Mons. Rino Fisichella
Ein neuer Aufsteiger?
Ein Mann will in der Römischen Kurie nach oben. Doch ohne Widerstände wird das nicht gehen.
(kreuz.net, Vatikan) In der Römischen Kurie herrscht gegenwärtig eine gewisse Unruhe.

Das berichtete am 16. Oktober die ‘Nuova Agenzia Radicale’, die der liberistischen Radikalen Partei Italiens nahesteht.

Grund für die Nervositäten im Vatikan scheint die Nachfolge des Substituts im Staatssekretariat, Mons. Leonardo Sandri, zu sein.

Der Substitut ist der zweite Mann im Staatssekretariat.

Es wird im Vatikan gemunkelt, daß der argentinische Erzbischof Sandri im Januar eine neue Stelle antreten wird.

Derzeit kursieren im kleinsten Staat der Welt auch Gerüchte, wonach dieses Amt im November oder Dezember von Mons. Rino Fisichella (54) übernommen werden könnte.

Mons. Fisichella ist gegenwärtig Weihbischof der Diözese Rom und Rektor der päpstlichen Lateranuniversität, wo die Seminaristen der römischen Diözese ausgebildet werden.

Vor seiner Ernennung zum Bischof war der für die römische Diözese geweihte Mons. Fisichella Dogmatikprofessor an der Jesuitenuniversität ‘Gregoriana’. Er vertrat dort gemäßigt liberale Positionen.

In der Vergangenheit soll er drei Bischofssitze abgelehnt haben, die ihm einen Kardinalshut verschafft hätten. Es scheint, daß der ehrgeizige Prälat sich eher für einen Posten im Vatikan interessiert.

Unter den abgelehnten Diözesen befanden sich – nach Angaben der ‘Nuova Agenzia Radicale’ – die Erzdiözesen Genua und Florenz.

Sollten sich die vatikanischen Widerstände gegen Mons. Fisichella als zu groß erweisen, ist es möglich, daß der Dogmatiker Präsident des päpstlichen Rates für die Auslegung der Gesetzestexten werden könnte.

Es scheint, daß es den Papst nicht weiter stören würde, daß Mons. Fisichella von Kirchenrecht nicht viel versteht. Denn nach der Vorstellung von Benedikt XVI. soll die Theologie die Grundlage für eine Neuorganisierung der Römischen Kurie werden.

Am Morgen des 21. Oktober erwartet Mons. Fisichella den Papst in der Lateranuniversität.

Anlaß dafür ist der Beginn des akademischen Jahres und die Segnung der Räumlichkeiten der „Biblioteca Pio IX“.

Doch dieser Anlaß könnte sich als ein Flopp erweisen.

Denn in Rom hört man, daß einige tausend Bände – darunter einige hundert seltene Inkunabeln – aus der Bibliothek verschwunden sind.

Der Grund: einige unverständliche organisatorische Entscheidungen, die alle auf Mons. Rino Fisichella zurückgeführt werden können.

Was auch immer an dieser Meldung wahr ist: Sie gehört zum typischen Spiel, das jeweils in Rom vor neuen Ernennungen gespielt wird und zum Ziel hat, bestimmte Kandidaten zu fördern oder zu behindern.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Freinsberg   09:15:49 | Montag, 23. Oktober 2006
Siebel???
Siebel ist Sedisvakantist und außerdem kein Theologe. Ob er Ratzinger fair beurteilen kann, bezweifle ich.
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#17   Benedikt   16:52:38 | Samstag, 21. Oktober 2006
@ Schüttel
Man lese doch (auch wenn man nicht so weit gehen möchte wie die Autoren) W. Siebel (Hg.), Philosophie und Theologie Joseph Ratzingers, SAKA-Saarbrücken 2006. Mit einem Aufsatz des Ratzinger-Bekannten Paul Hacker.
Ein Buch eines Nicht-Theologen über die Theologie eines der größten Theologen unser Zeit. Das Geld ist sicher gut angelegt :-D
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#16   Freinsberg   14:34:13 | Samstag, 21. Oktober 2006
@ ExBochumer
Und warum gehört Msgr. Marini weg?
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#15   Gotthard   20:10:51 | Freitag, 20. Oktober 2006
Hans Küng
Aber warum hat der Papst Ratzinger über vier Stunden mit dem Häretiker Hans Küng in Castel Gandolfo zusammengesessen
Benedikt kann sich doch mit jedem Priester der Kirche treffen …
ob er sich mit exkommunizierten „Bischöfen“ treffen sollte, ist eine ganz andere Frage
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#14   landorganist   20:00:47 | Freitag, 20. Oktober 2006
Tja…
und das waren 20 Minuten zu viel. :-@
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#13   Stimme aus Wien   17:56:53 | Freitag, 20. Oktober 2006
Schüttel
Aber warum hat der Papst Ratzinger über vier Stunden mit dem Häretiker Hans Küng in Castel Gandolfo zusammengesessen und zusammengegessen?
Die Antwort ist einfach: einige Tage davor war er 20 Minuten mit dem schismatischen Bischof Fellay zusammen.
Irgendwie muss man die Wertigkeit einzelner Besucher manifestieren. :-D :-D :-D
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#12   ExBochumer †   16:51:55 | Freitag, 20. Oktober 2006
Marini …
gehört weg.
Aber nie und nimmer heraufbefördert.
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#11   Schüttel   16:43:48 | Freitag, 20. Oktober 2006
Es geht nicht um (oft eitle) Theologie
sondern um das Hirtenamt des Petrus. Piscatorie, non aristotelice (nachzulesen bei A. Grillmeier). Liberale Gegner hatte der Präfekt der Glaubenskongregation, nicht der Theologe Ratzinger. Aber warum hat der Papst Ratzinger über vier Stunden mit dem Häretiker Hans Küng in Castel Gandolfo zusammengesessen und zusammengegessen? Johannes Paul II. hat das immer zurückgewiesen. Er konnte im Gegensatz zu seinem Nachfolger Grenzen ziehen und wäre in Valencia nicht so windelweich aufgetreten. Aber noch hoffen wir: auf Freigabe der alten Messe, auf Korrektur des Ökumenismus und Religionsdialoges (letzteres sieht BXVI klarer als JPII!), auf Anhebung der Disziplin und auf neue Bischöfe, die gute Hirten sind in der Kraft des Geistes (wie ein Hirte sein Amt verfehlt kann man gerade jetzt in der kath.net-Diözese Linz beobachten).
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#10   gelasius   16:34:17 | Freitag, 20. Oktober 2006
Schüttel / Theologie
Viel besser ist es die Bücher des Heiligen Vaters zu lesen, als Kommentare von anderen über sie. Wir wissen ja wieviele Feinde er an den dem Liberalismus huldigenden
Theologischen Fakultäten hatte. Natürlich ärgern sich auch so manche selbsternannten Experten, selbsternannten Über-und Gegenpäpste gewaltig über die Ratzingersche Theologie, so mancher Nörgler hat sie nicht einmal ansatzweise verstanden, fühlt sich aber zum Besserwissen berufen. Glücklicherweise ist dieser Kritikerschar keinerlei Wirkung oder Erfolg mehr beschieden.
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#9   Schüttel   16:22:33 | Freitag, 20. Oktober 2006
Theologie als Grundlage?
Welche bitte? Etwa die reichlich soziologisch angehauchte des heutigen Papstes (der noch im Jahr 2000 eine Hinterfragung des Dogmas von der Jungfrauengeburt in seiner „Einführung“ neu auflegen liess)? Man lese doch (auch wenn man nicht so weit gehen möchte wie die Autoren) W. Siebel (Hg.), Philosophie und Theologie Joseph Ratzingers, SAKA-Saarbrücken 2006. Mit einem Aufsatz des Ratzinger-Bekannten Paul Hacker.
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#8   Sirilo   16:18:02 | Freitag, 20. Oktober 2006
Vorschlag
Wie wäre es, wenn Kreuz.net sich in Zukunft „Katholische Nachrichten und Gerüchte“ nennet?
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#7   Freinsberg   15:44:11 | Freitag, 20. Oktober 2006
@ Marcel
Es muss ja kein Rosenkranz sein. Es gibt ja viele Arten des Gebets…
Hat übrigens jemand den Beitrag über Exz. Marini in Bayern-Alpha gesehen?
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#6   Marcel   15:39:09 | Freitag, 20. Oktober 2006
Paradoxon
Freinsberg schrieb: Da an anderer Stelle dieses Forums von Millionen Rosenkränzen die Rede war: Wie wäre es mit einer Gebetsaktion dafür, dass Msgr. Marini Chef der Gottesdienstkongregation wird?
Das war ein guter Witz.
Wie Sie wissen, beten den Rosenkranz vor allem gläubige Katholiken. Den armen liberalen solchen ist es in ihrer Hybris ja nur ein „dummes Geplapper“.
Daher wird es mit größter Unwahrscheinlichkeit nur eine Million Rosenkränze für einen modernistischen Prälaten geben…
Wohl dem, der mit der allerseligsten Jungfrau Maria ist. Sie ist die Besiegerin der Häresien und Mittlerin aller Gnaden. Unter ihrem Banner erfolgt die Gegen“reformation“, um den V.II-Protestantismus zu besiegen, dessen erstes und größtes Opfer sie ja war.
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#5   Gotthard   15:08:32 | Freitag, 20. Oktober 2006
Marini
das wäre eine sehr gute Sache … Marini wäre eine echte Bereicherung. Seine Liturgien – eben erst wieder in Bayern gesehen – waren immer hervorragend.
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#4   Freinsberg   15:04:25 | Freitag, 20. Oktober 2006
Zeremonienmeister
Da an anderer Stelle dieses Forums von Millionen Rosenkränzen die Rede war: Wie wäre es mit einer Gebetsaktion dafür, dass Msgr. Marini Chef der Gottesdienstkongregation wird?
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#3   ExBochumer †   14:51:56 | Freitag, 20. Oktober 2006
Ach Gott …
Im Vatikan gab und wird es immer wieder „Machtkämpfe“ geben. Sehr gut dargestellt in „I Millenari“.
Was mich eigentlich an der ganzen Diskussion um die Aufsteiger im Vatikan interessieren würde: Wann ist es endlich um den Hw. Herrn Erzbischof Zeremonienmeister im Vatikan geschehen?
?????????????????????????????????????????????????
>:) :-( >:) >:) >:) >:)
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#2   Gotthard   14:38:27 | Freitag, 20. Oktober 2006
diese Auguren
Er vertrat dort gemäßigt liberale Positionen.
oh je, oh je …ein gemäßigter Modernist … dazu bestimmt auch noch Freimaurer … und verwandt mit dem F1-Piloten?
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#1   Desperatus †   14:17:36 | Freitag, 20. Oktober 2006
Wahrheit
Was auch immer an dieser Meldung wahr ist: Sie gehört zum typischen Spiel, das jeweils in Rom vor neuen Ernennungen gespielt wird und zum Ziel hat, bestimmte Kandidaten zu fördern oder zu behindern.
Und Kreuz.net mischt kräftig mit.
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