Lustiger Ökumenismus
Während ein Ex-Kurienerzbischof von Moons Gnaden gegenwärtig seine Kapriolen schlägt, läßt sich ein emeritierter Kurienkardinal von den Mormonen auszeichnen.

Der Kardinal erhielt die Auszeichnung kürzlich von der sogenannten „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ – den Mormonen.
Das berichtete das Bistumsblatt der Erzdiözese Sidney ‘The Catholic Weekly’ Anfang Oktober.
Die Mormonen gehen auf einen gewissen Joseph Smith zurück. Smith behauptete in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, von einem Engel ein Werk – das Buch Mormon – erhalten zu haben. Im Jahr 1830 gründete er seine eigene Sekte.
Kardinal Cassidy ist Australier und war bis März 2001 Präsident des vatikanischen Einheitsrates.
Er wurde von den Mormonen für seine Bemühungen um weltweite interkonfessionelle Beziehungen ausgezeichnet.
Der oberste Vertreter der Mormonen in Australien, Paul K. Sybrowsky, übergab dem Kardinal eine Auszeichnung, die sich „John Simpson Standing for Something“ – John Simpson Auszeichnung für den, der für etwas steht – nennt.
In der Begründung der Verleihung erklärte Sybrowsky, daß Kardinal Cassidy sich dafür eingesetzt habe, den Völkern der Welt ein besseres gegenseitiges Verständnis zu bringen.
„Die Heiligen der letzten Tage haben gesehen, daß Kardinal Cassidy in der Tat ein Mensch ist, der mit Glaube und Mut erfüllt ist, um diese Welt für alle, die darin leben, besser zu machen“ – so Sybrowsky.
Das Blatt ‘The Catholic Weekly’ erklärte, daß sich der Kardinal über viele Jahre hinweg durch Tagungen und persönliche Treffen um Vertreter der Weltreligionen bemüht habe.
Er habe nach Wegen der Koexistenz gesucht, um den Mitgliedern „verschiedener Überzeugungen“ zu ermöglichen in respektvollem Frieden zu leben, ohne dabei ihre eigenen „Glaubenstraditionen aufzugeben“.
Auch der katholische Ministerpräsident des australischen Teilstaates New South Wales, Morris Iemma (45), reihte sich in die Schar der Gratulanten.
In einem Schreiben erklärte er über Kardinal Cassidy, daß kein Australier in der Katholischen Kirche eine größere Bedeutung errungen habe und keiner ein so treuer Diener des Ökumenismus und des interkonfessionellen Dialoges gewesen sei.
Der Ministerpräsident lobte die Vision und geistige Großzügigkeit, welche die Mormonen mit der Ehrung des Kardinals gezeigt hätten.
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Montag, 16. Oktober 2006 10:34
Protestant: @ansgar
Ich habe keine Probleme mit Ihrer Antwort.Ich kenne auch die Mormonen(habe mich zwar nicht intensiv,aber etwas damit beschäftigt)!Wir müssen uns auch mit Sekten aller Art sehr kritisch auseinandersetzen, aber ist nicht auch z.B. ein Treffen des Papstes mit dem Dalai Lama(Vertreter zweier sehr unterschiedlicher Religionen) ein positives Zeichen.Dadurch wird weder der Dalai Lama zum Christen noch der Papst zum Lamaisten, auch wenn man gegenseitige Achtung und Respekt bekundet und die Friedensbemühungen beider Seiten hervorhebt. Es wäre schön, wenn das irgendwann auch zwischen Christentum und Islam klappen würde. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt…!
Montag, 16. Oktober 2006 10:26
Ansgar: @ Protestant
Die Kirche muß mit jedem reden, aber nicht jeden umarmen. Die Mormonen gehören nun mal nicht zu den noch als christlich erkennbaren Gemeinschaften; ihre Taufe wird auch nicht anerkannt. „Konvertierende“ Mormonen werden beim Eintritt in die Kirche getauft. Es ist damit ein zumindest mißverständliches Signal, wenn ein so hoher Kirchenvertreter diese Sekte – mit der zu beschäftigen ich Ihnen ans Herz lege – offensichtlich ernst nimmt.
Montag, 16. Oktober 2006 07:32
Protestant: Warum eigentlich nicht?
Ich stehe sicherlich nicht in Verdacht, den Mormonen nahezustehen (um Gottes Willen)!Aber warum sollte ein christlicher Vertreter sich nicht über ein Kompliment oder eine Auszeichnung von „anderen“ freuen und diese annehmen!Würden wir nicht alle jubeln, wenn ein namhafter Vertreter des Islam dem Papst etwas ähnliches bescheiden würde?Damit wäre doch der Papst nicht automatisch zum Imam geworden! Was ist eigentlich so schlimm daran, jemandem anderen, der eine entgegengesetzte Meinung vertritt, positives und partnerschaftliches Verhalten zu bescheinigen?Und gerade in dem vielfach dehr belasteten Klima nicht nur zwischen den Religionen, sondern auch zwischen den Konfessionen ist dies heute notwendiger denn je, ohne seine eigenen Positionen aufgeben zu müssen! Die Kritik am Kardinal kann ich daher nicht nachvollziehen.
Montag, 16. Oktober 2006 07:06
Aragorn: was ist ökumene?
Ökumene kann doch nur bedeuten, dass wir unser Bemühen darauf ausrichten, die „getrennten Brüder“ sprich Protestanten und was da sonst noch kreucht und fleucht an christlichen Denominationen, wieder in die bergenden Arme der Heiligen Katholischen Kirche zurück zu führen. Das jedoch scheint heute auch bei vielen Prälaten nicht mehr die gängige Meinung zu sein. Da wird alles auf eine Stufe gestellt mit dem Argument, Spuren und Ansätze der Wahrheit fänden sich eben auch in anderen „Teilkirchen“. Damit jedoch verliert man das eigentliche Ziel von Ökumene aus den Augen zumal das dazu führt, dass auch viele Katholiken (einschließlich Kleriker) nicht mehr sauber unterscheiden können.
Sonntag, 15. Oktober 2006 20:16
Breze: @ laikos
Ein bisschen mehr Differenziertheit tut not:
Erzbischof Milingo hat sich, offensichtlich aus Liebe zu einer Frau, die der Moon Sekte angehört, irrationale Dinge getan und sich somit von der Kirche entfernt, er wurde exkommuniziert. Bischof Cassidy hat lediglich einen Preis angenommen, und ein paar Dinge gesagt, die Ihnen und Ihresgleichen nicht in den Kram passen.
Bemerken Sie den klienen, feinen Unterschied?
Erzbischof Milingo hat sich, offensichtlich aus Liebe zu einer Frau, die der Moon Sekte angehört, irrationale Dinge getan und sich somit von der Kirche entfernt, er wurde exkommuniziert. Bischof Cassidy hat lediglich einen Preis angenommen, und ein paar Dinge gesagt, die Ihnen und Ihresgleichen nicht in den Kram passen.
Bemerken Sie den klienen, feinen Unterschied?
Sonntag, 15. Oktober 2006 20:05
laikos: Ökumene und Sekte
Jetzt geht der Ökumenismus schon so weit das er nicht nur die Protestanten zuläßt sondern auch noch zusätzlich gefährliche Sekten, was Milingo und Cassady wieder einmal beweisen. Die Idee des Ökumenismus ist es ja das jede Religion/Sekte viel Gutes hat und alle von Gott beseelt sind. Die Freimaurer zum Beispiel versuchen ja alle unter einen Hut zu bringen, was ihnen mit traurig
großem Erfolg gelingt. Wenn alles gut ist und es sowieso nichts schlechtes auf Erden gibt dann würden wir ja im Paradies leben was eindeutig nicht so ist. Somit ist die falsche Ökumene eine Scheinwelt in der sich die meisten Menschen befinden. Sobald man das öffentlich sagt hat man sich quasi fast die ganze Welt zum Feind gemacht
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