10:47:59 | Dienstag, 3. Oktober 2006
Der Kardinal von Prag warnte bei einem Treffen mit diplomatischen Vertretern der USA und Israels vor bedenklichen Fehlentwicklungen in seiner Kirche.
(kreuz.net) Unter den tschechischen Katholiken gibt es offenbar bedrohlichen Tendenzen.
Das berichtete
die englischsprachige Zeitung ‘Prague Daily Monitor’ am 22. September.
Es gebe im Land „gewisse radikale
religiöse Gruppen“ – erklärten tschechische Bischöfe. Diese würden sich hinter dem Christentum und
der Katholischen Kirche verstecken.
Doch in Wahrheit stünden sie mit „ausländischen Vertretern des
politischen Extremismus“ in Verbindung.
Die tschechische Polizei erklärte, die bischöflichen Hiobsbotschaften
nicht bestätigen zu können.
Die tschechische Bischofskonferenz gilt als theologisch sehr liberal.
Viele Bischöfe des Landes stehen der von Chiara Lubich in Italien gegründeten Fokolarbewegung nahe,
die schon seit längerem einen theologischen Linkskurs eingeschlagen hat.
Der Erzbischof von Prag, Miloslav
Kardinal Vlk, tritt bei Treffen von Fokolar-Bischöfen in Rom als deren Koordinator auf.
Der Kardinal
sprach kürzlich mit den Botschaftern der USA und Israels in Prag sowie mit dem tschechischen Rabbiner
Karol Sidon zum Thema eines angeblichen kirchlichen Extremismus.
Die Kirche habe mit diesen Strömungen
nichts gemeinsam, beteuerte der Primas der Tschechischen Kirche.
Diese radikalen Kräfte – so Kardinal
Vlk – stünden mit Vertretern des Nationalismus, Antisemitismus, Islamismus und Neonationalsozialismus
sowie mit US-amerikanischen Fundamentalisten in Verbindung.
Die Fundamentalisten würden bei Vorträgen
in der Tschechischen Republik einen „anti-amerikanischen Geist“ verbreiten und extremistische Gruppen
im Land ausbilden.
Er erklärte, daß diese Gruppen nicht nur ideologisch, sondern „vermutlich auch finanziell“
von amerikanischen Quellen gespeist würden.
Bereits im Frühjahr berichteten katholische Bischöfe,
die sich offenbar in der Frage politischer Beziehungen „radikaler kirchlicher Gruppen“ auskennen, von
„Sympathien gewisser katholischer Kreise mit dem Extremismus“.
Sie erwähnten die Vereinigung ‘Lipovy
kriz’ – Lindenkreuz –, die ‘Nationale Vereinigungspartei’ und andere Gruppierungen.
Vor allem bringen
aber die Bischöfe „extremistisches Denken“ mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Zusammenhang.
Diese hat sich nach Kardinal Vlk von der Kirche getrennt, aber stellt sich als Stimme der Kirche dar.
Ein Publikationsorgan, das angeblich radikale Ideen verbreite, ist nach Ansicht dieser Bischöfe die
Zeitschrift ‘Te Deum’, die von ihnen als „nicht katholisch“ bezeichnet wird.
Doch die Herausgeber der
Zeitschrift protestierten gegen die Anschuldigungen der Bischöfe, Sympathien für „Antisemitismus, Neonationalsozialismus
und Islamismus“ zu hegen.
Michal Semin und Martin Cejka erklärten, daß der Kardinal es darauf abgesehen
habe, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Seine Worte basierten auf der „üblen Absicht, jene
Katholiken in ein schlechtes Licht zu stellen, die auf die negativen Konsequenzen des Liberalisierungsprozesses
in der Katholischen Kirche hinweisen“.
Dieser Prozeß habe im Land zu einem Schwinden der Gläubigen –
sowohl von Priestern als auch Laien – geführt.
Kardinal Vlk gilt als scharfer Vertreter des kirchlichen
Liberalismus.
Im März 2000 erzeugte er Aufsehen, als er die Wahl des als katholisch bekannten Hw. Vaclav
Wolf zum Dekan der Katholischen theologischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag verhinderte.
Die
Kirche in Tschechien befindet sich gegenwärtig
in einem beispielslosen Niedergang.
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#24
Athanasius 11:42:36 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
#22
Sulpicius 01:19:23 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
#21
Breze 22:00:10 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#15
MichalK 20:11:19 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#13
Karl Murx 18:33:05 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#11
Karl Murx 17:46:37 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#9
Sirilo 17:31:53 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#7
coloredo 17:20:02 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#6
laikos 14:50:58 | Dienstag, 3. Oktober 2006
#3
Guldin 13:18:10 | Dienstag, 3. Oktober 2006