dieses Fladenbrot unglaublich bröselt“ Orden„Die Schwester? – Die ist häßlich und fett“ OrdenVom Kloster in den Kerker OrdenDie Jesuiten im freien Fall OrdenKardinal und Kartäuser
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net