11:05:35 | Montag, 3. Januar 2005
Professor Manfred Hauke von der Theologischen Fakultät in Lugano (Schweiz) äußert sich in einer neuesten Veröffentlichung zur Frage der Priesterweihe der Frau. Ein Blick ins Vorwort.
(kreuz.net/
Theologisches) Im November 2004 meldete die katholische Nachrichtenagentur kath.net, daß die
erste Frau im Leitungsteam des Canisianums in Innsbruck, Frau Brigitte Proksch, die Frage für offen halte,
ob Frauen in der Katholischen Kirche das Weihesakrament erhalten sollten. Das Canisianum ist ein von den
Jesuiten geführtes Internationales Priesterseminar.
Sie wolle die Frage nach einer möglichen Priesterweihe
der Frau „nicht mit Ja oder Nein“ beantworten, meinte die 42-jährige neue Studienpräfektin des Canisianum.
Die Frage sei für sie offen, und „sie sei unter Umständen je nach kulturellem Kontext anders zu beantworten“.
Angesichts solcher Stellungnahmen, die in einem seltsamen Mißverhältnis zu den Äußerungen des Lehramtes
wie auch zu den neueren Erkenntnissen der Theologie stehen, ist das hier anzuzeigende Buch höchst zeitgemäß:
„Das Weihesakrament für die Frau: Eine Forderung der Zeit?“ Unter diesem Titel erscheint in diesen Tagen
der neue Band aus der Buchreihe „Respondeo“ der Zeitschrift „Theologisches“.
In diesem Band zeigt Manfred
Hauke, der an der theologischen Fakultät in Lugano Dogmatik und Patrologie lehrt, den Mut und die wissenschaftliche
Kompetenz, diese Frage eindeutig zu beantworten.
Im weiteren ist das Vorwort zu diesem Werk abgedruckt:
Am Pfingstfest des Jahres 1994 unterschrieb Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben „Ordinatio
Sacerdotalis“ – „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“. Zehn Jahre sind seitdem vergangen –
ein willkommener Anlaß für eine Besinnung. Zumal es im deutschen Sprachraum nach wie vor erhebliche
Widerstände gegen die päpstliche Lehrentscheidung gebt. Die öffentliche theologische Debatte über
die Priesterweihe ist zwar seitdem zurückgetreten, aber das Interesse konzentriert sich derzeit auf die
Frage nach einem möglichen Diakonat der Frau.
Im laufenden Jahr ist nun eine Studie der Internationalen
Theologischen Kommission auch in deutscher Übersetzung erschienen. Darin heißt es zum Abschluß: „Im
Licht dieser Momente, die in der vorliegenden historisch-theologischen Untersuchung herausgestellt wurden,
kommt es dem Amt der Unterscheidung, das der Herr in seiner Kirche eingerichtet hat, zu, sich mit Autorität
zu dieser Frage zu äußern.“
Bei der Frage nach der Frau als möglicher Empfängerin des Weihesakramentes
geht es nicht nur um die kirchliche Hierarchie. Mit dem Thema verbinden sich grundsätzliche Auffassungen
zur Beziehung von Mann und Frau, die in viele andere theologische Themen hineinragen. Dies zeigt besonders
die Auseinandersetzung um die Feministische Theologie, die zwar in den letzten Jahren zurückgetreten
ist, aber nach wie vor Beachtung verdient.
Papst Johannes Paul II. entwickelt die theologische Geschlechteranthropologie
aus marianischer Sicht vor allem in dem Apostolischen Schreiben „Mulieris dignitatem“ (1988). Seine Aufmerksamkeit
für die Sache der Frau zeigt sich unter anderem auch in seinem „Brief an die Frauen“ (1995) sowie in
der Ernennung von drei weiblichen Schutzheiligen Europas neben drei männlichen Patronen: Benedikt, Cyrill
und Methodius stehen nun Birgitta von Schweden, Katharina von Siena und Edith Stein zur Seite (1999).
Gerade die Schriften Edith Steins bieten reichen Stoff für eine Neubesinnung, welche oberflächliche
soziologische Ansätze überwinden kann, zur Entdeckung des authentischen Mann- oder Frauseins. Zu einem
vertieften Nachdenken ermuntert auch das neuerdings veröffentliche Schreiben der Glaubenskongregation
„über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“ (31. Mai 2004).
Anlässe für
eine weiterführende Neuaufnahme des Themas vom Weihepriestertum der Frau gibt es also genügend. Die
vorliegende kleine Schrift soll freilich nicht eine umfassende Darlegung aller Gesichtspunkte bieten,
sondern in aller Kürze die Frage für einen weiteren Leserkreis auf den Punkt bringen.
Manfred Hauke
Das Weihesakrament für die Frau – Eine Forderung der Zeit?
10 Jahre nach der Päpstlichen Erklärung
„Ordinatio Sacerdotalis“
Respondeo Nr.17
Verlag Franz Schmitt: Siegburg 2004, 129 Seiten
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Dr. Otterbeck 10:06:25 | Samstag, 27. Mai 2006
#8
Dolfus 15:01:48 | Dienstag, 4. Januar 2005
#7
FioreGraz 14:32:10 | Dienstag, 4. Januar 2005
#6
Dolfus 08:40:15 | Dienstag, 4. Januar 2005
#5
1+1=7 22:33:52 | Montag, 3. Januar 2005
#4
Dolfus 20:42:33 | Montag, 3. Januar 2005
#3
doublemax 20:15:16 | Montag, 3. Januar 2005
#2
Yersinia 19:09:28 | Montag, 3. Januar 2005
#1
Dolfus 14:04:09 | Montag, 3. Januar 2005