Nachträglich legitimiert
Der Volksaltar entpuppte sich theologisch und praktisch als Mißgeburt. Sogar nach den römischen Dokumenten besitzt er ein nur zweifelhaftes Existenzrecht.

Die Pfarre St. Rochus wird seit 1979 vom Oratorium des Heiligen Philipp Neri betreut.
Anlaß für den Artikel von Frau Dr. Innitzer war die jüngste Entscheidung der Oratorianer, den provisorischen Volksaltar der Kirche in Übereinstimmung mit dem Pfarrgemeinderat zu entfernen.
Ab dem ersten Adventsonntag wird der barocke Hauptaltar wieder zum Zelebrationsaltar.
Frau Innitzer begründet den Schritt mit römischen Dokumenten.
In den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils werde weder die Zelebration der Messe in Richtung Gemeinde, noch ein Altar erwähnt, der zum Volk hin ausgerichtet sei.
In den Rubriken des neuen Meßbuchs werde die gemeinsame Ausrichtung von Priester und Volk vorausgesetzt. Dies gelte auch für das von Johannes Paul II. im April 2000 approbierte und im Frühjahr 2002 erschienene Missale
Die Rubriken sehen während des eucharistischen Teils der Heiligen Messe dreimal vor, daß sich der Priester – ausnahmsweise – zur Gemeinde wendet:
• nach dem Offertorium („Betet, Brüder und Schwestern“),
• beim Friedensgruß („Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!“)
• beim Agnus Dei („Seht das Lamm Gottes“).
Frau Innitzer zieht daraus den Schluß, daß diese Bestimmungen eine dem Altar zugewandte Zelebration voraussetzen.
Die Pfarrgemeinderätin erklärt, daß die Kirche in der Instruktion ‘Inter Oecumenici’ vom 26. September 1964 zum erstenmal von einer Zelebration zum Volk hin spreche.
Dort heißt es im Kapitel über die Neuerrichtung von Kirchen, daß Altäre freistehend errichtet werden sollen, sodaß „sie leicht umschreitbar sind und eine Zelebration zum Volk hin möglich ist“.
1965 und nochmals 1966 präzisierte die Gottesdienstkongregation zur Frage der Meßzelebration zum Volk hin:
„An sich ist es erlaubt, es wird aber nicht dazu geraten. Denn die Gläubigen nehmen an der nach der Norm der neuen Ordnung gefeierten Messe vorzüglich teil, auch wenn der Altar so aufgestellt ist, daß der Zelebrant dem Volk den Rücken zuwendet. Denn der ganze Wortgottesdienst wird am Priestersitz oder am Ambo zum Volk hin gefeiert.“
Im Jahr 1993 riet die päpstliche Gottesdienstkongregation prinzipiell, im Fall von alten, kunsthistorisch wertvollen Kirchen den bestehenden Altar weiter zu verwenden:
„Man muß jene Fälle berücksichtigen, wo das Presbyterium eine Ausrichtung des Altars nicht zuläßt, oder wo der vorhandene Altar in seiner Gestaltung nicht bewahrt werden kann, wenn ein zum Volk hin gewandter Altar als Hauptaltar hervorgehoben werden soll.“
Es entspreche in diesen Fällen dem Wesen der Liturgie besser, am vorhandenen Altar mit „dem Rücken zum Volk“ zu zelebrieren, als zwei Altäre im selben Presbyterium zu erhalten.
Ähnliche Stellungnahmen gibt es aus den Jahren 1984, 1986 und 2000 – so Frau Innitzer.
In jedem Fall – ob an einem Volksaltar oder an einem Hochaltar – müsse das Hochgebet in immer durch Jesus Christus an Gott gerichtet verstanden werden.
Das habe auch die Gottesdienstkongregation im September 2000 als Antwort auf eine Anfrage nach der Ausrichtung des Priesters bei der Messe festgehalten:
„Wie immer aber die Stellung des zelebrierenden Priesters sein mag, es ist klar, daß das eucharistische Opfer dem einen und dreieinigen Gott dargebracht wird und daß der eigentliche ewige Hohepriester Jesus Christus ist, der durch den Dienst des Priesters handelt. […]
Die physische Stellung, besonders hinsichtlich der Kommunikation zwischen den verschiedenen Mitgliedern der Versammlung, muß unterschieden werden von der inneren geistlichen Ausrichtung aller:
Es wäre ein schwerer Irrtum sich vorzustellen, die grundsätzliche Ausrichtung der Opferhandlung sei auf die Gemeinschaft hin.
Wenn der Priester versus populum zelebriert, was legitim und oft ratsam ist, sollte seine geistliche Haltung stets versus Deum per Jesum Christum sein – stellvertretend für die ganze Kirche.“
© Bild: oratorium.at
Mittwoch, 25. Oktober 2006 15:40
Benedikt: @ Mitsou
Das NT ist kanonisiert worden, als es diese …anstalt, die sich jetzt röm.-kath. Kirche nennt, noch
gar nicht gab …
Wer redet vom kanonisieren? Ich rede vom überliefern!
Wer redet vom kanonisieren? Ich rede vom überliefern!
Mittwoch, 25. Oktober 2006 11:00
Mitsou: @Benedikt tztztztztzzzzzzz
Ja, das hat katholischermensch davon, wenn er an eine Institution und ihre Sonder- und Irrlehren und nicht
an allein an das Wort des Lebens (Joh.1) nämlich Jesus Christus!
Ihre Antwort: Ohne diese Institution wüssten Sie gar nicht, was in Joh 1 drinsteht, Sie Neunmalkluger.
Das NT ist kanonisiert worden, als es diese …anstalt, die sich jetzt röm.-kath. Kirche nennt, noch gar nicht gab …
Und vielen Dank für das Anhängsel …er!
Ihre Antwort: Ohne diese Institution wüssten Sie gar nicht, was in Joh 1 drinsteht, Sie Neunmalkluger.
Das NT ist kanonisiert worden, als es diese …anstalt, die sich jetzt röm.-kath. Kirche nennt, noch gar nicht gab …
Und vielen Dank für das Anhängsel …er!
Dienstag, 24. Oktober 2006 13:48
Benedikt: @ Fragender
War Jesus nicht immer ganz nahe beim Volk- und stets dem Volk zugewandt?
Nein, das war er nicht. Er betete oft allein, und wenn es ihm mit den Massen zuviel wurde, so zog er sich zurück (erfolglos). Mit diesem Argument kann man somit höchstens für eine dem Volk zugewandte Predigt eintreten – das aber war auch immer so (durch die Kanzel eigentlich noch näher).
Nein, das war er nicht. Er betete oft allein, und wenn es ihm mit den Massen zuviel wurde, so zog er sich zurück (erfolglos). Mit diesem Argument kann man somit höchstens für eine dem Volk zugewandte Predigt eintreten – das aber war auch immer so (durch die Kanzel eigentlich noch näher).
Dienstag, 24. Oktober 2006 08:07
Protestant: @maurice corvoisier
Also, ich kann sowohl in den Messen, die ich besuche, wie auch in den evangelischen Gottesdiensten keine Laxheit feststellen! Es kommt schließlich auf die innere Einstellung und den Glauben an, wie ich Gottesdienst empfinde und was er mir gibt! Ob nun der Pfarrer oder Priester mehrheitlich zum Altar oder zur Gemeinde gewandt ist, ist zweitrangig, wenn es um den geht,weshalb ich in die Kirche gehe-Jesus Christus!Die Heiligkeit einer Messe oder eines Gottesdienstes spüre ich durch die Nähe zu Christus, durch das Abtauchen in das „Geheimniss des Glaubens“, aber nicht so sehr in der Mess-oder Gottesdienstform, oder ob mir der Pfarrer den Rücken zukehrt oder mich anschaut!Christus ist und bleibt der Mittelpunkt für mich- aber selbstverständlich können das andere Menschen auch anders sehen und empfinden.Das stelle ich natürlich jedem frei!
Dienstag, 24. Oktober 2006 07:47
Maurice Corvisier: Das ist vollkommen zutreffend!
Priester und Volk beten gemeinsam in eine Richtung: Jesus, Gott zugewandt. – Und das ist auch der Unterschied
zu einer sich selbst feiernden Gemeinde, die so etwas wie eine Heldengedenkfeier mit heiligem Brot begeht.
Weil das, wöchentlich wiederholt, ziemlich öde ist, braucht diese Gemeinde immer stärkere stimuli,
die aber irgendwann auch stumpf werden, und dann bleibt man halt weg,.
Das Tragische ist, daß die, die wegbleiben, dann zuhause bleiben und meistens echte religiöse Tiefe verloren haben durch die Lauheit, Laxheit und Unverbindlichkeit dessen, was sie da kennengelernt haben.
Diese Entwicklung ist in den protestantischen Glaubensgemeinschaften schon sehr lange zu beobachten. Es ist so betrüblich, zu sehen, daß auch die Kirche nun davon durchgeschüttelt wird. Gott sei Dank (klar – wem auch sonst!), daß das Gegenmittel bereitsteht. Wenn die Diskriminierung der hl. Messe aufhört, wird über kurz oder lang auch der neue Frühling kommen. Und: es sind in erster Linie junge Priester und junge Gläubige, die schon jetzt aktiv sind. Es werden langsam, aber steig mehr.
Aus Altersgründen bin ich weit von jedem Jugendwahn entfernt. Trotzdem bleibt: die Zukunft braucht (und hat) die Jugend!
Das Tragische ist, daß die, die wegbleiben, dann zuhause bleiben und meistens echte religiöse Tiefe verloren haben durch die Lauheit, Laxheit und Unverbindlichkeit dessen, was sie da kennengelernt haben.
Diese Entwicklung ist in den protestantischen Glaubensgemeinschaften schon sehr lange zu beobachten. Es ist so betrüblich, zu sehen, daß auch die Kirche nun davon durchgeschüttelt wird. Gott sei Dank (klar – wem auch sonst!), daß das Gegenmittel bereitsteht. Wenn die Diskriminierung der hl. Messe aufhört, wird über kurz oder lang auch der neue Frühling kommen. Und: es sind in erster Linie junge Priester und junge Gläubige, die schon jetzt aktiv sind. Es werden langsam, aber steig mehr.
Aus Altersgründen bin ich weit von jedem Jugendwahn entfernt. Trotzdem bleibt: die Zukunft braucht (und hat) die Jugend!
Dienstag, 24. Oktober 2006 07:27
r.ruhrgebietler: @Fragender
Richtig – er war es. Aber das Ärgernis bestand darin, dass damals LEHRTE! Und das mit VOLLMACHT. Die Zelebration des hlg. Messopfers ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesus Christus und Wesenswandlung von Blut und Wein in die ehrwürdigen Gestalten. Der Priester steht also als Mittler zwischen Volk und Gott. Wenn wir als Mensch einen anderen Menschen ansprechen, dann habe wir diesem menschen auch nicht den Rücken zugewandt! Er würde sich nie und nimmer angesprochen fühlen! Er würde sogar beleidigt sein! Also kann die Blickrichtung nur zum Allerheiligsten sein. Das müsste einem Protestanten als erstes auffallen und auch einem Benedikt.
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