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Donnerstag, 19. Oktober 2006 14:40
„Altmodisch und skandalbeladen“
Die Diözese Linz bittet die katholischen Jugendlichen, miteinander nicht ohne wohlüberlegte Verhütung „ins Bett zu gehen“. Doch eigentlich ist dieser Rat völlig belanglos, denn nach dem Tod ist sowieso alles „aus“ und „vorbei“.
Neue Homepage der stark auf sexuelle Themen ausgerichteten Diözese Linz
Neue Homepage der stark auf sexuelle Themen ausgerichteten Diözese Linz
(kreuz.net, Linz) Ab heute beliefert die Diözese Linz rund 15.000 19jährige Katholiken – die jungen Kirchenbeitragszahler – in Oberösterreich mit einem multimedialen Lexikon, das auf CD gebrannt ist und sich „Raum für mein Leben“ nennt.

Das erklärte das Bistum heute in einer Pressemeldung.

Das Lexikon beinhaltet zwölf Kurzfilme und mehrere hundert Kurztexte, die angeblich für junge Leute hergestellt wurden.

Dabei werden Themen wie Glaube, Arbeit, Freizeit, Geschlechtlichkeit, Umweltschutz, Menschenrechte und Politik angesprochen.

Die CD wurde von der ‘Katholischen Jugend Oberösterreich’ gestaltet. Mitgearbeitet haben das Kirchenbeitragsreferat und das diözesane Kommunikationsbüro.

Die Diözese betreibt für „Raum für mein Leben“ eine eigene, sehr ansprechend gestaltete Homepage.

Die Diözese Linz verbreitet ein fragwürdiges multimediales Lexikon auf CD
Die Diözese Linz verbreitet ein fragwürdiges multimediales Lexikon auf CD
Über Gott haben die Macher des Lexikons nur Belanglosigkeiten auf Lager: „Jede/r sollte an etwas glauben können.“

Glaube gebe Halt und Orientierung. Dabei sei „das richtige glauben so eine Sache“:

„Immer mehr finden ihre individuelle Form, ihren eigenen Zugang zu Spiritualität und Glaube, auch unabhängig von Institutionen.“

Heutzutage gelte meist: „Gut ist, was gefällt.“

Die agnostische Haltung der Diözese überrascht nicht. Schließlich glaubt man dort laut CD, daß „nach dem Tod nach dem derzeitigen Stand der Forschung physikalisch gesehen nichts mehr“ komme:

„Aus, Vorbei, Ende. Das Gehirn setzt aus und es gibt uns nicht mehr, wir sind wieder Sternenstaub.“

Als kleines „Aber“ wendet das Lexikon die allgemeinen Sinnfragen ein: Wozu der Mensch lebe, woher er komme und wohin er gehe.

Auf die Sinnfrage antwortet die Linzer Jugend-CD: „Die angebotenen Wege sind verschieden. Ob Gott, Naturgeist oder Aliens, ob Himmelreich, Nirvana oder die Ewigen Jagdgründe, ob mit technischen Mitteln, Esoterik oder Glaube, jeder sucht auf irgendeine Art und Weise sein Leben lang nach Antworten, nach Motivation und persönlichen Erklärungen.“

Zum Sonntag heißt es, daß dieser Tag sich als gemeinsamer freier Tag für Freundschaften, Beziehungen, Familienleben oder sonstige Freizeitaktivitäten lohne. Er sei wichtig zur Unterbrechung und bringe Ruhe.

In dieser kleinbürgerlichen Vision des – ehemaligen – Herrentages wird die Christenpflicht, am Sonntag zur Messe zu gehen, weder erwähnt noch motiviert.

Beim Stichwort „Kirche“ nennt die CD die Begriffe „altmodisch und überholt, hierarchisch und dogmatisch, moralinsauer und skandalbeladen“. Aber das sei nur eine Seite der Kirche.

Die Kirche habe auch eine schöne Seite: „Jesus – und mit ihm Gott – war bei den Menschen“. Somit sei der Mensch der erste und fundamentale Weg der Kirche.

Unter dem Themenbereich „Sex“ – Geschlechtlichkeit – wirft die Linzer CD die eheliche Vereinigung und die außereheliche Unzucht in einen großen Topf. Naive Schönfärberei prägt das Bild:

„Es macht glücklich. Man fühlt sich wohl dabei. Am Anfang war es irgendwie ganz eigenartig, weil es etwas Neues war. Es prägt einen schon. Wenn man einmal Sex gehabt habe, verändert es einen doch. Es ist halt einfach etwas Schönes.“

Wichtig sei, auf die Verhütung von Kindern zu achten.

Im Vergleich zu früher sei die Kinderverhütung heute einfacher und mit weniger Aufwand und Risiken verbunden: „Keine Scheu, sprecht darüber, wir leben im 21. Jahrhundert.“

Die Kinderverhütung sollte bedacht werden „bevor du mit jemandem ins Bett gehst“:

„Informiere Dich, was es alles so gibt (Pille, Kondom, Pflaster, Diaphragma…), was schützt auch vor Geschlechtskrankheiten wie AIDS, was verträgst Du, womit geht es auch Deinem Partner gut.“

Die CD fordert ferner einen toleranteren Umgang mit Homos. Noch immer gebe es viel Unwissen, große Vorurteile gegenüber „Lesben und Schwulen“ und Angst bei „Betroffenen“.

Schließlich seien 5 Prozent der Bevölkerung homosexuell – wissen die Macher der CD ohne Quellenangabe.

Dafür beruft man sich auf den Linzer Pastoralrat, um zu erklären, daß sich „die Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung, nicht auf christliche Prinzipien berufen“ könne.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 42 Lesermeinungen:
Sonntag, 12. November 2006 02:45
elkeschoenhofen: altmodisch und skandalbeladen
Die Zeit geht weiter, GOTT allein wird darüber bestimmen ob gut oder schlecht. Wenn ER es will, wird alles anders
Mittwoch, 25. Oktober 2006 07:25
Protestant: Guten Morgen!
Alle gut geschlafen? Ob mit oder ohne Sex am gestrigen Abend, ob verheiratet oder nicht, ob jung ob alt,ob Jungfrau oder nicht,ob Homo oder nicht-ich wünsche allen einen schönen Tag!

Ich singe Dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust,
Ich sing und mach auf Erden kund,
Was mir von Dir bewußt.

Ich weiß, daß Du der Brunn der Gnad
Und ewge Quelle bist,
Daraus uns allen früh und spat
Viel Heil und Gutes fließt.

Was sind wir doch? Was haben wir?
Auf dieser ganzen Erd,
Das uns, o Vater, nicht von Dir
Allein gegeben werd.
Mittwoch, 25. Oktober 2006 03:17
Sulpicius: Wieso ist der verantwortliche…
… Bischof noch in Amt und Würden?
Montag, 23. Oktober 2006 00:03
Fragender: Danke Methusalix
Warum gewaltbereite (Pranger etc.) Fundamentalisten ihren Gegnern immer gewaltanwendung vorwerfen ist mir schon lange ein Rätsel…
Sonntag, 22. Oktober 2006 11:55
methusalix †: An den „starken“ Mann:
Ich kann einfach Leute nicht ausstehen die unsere Jugend vergiften…

Sie glauben also fest daran, dass jedes Quäntchen Wissen über den eigenen Körper und die ihm innewohnende Sexualität die Jugendlichen „vergiftet“?

Sie wollen, dass diese Jugendlichen vollkommen ahnungslos in eine, möglichst noch von den Eltern oder noch besser, von Pfarrer arrangierte Ehe gehen (wie sollten sie sonst, bei einem katholischen Kontaktverbot, PartnerInnen kennen lernen?)? Und das möglichst nicht vor dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr?

Nein „starker“ Mann, Sie sind es, der die Jugend „vergiftet“ und ins Unglück stürzt. Jemanden vollkommen ahnungslos auf das andere Geschlecht los zu lassen und blind in eine Ehe zu schicken ist einfach verbrecherisch an den jungen Menschen.

Man muss Menschen wie Sie von der Jugend fernhalten und das funktioniert auch; Dank sei Gott dafür!

Dem verschrobenen Sexualdiktat der Kirchenbeamten, alles Sexualtheoretiker wohlgemerkt! schenkt heute kein Pubertierender mehr Gehör. Die Kirche hat den Bogen mit ihrem Machtanspruch überspannt und er ist in ihren Händen gebrochen. Aus und vorbei, da können Sie nach dem Pranger plärren, so lange und laut Sie wollen.
Sonntag, 22. Oktober 2006 10:31
La_Fille_d’Isis †: Von der Redaktion entfernt
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