Beim letzten katholisch-orthodoxen Gipfel gingen die Orthodoxen nicht auf die Katholische Kirche, sondern auf sich selber los.
(kreuz.net, Belgrad) Das Tauwetter zwischen den Orthodoxen und der Katholischen Kirche hält an.
Das
berichtete die katholische französische Tageszeitung ‘La Croix’ Ende September.
Vom 18. bis 24. September
traf sich die internationale gemischte Kommission für den theologischen Dialog zwischen Katholiken und
Orthodoxen in Belgrad.
Ein solches Treffen hat es seit sechs Jahren nicht mehr gegeben.
Der Erzbischof
von Dijon, Mons. Roland Minnerath, bezeichnete die Unterredungen als „freundlich und gleichzeitig tief“.
Schon das sei ein großer Fortschritt.
Mons. Minnerath ist ein deutschsprachiger Lothringer. Er war Professor
für Kirchengeschichte in Straßburg und ist jetzt Erzbischof von Dijon im Osten Frankreichs.
Alle orthodoxen
Kirchen waren vertreten. Der Präsident des vatikanischen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper, zeigte
sich von der „unerwarteten Gastfreundlichkeit“ der orthodoxen Serben überrascht.
Das letzte Treffen
vor sechs Jahren in Baltimore endete mit einem Eklat. Damals kamen sich die Katholische Kirche und die
Orthodoxen in der Frage des Uniatismus in die Haare.
Die Unierten sind jene Kirchen, die den byzantinischen
Ritus und Gebräuchen folgen, aber dem Papst unterstehen.
Auch Mons. Johan Bonny vom Einheitsrat zeigte
sich zufrieden: „Wir müssen vom Osten viel über die Konziliarität lernen.“
Erzbischof Minnerath stimmt
ihm zu: „Seit dem Zweiten Vatikanum akzeptiert die Katholische Kirche die Vorstellung der Konziliarität
wenigstens theoretisch.“
Bei den Gesprächen ging es um das Verhältnis zwischen Autorität und Konziliarität,
das heißt, um die Entscheidungsgewalt von Bischofssynoden.
Dieses Mal habe man über die Lehre der Kirche
gesprochen: „über das, was uns für 1000 Jahren getrennt hat“ – erklärte Mons. Bonny.
In einem Jahr
will man in Italien weiterdiskutieren.
Während des Belgrader Treffens kam es zur Konfrontation unter
den Orthodoxen. Die beiden Patriarchate von Moskau und Konstantinopel gingen aufeinander los.
Teilnehmer
erklärten danach, über die „Heftigkeit der Meinungsverschiedenheit“ erstaunt gewesen zu sein.
Dabei
ging es um das Verständnis des Ehrenprimates des Patriarchen von Konstantinopel.
Die Russen erklärten,
daß die Gemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat keine absolute Notwendigkeit sei, um als orthodox
zu gelten.
„Der Bischof von Konstantinopel hat niemals eine mit dem Papst vergleichbare Rolle gespielt“ –
stellte der Vertreter von Moskau, Metropolit Hilarion von Wien, fest.
Das Kriterium der Einheit in der
orthodoxen Kirche sei die eucharistische und kanonische Communio der Ortskirchen und nicht nur die Communio
mit dem Sitz von Konstantinopel.
Kardinal Kasper hat versprochen, daß man beim nächsten Treffen im
Oktober 2007 über diese Frage weiterreden wolle.
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3 Lesermeinungen
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Der Patriarch von Moskau sieht leider liturgisch schöner aus als mancher Lateinischer Patriarch in diesen
Tagen des nachkonziliaren Frühlings. Die Bilder des Herrn Patriarchen von Moskau Alexius II. Freiherr
von Rüdiger sind zu finden unter patriarchia.ru Großartige Aufnahmen des slavo-byzantinischen Ritus.
Ach Evelin … … wie man einander zerfleischt, das kann man von „Katholiken“ wohl noch besser lernen.
Davon abgesehen ist der Konflikt zwischen dem Constantinopolitaner Patriarchen und dem traditionstreueren
Moskauer über den Charakter des Constantinopolitaner Vorrangs nicht neu und folglich auch in keiner Weise
überraschend. – Ausdrücke wie „aufeinander losgehen“ sind dabei natürlich nur der Scharfmachersprache
des Berichterstatters geschuldet. Im übrigen erlaube ich mir an dieser Stelle eine kleine Lektüreempfehlung:
Klaus Gamber: Orientierung an der Orthodoxie. Die Tradition der Ostkirche als Richtschnur in Liturgie
und Verkündigung www.domus-ecclesiae.de/…entierung.frons.html
Konziliarität Lustig, wenn der Katholik sagt: „Wir müssen vom Osten viel über die Konziliarität lernen.“
wenn der eine Orthodoxe auf den anderen losgeht…