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Montag, 2. Oktober 2006 13:14
Wie die traditionellen Gläubigen von den deutschen Bischöfen behandelt werden
Die ‘Una Voce’ wirft den deutschen Bischöfen vor, ihrer pastoralen Verantwortung nicht nachzukommen. Dahinter stecke eine Strategie.
(kreuz.net) Die deutschen Bischöfe würden ihrer pastoralen Verantwortung gegenüber den Katholiken des alten lateinischen Ritus nicht gerecht. Das erklärt der stellvertretende Vorsitzende der ‘Una Voce Deuschland’, Dr. Rudolf Kaschewsky, in einer Presseerklärung.

Die internationale Föderation ‘Una Voce’ bemüht sich seit den 60er Jahren um eine Rehabilitierung des überlieferten Ritus.

Die Presseerklärung bezieht sich auf die Aussage der deutschen Bischofskonferenz, daß es in Deutschland wenig Interesse an der überlieferten Liturgie gebe.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, habe auf der Herbstvollversammlung auf die »geringe Zahl der Gläubigen« verwiesen, welche sich der tridentinischen Messe verbunden fühlten. Das sei „ein Zynismus für alle, die vergeblich um die Messe im alten Ritus gebeten haben“.

Als Beispiel wird die Stadt Gießen in Oberhessen angeführt.

Dort würden seit einem Jahr etwa 300 Gläubige auf die Genehmigung der Alten Messe durch Kardinal Lehmann warten.

„Die Strategie, die traditionsverbundenen Gläubigen erst auszugrenzen, um dann, fast schon triumphierend, festzustellen, daß „die Nachfrage der Gläubigen auf einem sehr niedrigen Niveau stabil“ sei, wird überdeutlich“, so der Vorwurf der ‘Una Voce’ Bewegung.

In den katholischen deutschen Bistümern komme es außerdem immer häufiger zu Abbruch, Verkauf und Umnutzung von Kirchen. Andererseits fehlten Kirchen für die traditionelle lateinische Liturgie, heißt es in der Erklärung.

Traditionsverbundene Gläubige müßten oft mehr als eine Stunde Fahrtzeit auf sich nehmen, um die Sonntagsmesse im Alten Ritus zu besuchen, obwohl Kirchen in der Nachbarschaft leer stehen.

Die Zelebration der tridentinischen Messe sei in Pfarrkirchen fast ausnahmslos verboten. Messen im Alten Ritus würden oft in Krankenhauskapellen, in Altersheime oder in Randgebiete abgedrängt.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 19 Lesermeinungen:
Dienstag, 3. Oktober 2006 08:28
Toby: Warum keine Reaktion der Petrusbruderschaft?
Es wäre wichtig, wenn auch die Vertreter der Petrusbruderschaft und anderer Ecclesia-Dei-Gruppen öffentlich zur Erklärung der Bischofskonferenz Stellung nehmen würden. Warum hört man da nichts? Warum diese Verzagtheit? Diese Priester haben doch nichts zu verlieren, wie man sieht. Ein kritischer und sachlich geführter Dialog mit den Bischöfen könnte ihre Position stärken.
Montag, 2. Oktober 2006 22:47
Christian Hüller: @ Gotthard: Eurozentrisches Denken
Da schauen Sie halt mal nach, w a s heute die großen Welt- und Verkehrssprachen sind.

Dann würden Sie nämlich feststellen, dass dies zum Großteil eben europäische Sprachen sind.

Die Chinesen werden wohl auch noch lange warten müssen, bis ihre Sprache diesen Status jemals erworben haben wird.

Da es ihnen jenseits von Technologieimitaten an wirklich überzeugenden Kulturexportgütern fehlt, kann ich auf diese Sprache ganz nebenbei auch g u t verzichten, ohne mich deshalb als Eurozentriker fühlen zu müssen.

Zu Zeit macht sich die asiatische Kultur in Deutschland vor allem durch kalkulierte Arbeitsplatzvernichtung bemerkbar.

Zusammenfassend gesagt bin ich eigentlich ganz froh, hier in Europa nicht in einem Ameisenstaat zu leben.


Ameisen töten nämlich alles ab, was nicht den eigenen Einheitsstallgeruch trägt.
Montag, 2. Oktober 2006 21:47
athanasius1957: eurozentrische weltsicht
sorry gotthard, aber genau dieses europa hat der welt das licht des auferstandenen gebracht. dieses europa hat bis in 20. jahrhundert latein gesprochen und verstanden. wenn du die wurzeln des abendländischen denkens vernichten willst, ists okay nur erklär mir bitte warum die werktätigen ungarn in den 50er jahren vor dem aufstand auf die straßen gegangen sind, als das kommunistische regime latein im gymnasium abschaffen wollte.
der grund fürs abschaffen war klar: die kommunisten wollten die kinder nicht teilhaben lassen am denken und geist des abendlandes.
der grund für die demonstration der eltern war auch klar: ihre kinder sollten die wurzeln des denkens in aller klarheit vermittelt bekommen.
heute ists oft schwer genug, die lateinischen urquellen zu bekommen, da die englischen oder deutschen übersetzungen ungemeine defizite aufweisen.

warum steht wohl im grossen credo „natus ex maria virgine“ und nicht wie mans üblicherweise gewohnt wäre „natus de maria vergine“. dieser kleine semantische trick ist für den lateiner grund und ursache für die zeugung durch den geist.
warum konnte der hl. franz xaver lateinisch predigen und nachher eine ungezählte zahl inder taufen? da war nix von participio actuosa sondern auctoritas ex spiritu sancto et ex realitate sacerdotis sive christi altri.
Montag, 2. Oktober 2006 21:18
Gotthard: @Christian Hüller
Heute hat die Verwendung dieser Sprache, die immerhin in fast alle großen Weltsprachen eingeflossen ist,

das klassische Beispiel einer eurozentrischen Weltsicht!
Montag, 2. Oktober 2006 21:15
Latein war Verkehrssprache. Man verstand sie einfach überall.

Deshalb wurde diese Sprache auch zur Sprache der Kirche.

Die entsprechende Vorleistung erbrachten wohl die römischen Legionen.

Heute hat die Verwendung dieser Sprache, die immerhin in fast alle großen Weltsprachen eingeflossen ist, etwas Erhabenes und erinnert an die lange Tradition der Kirche.

Außerdem wird dadurch einer ungebührlichen Bevorzugung irgendeiner heutigen Volkssprache ein Riegel vorgeschoben.
Montag, 2. Oktober 2006 21:00
Gotthard: @priest
klar, Gott hat auch das große Latinum … dann hat er in den Anfängen der Kirche leider nichts verstanden und die Gebete der Apostel und der ersten Christen sind ins Nichts gesprochen worden …

es gibt immer wieder coole Theorien, die auch noch von Leuten akzeptiert werden … das ist noch viel cooler!
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