Christliche Symbole
Der Werbeeffekt bleibt
Hat im Südtirol eine Massenflucht von Touristen eingesetzt, weil in den dortigen Gastzimmern überall christliche Symbole hängen?
(kreuz.net) Am 10. Oktober erhielten die Vermieter von Ferienwohnungen in Schruns- Tschagguns von der ‘Schruns- Tschagguns Tourismus GmbH’ eine seltsame Email.

Schruns-Tschagguns ist ein Tourismusgebiet im Montafon. Dieses befindet sich im österreichischen Vorarlberg im Westen des Landes.

Das Schreiben war von Manuel Bitschnau unterschrieben. Bitschnau zeichnet als Geschäftsführer des Tourismusbüros in Schruns.

In seinem Brief stellt Bitschnau fest, daß er im Zuge seiner Gastgeberbesuche und bei Gesprächen mit Gästen festgestellt habe, daß die Ansprüche der Gäste laufend steigen würden.

Es gelte darum die Qualität der privaten Unterkünfte in Schruns-Tschagguns auf dem bestehenden sehr hohen Niveau zu halten und die Qualität eventuell noch zu steigern.

Um dieses Ziel zu erreichen, fügt Bitschnau eine Liste mit acht Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung bei Ferienwohnungen an.

Diese Liste basiert nach Bitschnau auf Anregungen, Gästerückmeldungen und Hausbesichtigungen.

In den Empfehlungen warnt er zum Beispiel vor Preisdumping. Er bittet um ein modernes Erscheinungsbild der Ferienwohnungen und informiert über die notwendige Grundausstattung.

In ein Wespennest sticht Bitschnau mit seiner fünften Empfehlung.

Dort weist er Wohnungsvermieter darauf hin, religiöse Symbole zu vermeiden. Eine Ausnahme will er für „wertvolle Gemälde oder Kunstwerke“ machen.

Ansonsten hat er für religiöse Symbole in Ferienhäusern nichts übrig:

„Nicht einmal die Hälfte unserer Gäste sind katholisch“ – schreibt er.

Es gebe eine Vielzahl von Religionen. Religion sei etwas sehr persönliches: „Ein Kreuz oder ein Heiligenbild befremdet womöglich einen Gast, obwohl es für uns selbstverständlich ist.“

Der Schrunserin Edith Wamsler stieß diese Empfehlung sauer auf.

Noch am gleichen Tag antwortete sie dem Geschäftsführer des Tourismusbüros in Schruns.

Die ausgesendeten Empfehlungen seien in Ordnung. Doch in dem Punkt „Religiöse Symbole“ schieße der Text bei weitem über das Ziel hinaus.

Die Empfehlung, religiöse Symbole aus den Mietwohnungen zu entfernen, sei eine Schande:

„Wissen Sie eigentlich, was Sie damit anrichten? Sie fordern damit generell die Vermieter auf, ihre christlichen Wurzeln zu verleugnen“ – schreibt die Frau dem Tourismusverantwortlichen:

„Wollen Sie tatsächlich erreichen, daß sich das christlich geprägte österreichische Volk international als religionslos darstellt?

Wissen Sie, daß Sie mit Ihrer Aufforderung, bei vielen Vermietern die tiefsten innersten Gefühle verletzen?

Muß nach Ihrer Ansicht der Vermieter soweit gehen und seine innerste Überzeugung über Bord werfen?“ – so Frau Wamsler.

Der Gast, der in Österreich seinen Urlaub verbringe, müsse wissen, daß er in ein christlich geprägtes Land fahre: „Müssen wir beispielsweise nicht auch Rücksicht nehmen, wenn wir in ein islamisches Land reisen?“

Frau Wamsler erwähnt das Beispiel Südtirols und fragt, ob dort eine Massenflucht von Touristen eingesetzt habe, weil dort überall christliche Symbole hängen?

„Im Gegenteil, Tirol und Südtirol hat meines Wissens im Sommer, Herbst und Winter andere Touristenzahlen vorzuweisen als das Montafon.“

Wenn der Tourismusverband seine schlechten Beherbergungszahlen im Sommer und Herbst nur noch darauf zurückführe, daß christliche Symbole in den Wohnungen hingen, dann sei das eine touristische Bankrotterklärung.

Überhaupt sei die praktizierte christliche Tradition ein touristischer Wert, den es besonders herauszustellen gelte.

„Diese christliche Tradition gehört genauso zu den touristischen Highlights, wie beispielsweise der Heimatabend, die Starparade oder sonstige touristische Höhenpunkte. Nur beides zusammen macht das Montafon und Österreich aus.“

„Ich fordere Sie hiermit auf, diesen Fehltritt schnellstens zu korrigieren und diesen durch nichts zu belegenden Unsinn zurückzunehmen.“

Frau Wamsler ging sogar noch einen Schritt weiter.

Sie informierte den Bischof von Feldkirch, Mons. Elmar Fischer, über den Ausrutscher des Schrunser Tourismusamtes und fordert von ihm ein Hirtenwort:

„Ich, als gläubiger Christ erwarte, daß auf diese skandalöse Forderung ein entscheidender Hirtenbrief an alle Pfarreien ergeht und daß die Pfarrer verpflichtet werden, dieses Hirtenwort öffentlich zu verlesen.“

Inzwischen hat sich Bitschnau vor ‘Radio Vorarlberg’ entschuldigt. Er habe den Passus falsch formuliert und hofft, nicht zu viele Leute in ihren Gefühlen verletzt zu haben.

Es sei absolut nicht gemeint gewesen, daß religiöse Symbole aus den Wohnungen verschwinden sollten – so Bitschnau. Vorarlberg sei ein christliches Land, das würden auch die Gäste schätzen.

Man dürfe Religion nicht verleugnen. Er habe lediglich gemeint, daß man es nicht übertreiben dürfe. Er kenne zwei Beispiele von Ferienwohnungen, wo man das Gefühl habe, eine Kathedrale zu betreten.

Er hätte mit diesen beiden Vermietern das Gespräch suchen und kein Rundschreiben schicken sollen – gibt sich Bitschnau reuig.
      
13 Lesermeinungen
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#13   wassers   20:56:04 | Montag, 16. März 2009
Ja, ja entschuldigen und nicht so denken
Man kann lügen, denn Buchstaben sind bekanntlich geduldig. Natürlich wollen Nichtkatholiken nicht unter einem Kruzifix nächtigen, denn es zeigt die Wunden und Leiden unseres Herren. Darum haben die Härtikern ja auch bewusst abstrakte Darstellungen gewählt. Im Wiener Dommuseum so gar mit homoerotische Komponente. Was soll das Geheuchele, die konziliare Sippschaft ist längst protestansiert und die wissen gar nciht mehr, was Moral und Ethik überhaupt ist. Bestes Beispiel: Angela Merkel, die einem anderen Staatsoberhaupt – nicht Putin – sondern dem römischen Papst ihre dämmlich unverschämten Schulmeistereien zukommen lässt. Nebenbei, die Partei dieser Tante werde ich so lange nicht mehr wählen, bis sie wie Kohl in der Versenkung verschwunden ist.
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#12   wi-bi   13:50:36 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Genau Ademah – Saudi Arabien ist Scheiße!
Was prinzipiell aber keinen Unterschied macht. In Österreich ist das Abhängen eines Kreuzes in einem Hotelzimmer jedenfalls nicht strafbar, es wird niemals strafbar werden und steht deshalb jedem frei es auch zu tun.
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#11   Adamah   10:46:18 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Jedoch finde ich es auch nicht schlimm,
wenn ein Gast ein Kreuz vorrübergehend abhängt und am Urlaubsende wieder aufhängt. Lächerlich zwar, aber zu respektieren. :-S
Ich denke es Legitim wäre, aber mal umgekehrt:
Ich übernachte in einem Hotel in Riad Saudi Arabien. An der Wand hängt eine der üblichen arabischen Kalligraphien. Das „Bild“ gefällt mir einfach nicht. Ich hänge es einfach ab und stell es in der Ecke. Es stellt sich aber ( während meine Verhaftung) heraus, dass es nicht nur ein Bild war, sondern eine Koran Sure! :-O
Die Konsequenzen diese „Verunglimpfung des Korans“ sind weder lächerlich noch abschätzbar.
Diese Szenario ist nicht Abwegig, aber um Fair zu sein, eher unwahrscheinlich. Eine der Reinigungskräfte werden es wahrscheinlich wieder aufhängen und der Guest Relations Manager (meistens ein Europäer) wird mir die „Verhaltensregeln“ und die Gefahren solche Handlungen erklären. O:)
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#10   Gotthard   23:04:20 | Dienstag, 17. Oktober 2006
@laikos
Da könnte man ja gleich aus der Kirche austreten und Buddhist werden und auch in den Himmel gelangen. Und die wahnsinnigen Modernisten glauben auch noch daran. Sogar die Horrorpäpste haben das geglaubt
Andreas, ich denke, du solltest mal professionelle Hilfe suchen … weiterhin solche Beiträge hier zu schreiben mag momentan entlasten, bringt allerdings auf Dauer keine Hilfe.
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#9   wi-bi   19:42:35 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Ansgar
Mir ist in Strunz jetzt auch noch keine Pension untergekommen, die Ihre Herbergen mit Kruzifixen tapeziert hat. Um ganz ehrlich zu sein, kann ich mich noch nicht mal an eines erinnern.
Jedoch finde ich es auch nicht schlimm, wenn ein Gast ein Kreuz vorrübergehend abhängt und am Urlaubsende wieder aufhängt. Lächerlich zwar, aber zu respektieren.
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#8   laikos   19:36:50 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Katholiken sind keine guten Kunden?
Dann werden wir Katholiken ganz einfach nicht mehr dahin gehen und uns eine schöne Pension am Lande Suchen. Das bei uns Sektentempel, Budhismuszentren und Islamische einrichtungen überall herumstehen ist natürlich in Ordnung. Das man aber in unserem Land wo fast alle Katholisch sind Jesus Kreuze aufgehängt werden in Schulen, Pensionen und dergleichen ist auf einmal so schrecklich. Hauptschuld ist wieder einmal das moderne Ökumenische denken. Da ja sowieso alle Religionen in den Himmel führen ist es eh egal welche man hat. Da könnte man ja gleich aus der Kirche austreten und Buddhist werden und auch in den Himmel gelangen. Und die wahnsinnigen Modernisten glauben auch noch daran. Sogar die Horrorpäpste haben das geglaubt :-! :-! :-! :-! :-! :-!
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#7   Ansgar   17:33:19 | Dienstag, 17. Oktober 2006
@wi-bi
Möglicherweise haben Sie Recht; doch auch für diese Klientel wäre ein Abhängen religiöser Symbole sinnlos. Entweder ist es den reinen Sport-Touristen egal, ob ein Kreuz im Herrgottswinkel hängt oder nicht, oder sie begrüßen das als zünftiges Dekorum zum Hütten-Après-Ski.
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#6   wi-bi   16:30:41 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Nunja Ansgar,
die meisten dürften wegen des Skigebietes mit Ösi-typischen Après Skis dorthin finden. Ich behaupte sogar einmal, dass die meisten Gäste, zumindest im Winter, nicht mehr sehen als die Pisten und ihr Hotel.
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#5   Ansgar   15:52:07 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Hirn verrenkt
So ist das Ergebnis, wenn ein Montafoner Bergfuzzi political correct sein will. Der Alpen-Urlauber VERLANGT doch – gleich welchen Glaubens – das typisch katholische Kolorit dieser Gegend. Wer will denn Birma ohne Tempel? Wer die Türkei ohne Moscheen? Das ist hier ja ein Grundthema: Wenn alles glattgebügelt und austauschbar wird, wird es hohl und unattraktiv. Ob Liturgie oder Volksfrömmigkeit.
Übrigens: Die Gegend dort ist wunderschön; für stille Einkehrtage bietet sich das einsam gelegene Kapuzinerkloster Gauenstein an.
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#4   athanasius1957   15:36:29 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Kreuz – für die Juden ein Greuel, für die Heiden Torheit
Die britische Fluglinie setzt eine Flugbegleiterin ohne Bezüge in den Urlaub, weil sie ein Kreuz sichtbar trägt.
In Vorarlberg meint der Tourismusbeauftragte Bitschnau, man möge christliche Symbolik entsorgen.
In den letzten 50 Jahren fielen viele Herrgottswinkel dem Fernsehgerät zum Opfer.
Ist den Frauen noch erinnerlich, daß der Kommunionempfang bis 1982/3 eigentlich nur bedeckten Hauptes erlaubt war?
Die Soutane verschwand aus dem täglichen Leben wie das Kopftuch und der Kittel der Frau.
Vielen Alten wird noch folgender Spruch in Erinnerung sein:
Verschwindet die Soutane, verschwindet der Rock. Verschwindet der Rock, verschwindet die Soutane.
Interessant die Koinzidenz od’r…
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#3   duc in altum   15:12:30 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Vielleicht liegt es aber auch …
am Ortsnamen.
Wer fährt denn schon nach Schruns in den Urlaub??
„Na wohin gehts dieses jahr?“ – „Nach Schruns!“
Da möchte ich nicht tot über den Zaun hängen, da können Sie noch so viele Kreuze abhängen.
Vielleicht meint der Touristikmensch ja auch, jetzt mit der Britisch Airways gleichziehen zu müssen.
Vielleicht sollten Sie sich als Ort umbenennen: Heiligenkirchen oder Mariental.
Ach ja, es bleibt spannend.
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#2   Beobachterin   14:59:50 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Couragierte Frau
Man sieht doch hier wieder einmal, was das Engagement eines einzelnen oder – in diesem Fall: einer einzelnen, nämlich der Frau Wamsler – erreichen kann.
Man wünscht sich mehr Leute mit einer solchen Zivilcourage.
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#1   Protestant   14:43:42 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Grober Unfug
Es ist in der Tat grober Unfug und zeugt nicht unbedingt von geistiger Größe, christliche Symbole aus Ferienwohnungen oder Hotelzimmern entfernen zu lassen! Im übrigen empfinden das Protestanten ähnlich wie Katholiken. In unserem Haus hängt auch im Gästezimmer ein Kreuz. Sollte irgendjemand auf die Idee kommen, das Kreuz abzuhängen, weil mein Gast kein Christ sei, so würde ich mal nachfragen, ob dieser jenige noch alle Tassen im Schrank hat! Demnächst werden dann wohl die Kirchen abgerissen oder ich muss mich noch dafür entschuldigen, in den Gottesdienst zu gehen! Aber vielleicht sollten die einzelnen Vermieter, die an christlichen festhalten wollen, einfach ganz locker an die Sache rangehen und einfach alles so lassen,wie es ist. Einfach diesen Stuss ignorieren und nicht allzu ernst nehmen – denn wer sich von einem Kreuz belästigt fühlt, der kann auch nicht mehr ganz ernst genommen werden!
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