Alte Messe
Zwischen den Fronten
Die Erzdiözese Bordeaux errichtete kürzlich eine neue traditionelle Gemeinschaft. Jetzt steht der dortige Kardinal im liberalen Kanonenhagel.
(kreuz.net, Bordeaux) Unter viel Blut und Tränen wurde in der südfranzösischen Erzdiözese Bordeaux das ‘Institut vom Guten Hirten’ geboren.

Mit der Zustimmung des dortigen Erzbischofs, Jean Pierre Kardinal Ricard (62), errichteten die fünf Priester eine neue Gemeinschaft.

Der Schritt ging in der Erzdiözese nicht ohne Widerstand über die Bühne.

Die örtlichen Laienvertreter wünschten sogar eine Konsultation mit dem Papst. Kritik kam auch vom Generalvikar.

Am 6. Oktober antwortete Kardinal Ricard darauf im Bistumsblatt ‘L’Aquitaine’: Die Zukunft werde zeigen, ob das Institut eine vielversprechende Initiative oder eine gescheiterte Hoffnung sei.

Ein großzügiges und außerordentliches Angebot der Communio – kirchlichen Gemeinschaft – einer Einzelgruppe gegenüber stelle „den Weg, den uns der Herr seit vierzig Jahren in der Kirche leben ließ“, nicht in Frage.

Dennoch ist deutlich, daß der Kardinal zu jenen gehört, die mit den Spaltungen der 70er Jahren aufräumen möchten, die in Frankreich immer noch zementiert sind.

Echte Versöhnung könne nicht in einem Klima der Rache, der unklaren Überzeugungen oder der zweideutigen Sprache zustande kommen – erklärt der Kardinal.

Die bestehenden Fragen und Schwierigkeiten würden nicht sofort verschwinden:

„Aber die kirchliche Gemeinschaft verlangt, daß diese Fragen brüderlich und in einem Klima des gegenseitigen Respekts und des kindlichen Gehorsams dem Lehramt gegenüber angegangen werden.“

Es sei notwendig, den anderen anzunehmen, sich gegenseitig kennenzulernen, den Willen zu haben, gemeinsam darauf zu hören, was der Geist den Gemeinden sage.

„Dieser Aufruf richtet sich wirklich an alle. Er fordert die Umkehr eines jeden.“

Der Kardinal weist darauf hin, daß die kirchliche Gemeinschaft im Dienst der Mission steht: „Die Evangelisierung unserer Gesellschaft ist die größte Herausforderung, der unsere Kirche gegenübersteht.“

Niemand habe dafür die Patentlösung: „Sonst hätte man es schon lange in Erfahrung gebracht.“

„Wir wissen einfach, daß weder die Auflösung des Evangeliums in die Luft der Zeit noch die Errichtung christlicher Ghettos, die über sich selber gebeugt sind, zufriedenstellende Antworten auf diese Herausforderung der Evangelisation sind.“

Kardinal Ricard gedenkt, bald nach Rom zu reisen, um „bezüglich dieses Punktes weitere Informationen einzuholen“. Gemeint ist die „konstruktive Kritik am Zweiten Vatikanum“.

Das ist auch ein Anliegen des vom Kardinal errichteten Instituts des Guten Hirten.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Stimme aus Wien   17:42:56 | Montag, 16. Oktober 2006
@Guiseppe und @Athanasius
@Guiseppe: Wer sind denn bei Ihnen „die Tradis“? bitte lesen Sie die Wortmeldungen in diesem Forum betreffend des V2 Konzils – dann wissen Sie wen ich unter „Tradis“ meine. Dass V2 ein unglücklicher Ausdruck ist, dessen bin ich mir auch bewusst – mit der Zeit übernahm ich aber die Ausdrucksweise der Forum-Beteiligten damit alle wissen was gemeint ist.
Zur Gleichwertigkeit des Konzils:
@Athanasius und zum Teil @ Guiseppe:
Das 2. Vat. Konzil erhebt, ebenso wie alle andere Konzilen der Kirche den Anspruch, in einzelnen Punkten der Lehre und Leben der Kirche in eine Richtung zu zeigen – sei es durch dogmatische Definitionen im Fall eines Irrgalubens, sei es durch allgemeine Richtungsangabe, wie beim 2. Vat. der Fall war. Da die von 2. Vatikanum angegebene Richtung wurde durch die überwiegende Mehrheit der Konzilsväter als Richtig angenommen wurde, muss es als solche anerkannt werden – wenn man zur Kath. Kirche gehören will. Das es vielleicht nach 40 Jahren einiges mehr Klarheit bedarf als vor 40 Jahren, ist keine Frage. Ändert aber nichts an der Grundrichtung.
Über dogmatische oder nichtdogmatische Erklärungen und deren Verbiondlichkeiten zu streiten ist ganz einfach lächrlich. Die Richtung ist jedem Klar – will man zur Röm. Kakth. Kirche gehören (manche nennen diese Kirche V2-Sekte) dann nimmt man diese Richtung an – will man nicht – dann gibt es keine Grundlage zur Diskussion.
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#17   Athanasius   17:15:58 | Montag, 16. Oktober 2006
@Stimme aus Wien
Solange das V2 in ihrer kleinen Welt nicht gleichwertig mit den anderen Konzilen angesehen
Das II. Vatikanum ist in vielen Eigenschaften tatsaechlich von den uebrigen oekumenischen Konzilien zu unterscheiden. Etwa wurde keine Lehre ex kathedra verkuendet und aufgelegt, war das Hauptanliegen pastoral, und duerfe man so Msgr. Felici, Konzilssekretaer, nur jene Aussagen als unfehlbar annehmen die schon bevor Objekt einer ex kathedra Definition gewesen waren (etwa der Primat des Hl. Petrus), muesse man aber bei den Aussagen neuen Charakters „eine Ausnahme“ machen (klar im Hinweis auf Pastor Aeternus: „der Heilige Geist wurde den Nachfolgern Petri nicht versprochen um durch seinen Beistand neue Lehren zu offenbaren…“). Nun ist Mons. Pericle Felici auf einmal ein „boeser Tradi“? Oder war die Oeffnungsrede („(…) pastoralis concilium“) Johannes XXIII. eine „integristische“ Ansprache?
Wie Sacramentum Ordinis (1947) Kritik am Konzil von Florence in Pastoralfragen der Priesterweihe aeusserte, so tut es das Konzil anlaesslich des Verhaeltnisses Kirche vs. Staat. Aber beides darf man kritisieren! DH war keine apostolische Konstitution und Quanta Cura keine Dogmaerklaerung!
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#16   Guiseppe   16:13:10 | Montag, 16. Oktober 2006
@Stimme aus Wien
Stimme aus Wien: „Eine konstruktive Kritik am V2 ist jederzeit willkommen – die Tradis können das aber nicht.“
Wer sind denn bei Ihnen „die Tradis“?
Stimme aus Wien: „Solange das V2 in ihrer kleinen Welt nicht gleichwertig mit den anderen Konzilen angesehen wird, ist einer konstruktiven Auseinanderstzung jede Grundlage entzogen.“
Aber genau das gehört doch auch zur konstruktiven Diskussion. Oder wollen Sie bestimmte Auffassungen erzwingen?
Der Ausdruck V2 für 2. Vat. Konzil ist m.E. unglücklich, weil der Ausdruck V2 eigentlich für etwas ganz anderes steht.
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#15   Stimme aus Wien   15:45:41 | Montag, 16. Oktober 2006
laikos
Auf den Papst müssen auch die gefallenne Katholiken höhren!
Ihre Feststellung ist falsch. Auf den Papst hören die, von Ihnen definierten „gefallenen“ Katholiken, immer – die Piusbrüder nur dann, wenn es ihnen in den Kramm passt.
Eine konstruktive Kritik am V2 ist jederzeit willkommen – die Tradis können das aber nicht. Solange das V2 in ihrer kleinen Welt nicht gleichwertig mit den anderen Konzilen angesehen wird, ist einer konstruktiven Auseinanderstzung jede Grundlage entzogen.
Theoretisch könnte man alle Konzilen der Mutter Kirche kritisieren – angefangen vom Apostelkonzil bis zum 2. Vat. Das wäre aber „zu modernistisch“, denn man könnte auch das Tridentinum in frage stellen – die Hl. Kuh der Tradis.
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#14   Aragorn   15:33:01 | Montag, 16. Oktober 2006
gotthard: hoffentlich
Gotthard: hoffentlich! ?:)
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#13   landorganist   15:08:58 | Montag, 16. Oktober 2006
@Protestant
ach wie blöd! Natürlich waren die Tradis gemeint, die sich nicht auf ihren Beitrag einlassen, sondern sich lieber in Hasspredigten ergehen.
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#12   laikos   15:06:47 | Montag, 16. Oktober 2006
Konstruktive Kritik
Konstruktive Kritik am 2VK ist leider meistens nicht erlaubt. Sobald man das 2VK anzweifelt hat man sich unmengen Feinde und Verachtung eingehandelt. Trotzdem werden die 2VK Kritiker nicht aufhöhren Kritik zu üben. Auch wenn Ihnen keiner mehr zuhöhrt :-|. Das dies etwas bringt beweist ja schon, das Papst Benedikt XXVI die Lateinische Messe bald freigibt. Ein schlag ins Gesicht des 2VK :-D. Auf den Papst müssen auch die gefallenne Katholiken höhren!
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#11   Protestant   14:09:18 | Montag, 16. Oktober 2006
@landorganist
Hallo, ich glaube, das ist ein kleiner Schreibfehler! Es muß doch sicher heißen „dass sich kein Katholik(kreuz.net-Fan)“ auf meinen Artikel eingelassen hat! Vielen Dank, dass Sie das für ausgewogen halten!Ich habe meine eigene Meinung und meinen eigenen Standpunkt, möchte jedoch nur ungern auf ein gewisses kreuz.net-Niveau absinken.Als Rheinländer lebe ich ohnehin nach dem Motto „Lääve un lääve losse“(Leben und leben lassen)!
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#10   landorganist   13:54:19 | Montag, 16. Oktober 2006
Hallo, Protestant,
ist Ihnen schon aufgefallen, dass sich kein Protestant auf Ihre, m. E. sehr ausgleichende Meinungsäußerung eingelassen hat? Damit enttarnen sich diese Leute doch selbst. Wohl dem, der die Geister unterscheiden kann.
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#9   stat crux   11:50:03 | Montag, 16. Oktober 2006
Konstruktive Kritik am II. Vatikanum
hat ausgerechnet Jean Guitton geübt, der als 1. Laie am 3. Dezember 1963 (anlässlich der 300-Jahr-Feier des Tridentinums) auf einem Konzil sprechen durfte. In späteren Jahren vermutete Guitton, dass die Konzilsväter die tiefe Zäsur, die der 8. August 1945 (Hiroshima) beispielhaft markiert, noch nicht begriffen hatten. „Gaudium et spes“ sei daher im Ansatz steckengeblieben und habe Umdeutungen des gesamten Konzilsimpulses das Tor geöffnet.
Um überhaupt wieder das Tor aufzumachen für weitere Pastoralkonzilien (also solche ohne Lehrdefinitionen, sondern zur Kräftigung des Lehramts als ganzes), könnte „man“ ja an ein VI. Laterankonzil denken, das in einer einzigen Sitzungsperode nur (!) eine Pastoralkonstitution für das XXI. Jahrhundert verfasst.
Die Bischofssynoden allein sind wahrscheinlich zu schwach, um das authentische Anliegen des Vatikanum II zu aktualisieren.
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#8   wiener   11:06:56 | Montag, 16. Oktober 2006
korrektur:
dass in der liturgie des aktuellen römischen messbuchs das kreuzesopfer christi nicht vergegenwärtigt wird
hier muss das nicht natürlich weg. nur für alle, die drüber gestolpert sind beim lesen …
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#7   Guiseppe   10:58:20 | Montag, 16. Oktober 2006
„… der Geist den Gemeinden …“
Was ist denn das? Die Gegenbewegung zum Heiligen Geist?
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#6   wiener   10:54:11 | Montag, 16. Oktober 2006
@ ottaviani, sulpicius, aragorn …
zu ihren kommentaren zitiere ich aus dem oben stehenden artikel:
Echte Versöhnung könne nicht in einem Klima der Rache, der unklaren Überzeugungen oder der zweideutigen Sprache zustande kommen – erklärt der Kardinal.
Die bestehenden Fragen und Schwierigkeiten würden nicht sofort verschwinden:
„Aber die kirchliche Gemeinschaft verlangt, daß diese Fragen brüderlich und in einem Klima des gegenseitigen Respekts und des kindlichen Gehorsams dem Lehramt gegenüber angegangen werden.“
Es sei notwendig, den anderen anzunehmen, sich gegenseitig kennenzulernen, den Willen zu haben, gemeinsam darauf zu hören, was der Geist den Gemeinden sage.
„Dieser Aufruf richtet sich wirklich an alle. Er fordert die Umkehr eines jeden.“
wenn hier in kommentaren angezweifelt (zweideutige sprache?) wird, dass in der liturgie des aktuellen römischen messbuchs das kreuzesopfer christi nicht vergegenwärtigt wird – wo ist dann die „brüderlichkeit“, der „respekt“ und der „gehorsam dem lehramt gegenüber“?
all das fehlt eklatant bei vertretern eines „traditionalismus“, der sich vor allem als rechthaberisches beharren auf ewig gleichen vorwürfen und in dialogverweigerung ausdrückt.
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#5   Sulpicius   10:31:46 | Montag, 16. Oktober 2006
@Gotthard
die in jeder katholischen Kirche gefeiert wird …
Zumindest Zweifel daran sind berechtigt…
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#4   Protestant   10:20:11 | Montag, 16. Oktober 2006
Aussöhnung in Verschiedenheit
Ist es denn nicht möglich, dass es innerhalb der röm.-kath. Kirche zu einer Aussöhnung in Verschiedenheit kommt? Kann denn die alte Messe nicht ihre Existenzberechtigung haben neben der neuen Messe? Ist es denn notwendig, sich hier gegenseitig wegen dieser Frage zu zerfleischen? Lutheraner und Reformierte sind doch diesen Weg auch gegangen nach langer Zeit der Probleme!Auch zwischen diesen beiden Gruppierungen gibt es Unterschiede, die aber mittlerweile akzeptiert werden!Ich weiß, das ist sicherlich nicht in Gänze auf das röm.-kath. Problem in dieser Frage zu übertragen, aber es darf nicht sein, dass der eine dem anderen seine Überzeugungen oder Messformen überstülpen wil. Lassen Sie doch beide Formen existieren. Das ist sicherlich spannend und bringt der röm.-kath. Kirche vielleicht ein wenig Abwechslung und damit vielleicht auch etwas neuen Schwung.Und jeder Gläubige kann selbst wählen, ob er in die neue Messe geht oder in die alte Messe, ob er die Hand- oder Mundkommunion bevorzugt usw…Probieren sie es doch einfach mal aus!Ich bin keineswegs als Protestant ein Feind der alten Messe(obwohl sie nicht mein Fall ist).Mir ist nur die Art und Weise zuwider, wie versucht wird, diese Messofrm als allein richtige,korrekte und seligmachende anzupreisen und ständig an der neuen Messe nur herumzumäkeln.
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#3   Gotthard   10:04:26 | Montag, 16. Oktober 2006
überall
um die wahre Opferfeier des Kreuzesopfers zu verhindern.
die in jeder katholischen Kirche gefeiert wird …
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#2   Aragorn   09:51:41 | Montag, 16. Oktober 2006
Widerstand des Widersachers
Ist doch klar, dass der große Widersacher die Einführung der Tridentina nicht kommentarlos hinnimmt. Es ist ja das wahre Opfer des Herrn, das ihm zusetzt. Deswegen setzt er auch alles in Bewegung, um die wahre Opferfeier des Kreuzesopfers zu verhindern. Wir können uns noch auf einiges gefasst machen. Beten wir! und rufen wir auch immer wieder die Königin des Himmels um ihren Schutz an. o^/
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#1   ottaviani   09:45:29 | Montag, 16. Oktober 2006
ein kleiner vorgeschmack
dessen was auf uns zukommt wenn es wirklich schritte zur aussöhnung mit der „familie der tradition geben sollte
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