Deutschland
Eine schallende Ohrfeige?
Der Generalvikar des Bistums Aachen hat vor dem ‘Kirchlichen Arbeitsgericht’ eine Niederlage erlitten.
(kreuz.net, Aachen) Von einer schallenden „Ohrfeige für das Aachener Generalvikariat“ sprach vor einer Woche die ‘Aachener Zeitung’.

Der Vorsitzende des ‘Kirchlichen Arbeitsgerichts’ – Richter Bernd Scheiff – hat eine Maßnahme des Aachener Generalvikariates als „mißbräuchlich“ qualifiziert.

Der Richter ist auch Vizepräsident des Aachener Landgerichts.

Im Streitfall ging es um die Mitarbeitervertretungen im Bistum Aachen. Es gibt in der Diözese deren vier für die Bereiche „Generalvikariat“, „Regionalstellen“, „Bischöfliche Schulen“ und „Studien- und Bildungseinrichtungen“.

Außerdem existiert eine Gesamt-Mitarbeitervertretung.

Generalvikar Manfred von Holtum beschloß, diese Ausschüsse zu einem einzigen zusammenzufassen: „mitten in der Amtsperiode des auf viereinhalb Jahre gewählten Gremiums“ – so die ‘Aachener Zeitung’.

Diese Entscheidung bewegte die Gemüter in Aachen schon seit dem Monat März. Sie ist besonders heiß, weil gegenwärtig im Bistum ein Abbau im Gange ist, der „Konsolidierungsprozeß“.

Das Bistum Aachen ist ein Sanierungsfall. Bis zum Jahr 2008 sollen Hunderte Arbeitsplätze gestrichen werden.

Die Arbeiternehmer des Bistums vermuteten somit, daß die Reduzierung der Mitarbeitervertretungen auch dazu dienen sollte, um Widerständler und Rechtsberater des Personals aus dem Weg zu räumen.

Doch nach dem Entscheid des ‘Kirchlichen Arbeitsgerichts’ dürfen die Mitarbeitervertretungen nicht angetastet werden.

Das Generalvikariat hat eine mögliche Revision des Urteils nicht ausgeschlossen.

Die Tage der fünf Mitarbeitervertretungen im Bistum Aachen sind dennoch gezählt.

Angesichts des abgebauten Personalbestands des Bistums werden sie wohl spätestens im Frühjahr 2009 zusammengefaßt werden.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Protestant   13:02:40 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
@laikos
Aha!Seelsorge soll sich also zuallererst an der Kirche orientieren und dann erst am Menschen (wenn überhaupt). Ich sage es nochmals, lassen Sie Priester, die das möchten,eine Familie gründen und heiraten, lassen Sie Frauen das Wort Gottes verkündigen-ich weiß zwar nicht, ob das alle Probleme löst, es wäre aber ehrlicher als immer nur über Priestermangel rumzuheulen!Und ganz klar gesagt-an meine Seele lasse ich ganz bestimmt kein Opus Dei!
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#3   laikos   08:36:04 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
Seelsorge
Priester kümmern sich bei den Modernisten nicht mehr so richtig um die Seelsorge. Dafür gibt es ja jetzt den „Beruf“ des Seelsorgers, da ja die modernen Priester so gestresst sind wegen des Priestermangels. Wenn man schon Seelsorge als Laie machen will dann bitte im Sinne des Opus-Dei. Die betreiben nämlich eine Seelsorge welche immerhin katholisch Orientiert ist.
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#2   bonifatius   18:11:38 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Das schlimmste Kreuz…
Zunächst eine Frage: Was ist das für eine stümperhafte Kirchenleitung!? Priester sollten sich um Seelsorge kümmern. Arbeitsrechtliche Fragen sollten sie Juristen überlassen, (was letztlich auch erfolgte).
Aber zur Sache: Das schlimmste Kreuz für die Deutsche Katholische Kirche ist das Konkordat. Beamtenähnliche Bischöfe (Besoldung) und ein Apparat, der in keiner Weise der Sendung und dem Auftrag Christi entspricht, macht sie träge und beamtenähnlich. Sie fault (englisch: fault = Fehler).
Was kann man machen?
1. Politiker bewegen, das Konkordat aufzukündigen. Wahrscheinlich nicht möglich, da der Staat partizipiert. Außerdem wollen nicht wenig Wähler, die zwar in die Kirche gehen aber keine Steuer zahlen, eine Aufhebung der Kirchensteuer aus verständlichen Gründen nicht.
2. Die kirchensteuerpflichtigen Christen sollten aus der amtlichen Kirche austreten und damit die Kirchensteuer anderen christlichen Aufgaben widmen. Möglich, aber es dauert sehr lange, bis die nachwachsende Generation als Atheisten den Unsinn der Kirchensteuer einsehen. Und hier gibt es schon Vorschläge, diese Steuer nicht religiösen, sondern staatlichen sozialen Wohlfahrtsverbänden zukommen zu lassen.
3. Beten, beten und, soweit Mobilität gegeben, andere Orte aufsuchen, wo das Bußsakrament und die Eucharistiefeier würdig vollzogen werden können. Es gibt noch Beispiel gebende, gute Priester, wenn auch wenige.
4. Und noch ein Vorschlag: Glauben, hoffen und lieben und wieder beten!
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#1   FritzG   14:39:56 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Die Kirche muss sich halt nicht nur evolutionieren…
…sondern auch rationalisieren – wie überall, wo das Geschäft stagniert. Als Konjunkturmotor empfehle ich das V3, welches die Verwendung der Beichtkabine als Peepshow zulässt…
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