Alte Messe
Wie die traditionellen Gläubigen von den deutschen Bischöfen behandelt werden
Die ‘Una Voce’ wirft den deutschen Bischöfen vor, ihrer pastoralen Verantwortung nicht nachzukommen. Dahinter stecke eine Strategie.
(kreuz.net) Die deutschen Bischöfe würden ihrer pastoralen Verantwortung gegenüber den Katholiken des alten lateinischen Ritus nicht gerecht. Das erklärt der stellvertretende Vorsitzende der ‘Una Voce Deuschland’, Dr. Rudolf Kaschewsky, in einer Presseerklärung.

Die internationale Föderation ‘Una Voce’ bemüht sich seit den 60er Jahren um eine Rehabilitierung des überlieferten Ritus.

Die Presseerklärung bezieht sich auf die Aussage der deutschen Bischofskonferenz, daß es in Deutschland wenig Interesse an der überlieferten Liturgie gebe.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, habe auf der Herbstvollversammlung auf die »geringe Zahl der Gläubigen« verwiesen, welche sich der tridentinischen Messe verbunden fühlten. Das sei „ein Zynismus für alle, die vergeblich um die Messe im alten Ritus gebeten haben“.

Als Beispiel wird die Stadt Gießen in Oberhessen angeführt.

Dort würden seit einem Jahr etwa 300 Gläubige auf die Genehmigung der Alten Messe durch Kardinal Lehmann warten.

„Die Strategie, die traditionsverbundenen Gläubigen erst auszugrenzen, um dann, fast schon triumphierend, festzustellen, daß „die Nachfrage der Gläubigen auf einem sehr niedrigen Niveau stabil“ sei, wird überdeutlich“, so der Vorwurf der ‘Una Voce’ Bewegung.

In den katholischen deutschen Bistümern komme es außerdem immer häufiger zu Abbruch, Verkauf und Umnutzung von Kirchen. Andererseits fehlten Kirchen für die traditionelle lateinische Liturgie, heißt es in der Erklärung.

Traditionsverbundene Gläubige müßten oft mehr als eine Stunde Fahrtzeit auf sich nehmen, um die Sonntagsmesse im Alten Ritus zu besuchen, obwohl Kirchen in der Nachbarschaft leer stehen.

Die Zelebration der tridentinischen Messe sei in Pfarrkirchen fast ausnahmslos verboten. Messen im Alten Ritus würden oft in Krankenhauskapellen, in Altersheime oder in Randgebiete abgedrängt.
      
19 Lesermeinungen
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#19   Toby   08:28:18 | Dienstag, 3. Oktober 2006
Warum keine Reaktion der Petrusbruderschaft?
Es wäre wichtig, wenn auch die Vertreter der Petrusbruderschaft und anderer Ecclesia-Dei-Gruppen öffentlich zur Erklärung der Bischofskonferenz Stellung nehmen würden. Warum hört man da nichts? Warum diese Verzagtheit? Diese Priester haben doch nichts zu verlieren, wie man sieht. Ein kritischer und sachlich geführter Dialog mit den Bischöfen könnte ihre Position stärken.
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#18   Christian Hüller   22:47:52 | Montag, 2. Oktober 2006
@ Gotthard: Eurozentrisches Denken
Da schauen Sie halt mal nach, w a s heute die großen Welt- und Verkehrssprachen sind.
Dann würden Sie nämlich feststellen, dass dies zum Großteil eben europäische Sprachen sind.
Die Chinesen werden wohl auch noch lange warten müssen, bis ihre Sprache diesen Status jemals erworben haben wird.
Da es ihnen jenseits von Technologieimitaten an wirklich überzeugenden Kulturexportgütern fehlt, kann ich auf diese Sprache ganz nebenbei auch g u t verzichten, ohne mich deshalb als Eurozentriker fühlen zu müssen.
Zu Zeit macht sich die asiatische Kultur in Deutschland vor allem durch kalkulierte Arbeitsplatzvernichtung bemerkbar.
Zusammenfassend gesagt bin ich eigentlich ganz froh, hier in Europa nicht in einem Ameisenstaat zu leben.
:-D :-D :-D
Ameisen töten nämlich alles ab, was nicht den eigenen Einheitsstallgeruch trägt.
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#17   athanasius1957   21:47:37 | Montag, 2. Oktober 2006
eurozentrische weltsicht
sorry gotthard, aber genau dieses europa hat der welt das licht des auferstandenen gebracht. dieses europa hat bis in 20. jahrhundert latein gesprochen und verstanden. wenn du die wurzeln des abendländischen denkens vernichten willst, ists okay nur erklär mir bitte warum die werktätigen ungarn in den 50er jahren vor dem aufstand auf die straßen gegangen sind, als das kommunistische regime latein im gymnasium abschaffen wollte.
der grund fürs abschaffen war klar: die kommunisten wollten die kinder nicht teilhaben lassen am denken und geist des abendlandes.
der grund für die demonstration der eltern war auch klar: ihre kinder sollten die wurzeln des denkens in aller klarheit vermittelt bekommen.
heute ists oft schwer genug, die lateinischen urquellen zu bekommen, da die englischen oder deutschen übersetzungen ungemeine defizite aufweisen.
warum steht wohl im grossen credo „natus ex maria virgine“ und nicht wie mans üblicherweise gewohnt wäre „natus de maria vergine“. dieser kleine semantische trick ist für den lateiner grund und ursache für die zeugung durch den geist.
warum konnte der hl. franz xaver lateinisch predigen und nachher eine ungezählte zahl inder taufen? da war nix von participio actuosa sondern auctoritas ex spiritu sancto et ex realitate sacerdotis sive christi altri.
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#16   Gotthard   21:18:01 | Montag, 2. Oktober 2006
@Christian Hüller
Heute hat die Verwendung dieser Sprache, die immerhin in fast alle großen Weltsprachen eingeflossen ist,
das klassische Beispiel einer eurozentrischen Weltsicht!
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#15   Christian Hüller   21:15:01 | Montag, 2. Oktober 2006
Latein
Latein war Verkehrssprache. Man verstand sie einfach überall.
Deshalb wurde diese Sprache auch zur Sprache der Kirche.
Die entsprechende Vorleistung erbrachten wohl die römischen Legionen.
Heute hat die Verwendung dieser Sprache, die immerhin in fast alle großen Weltsprachen eingeflossen ist, etwas Erhabenes und erinnert an die lange Tradition der Kirche.
Außerdem wird dadurch einer ungebührlichen Bevorzugung irgendeiner heutigen Volkssprache ein Riegel vorgeschoben.
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#14   Gotthard   21:00:23 | Montag, 2. Oktober 2006
@priest
klar, Gott hat auch das große Latinum … dann hat er in den Anfängen der Kirche leider nichts verstanden und die Gebete der Apostel und der ersten Christen sind ins Nichts gesprochen worden …
es gibt immer wieder coole Theorien, die auch noch von Leuten akzeptiert werden … das ist noch viel cooler!
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#13   laikos   20:53:20 | Montag, 2. Oktober 2006
Lateinisch
Das Böse >:) versucht alles daran zu setzen das man nicht mehr auf lateinisch betet, da ja Latein die heilige Sprache der Kirche ist. Dies ist dem >:) durch das 2VK auch sehr gut gelungen. Das Lateinische Gebet besitzt mehr Kraft als das in der Landessprache. Das weiß die Kirche seit mindestens 2000 Jahren :-|
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#12   Agiafortuni   20:19:19 | Montag, 2. Oktober 2006
zur Freigabe
bis jetzt handelt es sich um blosse Gerüchte, denn von offizieller Seite gibt es keine diesbezügliche Erklärung. So viel iech weiss, will auch Benedikt XVI keine vollständige Freigabe, sondern lediglich eine grosszügigere Anwendung des Indultes.
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#11   möchtegern-kathole   19:55:38 | Montag, 2. Oktober 2006
wie kann man eigentlich auch so blöd sein …
… und von einem Gegner der alten Messe ihre Freigabe erwarten? Bei 300 Gläubigen können die jeweils eine Kirche von einer der 2 Tradi-Bruderschaften hingestellt bekommen.
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#10   savonarola   19:37:26 | Montag, 2. Oktober 2006
@clemens
Vor allem geht es hier darum, wehrter clemens, dass niemand auf ihre Belehrung wartet oder angewiesen ist. Ich habe diesen Informationsaustausch mit Interesse und Gewinn verfolgt. Im Übrigen zeigt er meines Erachtens eine bemerkenswert liebenswürdige und aufrichtige Liebe zum Detail, die sehr viel zum Ausdruck bringen kann und die vielen heute in der Kirche fehlt. Im Glauben und in der Liturgie ist es nicht selten wie im alltäglichen Leben: Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen und dem Alltag Schönheit zu geben vermögen. Bitte beachten Sie auch die Unverkrampftheit und doch zugleich den Ernst, mit dem die Leute sich hier dem Thema genähert haben. Das scheint Ihnen ja nun vollends abzugehen.
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#9   clemens   19:20:01 | Montag, 2. Oktober 2006
Geht es hier um Kerzen,
oder darum, daß behauptet wird, daß bezüglich der tridentinischen Messe „die Nachfrage der Gläubigen auf einem sehr niedrigen Niveau stabil“ sei.
Na, sollte die Feier dieser nie verbotenen
Hl. Messe „erlaubt“ werden, dann sollen die mal sehen, wie die Nachfrage ist und wie sie bald sein wird. Denn diese Hl. Messe wirbt für sich selbst, wenn jeder sie kennen lernen kann. Und genau das soll verhindert werden.
Daher ist mit einer Freigabe weder im November, noch sonst wann zu rechnen.
Erst, wenn Gott ein Wunder tut. Und das wird ein hartes Wunder werden!!
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#8   Benedikt   17:43:34 | Montag, 2. Oktober 2006
Kerzen
Ja, das ist wirklich eine Wissenschaft für sich, aber irgendwie auch schön. Bei der Papstmesse in Regensburg führten auch sieben Messdiener mit sieben Leuchtern den liturgischen Zug an (mit den Weihrauchdienern und dem Kreuzträger natürlich).
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#7   coloredo   17:30:45 | Montag, 2. Oktober 2006
1+1… auch nach dem Konzil immer noch 2!
Liebe Dorothea! Das mit den Kerzen ist eine Wissenschaft für sich (gewesen). In den stillen Messen sollen 2 Kerzen, im Amt und der der Stillmesse eines Bischofs 4, im feierlichen Hochamt mit Inzensation 6, im Pontifikalamt (mit Ausnahme des Requiem und des Amtes, das ein Nichtordinarius zelebriert) 7, beim 40stündigen Gebet 20, sonst bei der Aussetzung des Allerheiligsten mindestens 6, „löblicherweise“ 10-12 Kerzen brennen. An hohen Festtagen dürfen auch in der stillen Pfarrmesse, Schul-, Konvent-, Bruderschaftsmessen, sowie bei feierlichen Gelegenheiten, z.B. bei einer Primiz, bei der hl. Erstkommunion mehr als zwei (also 4 oder 6) Kerzen brennen. Außer dem Bischof hat kein Priester das Recht mehr Kerzen zu verlangen (nach Hartmann, Repertorium Rituum, Paderborn 1940). Außerdem gibt (gab) es den guten Brauch der Sanktuskerze, die auf der Epistelseite stehend, nach dem Sanctus angezündet bis zur Purifikation brennt (brannte). Diese hat sich leider im deutschsprachigen Raum kaum durchgesetzt. In der Tat brannte früher z.B. bei den Zisterziensern im 12./13. Jh. nur EINE Kerze am Altar, die natürlich nicht auf diesem, sondern neben diesem stand. Das war bis 1618 so. Dann wurde im Orden des hl. Bernhard der tridentinische Ritus eingefürhrt, wobei sich Frankreich und vor allem Spanien wehrte.
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#6   Criticus   15:53:41 | Montag, 2. Oktober 2006
Immer gern:
Und schon lösen sich Mißverständnisse in Nichts auf… wenns doch nur immer so einfach wäre! ;-)
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#5   Criticus   15:32:02 | Montag, 2. Oktober 2006
@Dorothea
nsgesamt eine, oder eine pro Seite = zwei?
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#4   Benedikt   15:16:27 | Montag, 2. Oktober 2006
@ Aurelius
Für die Stille Messe gibt es meist neben den sechs vorhandenen Leuchtern zwei zusätzliche, weil die Kerzen ja unter der Woche bei den stillen Messen schneller herunterbrennen. Ob das hier allerdings auch der Fall ist, kann man nicht erkennen, höchstens vermuten (denn wer zündet schon keine Kerze an?).
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#3   Aurelius   15:07:29 | Montag, 2. Oktober 2006
Dorothea
Es dürfte wohl die äußerste – nicht sichtbare – Kerze entzündet sein. In der stillen Lateinischen Messe zündet man nur eine Kerze an, nicht alle drei.
Kann sein, daß ich hier übelst falsch liege, aber normalerweise stehen auf dem Altar sechs Kerzen und in der stillen Messe zündet man zwei an, auf jeder Seite des Altarkreuzes eine. Auf dem Bild sieht man aber schon mal drei Kerzen von denen keine brennt.
Außerdem wage ich es zu bezweifeln, daß es sich hierbei um eine stille Messe handelt, sieht man doch einen Ministranten im Hintergrund.
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#2   landorganist   14:33:27 | Montag, 2. Oktober 2006
Ach Du liebe Zeit,
auf dem Foto sind ja die Kerzen nicht entzündet. Sakrileg!
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#1   simon   14:09:34 | Montag, 2. Oktober 2006
Im November …
… wird sie doch allgemein zugelassen.
Oder doch noch nicht? Aber dann bestimmt zu Weihnachten, doch in welchem Jahr???
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