09:37:38 | Montag, 9. Oktober 2006
Prof. Georg May
„Der Episkopat und die Theologenschaft sind weitestgehend progressistisch imprägniert.“
Einige deutsche Diözesen stehen zur Besetzung an. Dann wird sich zeigen, ob der Papst das Ruder herumreißen will – erklärt der emeritierte Mainzer Kirchenrechtler Georg May.
(kreuz.net, Mainz) Der in Mainz lebende emeritierte Kirchenrechtler
Hw. Georg May hat sich über die Wahl
von Benedikt XVI. gefreut.
Das erklärte er im Gespräch mit der deutschen Monatszeitung ‘Kirchliche
Umschau’, die der Piusbruderschaft nahesteht.
„Unter den kirchlichen Würdenträgern, die für die Nachfolge
Johannes Pauls II. in Frage kamen, war Kardinal Ratzinger der am besten geeignete.“
Die Erwartungen von
glaubenstreuer Seite an das neue Pontifikat seien hoch gewesen und seien es nach wie vor:
„Bedauerlicherweise
verfestigt sich der Eindruck, daß die Maßnahmen, die man vom Papst erwartet hat, bis jetzt nicht getroffen
wurden – und vielleicht auch in Zukunft nicht getroffen werden.“
Der Papst bemühe sich, die wesentlichen
Grundlagen des Christentums – das Positive an der christlichen Lehre – herauszustellen. Das sei zweifellos
berechtigt. Es gehe ja nicht immer nur um die Sexualmoral.
Aber das entlaste den Papst nicht davon, die
offensichtlichen Mißstände in der Kirche anzugehen – erklärt Hw. May: „Das eine und das andere gehört
zusammen. Das Positive darstellen und das Negative zu bekämpfen.“
Der Papst sei bestrebt, ein gutes
Image zu erwerben. Das sei nicht falsch, dürfe aber nicht auf Kosten der Abgrenzung von Irrtümern gehen.
Professor May bemerkt, daß dem Papst – wie jedem bald Achtzigjährigen – vermutlich nur noch eine begrenzte
Spanne geschenkt sei: „Wann wird er die notwendigen Maßnahmen ergreifen?“
Professor May verkennt nicht
die Schwierigkeiten, unter denen Benedikt XVI. handeln muß: „Der Episkopat und die Theologenschaft sind
weitestgehend progressistisch imprägniert.“
Jede päpstliche Handlung, die dem amtlichen Progressismus
entgegenstehe, werde auf schärfsten Widerstand stoßen:
„Deswegen glaube ich nicht an eine »Freigabe«
der überlieferten Liturgie, an eine »weite« Öffnung der Alten Liturgie. Ich halte das sogar für ausgeschlossen.“
Ebenso bestehe – menschlich gesehen – wenig Hoffnung, daß die traditionalistischen Kreise – „sie sind
doch nichts anderes als treue Katholiken“ – wieder voll in das kirchliche Leben integriert werden können.
Auch hier sei der Widerstand der Bischöfe zu groß.
Ein Rätsel ist Prof. May, wie der Papst die Verhältnisse
in der Theologenschaft ändern könnte: „Der Karren ist ziemlich verfahren.“
Anders als heute sei die
Römische Kurie während der Gegenreformation im 16. Jahrhundert intakt gewesen: „Es kamen Päpste an
die Regierung, die entschiedene Verfechter der Erneuerung waren.“
Die kirchliche Erneuerung sei durch
ein Zusammengehen von Papsttum und den neu entstehenden Orden wie die Jesuiten oder die Kapuziner – durch
Gottes Gnade – geschehen.
Der Papst habe konsequent regiert. Die Nuntien hätten Bischöfe abgesetzt.
Voraussetzung für eine Erneuerung sei heute – wie im 16. Jahrhundert – die Wiederherstellung des unbedingten
Gehorsams der Bischöfe dem Heiligen Stuhl gegenüber.
Das Wegsehen der Kurie bei bischöflichem Ungehorsam
müsse beendet werden: „Ja, es muß ein neuer Episkopat geschaffen werden.“
Die Auswahl der geeigneten
Kandidaten für die Apostelnachfolge dürfe nicht weiter vertagt werden:
„Einige deutsche Diözesen stehen –
oder stehen bald – zur Besetzung an. Dort wird es sich zeigen, ob der Papst das Ruder herumreißen will.“
Hw. May nennt auch das Grundübel der heutigen Kirche: der Verlust des Eigentlichen. Jeder suche sich
seine Rosinen raus, die ordentliche Seelsorge darbe und verkümmere.
„Regelmäßige Hausbesuche werden
nicht mehr gemacht. Die Beichte wird vielerorts nicht angeboten. Predigten sprechen Glaube und Sitte nicht
an.“
Die Übertragung immer weiterer Funktionen an Laien überlasse dem Priester nur noch die streng
an die sakramentale Weihe gebundenen Tätigkeiten:
„Die Bevormundung durch Gremien ist dem feigen Priester
willkommen, lähmt aber den tatkräftigen.“
Die bis jetzt ausbleibende Beiziehung von überlieferungstreuen
Priestern könne angesichts der Priesternot nicht verantwortet werden.
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Konrad 19:35:54 | Freitag, 13. Oktober 2006
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turk 17:15:44 | Dienstag, 10. Oktober 2006
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wiener 13:41:19 | Dienstag, 10. Oktober 2006
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wiener 12:05:19 | Dienstag, 10. Oktober 2006
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laikos 09:31:24 | Dienstag, 10. Oktober 2006
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Toby 13:26:33 | Montag, 9. Oktober 2006
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turk 10:17:53 | Montag, 9. Oktober 2006