Kirchenvandalismus
Aus gutbürgerlichen Verhältnissen
Nach der Aufklärung der jüngsten Kirchenschändung in der Nähe von Fulda gibt es noch mehr Anlaß zur Sorge als vorher.
(kreuz.net) Die Täter, die am vergangenen Wochenende das Innere der Pfarrkirche von Welkers bei Fulda verwüsteten, sind gefaßt.

Die Kirchenschänder von Fulda sind zwei – offenbar wohlstandsverwahrloste – 13jährige.

Einer stammt aus Welkers selber, der andere aus Ebersburg – wenige Kilometer östlich von Fulda.

Sie seien keine „Kirchenhasser“ – erklärte die ‘Fuldaer Zeitung’ am 29. September 2006.

Die beiden Übeltäter stellten sich in Begleitung ihrer Eltern der Polizei und gestanden die Tat. Sie stammen nach Angaben der Polizei „aus gutbürgerlichen Verhältnissen“.

Wegen ihres geringen Alters können sie nicht bestraft werden.

„Es war offenbar der durch die Polizei aufgebaute Fahndungsdruck, der die Kinder dazu brachte, sich zu stellen“ – erklärte ein Polizeisprecher vor der ‘Fuldaer Zeitung’.

Bei der Frage nach ihrem Motiv waren die zwei nach Polizeiangaben offenbar nicht sehr gesprächig:

„Die beiden Jungen sagten bei der Vernehmung, daß sie sich in der Kirche unbeobachtet glaubten und einfach nur zerstören wollten“ – so ein Polizeisprecher.

Ob ihre Eltern für den materiellen Schaden – der bei deutlich über 10.000 Euro liegt – haftbar gemacht werden können, ist nicht endgültig geklärt.

Doch der Vize-Vorsitzende des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde hofft, daß die Eltern finanzielle Wiedergutmachung leisten werden.

Der sozialdemokratische Bürgermeister von Eichenzell brachte das Problem der zwei Vandalen auf den Punkt: „Wer so alt ist, sollte genug Verstand haben, um zu begreifen, was er da tut.“

Volker Nies sieht in einem Kommentar für die ‘Fuldaer Zeitung’ einen Trend. Der Anschlag auf die Kirche sei nur die Spitze eines Eisbergs.

„Nicht nur in Großstädten, auch im osthessischen Raum ist eine zunehmende Verrohung junger Leute zu beobachten.“

Unter Schülern würde der Respekt vor dem Eigentum und der Gesundheit anderer schwinden – „auch wenn dies offiziell allzu gern unter den Teppich gekehrt wird.“

Der Vandalismus von Welkers sollte Anlaß sein, über die Entwicklung offen zu sprechen – so der Kommentator.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Toby   09:32:28 | Sonntag, 1. Oktober 2006
Nach Ursachen fragen
Ich frage mich, ob es sich Leute wie Gunsenum hier nicht zu einach machen. Es ist natürlich viel bequemer, eine solche Tat als Dummejungenstreich herunterzuspielen als sich mit den Ursachen für die großen Defizite in Gesellschaft und Kirche auseinanderzusetzen. Übrigens eine typisch spießige Haltung von Vertretern der bürgerlichen Zivilreligion, die in ihrer Ruhe nicht gestört werden wollen.
Die beiden Jungs stammen aus „gutbürgerlichen Verhältnissen“. Im katholischen Fuldaer Land werden sie dann aller Wahrscheinlichkeit nach auch gut katholisch sozialisiert gewesen sein mit Erstkommunion, Firmung und allem Drum und Dran. Da stellt sich dann aber schon die Frage, wie es soweit kommen konnte.
Es sind (zu) große Worte, wenn man die dumme Tat, einiger pubertierender dummer Kinder hier als Untergang der Gesellschaftsmoral ausweist. Die Kids werden materiell und idealistisch für ihren Schaden aufkommen und gut isset.
Bei aler Widerlichkeit und Dummheit der Tat wolle mer net so e Brimborium draus mache, gell!?
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#4   Gunsenum   02:09:37 | Sonntag, 1. Oktober 2006
@beobachterin
Papperlappappplaperapapp!
Verluderung – so ein blödes Wort. Einfach nur blöd und spießig. Verluderung.Öde!
Es sind (zu) große Worte, wenn man die dumme Tat, einiger pubertierender dummer Kinder hier als Untergang der Gesellschaftsmoral ausweist. Die Kids werden materiell und idealistisch für ihren Schaden aufkommen und gut isset.
Bei aler Widerlichkeit und Dummheit der Tat wolle mer net so e Brimborium draus mache, gell!?
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#3   tau †   19:15:49 | Freitag, 29. September 2006
@ Beobachterin: … ja,
und es (be-) trifft absolut alle (!),
egal ob fromm, konservativ, progressiv fernstehend,
„Kirchenfeind“ oder was sonst auch immer !
Viele Grüße
tau
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#2   Beobachterin   16:07:32 | Freitag, 29. September 2006
Symptom
Die Verwüstung der Kirche ist nur ein Symptom für die öffentliche Verluderung. Es paßt eines zum anderen. Wie mein Vorredner bereits schrieb: Die Saat geht auf.
Kirchenfeinde werden sich über solche Taten freuen, aber das Lachen wird ihnen vergehen, denn die Gesellschaft verwahrlost zusehens.
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#1   tau †   11:59:28 | Freitag, 29. September 2006
@ kreutz.net
Ja! – Die Saat geht auf – !
Der Gründer der Ostpriesterhilfe, P. Werenfried van Straaten, sagte einmal ungefähr folgendes:
„Ein Missionar ersetzt tausend Polizisten.“
Viele Grüße und Gottes Segen
tau
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