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Dienstag, 10. Oktober 2006 11:05
Entstehen Mäuse aus feuchten Lumpen?
Die Evolutionstheorie ist eine Glaubenslehre, die von ihren Anhängern erwartet, daß sie auch vor dem Absurden nicht zurückschrecken. Von Dr. med. Stephan Puls.
(kreuz.net) Die Argumente für und gegen ein angebliches Entstehen der ersten Lebewesen „von- selbst“ sind oft nur von Chemikern zu verstehen und zu beurteilen.

Glücklicherweise gilt das nicht für alle Argumente. Nur drei Jahre nach der Veröffentlichung des Werkes „On the Origin of Species“ von Charles Darwin im Jahr 1859 bewies der französische Arzt und Mikrobiologe Louis Pasteur († 1895) mit einfachen Experimenten, daß Leben nur aus anderem Leben entsteht: „Omne vivum ex vivo“ – alles Lebende kommt aus Lebendem.

Pasteur entwickelte eine Apparatur, in der eine sterile Nährlösung bei aufgeheiztem Ofen im sterilen Zustand gehalten wird. Keime aus der Luft werden getötet. Die Nährlösung bleibt in diesem Zustand unverändert.

Prof. Dr. med. Louis Pasteur
Prof. Dr. med. Louis Pasteur
Seit man das weiß, pasteurisiert man Milch und andere Lebensmittel. Durch Erhitzen tötet man Keime ab, ehe man die Lebensmittel in Tüten füllt und verkauft.

Diese Maßnahme hat unzähligen Menschen das Leben gerettet. Sie funktioniert darum so gut, weil es keine Urzeugung gibt.

Gut sterilisierte H-Milch kann Ewigkeiten stehen, ohne daß es in ihr Lebewesen gibt. Das gilt, obwohl in H-Milch millionenfach bessere Bedingungen für die Entstehung von Leben bestehen würden als in der sogenannten Ursuppe, die von Evolutionisten als Ausgangspunkt für die Entstehung des Lebens genommen wird.

Die Milch enthält anders als die Ursuppe zahllose komplexe chemische Substanzen, die für Lebewesen notwendig sind.

Pasteurs Erkenntnisse wären für die Evolutionstheorie eigentlich ein vernichtender Schlag gewesen.

Schematischer Aufbau der Versuchsapparatur, mit der Pasteur die generatio spontanea - die Urzeugung - widerlegte
Schematischer Aufbau der Versuchsapparatur, mit der Pasteur die generatio spontanea – die Urzeugung – widerlegte
Bis ins 19. Jahrhundert wurde die „generatio spontanea“ – die Spontanentstehung aus unbelebter Materie – von Lebewesen bei Naturwissenschaftlern für selbstverständlich angesehen.

Schon der griechische Philosoph Aristoteles († 322 v.Chr.) zog aus der Beobachtung, daß feuchtes Material häufig und rasch von Organismen besiedelt wird, den Schluß, daß Lebewesen aus unbelebter Materie entstehen.

Dieser Glaube wurde und wird von der Evolutionstheorie heute noch benötigt.

Man findet in Fachbüchern des 17. Jahrhunderts Beschreibungen, wie man Mäuse aus feuchtem Getreide und schmutzigen Lumpen erzeugen kann.

Die französische Akademie der Wissenschaften setzte für die überzeugende Klärung der angeblich spontanen Entstehung von Leben einen Preis aus. Pasteur gewann ihn aufgrund seiner Untersuchungen und konnte auch die Fehler früherer Forscher erklären.

Doch die Theorie von der Spontanentstehung des Lebens sollte nicht für immer in der Rumpelkammer der Wissenschaftsgeschichte verschwinden.

Zwar müssen Evolutionstheoretiker zugeben, daß Leben heute nicht mehr spontan entstehen kann. Aber auf der frühen Erde muß das ihrer Ansicht nach anders gewesen sein – denn sonst wären wir jetzt ja nicht alle hier.

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Daß das nicht stimmen und Leben nicht von selber entstehen kann, wußte schon der mittelalterliche Heilige und Kirchenlehrer Thomas von Aquin († 1274).

Er definierte Leben als etwas, das sich selbst „bewegt“ – wobei er den Ausdruck „bewegen“ in einem weiten Sinne versteht und darin zum Beispiel die Fortpflanzung einschließt.

Pflanzen, Tiere und Menschen sind etwas grundsätzlich Anderes als die Summe ihrer Bestandteile. Sie haben eine Seele – ein Lebensprinzip –, welche diese „Bewegung“ hervorbringt.

Man könnte einwenden, daß das Leben am Anfang chemisch „einfacher“ gewesen sei und damit vielleicht leichter „von selbst“ hätte entstehen können.

So hätten die Nukleinsäuren die Aufgabe der Eiweiße übernommen. Oder die ersten Lebewesen seien eine Art Reaktionssysteme an porösen Gesteinsoberflächen gewesen, wobei am Anfang nicht mehr eine Ursuppe – ein Urmeer – sondern eine Art Ur-Pizza gestanden wäre.

Doch mit solchen Argumenten wird das Problem nur verschoben und sogar verkompliziert. Die Frage bleibt: Wann und wie erfolgte der „Übergang“ zu dem Leben, das wir heute kennen?

Es gibt noch einen grundlegenderen Einwand: Wenn sich die Naturwissenschaft zum Ziel setzt, das Beobachtbare und Überprüfbare zu behandeln, dann sind solche Spekulationen keine Wissenschaft mehr.

Die Veröffentlichung „Evolution: Ein kritisches Lehrbuch“ – inzwischen in sechster Auflage erschienen – vertieft die hier gebrachten Argumente. Eine Rezension der fünften Auflage ist hier einsehbar.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 54 Lesermeinungen:
Freitag, 13. Oktober 2006 18:26
obelix †: Leider nein santa rita,
santa rita: Eines steht jedenfalls fest: Eine wie auch immer geartete Evolution des Lebens ist definitiv ausgeschlossen.

ich habe zwar nicht Zillmer gelesen, aber ich habe mich bei Wort und Wissen, pro genesis (Schweiz) und im Discovery Institute, USA gründlich umgelesen, sowie das Junker/Scherer-Buch gelesen. Dies alles genügt wohl Ansprüchen, die Gläubige an eine Verkündigungslehre stellen, die man einfach glauben kann, ohne viel zu hinterfragen, wo ein (unbeweisbares) Dogma verkündet wird und notfalls eine Exkommunikation stattfinden kann. Wissenschaftlichen Ansprüchen nach weltweit gültiger Definition genügt dies nicht.

Die Verkündigung der Schöpfung im Alten Testament ist ein grandioser Mythos, der mit zum besten an Literatur zählt, was Menschen je geschaffen haben. Insofern kann man mit gutem Gewissen von göttlicher Inspiration sprechen, an die auch ich ganz fest glaube. Die Schöpfungsgeschichte aus der Genesis hat ihren Platz in der Ethiklehre und in den Religionsstunden der jeweiligen Kirchen.

Eine wissenschaftliche Darstellung verlangt von einem Text aber viel mehr als einen Mythos, oder Fakten, die in einen Mythos hinein interpretiert werden.
Im naturwissenschaftlichen Unterricht hat dies nichts zu suchen. Die Tragik an der Geschichte ist die, dass die Kreationisten mit ihrem Streben, ihre Weltsicht im Biounterricht zu lehren, den Kindern die Zukunft stehlen, weil unser biologisches Wissen auf Darwin aufbaut. Die diesjährigen Nobelpreise bezeugen dies erneut!
Freitag, 13. Oktober 2006 10:06
santa rita: obelix
Wenn Sie auf Augenhöhe mitdiskutieren wollen, sollten Sie erstmal die bereits unten erwähnten Bücher von Dr. Zillmer lesen.
Besonders bemerkenswert ist hier, dass ein nichtreligiöser Autor von einem nichtreligiösen Standpunkt zu Forschungsergebnissen kommt, die Kernaussagen der Bibel bestätigen. Wenn Zillmer richtig liegt – und es spricht alles dafür –, dann muss der Schöpfungsbericht der Bibel wörtlich genommen werden.
Dass bedeutet, dass die strengen 6-Tage-Kreationisten letztlich recht hätten, und alle anderen müssten sich mangelnden Glaubens und Gottvertrauens anklagen, da sie vermeintlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen – die sich nach und nach alle als falsch erweisen – mehr geglaubt haben, als Gott.
Warum sollte Gott auch lügen?
Eines steht jedenfalls fest: Eine wie auch immer geartete Evolution des Lebens ist definitiv ausgeschlossen.
Donnerstag, 12. Oktober 2006 19:46
obelix †: genau santa rita! Bei Ernst Mayr besteht keinerlei Gefahr religiöser Indoktrination!
santa rita: obelixWann fangen Sie an Ernst Mayr „Das ist Evolution“ zu lesen?

„Es gibt nichts, was die Vorstellung von einem persönlichen Gotte unterstützen könnte. Ich bin Atheist…


So etwas wie eine „katholische Naturwissenschaft“, also eine glaubens- oder noch schlimmer, kirchengesteuerte Wissenschaft, kann es für ihn nicht geben, weil seine Forschung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf nackten Tatsachen basiert und nicht aufgrund irgendwelcher Berichte der Bibel oder der Glaubenslehre interpretiert werden.

Also gilt auch für Sie: wenn Sie auf Augenhöhe mitdiskutieren wollen, fangen Sie an zu lesen; Ernst Mayr, Das ist Evolution!
Es besteht keinerlei Gefahr der Verleitung zum Glaubensabfall oder der Versündigung. Mayr erklärt nicht, wie die Welt entstand, sondern wie sie sich entwickelte. LESEN!
Donnerstag, 12. Oktober 2006 10:11
santa rita: obelix
Wann fangen Sie an Ernst Mayr „Das ist Evolution“ zu lesen?

„Es gibt nichts, was die Vorstellung von einem persönlichen Gotte unterstützen könnte. Ich bin Atheist. Es gab große Evolutionsbiologen, die an Gott geglaubt haben. Aber ich habe nie verstanden, wie man im Gehirn zwei völlig getrennte Fächer haben kann, und in einem liegt die Wissenschaft und im anderen die Religion.“

Ernst Mayr
Donnerstag, 12. Oktober 2006 00:35
obelix †: stimmt möchtegern-kathole,
möchtegern-kathole: @obelixich hab’nicht gesagt, dass oder welche evolutionstheorien ich vertrete. ich habe nur ganz trocken bestandsaufnahme gemacht,

Sie haben eine Bestandsaufnahme von nicht existenten „Evolutionstheorien“ gemacht.

Wann fangen Sie an Ernst Mayr „Das ist Evolution“ zu lesen?
Mittwoch, 11. Oktober 2006 21:06
ich hab’nicht gesagt, dass oder welche evolutionstheorien ich vertrete. ich habe nur ganz trocken bestandsaufnahme gemacht, was so alles vertreten wird, und inwieweit das dann jeweils mit dem glauben kollidiert oder nicht.

Da braucht man nicht gleich verbal einzudreschen.
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