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Freitag, 10. November 2006 09:34
Liturgisches Umerziehungslager
Gläubige einer kleinen Pfarrei in den USA möchten ihre Frömmigkeit und die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten bewahren. Die größten Hindernisse dabei: der Pfarrer und der Ortsbischof.
Bischof Tod Brown bei einem ökumenischen Anlaß im Juni 2001
Bischof Tod Brown bei einem ökumenischen Anlaß im Juni 2001
(kreuz.net, Orange) Gläubige der Pfarrei ‘St. Mary by the Sea’ im US-Bistum Orange kämpfen seit Monaten um die Erlaubnis, nach dem Agnus Dei und während der Kommunionspendung zu knien. Vergeblich.

Die Pfarrei befindet sich im westlichen US-Bundesstaat Kalifornien und gehört zur Diözese Orange.

Deren linkskatholischer Bischof, Mons. Tod Brown, bezeichnet seine kirchliche Ausrichtung selber als „gemäßigt“.

Bis vor zweieinhalb Jahren gab es in der Pfarrei St. Mary’s jeden Sonntag eine Alte Messe. Doch diese Möglichkeit erlosch im Mai 2004 mit der Pensionierung des langjährigen Pfarrers.

Der neue Pfarrer Martin Tran fährt einen scharfen modernistischen Kurs.

Ironische Tafel vor der Pfarrkirche Saint Mary's By the Sea: "Liturgisches Umerziehungslager. Pfarrer Martin Tran, Kommandant: »Wir werden euch von euren überholten, rechtgläubigen Ideologien und Praktiken losreißen.«"
Ironische Tafel vor der Pfarrkirche Saint Mary’s By the Sea: „Liturgisches Umerziehungslager. Pfarrer Martin Tran, Kommandant: »Wir werden euch von euren überholten, rechtgläubigen Ideologien und Praktiken losreißen.«“
In der Diözese Orange gibt es zwar noch eine Indultmesse. Sie ist aber eine Autostunde von St. Mary’s entfernt. Vor allem für kinderreiche Familien und ältere Menschen ist diese Distanz zu groß.

Außerdem wird diese Messe am Sonntag morgen um 8.00 Uhr gelesen. Daran nehmen mindestens 300 Gläubige teil, obwohl die Kapelle nur für 120 Personen ausgelegten ist. Darum sind die Sitzplätze schon eine dreiviertel Stunde vor Meßbeginn vergeben. An Feiertagen gibt es keine Alte Messe.

Briefliche Rechtfertigungen des Bischofs
Der Bischof von Orange erhielt laut einem lokalen Weblogger mehrere hundert Briefe aus St. Mary’s, die ihn baten, die Alte Messe in der Pfarrei zu erhalten.

Die bischöfliche Antwort wurde Mitte September vom konservativen Nachrichtenportal ‘RenewAmerica’ veröffentlicht: Der Bischof wiederholte sein Verbot der Alten Messe.

Diese würde nur „größere Spaltung“ und „Verwirrung“ stiften.

Seinen Entscheid begründete er mit der eigenen Ekklesiologie. Die Eucharistie sei gemeinschaftsstiftend. Deshalb müsse es bei der Messe Einheitlichkeit geben.

Bischof Brown betonte in seinem Brief auch, daß es sich bei der Teilnahme von Frauen als Ministranten, Kantoren oder Lektoren um ein Zeichen der fundamentalen Gleichheit aller Getauften handle.

Der Vatikan habe dies als legitime liturgische Praxis anerkannt – rechtfertigte der Bischof.

Frauen aus dem Presbyterium zu verbannen, würde ihre fundamentale Würde und ihre komplementäre Rolle in der Schöpfungsordnung leugnen.

Stehen als angebrachte liturgische Haltung
Der Bischof wiederholte ferner seine Entscheidung, daß die Gläubigen vom Großen Amen am Schluß des eucharistischen Hochgebetes bis zum Kommunionempfang stehen müßten.

Für jene, die mit Christus erstanden seien, welche die Dinge von oben suchten, sei das die angebrachte Haltung.

Es gebe auch eine eschatologische – endzeitliche – Bedeutung. Das Stehen bezeichne die Ausrichtung auf den wiederkommenden Christus, der uns so vorfinden solle, daß wir vor ihm [be]stehen könnten.

Nach dem Kommunionempfang seien die Gläubigen frei, zu knien oder zu sitzen.

Bischof Brown verwies auf eine Entscheidung der US-Bischofskonferenz. Diese schreibe vor, daß die Heilige Kommunion im Stehen zu empfangen sei: „Die Diözese Orange ist verpflichtet, diese Norm zu befolgen.“

Doch im Leserzeitungsbereich des US-Nachrichtendienst ‘CWNews’ zeigte ein gewisser ‘Diogenes’, daß der Bischof einen Teil der zitierten US-Vorschrift zum Kommunionempfang unterschlagen hat:

„Kommunikanten sollte die Heilige Kommunion nicht verweigert werden, weil sie knien.“

Außerdem erkläre das Schreiben der Gottesdienstkongregation ‘Redemptionis sacramentum’ aus dem Jahr 2004, daß es „nicht gestattet“ sei, einem Christgläubigen die heilige Kommunion zu verweigern, weil er sie kniend oder stehend empfangen möchte.

„Die Diözese Orange ist verpflichtet, auch diese Norm zu befolgen“ – so ‘Diogenes’.

Treffen des Bischofs mit Gläubigen aus ‘St. Mary’s’
Bischof Brown erinnerte in seinem Brief auch an ein Juli-Treffen mit sechs Mitgliedern der Pfarrei. Er sei über die Liebe der Pfarreimitglieder zum Katholischen Glauben und besonders zur Heiligen Jungfrau erstaunt gewesen.

Bei dem Gespräch sei aber eines klar klargeworden: Sein Vorgänger und er hätten der Pfarrei mit der Erlaubnis für die Alte Messe – „einem Abweichen von den liturgischen Vorschriften der kirchlichen Autorität“ – keinen Dienst erwiesen.

Die katholische Zweimonatszeitung ‘Los Angeles Mission’ berichtete in der jüngsten Ausgabe über das Treffen.

Die sechs Gläubigen aus ‘St. Mary’s’ überbrachten dem Bischof eine bereits vor einem Jahr geschickte Liste mit 1.200 Unterschriften, welche um die Erhaltung der Alten Messe baten.

Sie erwähnten auch, daß 400 Pfarrmitglieder seit der Abschaffung der Messe eine unabhängige Kapelle besuchen.

Die Frage, warum Pfarrgemeinderatsmitglieder entlassen wurden, weil sie nach dem Agnus Dei knieten, beantwortete Bischof Brown mit dem Gehorsam. Wer keine Normen befolgen könne, sei für Führungspositionen ungeeignet.

Mons. Brown konnte oder wollte aber nicht erklären, warum Mitglieder des Neokatekumenalen Weges in zwei Pfarreien des Bistums liturgische Sonderheiten praktizieren dürfen, während in St. Mary’s das Knien verboten sei.

Generell schwieg der Bischof während des Gesprächs sehr viel, nickte zustimmend oder murmelte Füllwörter wie „interessant, interessant“.

Bekehrungen bei der Alten Messe in St. Mary
Eines der sechs Pfarreimitglieder erzählte dem Bischof bei dem Treffen von seiner persönlichen Bekehrung. Er war vierzig Jahre lang von der Kirche abgefallen.

Dann sei er auf die kleine Pfarrkirche St. Mary gestoßen und habe beschlossen, dem Glauben eine Chance zu geben: „Ich sah, daß es die Alte Messe war. Ich habe mich in sie verliebt und wieder begonnen, zur Kirche zu gehen.“

Auch sein kirchenferner 80jähriger Vater begleitete ihn: „Nach dem ersten Mal kam er nach Hause, setzte sich in einen Sessel und begann zu weinen. Er hatte Gott wiedergefunden.“

Die Alte Messe sei auch ökumenisch.

Er habe befreundete Protestanten mit zur Messe genommen. Diese hätten nachher erklärt, dort die Anbetung erlebt zu haben.

Immer noch würden sie ihn über den Katholischen Glauben befragen.

„Pakt mit dem Teufel“
Kommunionspendung in einer liberalen Pfarrei in der Diözese Orange.
Kommunionspendung in einer liberalen Pfarrei in der Diözese Orange.
In einem Flugblatt vom 5. November verwiesen Pfarreimitglieder, auf einen weiteren Fall, wo Bischof Brown mit zweierlei Maß mißt.

Am letzten Oktoberwochenende feierte die liberale Pfarre ‘Corpus Christi’ eine entsprechend dekorierte Halloween-Messe. Kinder und Erwachsene waren aufgerufen, den Gottesdienst verkleidet zu besuchen.

Angesichts einer Kommunionhelferin, die als rosa Dämon verkleidet war, fragen sich die Gläubigen von St. Mary by the Sea, ob die von Bischof Brown gewünschte Einheit einen „Pakt mit dem Teufel“ miteinschließt.

Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 38 Lesermeinungen:
Samstag, 18. November 2006 11:21
Lord Werther: Liebe Dealer
http://www.quarks.de/…l_des_kochens/01.htm

Nun, ich weis, dass man mit Junkies vorstichtig um gehen muss, da sie oft unberechenbar sind. Oben habe ich noch einmal einen Link der Klärug gepostet und ich kann Euch allen nur empfehlen, atmet nicht zu viel davon ein, sonst werdet Ihr Autoren bei Kreuz.net.

Nach den ganzen Drogennachweisen, wäre es allerdings schön, wenn man nun auf die Post eingehen würde, wo die katholische Drogensucht nur kurz am Rand benannt wurde. (Was ist mit dem Gott des Wissens? Jule? Dem gnostischen Satanismuss oder dem Drudenfuß? Gibt es etwas bei den Christen, dass nicht nur der Bloßstellung aller anderen Religionen dienen sollte?)
Freitag, 17. November 2006 20:33
gelasius: Maurice / protestant & Lord We
Hallo Maurice, schön Daß Sie wieder da sind. Ihre Meinung über die beiden teile ich.
Auffälig bei Protestant ist, daß es langsam seine zuerst vorgespielte contenance verliert . Inzwischen geht er zu wirklich dummen Flegeleien über = „ Sie haben nicht mehr viel Zeit“ !? Wirklich trollig. Und was uns Lord W. mit seiner nicht enden wollenden Weihrauch-THC-Suada sagen will, weiß er wahrscheinlich selbst nicht- uns wiederum interessiert es nicht.
Freitag, 17. November 2006 19:54
Protestant: @maurice
Widmen wir uns ernsten Dingen!

Ein solcher Ausspruch von Ihnen? Na,dann wirds ja Zeit!
Vielleicht etwas über Homos hetzen? Oder Lehmann und Algermissen verunglimpfen? Noch einige lateinische Lebens“weisheiten“?Etwas Weihrauch auf die Abweich-Piusse?Noch etwas mehr Gehorsam fordern(gegenüber wem eigentlich)?Protestanten abklatschen?Reisig sammeln für einen Scheiterhaufen?
Na denn mal los!Die Zeit rennt Ihnen davon!
Freitag, 17. November 2006 19:29
Benedikt: @ Lord
Bezüglich Ihrer (reichlich wirren ersten Quelle):

anderereseits: Immer wieder wird behauptet, Weihrauch enthalte THC, den
Stoff, der Hanf zur Droge macht. Doch Wissenschaftler konnten THC im Rauch
nicht oder nur in verschwindend geringen Mengen nachweisen.


Verschwindend geringen Mengen aha. Verteilt auf 300 Gottesdienstbesucher ist es dann vermutlich nciht mehr nachweisbar. Klingt logisch: Es ist bislang nicht bekannt, dass Weihrauchkonsumenten bei Drogen-Screenings durchgefallen wären, oder dass der Gebrauch von Weihrauch in der Kirche bei den Anwesenden zu THC-üblichen Ausfällen geführt hätte.
Freitag, 17. November 2006 18:59
Lord Werther: Der THC-Gehalt von Weihrauch ist bekannt durch:
Monatshefte für Chemie 112 (1981) 341-358, 595-603 und 987-1006

http://de.nntp2http.com/…eef8b5a40676d62.html

http://…erlich-gesund-online.info/homepage/modules.php?name=News&file…
;sid9

Leider kann ich Ihnen von hier aus keine anderen Anhaltspunkte geben…

Könnten Sie mir nun bitte wissenschaftliche Belege liefern, die mich vielleicht mehr motivieren würden, bessere Belege für den Drogenkonsum der Katholiken zu finden. (außer natürlich die Existenz von Kreuz.net)
Freitag, 17. November 2006 18:51
Maurice Corvisier: an Benedikt:
ich bin fest davon überzeugt, daß sowohl der nun bereits anrüchige „Protestant“ (eher: Provokant) als auch der frisch erstandene Lord Provotrolle sind; Ziel: Arbeit, Kraft und Zeit rauben.

Widmen wir uns ernsten Dingen! – Gerade diese beiden Typen lohnen’s nicht.
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