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Freitag, 20. Oktober 2006 14:53
Vorsichtige Distanzierung
Der Bischof von Linz bedauert Reaktionen auf eine jüngste antikirchliche Kampagne, die von Stellen in seinem Bistum lanciert wurde. Die Wurzel des Übels will der Oberhirte offenbar nicht anpacken.
Screenshot der Homepage 'RaumFuerMeinLeben.at'
Screenshot der Homepage ‘RaumFuerMeinLeben.at’
(kreuz.net, Linz) Der Diözesanbischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz, distanziert sich vorsichtig von einer kirchenfeindlichen CD, die von seiner Diözese an 15.000 Jugendliche seines Bistums ausgeschickt wurde.

Mons. Schwarz bedauert in einer heutigen Pressemeldung, daß die Realisierung des Projekts „nicht ganz angemessen“ vor sich gegangen sei und sie deswegen „teilweise auch kritisch aufgenommen wurde“.

Vor dem neokonservativen Nachrichtenportal ‘kath.net’ erklärte Bischof Schwarz zusätzlich zu seiner Pressemeldung, daß er „nichts gewußt“ habe und „sehr betroffen“ sei.

Bei der CD mit kirchenfeindlichen Inhalten handelt es sich um eine Informations- und Kommunikations-CD unter dem Titel „Raum für mein Leben“. Sie wurde jungen Erwachsenen im Alter von 19 Jahren, die zum ersten Mal ihren Kirchenbeitrag entrichten sollen, als Kontaktmedium zugesandt.

Gleichzeitig mit der CD wurde eine Homepage ins Netz gestellt.

Die Diözese Linz verbreitet ein fragwürdiges multimediales Lexikon auf CD
Die Diözese Linz verbreitet ein fragwürdiges multimediales Lexikon auf CD
Auf der CD und der Homepage wird die Religion zugunsten eines billigen Humanismus ausgeklammert und die katholische Sexualmoral pervertiert.

In seiner Medienmitteilung erklärt Mons. Schwarz, daß inhaltlich an einer Verbesserung zu arbeiten sei, „damit die kirchlichen Werthaltungen klarer zum Ausdruck kommen“:

„So sind etwa die Kurztexte und die Link-Sammlung zu überarbeiten, damit sie als echte Hilfestellung zur vertieften Auseinandersetzung aus kirchlicher Sicht besser genutzt werden können.“

Bis zum Zeitpunkt der Korrektur bleibt die skandalöse Homepage offensichtlich – mit Links auf Kinderabtreiber und Homo-Verbände – online.

Der Bischof rechtfertigt die CD
Das Projekt wurde von der Finanzkammer, der Medienstelle und der Jugendabteilung des Bistums realisiert.

„Mit der Aussendung der CD sollten die jungen Erwachsenen in der Bildersprache der Jugend mit einigen Themen und Fragestellungen in jugendgemäßer Form konfrontiert und zum Weiterdenken angeregt werden“, rechtfertigt Bischof Schwarz die Idee der Informations-CD in der Pressemitteilung.

Es sollten Meinungen wiedergegeben werden, mit denen sich die heutige Jugendarbeit auseinanderzusetzen habe.

Unter anderem werde auch das Thema Sexualität und Partnerschaft angesprochen unter Bedachtnahme darauf, daß diese Aussagen aus der Sicht und in der Sprache der heutigen Jugendlichen zum Ausdruck kommen – so die Verteidigung des Bischofs weiter.

Die CD sollte eine Einladung sein, über die angeführten Themen auf den verschiedenen Ebenen und in den unterschiedlichen Räumen persönlich mit der Kirche ins Gespräch zu kommen.

Kommt das Köpferollen?
Personalveränderungen der für diesen – und den nächsten? – antikatholischen Eklat verantwortlichen Amtskatholiken kündigte Bischof Schwarz nicht an.

Heute Vormittag traf ein Kommentar auf ‘kath.net’ genau diesen wunden Punkt: „die bezahlte Beamtenhierarchie eines überbürokratisierten Katholizismus“.

Ob der verzweifelte Griff mit unmoralischen Angeboten nach der Hosentasche jugendlicher Kirchenbeitragszahler den insolventen Apparat der Berufskatholiken für eine kurze Zeit noch zu sanieren vermag, bleibe abzuwarten – so der Kommentar.

In seinem Forum meint der Herausgeber von ‘kath.net’ ohne Umschweife: „Höchste Zeit, daß in der Diözese mal Köpfe rollen und Posten neubesetzt werden, mit Leuten, die auch katholisch sind.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 28 Lesermeinungen:
Montag, 23. Oktober 2006 09:31
Protestant: @laikos
So so, Sie kritisieren also Ihren „Heiligen Vater“! Sollen denn die röm.-kath. Christen sich nur dann an ihre Oberen halten (ich rede ja noch nicht mal von Gehorsam), wenn es „laikos“ gefällt! Und wenn dem nicht so ist, darf selbstverständlich kritisiert werden!
Nein, so geht es nicht!Selbstverständlich darf ich Kritik üben-auch an Vertretern der Kirche! Im übrigen dürfen Sie dankbar sein, dass es in Deutschland Religionsfreiheit gibt, sonst dürften wir beide uns hier vielleicht gar nicht äußern! Wenn ich dem anderen nicht die gleiche Freiheit zugestehe, wie ich sie für mich selbst einfordere habe ich auch kein Recht auf diese Freiheit! Insofern pflichte ich dem Papst durchaus bei, wenn dieser die Religionsfreiheit verteidigt und befürwortet!
Montag, 23. Oktober 2006 09:22
laikos: Wahnsinn in Linz
Leider geht es nicht nur in Linz so zu. In meiner Diozöse hat die Politik und sogar Sekten schon fast die Oberhand. Das ist aber allgemein bei den Neomodernisten so. Die Neomodernisten lassen sich alles gefallen von jeder Ideologie. Sie sind manipulierbar wie eine Marionette und sie merken es nicht einmal. Schuld ist natürlich die „Öffnung“ für alles im genaueren der „Ökumenismus“ und die „Religionsfreiheit die unser Papst sogar vor kurzem noch bekräftigt hat
Montag, 23. Oktober 2006 08:08
wickerl: außer Kontrolle
Bischof Schwarz gerät völlig außer Selbstkontrolle, die Kosten trägt hoffentlich die Kirche mit den Kirchesteuermilliarden ( siehe www.orf.at)
Bischof Schwarz lobt SPÖ-Grundsicherung
Zustimmung für ihr Konzept der Grundsicherung erhält die SPÖ nun auch von offiziellen Vertretern der römisch-katholischen Kirche. Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz bezeichnete das SPÖ-Konzept gegenüber der Tageszeitung „Kurier“ (Montags-Ausgabe) als „guten Ansatz“. „Sowohl die Grundsicherung als auch das Grundeinkommen sind gute Ansätze. Die politischen Parteien sollten sie ernsthaft diskutieren“, sagte der Sozialbischof.
Schwarz stellte sich in diesem Zusammenhang hinter das Modell der Katholischen Sozialakademie (KSÖ), die ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bewohner des Landes (nicht nur Staatsbürger) gefordert hatte. Nicht festlegen wollte sich Schwarz auf die Frage nach der Höhe dieses Einkommens.
„Leistung nicht das höchste Ziel“
Zum Einwand, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen leistungsfeindlich sei, meinte Schwarz: „Leistung ist nicht das höchste Ziel im menschlichen Leben. Arbeit ist sehr wichtig. Aber ihr Wert wird nicht geschmälert, wenn wir uns der Bedürftigen annehmen.“
Er wies darauf hin, dass die Kluft zwischen Reich und Arm in Österreich immer größer werde. „Ich beobachte eine generelle gesellschaftliche Entwicklung. Ein Teil der Menschen kommt nicht mehr mit, wird arbeitslos und nicht mehr entsprechend gefordert. Dadurch steigt die Armutsquote.“
Samstag, 21. Oktober 2006 11:04
athanasius1957: 2006 linz cd – 1969 rom missale romanum
der ungehorsam an der basis in der administration hat doch system.

heute in linz, 1969 rom.

Seine Heiligkeit Papst Paul VI mußte doch die erste Auflage seines promulgierten Missale Romanum einstampfen lassen, da die Introductio nicht entsprach, od’r?
Samstag, 21. Oktober 2006 10:45
wickerl: exzellent
@schüttel Ihr Statement dass die Reaktion des Bischofs die nicht ernst gemeinte Verlegenheitsreaktion eines Apparatschiks ist ist wirklich ausgezeichnet. Die Leute müssen die CD-s ja schon erhalten haben oder am Montag im Brieffach haben?
Samstag, 21. Oktober 2006 10:19
deixter: Häufung von Skandalen in der Diözese Linz
Gerade die Diözese Linz ist in den letzen Jahren häufig mit unkatholischen Aktionen in den Medien aufgefallen.

Schon im Januar/Februar 2005 mußten unpassende Homepage-Inhalte aus dem Internet genommen werden. Schon damals war der Leiter des Kommunikations-Büros der Diözese Linz Mag. Ferdinand Kaineder dafür verantwortlich. Er ist heute noch immer im Amt und in gleicher zersetzender Weise tätig. Wahrscheinlich werden sogar auch jetzt immer noch keine Konsequenzen gezogen. Vielleicht helfen Proteste der Basis (deutlich und bestimmt, aber bitte immer freundlich und in christlicher Nächstenliebe und nicht polternd und persönlich beleidigend wie so oft in diesen Foren):

ferdinand.kaineder@dioezese-linz.at
Telefon: (+43 732) 7610-1174

Schade, dass die immer knapper werdenen Kirchensteuern für solch eine Anti-Missionierung verschwendet werden.

Die Österreicher werden durch solche Fehltritte eher beflügelt, dem Aufruf von Volksanwalt Stadler zu folgen, die Kirchensteuer auf ein Extra-Konto zu überweisen.
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