Kinderabtreibung
Erzbischöflicher Dolch sticht erneut
Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn kritisiert erneut die Aktionen der Lebensschutzgruppe „Jugend für das Leben“. Initiativen wie „Licht ins Dunkel“ oder die „Dreikönigsaktion“ haben sich dagegen Lob verdient.
(kreuz.net) Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn (59), hat heute beim Patroziniumsgottesdienst im Wiener Stephansdom unterstrichen, daß die Christen ihre Aufgabe in Liebe tun müßten. „Die Wahrheit in Liebe tun“ sei auch das Motto seines Vorvorgängers, Kardinal Franz König, gewesen.

Kardinal Schönborn erinnerte an die 30. Jährung des Inkrafttretens der Fristenregelung. Die Kirche würde viel für den Schutz des Lebens tun.

Der Erzbischof dankte allen, die sich für den Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod einsetzen. Das Motto „Die Wahrheit in Liebe tun“ müsse auch für jene Jugendgruppen gelten, die mitunter übers Ziel schießen, meinte der Kardinal beim Hochamt des hl. Stephanus. Schon vor wenigen Tagen hatte Kardinal Schönborn die Aktivitäten der österreichischen Lebensschutzgruppe „Jugend für das Leben“ kritisiert.

Die „Jugend für das Leben“ hatte einen Comic an 70.000 Salzburger Haushalte geschickt, auf dem die Salzburger Landeshauptfrau die Heilige Familie, die auf Herbergssuche ist, brutal in die von ihr beabsichtigte Abtreibungsanstalt verweist.

Ein erzbischöfliches Lob verdienten dagegen Initiativen wie „Licht ins Dunkel“ oder die „Dreikönigsaktion“. Diese zeigten, daß die Österreicher großzügig und zum Helfen bereit seien.

Der Kardinal betonte die Verpflichtung, die Wahrheit in Liebe zu tun, vor allem für die ständigen Diakone. Ihren Dienst hob der Kardinal am Fest des Heiligen Stephanus, des ersten Diakons und Märtyrers, besonders hervor.
      
11 Lesermeinungen
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#11   1+1=7   12:17:26 | Dienstag, 28. Dezember 2004
Herr Bischof,
ich war einst Ihr Alumne nun habe ich 5 Kinder die ich selbst ernähre. Ich erwarte mir nicht von unserem Herrn Schüssel oder anderen Politikern die nötige Courage etwas gegen Abtreibung zu tun, aber von Ihnen schon. Ich bin Katholik, meinetwegen auch ein Fundamentalist, ich bat Gott mir zu erklären, ob es in Bezug auf Wert und Lebensrecht einen Unterschied gäbe zwischen einem 5 Wochen jungen Menschen mit Behinderung(Z.B.Mongolismuss) im Schoss seiner Mutter, und einem alten Mann mit ein paar Gebrechen z.B. der Papst.
Gott hat mir in diesem Punkt keine Antwort gegeben, er hat mich nur auf den zuständigen Bischof verwiesen.
Nun, dass sind sie. Wir, dass heisst ich und ein Haufen ungeborener G’schrappen (österr.: Kleinkinder) bitten Sie, in diesem Land und öffentlich, dh. in den Medien, für jede Art von Leben, gesetzlich deklariertes Leben als auch vermutetes , einzutreten und Gesellschaften die dieses auch wollen zu unterstüzen, auch dann wenn sie Fehler machen.
Wir, meine Familie, unterstützen Sie ja auch dann, wenn Sie und die Kirche, Ihre Familie, Fehler machen.
Mann muss kein Fundamentalist sein um für etwas Gutes einzutreten.
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#10   bonifatius   11:53:46 | Dienstag, 28. Dezember 2004
Der Kindermord zu Bet… nein zu Salzburg
Erst jetzt wurden mir die Äußerungem des Kardinals zu den beabsichtigten Kindermorden zu Salzburg gänzlich bekannt.
Mit Totschlagkeulen wie „Aktionismus“ und „Fundamentalisten“ beschmutzt man jene, die sich für die Schwächsten der Schwachen und für die Hilflosesten der Hilflosen einsetzen, die vesuchen, gegen den Meinungsterror der Linksliberalen, der Spaß – und Wohlfühlgesellschaft anzutreten. Wie viele runde Tische sind schon bemüht worden? Und was sind konstruktive Gespräche?
Wer bemüht sich schon um die Zukunft des Landes? Jene . die vom linksliberalen Standard gelobt werden, weil sie die Warnrufe gegen Mord und gegen die Lustgesellschaft übertönen wollen, um die „agitatorischen Umtriebe der Fundamentalisten“ zu stoppen? Wie heißt es doch: wenn das Salz schal geworden ist, dann taugt es zu nichts mehr, dan wird es weggeworfen.
O, lieber Herr Kardinal Schönborn ,wie leid tun sie mir doch mit ihrer glatten Diplomatie und der öffentlichkeits- wirksamen Beruhigungspädagogik. Leider werden sie von den Falschen gelobt. Fällt ihnen das nicht mehr auf? Das muß ihnen doch zu denken geben!
Gott möge ihr Gewissen ermahnen und wachrütteln und den armen wehrlosen Kindern im Mutterschoß Seinen Schutz gewähren!
Bonifatius
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#9   Tom Pullings   19:45:31 | Montag, 27. Dezember 2004
Besonnenheit?
@Yersinia:
Du hast in der Sache leider Unrecht. Die „besonnene“ Gesprächsdiplomatie hat erwiesenermaßen seit 30 Jahren nichts gebracht. Speziell in Sachen Abtreibung hat sich die Lage trotzdem stetig verschlechtert.
Es war höchste Zeit, daß die Lebensschützer endlich andere Methoden anwenden …
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#8   Dolfus   19:39:40 | Montag, 27. Dezember 2004
Menschliche Weisheit ist vor Gott Torheit
Eminenz paßt seine geschmeidige Worte gerne seinem Gegenüber, auch seinem interviewenden Gegenüber, an. Ist Eminenz schon mal aufgefallen, daß ihre Interviews auch von Interessierten verglichen werden, und diesem dummen Fußvolk doch tatsächlich auffällt, daß da was nicht zusammenpaßt, je nachdem ob das Interview einem orthodoxen Katholiken oder einem Liberalisten gegeben wird?
Menschliche Weisheit gilt vor Gott als Torheit. Das ist es, was mir zur Schönborn’schen Diplomatie einfällt. Sie hätten sich besser beim Außenministerium melden sollen, ich wette, daß Sie dort untergekommen wären.
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#7   Tom Pullings   16:29:15 | Montag, 27. Dezember 2004
Mäßigung
Inzwischen hat es anscheinend sehr viel innerkatholische Kritik gegeben und Eminenz hat sich gemäßigt. Leider zu spät, die Lebensschützer sind bereits irreparabel angepatzt.
www.kath.net/detail.php?id=9299
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#6   Niclaas   10:39:22 | Montag, 27. Dezember 2004
Wo bleiben seine Alternativvorschläge des öffentlichen Protestes?
Er mag sich ja selbst in dieser Auseinandersetzung aus der Schußlinie halten (wer an diesem Thema rührt riskiert Unannehmlichkeiten). Er mag vor der Öffentlichkeit so glatt und zurückhaltend wie Kardinal König auftreten (und sich die Bluthunde von der Presse vom Hals halten). Seine diplomatische Seichtheit hilft herbe Patzer zu vermeiden und hält unter allgemeiner Gefälligkeit einen möglichen Karrierefortgang in der Kurie offen. Wenn man sich irgendwann seiner erinnern wird, soll kein grober Werksgeruch an ihm haften.
Doch ist es deswegen nötig, die Polemik (Schuhe, Karikaturen) in Salzburg der Lieblosigkeit zu zeihen? Er weiß doch wie komfortabel es ist, wenn andere den Kopf für einen hinhalten. Bei Schönborns Gesprächen mit Bundeskanzler Schüssel – warum hörte man hinterher nie, daß der unerträgliche Skandal des Kindermordes angesprochen wurde? Stille Diplomatie? Unausgesprochenes Einverständnis?
In Salzburgs öffentlichen Krankenhäusern soll der Dienst am Tod Einzug halten. Begleitet von der diskreten Packelei der politischen Akteure. Das Stilmittel der Polemik ist hier ein Aufschrei der Empörung über die Gleichgültigkeit und Feigheit der politisch Verantwortlichen. Kardinal Schönborn steht es nicht gut an, die Zumutungen eines auch polemischen Protestes auszudämpfen.
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#5   Dolfus   09:04:33 | Montag, 27. Dezember 2004
Es ist gut, über die Strategie der Lebensschützer nachzudenken
Denn es ist eine wichtige Sache. Wir wollen sicher nicht diesen erbitterten Streit um des Streites willen.
Jedoch: seit dem SPÖ-Freibrief sind nun 30 Jahre vergangen. 30 Jahre! Konnten seither die Katholiken – immerhin die offizielle Mehrheit dieses Landes?! – in dieser Thematik auch nur irgendetwas bewegen?
Nein, es ist schlimmer geworden.
Wir hatten 30 Jahre sozialistische Kanzlerschaft, davon seit den frühen 1980ern unterstützt durch FPÖ-Steigbügelhalterei, seit Mitter der 1980er bis 2000 unterstützt durch Christdemokraten-Steigbügelhalterei. Nun sitzt wieder ein „Christdemokrat“ im Kanzleramt, der Juniorpartner ist die rechtsliberale FPÖ.
Zollen sie der Lösung der Kindermordfrage auch nur den Funken einer selbstverständlichen Notwendigkeit?
Und die Kirchenführung in Österreich?
Österreichs tonangebender Kirchenmann ist nicht mehr der charismatische Cardinal König – der durch sein ach so kluges Diplomatengeschwafel den Katholizismus – sowohl den politischen, als auch den kirchlichen – de facto verrraten hat, sondern der gräfliche Cardinal Schönborn, der seltsamerweise Gefallen an der Rolle eines neuen Cardinal Königs zu finden scheint.
Polemik gegen den Katholizismus und Lebensschutz gab es 30 Jahre von linksradikaler SPÖ-Seite. Nun muß das kirchliche Schweigen ein Ende haben. Es sitzen auch einige gute Leute in der Bischofskonferenz, aber die werden totgeschwiegen und durch Gesinnungsterror lächerlich gemacht.
Wir müssen, so meine ich, jeder seinen Teil in diesem wichtigen Kampf beitragen – es ist ein extrem wichtiger Kampf, auch wenn wir Westmenschen in dieser Frage komplett abgestumpft sind. Die einen in Polemik – die ist notwendig! Die Charikatur war zutreffend – sie hat die gewünschte Wirkung gebracht: sie hat die, die sich mit dem Sytem arrangiert haben, auf die Palme gebracht. Gut so! Wenn Cardinal Schönborn und seine Mitbrüder durch Diplomatie hinter den Coulissen – durch die ÖVP-FPÖ-Parlamentsmehrheit – etwas erreichen würden, dann umso besser! Man hat nur den Eindruck, dort oben wird nur geschwafelt und nichts bewegt. Vergleiche zum christlichen SED-Arrangement drängen sich auf.
„Polemisierende“ Lebensschützer, Ihr seid die Ehrenretter eines abgestumpften Volkes!
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#4   Yersinia   05:05:08 | Montag, 27. Dezember 2004
eine gewisse Besonnenheit tut gut!
Da hat der Herr Kardinal meines Erachtens recht. Billige Polemik und Aktionismus verhärten die Fronten und führen erst recht zu keiner Lösung in der Sache. Es ist auch in Betracht zu ziehen, dass jene, die sehr polemisch agieren, vielleicht eher am Konflikt als an einer Lösung (in kleinen Fortschritten) interessiert sind.
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#3   Doritta   00:22:36 | Montag, 27. Dezember 2004
Die Abtreibungsgegner und die Wahrheit
Manche Methoden der Abtreibungsgegner sind nicht glücklich gewählt. Die Heilige Familie hat in diesem Comic nichts verloren! Da gibt es keinen Zusammenhang mit der Gabi und der Abtreibungsklinik! In dieser sehr heiklen Frage ist trotzdem Sachlichkeit angebracht. Trotzdem finde ich gut, daß von der Organisation JfdL u.a. auf die schädlichen Folgen der Abtreibung hingewiesen wird! Aktionen sind immer gut, wenn sie ihr geplantes Ziel erreichen.
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#2   Dolfus   19:00:29 | Sonntag, 26. Dezember 2004
Schlagzeile bringt’s auf den Punkt
Wozu Feinde, ich hab doch Mitbrüder?
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#1   Dolfus   18:48:15 | Sonntag, 26. Dezember 2004
Cardinal auf dem Weg zur Hölle
Der Wiener Cardinal soll sich ein Beispiel am Erzmärtyrer St. Stephan nehmen, dem zu Ehren seine Bischofskirche geweiht ist!
Es ist wahr: weder wäre ein Jesus Christus, hätte Er wie Cardinal Schönborn geschwiegen, am Kreuze gelandet, noch wäre Stephanus gesteinigt worden, noch hätte es überhaupt irgendwelche Märtyrer gegeben.
Man wird den Eindruck nicht los, da fürchtet ein Cardinal nicht etwa Gott, sondern die freimaurerische Medienmafia in diesem Land.
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