Während ein Ex-Kurienerzbischof von Moons Gnaden gegenwärtig seine Kapriolen schlägt, läßt sich ein emeritierter Kurienkardinal von den Mormonen auszeichnen.
(kreuz.net) Der emeritierte Kurienkardinal Edward Cassidy (82) ist geehrt worden.
Der Kardinal erhielt
die Auszeichnung kürzlich von der sogenannten „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ – den
Mormonen.
Das berichtete das Bistumsblatt der Erzdiözese Sidney ‘The Catholic Weekly’ Anfang Oktober.
Die Mormonen gehen auf einen gewissen Joseph Smith zurück. Smith behauptete in den ersten Jahrzehnten
des 19. Jahrhunderts, von einem Engel ein Werk – das Buch Mormon – erhalten zu haben. Im Jahr 1830 gründete
er seine eigene Sekte.
Kardinal Cassidy ist Australier und war bis März 2001 Präsident des vatikanischen
Einheitsrates.
Er wurde von den Mormonen für seine Bemühungen um weltweite interkonfessionelle Beziehungen
ausgezeichnet.
Der oberste Vertreter der Mormonen in Australien, Paul K. Sybrowsky, übergab dem Kardinal
eine Auszeichnung, die sich „John Simpson Standing for Something“ – John Simpson Auszeichnung für den,
der für etwas steht – nennt.
In der Begründung der Verleihung erklärte Sybrowsky, daß Kardinal Cassidy
sich dafür eingesetzt habe, den Völkern der Welt ein besseres gegenseitiges Verständnis zu bringen.
„Die Heiligen der letzten Tage haben gesehen, daß Kardinal Cassidy in der Tat ein Mensch ist, der mit
Glaube und Mut erfüllt ist, um diese Welt für alle, die darin leben, besser zu machen“ – so Sybrowsky.
Das Blatt ‘The Catholic Weekly’ erklärte, daß sich der Kardinal über viele Jahre hinweg durch Tagungen
und persönliche Treffen um Vertreter der Weltreligionen bemüht habe.
Er habe nach Wegen der Koexistenz
gesucht, um den Mitgliedern „verschiedener Überzeugungen“ zu ermöglichen in respektvollem Frieden zu
leben, ohne dabei ihre eigenen „Glaubenstraditionen aufzugeben“.
Auch der katholische Ministerpräsident
des australischen Teilstaates New South Wales, Morris Iemma (45), reihte sich in die Schar der Gratulanten.
In einem Schreiben erklärte er über Kardinal Cassidy, daß kein Australier in der Katholischen Kirche
eine größere Bedeutung errungen habe und keiner ein so treuer Diener des Ökumenismus und des interkonfessionellen
Dialoges gewesen sei.
Der Ministerpräsident lobte die Vision und geistige Großzügigkeit, welche die
Mormonen mit der Ehrung des Kardinals gezeigt hätten.
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19 Lesermeinungen
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#18 Protestant 10:34:55 | Montag, 16. Oktober 2006
@ansgar Ich habe keine Probleme mit Ihrer Antwort.Ich kenne auch die Mormonen(habe mich zwar nicht intensiv,aber
etwas damit beschäftigt)!Wir müssen uns auch mit Sekten aller Art sehr kritisch auseinandersetzen, aber
ist nicht auch z.B. ein Treffen des Papstes mit dem Dalai Lama(Vertreter zweier sehr unterschiedlicher
Religionen) ein positives Zeichen.Dadurch wird weder der Dalai Lama zum Christen noch der Papst zum Lamaisten,
auch wenn man gegenseitige Achtung und Respekt bekundet und die Friedensbemühungen beider Seiten hervorhebt.
Es wäre schön, wenn das irgendwann auch zwischen Christentum und Islam klappen würde. Die Hoffnung
stirbt ja bekanntlich zu letzt…!
@ Protestant Die Kirche muß mit jedem reden, aber nicht jeden umarmen. Die Mormonen gehören nun mal
nicht zu den noch als christlich erkennbaren Gemeinschaften; ihre Taufe wird auch nicht anerkannt. „Konvertierende“
Mormonen werden beim Eintritt in die Kirche getauft. Es ist damit ein zumindest mißverständliches Signal,
wenn ein so hoher Kirchenvertreter diese Sekte – mit der zu beschäftigen ich Ihnen ans Herz lege – offensichtlich
ernst nimmt.
#16 Protestant 07:32:50 | Montag, 16. Oktober 2006
Warum eigentlich nicht? Ich stehe sicherlich nicht in Verdacht, den Mormonen nahezustehen (um Gottes Willen)!Aber
warum sollte ein christlicher Vertreter sich nicht über ein Kompliment oder eine Auszeichnung von „anderen“
freuen und diese annehmen!Würden wir nicht alle jubeln, wenn ein namhafter Vertreter des Islam dem Papst
etwas ähnliches bescheiden würde?Damit wäre doch der Papst nicht automatisch zum Imam geworden! Was
ist eigentlich so schlimm daran, jemandem anderen, der eine entgegengesetzte Meinung vertritt, positives
und partnerschaftliches Verhalten zu bescheinigen?Und gerade in dem vielfach dehr belasteten Klima nicht
nur zwischen den Religionen, sondern auch zwischen den Konfessionen ist dies heute notwendiger denn je,
ohne seine eigenen Positionen aufgeben zu müssen! Die Kritik am Kardinal kann ich daher nicht nachvollziehen.
was ist ökumene? Ökumene kann doch nur bedeuten, dass wir unser Bemühen darauf ausrichten, die „getrennten
Brüder“ sprich Protestanten und was da sonst noch kreucht und fleucht an christlichen Denominationen,
wieder in die bergenden Arme der Heiligen Katholischen Kirche zurück zu führen. Das jedoch scheint heute
auch bei vielen Prälaten nicht mehr die gängige Meinung zu sein. Da wird alles auf eine Stufe gestellt
mit dem Argument, Spuren und Ansätze der Wahrheit fänden sich eben auch in anderen „Teilkirchen“. Damit
jedoch verliert man das eigentliche Ziel von Ökumene aus den Augen zumal das dazu führt, dass auch viele
Katholiken (einschließlich Kleriker) nicht mehr sauber unterscheiden können.
@ laikos Ein bisschen mehr Differenziertheit tut not: Erzbischof Milingo hat sich, offensichtlich aus
Liebe zu einer Frau, die der Moon Sekte angehört, irrationale Dinge getan und sich somit von der Kirche
entfernt, er wurde exkommuniziert. Bischof Cassidy hat lediglich einen Preis angenommen, und ein paar
Dinge gesagt, die Ihnen und Ihresgleichen nicht in den Kram passen. Bemerken Sie den klienen, feinen Unterschied?
Ökumene und Sekte Jetzt geht der Ökumenismus schon so weit das er nicht nur die Protestanten zuläßt
sondern auch noch zusätzlich gefährliche Sekten, was Milingo und Cassady wieder einmal beweisen. Die
Idee des Ökumenismus ist es ja das jede Religion/Sekte viel Gutes hat und alle von Gott beseelt sind.
Die Freimaurer zum Beispiel versuchen ja alle unter einen Hut zu bringen, was ihnen mit traurig großem
Erfolg gelingt. Wenn alles gut ist und es sowieso nichts schlechtes auf Erden gibt dann würden wir ja
im Paradies leben was eindeutig nicht so ist. Somit ist die falsche Ökumene eine Scheinwelt in der sich
die meisten Menschen befinden. Sobald man das öffentlich sagt hat man sich quasi fast die ganze Welt
zum Feind gemacht .
@Breze Mir geht es um die Intention des Artikels, aus etwas ursprünglich Gutem etwas Schlechtes, Verwerfliches
zu machen. Hey, das ist doch kreuz.net hier…
@ Ansgar Sie mögen Recht haben, Cassidy hätte vielleicht den preis ausschlagen sollen, darüber lässt
sich streiten… Mir geht es aber in erster Linie nicht darum, dass der Preis von den Mormonen ausgelobt
und überreicht wurde, genauso hätte er von Juden, Moslems, Baptisten kommen können. Mir geht es um
die Intention des Artikels, aus etwas ursprünglich Gutem etwas Schlechtes, Verwerfliches zu machen. Wir
sind nun mal fast 5 Milliarden Menschen auf dieser Erde, und es gibt eben nur diese eine Erde, irgendwie
müssen wir alle miteinander zurecht kommen. Und Religion darf nicht dazu instrumentalisert werden, Zwietracht
und Misstrauen unter den Menschen zu säen.
So ‘ne schöne Vesper… …wäre jetzt nicht schlecht. Heute morgen hatte ich das Glück, daß ich Vertretung
für einen befreundeten Organisten machen konnte, deren Pfarrer ist mal wieder in Urlaub. Die Vertretung
für diesen machte ein mit mir ebenfalls befreundeter, junger Vikar. So „gestalteten“ wir beide das Hochamt
etwas anders als sonst. Dort herrscht normal Gitarre und Ringelpietz vor. Heute morgen dann mal, zur Freude
aller, Missa de Angelis, gute Gottesloblieder, ein schöner Psalm zum Antwortgesang und der Römische
Kanon. Da ist der NOM ganz anders.
Vesper… Möchte Aurelius vielleícht mitkommen? Die Auszeichnung ist ja toll und klasse. Für was wird
Christus den Kardinal auszeichnen? Fällt mir das heutige Evangelium ein: Geh hin und verkaufe alles,
was Du hast und folge mir nach. Oder nehmen wir doch dieses hier: Mk 16, 15f. Und er sprach zu ihnen:
Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Völkern. Wer glaubt und sich taufen läßt,
wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Als Zeichen aber werden denen, die
glauben, diese nebenhergehen: in meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden.
Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Kranken werden
sie die Hände auflegen, und diese werden gesund werden.“ Was eine Grundlage für unseren ach so agilen
Synkretismus allerorten. Sorry, ich vergaß, Jesus, der Wanderprediger, war total bekifft, als er das
sagte.
@ Breze Der Artikel ist natürlich polemisch, aber eine Auszeichnung von den Mormonen ist Beifall von
der falschen Seite. Das ist ja keine Konfession mit unseren Wurzeln, sondern eine skurrile Sekte. Ich
glaube nicht, daß offizielle Kontakte zur Kirche bestehen, die Mormonen dürften eher den Status der
Zeugen Jehovas haben. Deshalb hätte Eminenz den Preis ablehnen sollen.
@ Oh Mann… Und? Ist es denn so schrecklich, von den Mormonen eine Auszeichnung anzunehmen? Was ist so
anrüchig dabei? Er habe nach Wegen der Koexistenz gesucht, um den Mitgliedern „verschiedener Überzeugungen“
zu ermöglichen in respektvollem Frieden zu leben, ohne dabei ihre eigenen „Glaubenstraditionen aufzugeben“.
Ja, und weiter? Was ist so schlimm daran? Wie sieht nach der Meinung von kreuz.net und dem Grossteil seiner
Leserschaft denn die Alternative zum Dialog aus? Tatsache ist nun mal, dass es verschiedene Religionen
und christliche Konfessionen gibt…