15:50:52 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
Am 11. Oktober 1962 hielt der damalige Papst die Rede zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Optimismus des Heiligen Vaters war kaum zu überbieten. Der Anfang der Rede von Papst Johannes XXIII. († 1963).
Ehrwürdige Brüder!
Es jubelt die Mutter Kirche. Denn durch eine besondere Gnade der göttlichen Vorsehung
ist dieser hochersehnte Tag angebrochen, an dem hier am Grabe des heiligen Petrus und unter dem Schutz
der jungfräulichen Gottesmutter – deren Mutterwürde heute festlich begangen wird – das Zweite Vatikanische
Ökumenische Konzil beginnt.
Alle Konzilien – sowohl die zwanzig Ökumenischen wie die unzähligen und
bedeutenden Provinzial- und Regionalkonzilien –, die im Laufe der Geschichte abgehalten wurden, bezeugen
die offensichtliche Lebenskraft der Katholischen Kirche und sind strahlende Lichter in ihren Annalen.
Der letzte geringe Nachfolger des Apostelfürsten – der jetzt zu Euch spricht – wollte bei der Einberufung
dieser erlauchten Versammlung, daß das kirchliche Lehramt, das niemals fehlte und das bis ans Ende der
Tage bestehen wird, gestärkt werde.
Dieses Lehramt soll allen Menschen auf Erden durch das Konzil in
außerordentlicher Weise vorgestellt werden, indem es den Irrtümern, Bedürfnissen und Chancen unserer
Zeit Rechnung trägt.
Der Stellvertreter Christi, der zur Eröffnung dieser Allgemeinen Synode zu Euch
spricht, blickt natürlich in die Vergangenheit zurück und hört dort jene Stimmen, die uns lebhaft ermutigen.
Gern erinnert er sich der Verdienste der Päpste aus vergangenen und jüngsten Zeiten.
Es sind feierliche
und ehrwürdige Stimmen, deren Zeugnis seit dem 4. Jahrhundert bis heute in den Konzilien von Ost und
West zu uns gekommen ist.
Sie verkünden beständig den Ruhm der Kirche Christi, dieser göttlichen und
menschlichen Institution, die vom göttlichen Erlöser Namen, Gnade und jegliche Vollmacht erhält.
Aber
neben diesen Gründen geistlicher Freude können Wir nicht leugnen, welche Schmerzen und Bitternisse seit
1900 Jahren in langer Reihenfolge diese Geschichte verdunkelt haben.
Papst Johannes XXIII.
Die Menschen
hängen entweder Christus und seiner Kirche an, dann besitzen sie Licht, Güte und die Früchte rechter
Ordnung und des Friedens oder sie leben ohne Ihn: dann herrscht bei ihnen Verwirrung – sie vergiften die
Beziehungen untereinander und beschwören mörderische Kriege herauf.
Wahrlich, immer noch gilt, was
einst der greise Simeon aus prophetischer Eingebung zu Maria, der Mutter Jesu, sagte:
„Dieser ist bestimmt
zum Falle und zur Auferstehung vieler und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird“ (Lk 2,34).
Auch Jesus
selber sprach später diese geheimnisvollen Worte zum Erweis, daß die Menschen verschiedener Zeiten gegen
ihn auftreten würden:
„Wer euch hört, der hört mich“ (Lk 10,16), und:
„Wer nicht mit mir ist, der ist
gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut“ (Lk 11,23).
Die schwersten Sorgen und Fragen, die
der Menschheit zur Lösung aufgegeben sind, haben sich nach fast 2000 Jahren nicht verändert.
Christus
Jesus ist immer noch die Mitte der Geschichte und des Lebens.
Die Menschen hängen entweder Ihm und seiner
Kirche an – dann haben sie Licht, Güte und die Früchte rechter Ordnung und des Friedens – oder sie leben
ohne Ihn, ja handeln Ihm entgegen und verweilen bewußt außerhalb der Kirche, dann herrscht bei ihnen
Verwirrung. Sie vergiften die Beziehungen untereinander und beschwören mörderische Kriege herauf.
Ökumenische
Konzilien bezeugen jedesmal, wenn sie abgehalten werden, feierlich die Vereinigung zwischen Christus und
seiner Kirche und verbreiten weithin das Licht der Wahrheit.
Sie lenken das Leben der einzelnen Menschen
wie der Familien und der Gesellschaft auf rechte Pfade.
Sie erwecken und stärken geistliche Kräfte
und richten die Herzen beständig auf die wahren und ewigen Güter.
Vor uns stehen die außerordentlichen
Zeugnisse des Lehramts der Kirche beziehungsweise der universalen Synoden in den Epochen dieser zwanzig
Jahrhunderte christlicher Geschichte.
Sie sind in vielen und eindrucksvollen Bänden gesammelt, die hier
in Rom und in den berühmtesten Bibliotheken der ganzen Welt ein heiliges Erbe der kirchlichen Sammlungen
sind.
Nächsten Mal: Warum ein neues Konzil?
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DomenicoT 10:16:51 | Donnerstag, 12. Oktober 2006
#13
Andreas 23:35:37 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#11
laikos 20:27:09 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#10
Karl Murx 19:40:35 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#9
Athanasius 19:27:51 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#8
Karl Murx 18:30:53 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#6
Artois † 16:37:01 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#4
Pünktchen 16:34:59 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
#3
Benedikt 16:17:10 | Mittwoch, 11. Oktober 2006