Buchbesprechung
Ist die Priesterweihe für die Frau „zeitgemäß“?
Professor Manfred Hauke von der Theologischen Fakultät in Lugano (Schweiz) äußert sich in einer neuesten Veröffentlichung zur Frage der Priesterweihe der Frau. Ein Blick ins Vorwort.
(kreuz.net/Theologisches) Im November 2004 meldete die katholische Nachrichtenagentur kath.net, daß die erste Frau im Leitungsteam des Canisianums in Innsbruck, Frau Brigitte Proksch, die Frage für offen halte, ob Frauen in der Katholischen Kirche das Weihesakrament erhalten sollten. Das Canisianum ist ein von den Jesuiten geführtes Internationales Priesterseminar.

Sie wolle die Frage nach einer möglichen Priesterweihe der Frau „nicht mit Ja oder Nein“ beantworten, meinte die 42-jährige neue Studienpräfektin des Canisianum. Die Frage sei für sie offen, und „sie sei unter Umständen je nach kulturellem Kontext anders zu beantworten“.

Angesichts solcher Stellungnahmen, die in einem seltsamen Mißverhältnis zu den Äußerungen des Lehramtes wie auch zu den neueren Erkenntnissen der Theologie stehen, ist das hier anzuzeigende Buch höchst zeitgemäß: „Das Weihesakrament für die Frau: Eine Forderung der Zeit?“ Unter diesem Titel erscheint in diesen Tagen der neue Band aus der Buchreihe „Respondeo“ der Zeitschrift „Theologisches“.

In diesem Band zeigt Manfred Hauke, der an der theologischen Fakultät in Lugano Dogmatik und Patrologie lehrt, den Mut und die wissenschaftliche Kompetenz, diese Frage eindeutig zu beantworten.

Im weiteren ist das Vorwort zu diesem Werk abgedruckt:

Am Pfingstfest des Jahres 1994 unterschrieb Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ – „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“. Zehn Jahre sind seitdem vergangen – ein willkommener Anlaß für eine Besinnung. Zumal es im deutschen Sprachraum nach wie vor erhebliche Widerstände gegen die päpstliche Lehrentscheidung gebt. Die öffentliche theologische Debatte über die Priesterweihe ist zwar seitdem zurückgetreten, aber das Interesse konzentriert sich derzeit auf die Frage nach einem möglichen Diakonat der Frau.

Im laufenden Jahr ist nun eine Studie der Internationalen Theologischen Kommission auch in deutscher Übersetzung erschienen. Darin heißt es zum Abschluß: „Im Licht dieser Momente, die in der vorliegenden historisch-theologischen Untersuchung herausgestellt wurden, kommt es dem Amt der Unterscheidung, das der Herr in seiner Kirche eingerichtet hat, zu, sich mit Autorität zu dieser Frage zu äußern.“

Bei der Frage nach der Frau als möglicher Empfängerin des Weihesakramentes geht es nicht nur um die kirchliche Hierarchie. Mit dem Thema verbinden sich grundsätzliche Auffassungen zur Beziehung von Mann und Frau, die in viele andere theologische Themen hineinragen. Dies zeigt besonders die Auseinandersetzung um die Feministische Theologie, die zwar in den letzten Jahren zurückgetreten ist, aber nach wie vor Beachtung verdient.

Papst Johannes Paul II. entwickelt die theologische Geschlechteranthropologie aus marianischer Sicht vor allem in dem Apostolischen Schreiben „Mulieris dignitatem“ (1988). Seine Aufmerksamkeit für die Sache der Frau zeigt sich unter anderem auch in seinem „Brief an die Frauen“ (1995) sowie in der Ernennung von drei weiblichen Schutzheiligen Europas neben drei männlichen Patronen: Benedikt, Cyrill und Methodius stehen nun Birgitta von Schweden, Katharina von Siena und Edith Stein zur Seite (1999).

Gerade die Schriften Edith Steins bieten reichen Stoff für eine Neubesinnung, welche oberflächliche soziologische Ansätze überwinden kann, zur Entdeckung des authentischen Mann- oder Frauseins. Zu einem vertieften Nachdenken ermuntert auch das neuerdings veröffentliche Schreiben der Glaubenskongregation „über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“ (31. Mai 2004).

Anlässe für eine weiterführende Neuaufnahme des Themas vom Weihepriestertum der Frau gibt es also genügend. Die vorliegende kleine Schrift soll freilich nicht eine umfassende Darlegung aller Gesichtspunkte bieten, sondern in aller Kürze die Frage für einen weiteren Leserkreis auf den Punkt bringen.

Manfred Hauke
Das Weihesakrament für die Frau – Eine Forderung der Zeit?
10 Jahre nach der Päpstlichen Erklärung „Ordinatio Sacerdotalis“
Respondeo Nr.17
Verlag Franz Schmitt: Siegburg 2004, 129 Seiten
      
9 Lesermeinungen
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#9   Dr. Otterbeck   10:06:25 | Samstag, 27. Mai 2006
Schönes Foto!
Montiert. Real würde man wohl rosa Krägchen für die Damen und himmelblaue für die Jungs einführen müssen, sonst kommt es zu Verwechslungen.
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#8   Dolfus   15:01:48 | Dienstag, 4. Januar 2005
@Fjore
Im TV kommt so mancher anders rüber als er wirklich ist, auf Monsignor Krenn trifft dies in besonderer Weise zu.
Wer ihn live gesehen hat, sieht, daß er eher hinauf- als herabblickt!
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#7   FioreGraz   14:32:10 | Dienstag, 4. Januar 2005
@Dolfuß
Im Harabschauen war Krenn schon immer sehr gut. Nur ob das die aufgabe eines hirten ist sich selbst zu erhön?
LG
Fiore
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#6   Dolfus   08:40:15 | Dienstag, 4. Januar 2005
Die Motivation
In seinen wilden Bischofsjahren hat einmal Prof. Dr. Kurt Krenn in einer TV-Diskussion die tieferen Beweggründe dieser Frauen aufgedeckt: „… damit die Mutti sonntags predigen kann …“
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#5   1+1=7   22:33:52 | Montag, 3. Januar 2005
Kennt
jemand von euch eine Frau die wirklich Priester/in werden will?
Wenn ja, hat sie gesagt warum?
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#4   Dolfus   20:42:33 | Montag, 3. Januar 2005
Über den Menschenfeind von Anbeginn
Die Kirche ist die einzige göttliche Gemeinschaft auf Erden, der Corpus Mysticum Jesu Christi … wer der Kirche nicht zugehört, bleibt Eigentum des satans … sind das nicht genug Gründe genug, warum ein hochintelligentes, mächtiges, gottes- und menschenfeindliches Wesen alles daran setzen sollte, um diese Organisation tödlich zu treffen?
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#3   doublemax   20:15:16 | Montag, 3. Januar 2005
Die Kirche!
Die Kirche, auf der einen Seite wirft man ihr vor, sie sei „frauenfeindlich“, auf der anderen Seite, sie sei eine „Weibergesellschaft“. Ein Ding, dass in beide Straßengräben fällt, muss ein wirklich richtiges Ungeheuer sein!
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#2   Yersinia   19:09:28 | Montag, 3. Januar 2005
Nun, ob die Öffnung der Priesterweihe für Frauen zeitgemäß ist, sei dahingestellt.
Aber vielmehr als um „Zeitgemäßheit“ geht es doch um die Frage nach dem „Eigentlichen“ des (katholischen) Priestertums. Was macht die „Substanz“ des Priester-seins aus? Diese Frage wird immer neu zu stellen sein, weil sich auch das Verständnis dessen, was priesterliches Leben und Wirken bedeutet, ständig ändert – wohlgemerkt: das menschliche Verständnis dafür. Ein „Schluß der Debatte“, und sei es auch von höchster Stelle verordnet, bewirkt nur eine weitere Diskussion über den verordneten Schluß; sicher aber keine Beendigung einer Diskussion, die eben auch viel Gutes hat, gerade weil Dinge des Glaubens immer neu – im gläubigen Sinne – verstanden werden wollen.
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#1   Dolfus   14:04:09 | Montag, 3. Januar 2005
Bereits endgültig geklärt
Wer noch die Gnade des römisch-katholischen Glaubens besitzt, dem dürfte instinktiv bewußt sein, welche Ordnung Christus Seiner Kirche geben wollte.
Der seit 1978 regierende Statthalter Jesu Christi, Papst Johannes Paul II., hat diese Frage, die auch immer wieder an Seine Heiligkeit herangetragen wurde, ausdrücklich „endgültig“ geklärt. Eine weitere Diskussion ist darum völlig unangebracht. Man könnte bloß theologisch ausloten, WARUM Christus nur Männer als Kleriker wollte, und nicht mehr OB. Das „OB“ ist endgültig geklärt. (Fragen durfte man ja, das ist ja das gute Recht des Gläubigen.)
Die sakramentale Klerikerweihe einer Frau wäre also ganz klar ungültig, nicht bloß „unerlaubt“, wie uns modernistische Theologen hinterlistig suggerieren möchten. Kein Papst hätte die Möglichkeit, an dieser göttlichen Ordnung etwas zu verändern.
Ein Papst konnte nur feststellen, wie die unabänderliche kirchliche Lehre in dieser Frage ist, zu ändern hätte auch Johannes Paul II. vor 1994 nichts an diesem Sachverhalt gekonnt, also bevor er das angesprochene Schreiben über die Frau veröffentlichte.
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