War der Bischof von Limburg ein Nazi-Scherge?
Nach Angaben einer kirchlichen Forschergruppe arbeiteten während des Krieges im Bistum Limburg 384 Fremdarbeiter – davon allein 58 im Krankenhauskomplex der Barmherzigen Brüder von Montabaur im Westerwald. Von Leo G. Schüchter.

Schon ab 1934 drangsalierten nationalsozialistische Partei- und Staatsstellen den Orden der Barmherzigen Brüder mit politischen, juristischen und finanziellen Repressalien.
1937 starb der Generalobere an den Folgen von Mißhandlungen in der Strafanstalt Brandenburg.
Im Krieg beschlagnahmte die nationalsozialistische Verwaltung das ordenseigene Krankenhaus und verpflichtete den Orden zum Lazarettdienst an mehr als 2.000 deutschen Soldaten.
Zugleich zog der nationalsozialistische Staat die jungen Pflegekräfte des Ordens sowie die jüngeren Arbeitskräfte in Verwaltung und Ökonomie rigoros zu Kriegs- und Arbeitsdienst ein.
Der Brüderorden war und wurde unter den gegebenen Bedingungen zur Aufnahme der Zivilarbeiter und Kriegsgefangenen gezwungen.

Er hat später über den dreijährigen Einsatz gesagt: „Bei den Brüdern war es der Himmel!“
Die Lebens- und Arbeitsbedingungen vorher und nach 1945 in seiner polnischen Heimat seien dagegen schlimm gewesen.
Jan und seine polnischen Arbeitskollegen wurden in katholischen Einrichtungen wie deutsche Arbeiter behandelt, die gleichfalls vielfach „dienstverpflichtet“ waren, also unfreiwillig arbeiteten.
Zeitzeugenerzählungen und Gestapo-Berichte notieren übereinstimmend, daß sich die kirchlichen Einrichtungen nicht an die vorgeschriebene Segregation und Schlechterstellung von ausländischen Arbeitskräften hielten.
In manchen Fällen mag die Verlegung in ein kirchliches Haus sogar lebensrettend gewesen sein.

Nach den historischen Recherchen und auch nach den Definitionen der staatlichen Stiftung für Fremd- und Sklavenarbeiter gab es in Einrichtungen der katholischen Kirche keine „Zwangsarbeit“.
Dennoch behauptete eine sündhaft teure Ausstellung des Bistums Limburg im Jahre 2002/03 das Gegenteil.
Auf der Titelgrafik des Ausstellungsplakates und des Kataloges wurde der Titel: „Zwangsarbeit in der Kirche“ direkt an die Bischofskirche geheftet, also dem Herz der Kirche zugeordnet.
Bischof Kamphaus war nicht gut beraten, als er linkslastigen Zirkeln – wie zum Beispiel der Pax-Christi-Bistumsgruppe – den Auftrag für Recherche und Ausstellung gab.
Diese Leute verdrehen die historischen Fakten – selbst die Aussagen der ehemaligen Zivilarbeiter.

Sie hatten in Deutschland diese Zeit als „Zwangsarbeit“ hingestellt, als „Unrecht“ benannt, als „Schuld“ bekannt. Sie wollten „die verlorenen Jahre wiedergutmachen“ und dem Jan N. „ein Stück Würde“ wiedergeben, und da kommt der Betroffene mit solchen Schönreden über die Arbeitsbedingungen in der Nazizeit daher.
Jan N. hatte sich politisch unkorrekt verhalten. Aber die kirchlichen Propagandisten und Ausstellungsmacher wußten das so zurechtzubiegen, daß die Fremdarbeit in kirchlichen Einrichtungen trotzdem zu einer allgemeinen Schuldanklage gegen die katholische Kirche wurde.
Die Ausstellung sprach der gesamten deutschen Kirche Mittäterschaft bei den nationalsozialistischen Schwerverbrechen zu: „Kirche im NS-Staat: Opfer – aber auch Täter“, so lautete die Überschrift der fünften Ausstellungstafel.
Dieser allgemeine Vorwurf der Täterschaft kann mit historischen Fakten nicht belegt werden. Aber mit geschickter Zitatenauswahl und Bildarrangements wurde der entsprechende Eindruck suggeriert.
In den weiteren Internettexten zu der Ausstellung und auch im pädagogischen Begleitmaterial steht die nationalsozialistische Täterschaft „der Kirche“ jedenfalls fest.
Auf einem Schülerarbeitsbogen werden die Schüler dahin gelenkt, den damaligen Bischof von Limburg, Mons. Antonius Hilfrich († 1946) auf die Seite der „Täter“ zu stellen.
Im August 1941 hatte der Bischof brieflich beim Justizminister gegen die 10.000 Euthanasie-Morde von Hadamar protestiert und damit zur Einstellung der Vernichtung kranker und behinderter Menschen beigetragen.
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Donnerstag, 5. Oktober 2006 10:29
Athanasius: @Parzifal
Kontrollieren Sie zuerst mal Ihre eigene Eltern und Grosseltern in wieweit diese mit den Nationalsozialisten
kollaborierten. Übrigens waren in Frankreich recht viele Leute mit dem Pétain-Régime einverstanden
und somit waren dort, sowie in Wallonien, viele Leute mit der Kollaboration verbunden. Schau mal hier
(klick).
Sollte die FSSPX auch in Deutschland Ihre Grosseltern aufjagen und verfolgen oder anzeigen beim Verwaltungsschutz als potentielle Gefahren? Meine Grosseltern und Eltern darf man ruhig nachschauen, die waren alle korrekt, manche sogar im kommunistischen Widerstand.
Wie die Nazis im Krieg Kommunisten und Juden wie Hexen aufjagten, wurden nach dem Krieg viele Leute wie Hexen ohne Gründe verfolgt, nur weil sie während der Besatzung als Sekretäre in der Ortskommandantur oder in den Regierungsgebäuden gearbeitet hatten.
Die FSSPX ist nicht politisch, nur weil es einige Leute die dem Faschismus sympathisch gegenüber stehen (und das nicht in Deutschland), macht aus einer Priestergesellschaft noch keine „braune Burg“. Wie gesagt: die Lefebvre-Familie war im Widerstand, René Lefebvre sr. arbeitete sogar als Spione für die Engländer.
Und wie die „Poésie“ die Grossdeutschland bei Gelegenheit der Zerstörung Rotterdams 1940 verbreitete zur Rechtfertigung: ‘Wer sich mit Engeland verbündet, den Tod durch Deutschlands Waffen findet.’ Das haben vielleichte Ihre Eltern als Kinder noch gelesen, solche Propaganda. René Lefebvre sr. hat es am Leibe im KZ gespürt.
Sollte die FSSPX auch in Deutschland Ihre Grosseltern aufjagen und verfolgen oder anzeigen beim Verwaltungsschutz als potentielle Gefahren? Meine Grosseltern und Eltern darf man ruhig nachschauen, die waren alle korrekt, manche sogar im kommunistischen Widerstand.
Wie die Nazis im Krieg Kommunisten und Juden wie Hexen aufjagten, wurden nach dem Krieg viele Leute wie Hexen ohne Gründe verfolgt, nur weil sie während der Besatzung als Sekretäre in der Ortskommandantur oder in den Regierungsgebäuden gearbeitet hatten.
Die FSSPX ist nicht politisch, nur weil es einige Leute die dem Faschismus sympathisch gegenüber stehen (und das nicht in Deutschland), macht aus einer Priestergesellschaft noch keine „braune Burg“. Wie gesagt: die Lefebvre-Familie war im Widerstand, René Lefebvre sr. arbeitete sogar als Spione für die Engländer.
Und wie die „Poésie“ die Grossdeutschland bei Gelegenheit der Zerstörung Rotterdams 1940 verbreitete zur Rechtfertigung: ‘Wer sich mit Engeland verbündet, den Tod durch Deutschlands Waffen findet.’ Das haben vielleichte Ihre Eltern als Kinder noch gelesen, solche Propaganda. René Lefebvre sr. hat es am Leibe im KZ gespürt.
Donnerstag, 5. Oktober 2006 00:28
Parzifal: Hexenjagd?
nicht an einer Hexenjagd auf ehemalige Pétainisten, wie die Parti Socialiste und De Gaulle sie durchführten
Wie viel Prozent der Franzosen würde die gerechte Bestrafung von Kollaborateuren und Volksverrätern wohl als Hexenjagd bezeichnen?
Wie viel Prozent der Franzosen würde die gerechte Bestrafung von Kollaborateuren und Volksverrätern wohl als Hexenjagd bezeichnen?
Donnerstag, 5. Oktober 2006 00:16
Athanasius: @Benedikt
Damit wäre wohl bewiesen, dass die hier anwesenden Tradis selbst unter ihresgleichen eine Splittergruppe
sind, denn sonderliche Lobeshymnen auf die Demokratie habe ich hier noch keinen Tradi singen hören.
Das muss man angesichts der heutigen moralischen Krise der Demokratie auch nicht als Katholik. Denn eine Demokratie ohne wirkliche Grundlage und demographische Zukunft funktioniert nicht.
Ich glaube aber eher, dass Tradi allgemein nicht wirklich Christdemokraten sind. Für eine andere Einschätzung bleibt nach meinen Erfahrungen kein Raum.
Ich bin z.B. Christdemokrat aber nicht um unter dem Nenner „katholisch“ Liberal zu sein, sondern um wirklich Christdemokrat zu sein im Sinne vom damaligen Papst Pius XI. und Mons. Montini. Vor allem das Schweizer Modell bewundere ich, nicht die liberal-aggresive französische Form.
Übrigens múss ein Katholik nicht Demokrat sein.
Zu behaupten „Tradis“ seien „braun“ ist Lüge weil Generalisation und Ignoranz. Der Vater von Erzbischof Lefebvre, René Lefebvre Sr., starb ja 1944 im KZ Sonnenburg (heute Słońsk), wo er von der Gestapo inhaftiert war für seine Aktivitäten für abgeschossene englischen Piloten und den französischen Widerstand. Mag sein, dass die FSSPX nicht an einer Hexenjagd auf ehemalige Pétainisten, wie die Parti Socialiste und De Gaulle sie durchführten, teilnehmen wollte, aber sie vom Nationalsozialismus (das ist ja das Adjektiv „Braun“, faschismus wäre eher „Schwarz“) zu beschuldigen, geht zu weit und ist Rufmord.
Das muss man angesichts der heutigen moralischen Krise der Demokratie auch nicht als Katholik. Denn eine Demokratie ohne wirkliche Grundlage und demographische Zukunft funktioniert nicht.
Ich glaube aber eher, dass Tradi allgemein nicht wirklich Christdemokraten sind. Für eine andere Einschätzung bleibt nach meinen Erfahrungen kein Raum.
Ich bin z.B. Christdemokrat aber nicht um unter dem Nenner „katholisch“ Liberal zu sein, sondern um wirklich Christdemokrat zu sein im Sinne vom damaligen Papst Pius XI. und Mons. Montini. Vor allem das Schweizer Modell bewundere ich, nicht die liberal-aggresive französische Form.
Übrigens múss ein Katholik nicht Demokrat sein.
Zu behaupten „Tradis“ seien „braun“ ist Lüge weil Generalisation und Ignoranz. Der Vater von Erzbischof Lefebvre, René Lefebvre Sr., starb ja 1944 im KZ Sonnenburg (heute Słońsk), wo er von der Gestapo inhaftiert war für seine Aktivitäten für abgeschossene englischen Piloten und den französischen Widerstand. Mag sein, dass die FSSPX nicht an einer Hexenjagd auf ehemalige Pétainisten, wie die Parti Socialiste und De Gaulle sie durchführten, teilnehmen wollte, aber sie vom Nationalsozialismus (das ist ja das Adjektiv „Braun“, faschismus wäre eher „Schwarz“) zu beschuldigen, geht zu weit und ist Rufmord.
Mittwoch, 4. Oktober 2006 23:54
Benedikt: @ Athanasius
daß alle „Tradis“ „braun“ sind, oder schon eine Mehrheit. Die Mehrheit ist Christdemokratisch.
Damit wäre wohl bewiesen, dass die hier anwesenden Tradis selbst unter ihresgleichen eine Splittergruppe sind, denn sonderliche Lobeshymnen auf die Demokratie habe ich hier noch keinen Tradi singen hören.
Ich glaube aber eher, dass Tradi allgemein nicht wirklich Christdemokraten sind. Für eine andere Einschätzung bleibt nach meinen Erfahrungen kein Raum.
Damit wäre wohl bewiesen, dass die hier anwesenden Tradis selbst unter ihresgleichen eine Splittergruppe sind, denn sonderliche Lobeshymnen auf die Demokratie habe ich hier noch keinen Tradi singen hören.
Ich glaube aber eher, dass Tradi allgemein nicht wirklich Christdemokraten sind. Für eine andere Einschätzung bleibt nach meinen Erfahrungen kein Raum.
Mittwoch, 4. Oktober 2006 23:53
Kraut: @Athanasius…
Es ist in der Tat so, daß eine Endlösung für Katholiken vorgesehen war.
Waren ohnehin schon unzählige Priester und katholische Regimegegner in den Konzentrationslagern inhaftiert, so wollte man nach dem Endsieg alle Kirchen in Adolf-Hitler-Kirchen umbenennen. Letztendlich sollten dann die gläubigen Katholiken dem Glauben abschwören. Hitler selber, nachdem man ihm diesen Vorschlag dargelegt hatte, soll gesagt haben, daß -diese die beste Idee seit langem- sei.
Ich werde mal nachsehen und ein Quellenverzeichnis reinstellen. Ein lesenswertes Buch! Für den -Löwen von Münster- zum Beispiel, stand die Hinrichtung nach dem großen Sieg schon fest; man konnte ihn nicht vorher liquidieren, da er zu großen Einfluß auf das (damals noch…) größtenteils gläubige Volk hatte.
Waren ohnehin schon unzählige Priester und katholische Regimegegner in den Konzentrationslagern inhaftiert, so wollte man nach dem Endsieg alle Kirchen in Adolf-Hitler-Kirchen umbenennen. Letztendlich sollten dann die gläubigen Katholiken dem Glauben abschwören. Hitler selber, nachdem man ihm diesen Vorschlag dargelegt hatte, soll gesagt haben, daß -diese die beste Idee seit langem- sei.
Ich werde mal nachsehen und ein Quellenverzeichnis reinstellen. Ein lesenswertes Buch! Für den -Löwen von Münster- zum Beispiel, stand die Hinrichtung nach dem großen Sieg schon fest; man konnte ihn nicht vorher liquidieren, da er zu großen Einfluß auf das (damals noch…) größtenteils gläubige Volk hatte.
Mittwoch, 4. Oktober 2006 19:43
Athanasius: Antwort
Die Kirche war Opfer, sonst nichts. Dann spreche ich natürlich von der Römisch-Katholischen Kirche.
Klösterliquidierungen in der „Ostmark“, Schließung von Seminaren, Deportation jüdisch-stämmiger Geistlichen und sonstiger Religiösen, Erschießung von zahlreichen Geistlichen, etwa in Polen (Generalgouvernement) und Osteuropa.
Die Pläne waren schon bereit für Umgestaltung der kath. Kirche nach dem „Endsieg“ zur Einheit mit der „Reichskirche“ und zur Abschaffung der Sakramente wie sie waren. Es sollten Lebensfeiern eingeführt werden und Seminaristen vor dem 25. Lebensjahr aus den Seminaren gehalten. Auch die hl. Schrift wäre verboten geworden in traditioneller Fassung.
Sieh: HÜRTEN, H. ‘Endlösung’ für den Katholizismus? Das nationalsozialistische Regime und seine Zukunftspläne gegenüber der Kirche, in: Stimmen der Zeit, 203 (1985) p. 535-538.
@Guldin: Daß bestimmte Leute mit dem Nationalsozialismus sympathisieren, auch heute noch (vor allem weil durch die Massenpropaganda des Holocaust und die Instrumentalisierung des Anti-Deutschtums seit 1945, deren Glauben an den wirklich geschehenen Verbrechen der NS-Diktatur verschwunden ist), sagt ja nicht, daß alle „Tradis“ „braun“ sind, oder schon eine Mehrheit. Die Mehrheit ist Christdemokratisch. Man kann aus dem Falle Mons. Alois Hudal ja auch nicht schließen P. Maksymilian Kolbe und Schwester Teresa Benedicta a Sancta Cruce (Edith Stein) seien beide nationalsozialistische Antisemiten gewesen! Oder?
Klösterliquidierungen in der „Ostmark“, Schließung von Seminaren, Deportation jüdisch-stämmiger Geistlichen und sonstiger Religiösen, Erschießung von zahlreichen Geistlichen, etwa in Polen (Generalgouvernement) und Osteuropa.
Die Pläne waren schon bereit für Umgestaltung der kath. Kirche nach dem „Endsieg“ zur Einheit mit der „Reichskirche“ und zur Abschaffung der Sakramente wie sie waren. Es sollten Lebensfeiern eingeführt werden und Seminaristen vor dem 25. Lebensjahr aus den Seminaren gehalten. Auch die hl. Schrift wäre verboten geworden in traditioneller Fassung.
Sieh: HÜRTEN, H. ‘Endlösung’ für den Katholizismus? Das nationalsozialistische Regime und seine Zukunftspläne gegenüber der Kirche, in: Stimmen der Zeit, 203 (1985) p. 535-538.
@Guldin: Daß bestimmte Leute mit dem Nationalsozialismus sympathisieren, auch heute noch (vor allem weil durch die Massenpropaganda des Holocaust und die Instrumentalisierung des Anti-Deutschtums seit 1945, deren Glauben an den wirklich geschehenen Verbrechen der NS-Diktatur verschwunden ist), sagt ja nicht, daß alle „Tradis“ „braun“ sind, oder schon eine Mehrheit. Die Mehrheit ist Christdemokratisch. Man kann aus dem Falle Mons. Alois Hudal ja auch nicht schließen P. Maksymilian Kolbe und Schwester Teresa Benedicta a Sancta Cruce (Edith Stein) seien beide nationalsozialistische Antisemiten gewesen! Oder?
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