13:05:54 | Freitag, 6. Oktober 2006
Die ‘Internationale Theologenkommission’ beschwichtigt die Gläubigen: Man wolle kein Jota der katholischen Lehre verändern. Die Lehre vom Limbus soll dennoch geleugnet werden.
(kreuz.net, Vatikan) Die ‘Internationale Theologenkommission’ wird in der Frage des ewigen Schicksals
ungetauft gestorbener Kinder eine Empfehlung gegen die Vorstellung des Limbus aussprechen.
Das erklärte
der bekannte Dogmatiker und Erzbischof von Chieti-Vasto, Mons. Bruno Forte, im Gespräch mit dem römischen
Nachrichtendienst ‘I Media’.
Erzbischof Forte ist Mitglied der Theologenkommission. Die ‘Internationale
Theologenkommission’ ist ein Beratungsorgan des Vatikans.
Nach
alter kirchlicher Lehre muß ein ungetauftes
Kind, das vor Erreichen seiner Verstandeskraft stirbt, wegen der unbedingten Heilsnotwendigkeit der Taufe
von der Anschauung Gottes ausgeschlossen bleiben.
Der Bestimmungsort eines solchen Kindes ist der sogenannte
Limbus Puerorum – der Limbus der kleinen Kinder.
Im Limbus Puerorum hat der Mensch Anteil an einem rein
natürlichen Glückszustand. Er unterliegt somit keiner körperlichen Strafe wie die verdammten Seelen
in der Hölle.
Erzbischof Forte behauptet jetzt, daß die ‘Internationale Theologenkommission’ keinen
Bruch mit der Tradition des Glaubens wolle.
Der Limbus – der laut dem Prälaten
Papst Innozenz I. († 417)
…daß
die kleinen Kinder auch ohne die Gnade der Taufe mit dem Lohn des ewigen Lebens beschenkt werden könnten,
ist ganz töricht. […] Dann müssen sie auch offen sagen, daß die heiligen Fluten der Wiedergeburt
nichts nützen.
nie formell als katholische Lehre definiert worden sei – könne fallengelassen werden,
ohne den Glauben im geringsten aufs Spiel zu setzen.
Gleichzeitig mußte der Erzbischof zugeben, daß
der Limbus der Kinder in der Kirchengeschichte eine sehr gängige Lehre war.
Jetzt aber habe die ‘Internationale
Theologenkommission’ die Formulierung gefunden, daß der Limbus der Kinder „weder wesentlich noch notwendig“
sei.
Man wolle „Bilder und Metaphern vermeiden, die den Reichtum der von Christus gegebenen Botschaft
der Hoffnung nicht angemessen ausdrücken“.
Erzbischof Forte erklärt ferner, daß die
Papst Innozenz
III. († 1216)
Alle kleinen Kinder gehen zugrunde, von denen täglich eine solche große Mensge stirbt,
ohne daß der barmherzige Gott, der will, daß niemand zugrunde gehe, auch für sie irgendein Mittel zum
Heil besorgt hat.
Theologenkommission ihr Schreiben über das Schicksal ungetauft gestorbener Kinder fast
fertiggestellt habe.
Es werde jedoch voraussichtlich nicht sogleich veröffentlicht werden. Mons. Forte
gab keine Gründe für diese Verzögerung an.
Die Diskussionen in der Theologenkommission sind auf fünfjährige
Zyklen ausgelegt. Die Frage des Limbus wird erst seit 2004 behandelt.
Dennoch sei das Dokument über
die ungetauften Kinder bereits ausgereift. Es bräuchte lediglich noch einige Feinabstimmungen.
Danach
werde es dem Präfekten der Glaubenskongregation und Vorsitzenden der Theologenkommission, William Kardinal
Levada, vorgelegt. Der Kirchenfürst werde es dann Papst Benedikt XVI. unterbreiten.
Der Erzbischof erklärt,
daß das Dokument die Lehre vom Limbus nicht einfach verwerfen und angeblich keine Änderungen der katholischen
Lehre einführen wolle.
Die wesentlichen lehramtlichen Eckpfeiler,
Konzil von Florenz (1439-1445):
Die
Seelen derer, die in einer aktuellen Todsünde oder allein in der Erbsünde verscheiden, steigen alsbald
in die Hölle hinab, werden jedoch mit ungleichen Strafen bestraft.
welche die Theologen zum Glauben an
die Existenz des Limbus führten, würden in dem Schreiben klar aufrechtgehalten.
Die Kommission hofft
sogar, daß sie mit größerer Klarheit dargelegt sind.
Mons. Forte nannte als Beispiel die Realität
der Erbsünde. Die Erlösung von der Sünde könne nur durch Jesus Christus kommen: „Die Taufe ist notwendig,
um den Makel der Ursünde zu beseitigen.“
Aber – umschifft der Erzbischof das aufgezeigte Problem – dies
gelte nicht für Kinder, die keine eigenen Sünden begangen hätten.
In dem Fall „sollte“ die Erlösungskraft
Christi über die Macht der Sünde siegen. Auf die Folgerung, daß damit auch die Kindertaufe sinnlos
wird, ging der Erzbischof nicht ein.
Schließlich sprach Erzbischof Forte
Papst Pius VI. († 1799):
Die
Lehre, die jenen Ort in der Unterwelt – den die Gläubigen als „Limbus der Kinder“ bezeichnen und in dem
die Seelen der nur mit der Erbsünde gestorbenen mit der Strafe der Verdammung und ohne die Feuerstrafe
bestraft werden – als pelagianisches Märchen verwirft ist falsch, leichtfertig und gegenüber den katholischen
Schulen ungerecht.
auch „die pastorale Seite“ der Lehre vom Limbus an, die offenbar die Konkulsionen der
Kommission determiniert hat.
In einer komplexen und säkularisierten Gesellschaft würden sich die Fragen
nach dem ewigen Schicksal der Kinder häufen.
Die meisten Kleriker würden die betroffenen Gläubigen
ermutigen, auf Gottes Barmherzigkeit zu vertrauen und ihre Kinder seiner liebenden Sorge anzuvertrauen.
Diese pastorale Antwort sieht Mons. Forte durch Aussagen im Katechismus der Katholischen Kirche von 1983
gedeckt.
Dort wird von der „berechtigten Hoffnung, daß es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen
Heilsweg gibt“, gesprochen.
Zwei Jahre später hieß es in der Enzyklika ‘Evangelium Vitae’, die Kirche
wisse nichts über das Schicksal ungetaufter Kinder. Man solle auf die Liebe Gottes vertrauen.
Der päpstliche
Hofprediger, Pater Raniero Cantalamessa, erklärte
Papst Pius X. († 1914):
Man soll größte Eile haben,
die kleinen Kinder taufen zu lassen, weil sie bei ihrem zarten Alter vielen Todesgefahren ausgesetzt sind
und ohne die Taufe nicht gerettet werden können.
im Januar sogar, daß es jeden Ungläubigen überzeugen
würde, sich vom christlichen Glauben fernzuhalten, wenn Gott „unschuldige Geschöpfe“ ewig von sich trenne:
„Laßt uns die Lehre vom Limbus
begraben.“ – erklärte der Kapuziner.
Inzwischen hat sogar die kirchenfeindliche
österreichische Tageszeitung ‘Die Presse’ erkannt, daß man in der jüngeren Geschichte längst begonnen
habe, „die Vorhölle stillschweigend zu entsorgen“.
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