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Mittwoch, 18. Oktober 2006 14:20
Eine einheitliche Regelung
Wie antworten die Gläubigen auf den liturgischen Gruß „Der Herr sei mit euch“? Mit solchen Problemen rang kürzlich eine Pfarrei in Deutschland.
Pfarrgemeinderat von St. Barbara: mit Pfarrer und Kaplan
Pfarrgemeinderat von St. Barbara: mit Pfarrer und Kaplan
(kreuz.net, Byfang) Wenn der Priester während der Heiligen Messe sagt „Der Herr sei mit euch“, dann antworten die Gläubigen: „Und mit deinem Geiste“.

Das galt allerdings nicht für die Pfarrgemeinde St. Barbara in Byfang – ein südöstlicher Stadtteil von Essen. St. Barbara gehört zum Bistum Essen.

Dort reagierten die Gläubigen nach dem liturgischen Gruß „Der Herr sei mit euch“ mit der Antwort: „Er ist mitten unter uns!“

Doch jetzt ist man wieder zur offiziellen Liturgie der Kirche zurückgekehrt. Das berichtete die August-November Ausgabe des Pfarrblattes der Gemeinde.

Das Problem sei in den letzten Pfarrgemeinderatssitzungen beraten worden. Der Beschluß: „Wir möchten in unserer Gemeinde ab sofort wieder die allgemein übliche Antwort »und mit deinem Geiste« übernehmen.“

Die Antwort „er ist mitten unter uns“ werde in der Gemeinde schon so lange verwendet, daß viele jüngere Gemeindemitglieder damit aufgewachsen seien und es gar nicht mehr anders kennen würden:

„Aber – sobald man eine andere Kirche aufsucht, ist die Antwort »und mit Deinem Geiste«.“

„Im Zuge des Zusammenwachsens der Gemeinden werden wir zukünftig immer häufiger auch Gottesdienstbesucher anderer Gemeinden bei uns zu Gast haben beziehungsweise bald eine Gemeinde mit St. Josef Kupferdreh und St. Mariä Geburt Dilldorf sein und sogar eine große Pfarrei auf der jetzigen Dekanatsebene sein.“

In letzter Zeit seien die Antworten in der Kirche oft sehr gespalten gewesen. Man habe teilweise das Gefühl gehabt, daß es mehr ein „Gegeneinander“ als ein „Miteinander“ sei.

Damit sehe man den richtigen Zeitpunkt für diese Veränderung gekommen und wolle damit ein Zeichen setzen, „daß sich jeder bei uns wohl- und nicht ausgeschlossen fühlt“.

Man sei sich bewußt, „daß dieses »Er ist mitten unter uns« für viele aus unserer Gemeinde eine Glaubensaussage ist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl bedeutet.“

Dennoch sei man der Meinung, „daß alle froh sein werden, wenn wir eine einheitliche Regelung haben. Wir können kaum die anderen fünf Gemeinden überzeugen, auf unsere Art zu antworten.“

Die Gemeinde will sich darum dem Unvermeidlichen beugen:

„Es ist besser, wir ändern es von uns aus, als wenn wir dies zukünftig von oben diktiert bekämen.“

© Bild: byfang.de
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 24 Lesermeinungen:
Donnerstag, 19. Oktober 2006 15:48
Burgorus: @FritzG
Vielleicht ist es besser, wenn Sie mich mit „du“ anschreiben, denn das darf man auch nach der Reform der Reform noch klein schreiben. Dagegen schreibt man „Sie“ und die damit zusammenhängenden Possessivpronomina wie „Ihr“, „Ihre“ usw. groß. Ich denke da an Ihre Lesermeinung vom 18. Oktober 2006, 07:02 zu „Dieses Machwerk ignorieren“, wo Sie an warwohlnix geschrieben haben: „Was an ihrer schreiberischen Inkontinenz themenbezogen war, leuchtet mir auch nach mehrfacher Analyse nicht ein. Ich muss wohl in der Tat unfähig sein, ihr Geschreibe zu verstehen.“ Wenn der Fehler („ihrer“ statt „Ihrer“ und „ihr“ statt „Ihr“ zweimal hintereinander passiert, fragt man sich, ob es sich um einen Tippfehler handelt. Wenn es Tippfehler sind, kein Problem. Ich mache auch welche. Aber ich hatte den Eindruck, das könne bei Ihnen Systematik sein. Sollte dies zutreffen, dann betrachten Sie das als eine freundliche Korrektur eines systematischen Fehlers, der Ihnen selber wohl gar nicht so auffällt.

Im Übrigen habe ich mich bei Ungläubig / Agnostiker dafür persönlich entschuldigt, dass ich ihm das Duzen vorgeworfen habe. Dieser hat das sehr anerkennend honoriert. Sowie er damals den Vorwurf des Duzens als Überheblichkeit empfunden hat, empfinde ich es als ein Zeichen argumentativer Schwäche, anderen Tippfehler vorzuwerfen. Mit Spöttereien über das „In-den-Himmel-kommen“ sollte man ebenfalls vorsichtig sein. Ob religiös oder nicht, es handelt sich hier um eine unnötige Verletzung von Gefühlen.
Donnerstag, 19. Oktober 2006 14:54
FritzG: @ Burgorus:
Weißt du (nein, DU musst mir nicht das DU anbieten, damit ich DU sage): Es ist doch viel lustiger, wenn man sich in der breiten Öffentlichkeit über die Rechtschreibfehler anderer mokiert. Macht die Redaktion ja auch – nur eben unter dem Deckmäntelchen irgendwelcher Lesernamen.

Aber wie ich sehe, hast du der Redaktion brav den Tippfehler gemeldet. Sehr löblich! Du kommst in den Himmel!
Donnerstag, 19. Oktober 2006 13:39
Aragorn: eine lanze für die pfarrer
An dieser Stelle muss vielleicht auch einmal eine Lanze für manche Pfarrer und Kapläne, bzw. Vikare, gebrochen werden. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht immer die Priester sind, die für liturgische Entgleisungen verantwortlich sind; nicht selten sind es auch „Liturgiegruppen“ in den Gemeinden, die ihre Priester mit ihren Ergüssen unter Druck setzten. Besonders übel sind die Priester dran, die noch einen liberalen Mitbruder als Dienstvorgesetzten über sich haben, von dessen Wohlwollen sie abhängig sind. Die können sich dann kaum gegen Kinder- und Familiengottesdienstkreise zur Wehr setzten. Das ganze ist im Kern ein Autoritätsproblem: Seit dem Ende des V II kann jeder machen was er will, ohne dass die Bischöfe noch verbindliche Weisungen herausgeben. Auch der Hl. Stuhl ist da ja sehr zurückhaltend und moderat. Und wo Weisungen erlassen werden, schlägt man diese seelenruhig in den Wind oder fühlt sich nicht davon angesprochen. Schon daran kann man erkennen, dass der Ruch Satans, der liberalistische Ungeist, tief in die Kirche eingedrungen ist. Gebe Gott, dass bald wieder überall die tridentinische Messe unbehelligt gefeiert werden kann. Das ist ein erster Ansatz zur Heilung der Kirche.
Donnerstag, 19. Oktober 2006 11:50
Burgorus: @FritzG
Hinter jedem Artikel gibt es ein Symbol zur Medlung von Tippfehlern.
Donnerstag, 19. Oktober 2006 10:59
ttoni: Er ist in unserer Mitte
Nun, diese Antwort ist nicht wirklich selbst gestrickt, sondern die reguläre im Portugiesischem: „Ele está no meio de nós“. In drei Nachbargemeinden von mir ist sie auch üblich. Aber da klagen Gläubige, daß es ärgerlich ist, wenn Leute von auswärts kommen und sich nicht auskennen. Als ich in Brasilien war, fand ich diese Antwort passend. Ich meine aber, sie ist nicht ins Deutsche übertragbar: weder klingt sie, noch schafft sie diese Wirklichkeit.
Donnerstag, 19. Oktober 2006 08:52
verecundus: selbstgestricktes
Das ist es doch eben – es ist einem halbwegs seriösen Menschen seit Jahren unmöglich, im deutschen Sprachraum eine Messe zu besuchen oder an einer anderen liturgische Veranstaltung (Kreuzweg, Sternwallfahrt usw.) teilzunehmen. Ständig muß man bei solchen Gelegenheiten die Sprach- und Ritusbasteleien von eifrigen Gutmenschen und Berufskatholiken über sich ergehen lassen. Ohne Rüchsicht auf die textliche Vorlage und Vorschriften (manchen ist eben selbst der NOM noch zu lasch) wird da fabuliert, improvisiert, braingestormt und weiteres umgesetzt, was man in der Selbsthilfegruppe oder beim Edelsteintherapeuten so aufgeschnappt haben mag.

Das Schlimmste daran ist jedoch, daß dieser Irrsinn von den zuständigen Pfarrern nicht nur geduldet, sondern gefördert und wenn nicht gar vorgegeben wird.

Nein, niemand sollte sich da über die Abwanderung von Gläubigen zu gewissen ungeliebten Bruderschaften ärgern. Man hat’s ja selbst darauf angelegt.
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