Wie antworten die Gläubigen auf den liturgischen Gruß „Der Herr sei mit euch“? Mit solchen Problemen rang kürzlich eine Pfarrei in Deutschland.
(kreuz.net, Byfang) Wenn der Priester während der Heiligen Messe sagt „Der Herr sei mit euch“, dann antworten
die Gläubigen: „Und mit deinem Geiste“.
Das galt allerdings nicht für die Pfarrgemeinde St. Barbara
in Byfang – ein südöstlicher Stadtteil von Essen. St. Barbara gehört zum Bistum Essen.
Dort reagierten
die Gläubigen nach dem liturgischen Gruß „Der Herr sei mit euch“ mit der Antwort: „Er ist mitten unter
uns!“
Doch jetzt ist man wieder zur offiziellen Liturgie der Kirche zurückgekehrt. Das berichtete die
August-November Ausgabe des Pfarrblattes der Gemeinde.
Das Problem sei in den letzten Pfarrgemeinderatssitzungen
beraten worden. Der Beschluß: „Wir möchten in unserer Gemeinde ab sofort wieder die allgemein übliche
Antwort »und mit deinem Geiste« übernehmen.“
Die Antwort „er ist mitten unter uns“ werde in der Gemeinde
schon so lange verwendet, daß viele jüngere Gemeindemitglieder damit aufgewachsen seien und es gar nicht
mehr anders kennen würden:
„Aber – sobald man eine andere Kirche aufsucht, ist die Antwort »und mit
Deinem Geiste«.“
„Im Zuge des Zusammenwachsens der Gemeinden werden wir zukünftig immer häufiger auch
Gottesdienstbesucher anderer Gemeinden bei uns zu Gast haben beziehungsweise bald eine Gemeinde mit St.
Josef Kupferdreh und St. Mariä Geburt Dilldorf sein und sogar eine große Pfarrei auf der jetzigen Dekanatsebene
sein.“
In letzter Zeit seien die Antworten in der Kirche oft sehr gespalten gewesen. Man habe teilweise
das Gefühl gehabt, daß es mehr ein „Gegeneinander“ als ein „Miteinander“ sei.
Damit sehe man den richtigen
Zeitpunkt für diese Veränderung gekommen und wolle damit ein Zeichen setzen, „daß sich jeder bei uns
wohl- und nicht ausgeschlossen fühlt“.
Man sei sich bewußt, „daß dieses »Er ist mitten unter uns«
für viele aus unserer Gemeinde eine Glaubensaussage ist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl bedeutet.“
Dennoch sei man der Meinung, „daß alle froh sein werden, wenn wir eine einheitliche Regelung haben.
Wir können kaum die anderen fünf Gemeinden überzeugen, auf unsere Art zu antworten.“
Die Gemeinde
will sich darum dem Unvermeidlichen beugen:
„Es ist besser, wir ändern es von uns aus, als wenn wir
dies zukünftig von oben diktiert bekämen.“
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23 Lesermeinungen
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#24 Burgorus 15:48:32 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
@FritzG Vielleicht ist es besser, wenn Sie mich mit „du“ anschreiben, denn das darf man auch nach der
Reform der Reform noch klein schreiben. Dagegen schreibt man „Sie“ und die damit zusammenhängenden Possessivpronomina
wie „Ihr“, „Ihre“ usw. groß. Ich denke da an Ihre Lesermeinung vom 18. Oktober 2006, 07:02 zu „Dieses
Machwerk ignorieren“, wo Sie an warwohlnix geschrieben haben: „Was an ihrer schreiberischen Inkontinenz
themenbezogen war, leuchtet mir auch nach mehrfacher Analyse nicht ein. Ich muss wohl in der Tat unfähig
sein, ihr Geschreibe zu verstehen.“ Wenn der Fehler („ihrer“ statt „Ihrer“ und „ihr“ statt „Ihr“ zweimal
hintereinander passiert, fragt man sich, ob es sich um einen Tippfehler handelt. Wenn es Tippfehler sind,
kein Problem. Ich mache auch welche. Aber ich hatte den Eindruck, das könne bei Ihnen Systematik sein.
Sollte dies zutreffen, dann betrachten Sie das als eine freundliche Korrektur eines systematischen Fehlers,
der Ihnen selber wohl gar nicht so auffällt. Im Übrigen habe ich mich bei Ungläubig / Agnostiker dafür
persönlich entschuldigt, dass ich ihm das Duzen vorgeworfen habe. Dieser hat das sehr anerkennend honoriert.
Sowie er damals den Vorwurf des Duzens als Überheblichkeit empfunden hat, empfinde ich es als ein Zeichen
argumentativer Schwäche, anderen Tippfehler vorzuwerfen. Mit Spöttereien über das „In-den-Himmel-kommen“
sollte man ebenfalls vorsichtig sein. Ob religiös oder nicht, es handelt sich hier um eine unnötige
Verletzung von Gefühlen.
#23 FritzG 14:54:38 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
@ Burgorus: Weißt du (nein, DU musst mir nicht das DU anbieten, damit ich DU sage): Es ist doch viel
lustiger, wenn man sich in der breiten Öffentlichkeit über die Rechtschreibfehler anderer mokiert. Macht
die Redaktion ja auch – nur eben unter dem Deckmäntelchen irgendwelcher Lesernamen. Aber wie ich sehe,
hast du der Redaktion brav den Tippfehler gemeldet. Sehr löblich! Du kommst in den Himmel!
#22 Aragorn 13:39:20 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
eine lanze für die pfarrer An dieser Stelle muss vielleicht auch einmal eine Lanze für manche Pfarrer
und Kapläne, bzw. Vikare, gebrochen werden. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht immer
die Priester sind, die für liturgische Entgleisungen verantwortlich sind; nicht selten sind es auch „Liturgiegruppen“
in den Gemeinden, die ihre Priester mit ihren Ergüssen unter Druck setzten. Besonders übel sind die
Priester dran, die noch einen liberalen Mitbruder als Dienstvorgesetzten über sich haben, von dessen
Wohlwollen sie abhängig sind. Die können sich dann kaum gegen Kinder- und Familiengottesdienstkreise
zur Wehr setzten. Das ganze ist im Kern ein Autoritätsproblem: Seit dem Ende des V II kann jeder machen
was er will, ohne dass die Bischöfe noch verbindliche Weisungen herausgeben. Auch der Hl. Stuhl ist da
ja sehr zurückhaltend und moderat. Und wo Weisungen erlassen werden, schlägt man diese seelenruhig in
den Wind oder fühlt sich nicht davon angesprochen. Schon daran kann man erkennen, dass der Ruch Satans,
der liberalistische Ungeist, tief in die Kirche eingedrungen ist. Gebe Gott, dass bald wieder überall
die tridentinische Messe unbehelligt gefeiert werden kann. Das ist ein erster Ansatz zur Heilung der Kirche.
Er ist in unserer Mitte Nun, diese Antwort ist nicht wirklich selbst gestrickt, sondern die reguläre
im Portugiesischem: „Ele está no meio de nós“. In drei Nachbargemeinden von mir ist sie auch üblich.
Aber da klagen Gläubige, daß es ärgerlich ist, wenn Leute von auswärts kommen und sich nicht auskennen.
Als ich in Brasilien war, fand ich diese Antwort passend. Ich meine aber, sie ist nicht ins Deutsche übertragbar:
weder klingt sie, noch schafft sie diese Wirklichkeit.
#19 verecundus 08:52:59 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
selbstgestricktes Das ist es doch eben – es ist einem halbwegs seriösen Menschen seit Jahren unmöglich,
im deutschen Sprachraum eine Messe zu besuchen oder an einer anderen liturgische Veranstaltung (Kreuzweg,
Sternwallfahrt usw.) teilzunehmen. Ständig muß man bei solchen Gelegenheiten die Sprach- und Ritusbasteleien
von eifrigen Gutmenschen und Berufskatholiken über sich ergehen lassen. Ohne Rüchsicht auf die textliche
Vorlage und Vorschriften (manchen ist eben selbst der NOM noch zu lasch) wird da fabuliert, improvisiert,
braingestormt und weiteres umgesetzt, was man in der Selbsthilfegruppe oder beim Edelsteintherapeuten
so aufgeschnappt haben mag. Das Schlimmste daran ist jedoch, daß dieser Irrsinn von den zuständigen
Pfarrern nicht nur geduldet, sondern gefördert und wenn nicht gar vorgegeben wird. Nein, niemand sollte
sich da über die Abwanderung von Gläubigen zu gewissen ungeliebten Bruderschaften ärgern. Man hat’s
ja selbst darauf angelegt.
#18 laikos 08:43:37 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
Arme Kinder Endlich eine gute Nachricht. Was können die Kinder großartig dafür wenn die Eltern, Priester
und Diakone ihnen ein falsches Bild der Kirche übermitteln. Sie müssen ihnen den wahren glauben Verkünden.
Die Hoffnung stirbt zum Schluss Dort reagierten die Gläubigen nach dem liturgischen Gruß „Der Herr sei
mit euch“ mit der Antwort: „Er ist mitten unter uns!“ Na hoffentlich.
wer hat das eingeführt? wer hat diese von der norm abweichende Antwort eingeführt? Wahrscheinlich ist
das irgendwann in den 70ger Jahren erfolgt. Unter den liturigischen Eigenmächtigkeiten der damaligen
Zeit leiden viele Gemeinden heute noch. Es ist in dem Zusammenhang auch bemerkenswert, dass nun, da sich
die Zulassung der Missa Tridentina abzeichnet, alle plötzlich um den Frieden in den Gemeinden und um
die Einheit der Kirche bangen. Das Beispiel aus Essen zeigt, dass diese Einheit schon lange nicht mehr
gegeben ist. Mich wundert nur, dass viele Gläubige solche und weitaus schlimmere Eigenmächtigkeiten
mehr oder weniger widerspruchslos hinnehmen.
#11 Maledica 15:45:05 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
et cum spiritu tuo ist die richtige Antwort in der globalen Weltkirchensprache. Gehören Sie zu den Piusbrüdern,
die schreiben auf ihr Plakat beim Papstbesuch auch tu est Petrus
#10 DieFidele 15:37:04 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Und mit Deinem Geiste Der Priester „Guten Tag“. Natürlich nicht wörtlich, sondern er greift auf eine
der frühesten christlichen Begrüßungen zurück: „Der Herr sei mit Euch!“, wir antworten: „und mit Deinem
Geiste“. In anderen Sprachen lautet der Begrüßungsdialog: „Der Herr sei mit Euch“ – „Und auch mit Dir.“
Die deutsche Version meint das Gleiche: „Und mit Deinem Geiste“ soll ausdrücken, dass der Herr auch im
Geiste mit dem Priester sein soll – okay, etwas umständlich formuliert, dafür aber nahe am lateinischen
Original „et cum spiritum tuum“. Dies zur Erklärung der gegenseitigen Begrüßung. Es passt wie es ist.
Zu diesen Gemeinden kommt sowieso fast keiner. Die Masse stimmt mit den Füßen ab und bleibt bei dem
ganzen Schmus einfach fern. Bespaßung habe ich tausendmal besser im Theater, Disco, etc. Da muß ich
wenigstens nicht früh aufstehn. 90% Nicht praktizierende Katholiken im Bistum Mainz sprechen schweigend
Ist kein Einzelfall In Augsburg gibt es auch so eine Kirche, die diese selbsterfundene Antwort geben.
Diese Kirche gilt als eine „Kirche des Konzils“ – Aktivismus, Laiendominanz, Sakrilegien, etc. Der Pfarrer
ist der gutmütige Koordinator. Lasset uns beten, daß der Heilige Geist ihnen Erleuchtung bringe.
@ Protestant Im Bistum Essen werden Kirchen geschlossen, Mitarbeiter dürfen weniger oder gar nicht mehr
arbeiten-aber Hauptsache „er ist nicht mehr mitten unter uns“ sondern allenfalls „mit deinem Geiste“.
Na, damit wären ja alle Probleme gelöst! Na, nun lesen Sie doch mal genauer: Da Kirchen geschlossen
werden, werden auch Gemeinden zusammengelegt. Da ist es höchst unpraktisch, wenn in einer Messe 6-7 verschiedene
Antworten auf diesen Gruß existieren. Probleme im Großen bedeutet übrigens nicht, dass man sich im
Kleinen nicht mehr um Probleme kümmern kann. Zumal eine Gemeinde die Probleme eines Bistums gar nicht
lösen kann.
#4 Protestant 14:54:58 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Hochinterressant! Im Bistum Essen werden Kirchen geschlossen, Mitarbeiter dürfen weniger oder gar nicht
mehr arbeiten-aber Hauptsache „er ist nicht mehr mitten unter uns“ sondern allenfalls „mit deinem Geiste“.
Na, damit wären ja alle Probleme gelöst!
Die Kirche, ein Hort der Bildung Aber – sobald man eine andere Kirche aufsucht, ist die Antwort »und
mir Deinem Geiste«. Ich wusste schon immer, dass die meisten Kirchengänger Legastheniker sind.
Danke gleichfalls ist doch die liturgisch korrekte Antwort. Dachte ich zumindestens. Bei den so schönen
sonntäglichen Menschendiensten wünschen doch immer in liturgischem Gesang einen schönen Sonntag, worauf
die Gemeinde dann unisono antworten darf…