Berichte über eine Freigabe des Alten Ritus schrecken dessen Gegner auf.
(kreuz.net) Bedenken gegen die Alte Messe werden vor allem unter den französischen Bischöfen laut.
Der Bischof von Angoulême im Südwesten Frankreichs, Mons. Claude Dagens (66), ließ dem Vatikan über
die Presse ausrichten, daß man über derartige Projekte informiert sein möchte.
Bischof Dagens äußerte
sich am letzten Donnerstag vor der französischen Nachrichtenagentur ‘AFP’.
Ein „Biritualismus“ würde
die Einheit der Kirche auf „schlimme und besorgniserregende“ Weise gefährden. Er wäre für die christliche
Glaubwürdigkeit und das Leben der Kirche schädlich – meinte der Bischof:
„Zwei verschiedene Riten oder
die Charakteristiken zweier katholischer Gruppen, welche sie wie Standarten schwingen würden: Damit wäre
man nicht mehr innerhalb der katholischen Logik.“
Zur Errichtung des Instituts vom Guten Hirten fragte
sich Bischof Dagens selber, ob es ein Akt der Versöhnung sei:
„Ich habe eher den Eindruck, daß das
Kräfteverhältnisse weckt, wo es Sieger und Besiegte gibt.“
Auch der Bischof von Lille in Nordfrankreich,
Mons. Gérard Defois, warnte, daß die lateinische Kirche nur einen Ritus feiern könne. Mons. Defois
veröffentlichte am Mittwoch eine Stellungnahme auf seiner diözesanen Homepage und sprach am Samstag
mit der Pariser Tageszeitung ‘Figaro’.
Der Bischof äußerte sich gleichzeitig positiv über die „wahre
Größe“ der Alten Messe, die Generationen von Christen geformt habe.
Bischof Defois gewährt zwei Indultmessen
in seiner Diözese und zelebrierte selber öfter die Alte Liturgie.
Das Problem liegt für den Bischof
bei den „Verteidigern der Alten Messe“ auf einer spirituellen und dogmatischen Ebene. Er warnte vor der
Priesterbruderschaft St. Pius X. und der Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils:
„Die Restauration
des tridentinischen Ritus würde mich nicht stören. Dazu gehört aber die Bedingung, daß man zugleich
die Fragen des Ökumenismus, des Verhältnisses der Religionen und die Gewissensfreiheit behandelt.“
Der Erzbischof von Toulouse, Mons. Robert Le Gall (60), warnte, daß ein Biritualismus nicht umsetzbar
sei. Er äußerte sich am 12. Oktober vor der liberalen katholischen Tageszeitung ‘La Croix’.
Eine Versöhnung
mit der Piusbruderschaft könnte in Frankreich große Schwierigkeiten mit jenen verursachen, die dem Zweiten
Vatikanum „treu geblieben“ seien und nach dem Meßbuch von Paul VI. zelebrierten.
„Die Freigabe dieses
»außergewöhnlichen Ritus« – auch wenn es dabei darum geht, die Geister zu beruhigen – bringt die Gefahr
mit sich, daß sich die Gegensätze verschärfen und jene entmutigt werden, die großherzig für die Liturgie
arbeiten.“
Vertreter der Ecclesia Dei- Gemeinschaften
Der Generalsekretär der Petrusbruderschaft, Pater
Armand de Malleray, sprach am 20. Oktober in Paris mit der Nachrichtenagentur ‘AFP’.
Er brachte dabei
seine Freude über eine mögliche Freigabe der Alten Messe zum Ausdruck. Diese Freigabe entspreche einem
echten Bedürfnis.
Auch habe die Piusbruderschaft es nötig, versichert zu werden: „Sie beobachten, was
mit uns geschieht.“
Für die Lefebvristen sei es unglaubwürdig, wenn Rom sie zu einer vollen Gemeinschaft
einlade und zugleich die Petrusbruderschaft in ihren Schwierigkeiten nicht unterstütze.
Der Generalvikar
des neuen Instituts vom Guten Hirten, Pater Philippe Laguérie, sprach am 18. Oktober mit dem französischen
‘Forum catholique’.
Pater Laguerie glaubt, daß die französischen Bischöfe angesichts der jüngsten
Entwicklungen – der Errichtung seines Instituts und der bevorstehenden Freigabe der Alten Messe – Angst
hätten.
Inzwischen haben die ersten französischen Bischöfe schon erklärt, das neue Institut in ihre
Diözesen nicht aufnehmen zu wollen.
Unter ihnen ist der Erzbischof von Besançon, Mons. André Jean
Lacrampe (64).
Auch der Erzbischof von Paris, Mons. André Vingt-Trois (63), verweigerte bereits die
Aufnahme der neuen Gemeinschaft.
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72 Lesermeinungen
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#72 Benedikt 15:12:13 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@ Athanasius Ist übrigens der byzantinische Ritus auch nicht notwendig, weil nur eine Minderheit (3 %)
der Katholiken ihm angehört? Sie missverstehen mich. Ich will nicht sagen, dass die Freigabe aufgrund
des geringen Interesses obsolet ist. Ich bin ja selber für die Freigabe. Alles was ich sagen will ist,
dass sich die Auswirkungen einer Freigabe in engen Grenzen halten werden, weswegender Alarmismus etwa
der frz. Bischöfe vollkommen überzogen ist. Diese Leute fürchten sich offenbar vor etwas.
#71 Laurentius2 08:40:31 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@Athanasius & Benedikt Auch ich habe bei allen meinen Freunden und Bekannten, die die katholische Lehre
unverkürzt vertreten – bis auf einen ! – überall zumindest freundliches Interesse an der Alten Liturgie
festgestellt.Dagegen sind viele mir persönlich gut bekannte Obermeßdiener, Kommunionhelfer und Lektoren
der Neuen Liturgie für Abtreibung oder leben im Konkubinat. Ich will das nicht verurteilen – auch ich
bin ein elender Sünder, aber diese Leute glauben wirklich, daß ihr Verhalten in Ordnung ist … Die
Wiedereinführung der alten Liturgie muß sicherlich klug erfolgen. Würden wir von heute auf morgen „umschalten“,
gäbe es natürlich großen Streit, von dem wir nicht genau wissen, ob er fruchtbar wäre oder uns noch
weiter schwächen würde … Parallele Angebote hielte ich für besser, dann wird sich die alte Liturgie
„a la longue“ (1-2 Generationen) schon von selbst durchsetzen. Aber eine Stufenform ist wahrscheinlich
besser. Oremus pro papa in ista causa ad decisionem iustum !
#70 Athanasius 18:04:22 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@Benedikt weswegen sich trotz Freigabe nur ein Minimum der Katholiken interessiert zeigen. Alle Katholiken
die ich kenne, die ohne Zögern alle Dogmen des katholischen Glaubens bekennen (und nicht pfarrliche Nominalkatholiken
die eine oder mehrere leugnen – damit meine ich nicht die Unwissenden), habe wenigstens eine milde Interesse
an der Freigabe des alten Ritus. Die meisten sogar sind ausgesprochen dafür. Ist übrigens der byzantinische
Ritus auch nicht notwendig, weil nur eine Minderheit (3 %) der Katholiken ihm angehört? Was sagen schon
Zahlen. Die Mehrheit der heutigen Katholiken ist entweder völlig ignorant, oder gleichgültig, oder ist
haereticus occultus. Die Masse ist nie Standard der Wahrheit. Niemals. Es waren immer kleine Gruppen aus
denen Erneuerung kamen. Keine Sekten wie Focolare oder Charismatiker mit Geheimen Kenntnissen zum Hl.
Geiste, sondern einfache völlig römisch-katholische Gruppen.
#69 Benedikt 15:59:18 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@ Athanasius Ich möchte gerne sehen, wer innerhalb von 15 Jahren die „geringere Zahl“ darstell. Ich allerdings
auch. Aber sicher werden die Tradis wieder irgendwelche Argumente aus dem Hut zaubern, weswegen sich trotz
Freigabe nur ein Minimum der Katholiken interessiert zeigen. @ möchtegern-kathole Die meisten (nach der
V2-Ära übriggebliebenen) Gläubigen werden auch in die Alte Messe gehen, wenn die Bischöfe das wieder
anordnen. Insofern ist die Argumentation Benedikts mit den Zahlen schon unfair. Von einer solchen Anordnung
ist überhaupt nicht die Rede. Für die meisten ist schon Latein in der Messe ein rotes Tuch. So siehts
aus. Leider.
@der Widerstand formiert sich [link]www.kath.net/detail.php?id=15036[link]… Geistliche appellierten
an den Papst, den Zugang zur Messfeier nach dem Alten Ritus nicht zu erleichtern.[link]
#67 Aurelius 11:45:47 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@Laurentius2 So so, es waren doch aber wohl Apostel dabei, oder ? Und diese haben das Geschehen (zunächst
mündlich) an ihre Nachfolger weitergegeben, oder ? Klar. Und einiges davon ist auch im NT gelandet. Und
deren Nachfolger haben diese Überlieferung doch 1.900 Jahre lang getreu weitergegeben, oder ? Bis aufs
Wort. Sieht man ja wenn man die Stellen aus dem NT untereinander und mit den Worten aus der Messe vergleicht.
Ist ja immer das selbe, nicht war? Wir sind doch hier alle katholisch, oder ? Der eine oder andere bestimmt…
#66 Laurentius2 11:39:38 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@landorganist So so, es waren doch aber wohl Apostel dabei, oder ? Und diese haben das Geschehen (zunächst
mündlich) an ihre Nachfolger weitergegeben, oder ? Und deren Nachfolger haben diese Überlieferung doch
1.900 Jahre lang getreu weitergegeben, oder ? dabei haben sie seit den Katakomben, spätestens seit Gregor
dem Großen (um 600 nach Chr.) einen gewachsenen Ritus in einer sakralen Kultsprache gefeiert, oder ?
Wir sind doch hier alle katholisch, oder ?
#65 Aurelius 11:37:50 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@ Benedikt Die Kapellen der Indultgemeinden sind ganz im Gegenteil nur deshalb so voll, weil der Einzugsbereich
riesig ist. Ich habe aber auch ganz schön leere Kapellen gesehen. Mit ziemlicher Regelmäßigkeit. Das
Interesse an der „alten“ Messe ist wirklich nicht so groß wie es einige gerne hätte.
#64 landorganist 09:29:16 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Ach… und prompt ist der Herr Heger darauf angesprungen. Köstlich! Manchmal find ich mich richtig gut!!!
Aber schön, dass der tridentinische Ritus nicht angezweifelt wird.
@landorganist: Unverfrorene Nachbesserung Einige der Schreiber waren wohl dabei als Jesus in der Nacht
vor seinem Tod den Kelch nahm und sprach: „Nehmet und trinket alle daraus, das ist mein Blut, das für
euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis, aber nur
im tridentinischen Ritus!“ War es nicht so? Ich war jedenfalls nicht dabei und muß mich deswegen an die
Berichte der Evangelisten halten. Und da lese ich etwas anderes als Sie hier als Jesu Ausspruch wiedergeben,
nämlich: „Nehmet und trinket alle daraus, das ist mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird,
zur Vergebung der Sünden.“ Abgesehen von der naheliegenden Frage, ob bei der in muttersprachlichen NOM-Messen
allgemein üblichen „Variante“ der Wandlungsworte das Meßopfer überhaupt zustande kommt – es ist eine
unverfrorene Nachbesserung der Worte Christi. MfG Christoph Heger
#62 Protestant 08:41:30 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@landorganist Klar,Sie haben recht!Und Jesus hat sogar Latein geredet, da wir ja ansonsten die tridentinische
Messe auf hebräisch feiern müssten!Wär doch auch mal was Neues, oder?
#61 landorganist 08:29:31 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Einige der Schreiber waren wohl dabei als Jesus in der Nacht vor seinem Tod den Kelch nahm und sprach:
„Nehmet und trinket alle daraus, das ist mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung
der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis, aber nur im tridentinischen Ritus!“ War es nicht so?
#60 Protestant 08:06:30 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@r.ruhrgebietler Nein,natürlich nicht, sonst hätte ich am frühen Morgen vielleicht auch schon diesen
selbstherrlichen, egoistischen Ton drauf! Darauf kann ich verzichten (auf die TM, genauso wie auf Ihre
Art und Weise, sich zu artikulieren)!
@Protestant Bitte verschonen Sie uns hier mit freimaurerischen Versen, die mit dem Gegenstand des Artikels
nichts zu tun haben. Was Sie mit Ihrer Zeit machen soll uns egal sein, aber halten Sie die übrige Welt
nicht mit nutzlosen / nicht zu Jesus Christus führenden Phrasen ab im Sinne Jesus Christus zu beten oder
gutes zu! Habe Sie heute schon eine würdig zelebrierte tridentinische Messe andächtig besucht?
#58 Protestant 07:13:18 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Guten Morgen!!! Ob „alte“ oder normale Messe-Jesus Christus sollte der Mittelpunkt sein! Ein kleiner Morgengruss
(ist ja schon traditionell)an alle, verbunden mit dem Wunsch,sich auf sdas WEsentliche zu konzentrieren:
Ich singe Dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir
von Dir bewußt. Ich weiß, daß Du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle bist, Daraus uns allen früh und
spat Viel Heil und Gutes fließt. Was sind wir doch? Was haben wir? Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o
Vater, nicht von Dir Allein gegeben werd. In diesem Sinne allen einen schönen Tag!
Vielleicht wollte der Hl. Geist auch den Alten Ordo vor dieser Zeit, Ihren Priestern und ihrem Wahns Das
nun ist einmal ein höchst interessanter und bedenkenswerter Beitrag (was nicht heißt, daß Ihre anderen
Beiträge es nicht sind – im Gegenteil!). Andererseits: das Nachdenken darüber kostet mich sicher wieder
einige Stunden Nachtruhe. In der Summe: Gruß und: Danke!
die „Diversifikation“ … … des NOM von ‘würdig’ bis ‘total unwürdig’, von Gregorianik bis Techno
wurde hier schön herausgearbeitet durch beiträge seiner Befürworter und seiner Gegner. Dies wird wohl –
in der Sichtweise der Post-V2-Ära – eines seiner wesentlichen Charakteristika sein. Er dokumentiert nicht
die Einheit der Kirche. Bereits durch verschiedene Übersetzungen in die Landessprachen gibt es Ungleichheiten,
in den 4 Canones, in den zusätzlich eingeführten Canones, im allgemeinen Missbrauch. Vielleicht wollte
der Hl. Geist auch den Alten Ordo vor dieser Zeit, Ihren Priestern und ihrem Wahnsinn beschützen? Kommt
mir so vor.
Pfarrer Breitenbach @Gotthard Lesen Sie mal einige Sentenzen von Pf. Breitenbach, die er auf dem Parteniaforum
so von sich gibt. In nicht wenigen Punkten weicht er bewußt und mit Überzeugung von der kath. Lehre
ab, wie sie im Weltkatechismus dargelegt ist. Wenn er das auch so predigt, was ich allerdings nicht behaupten
kann, dann „Gute Nacht, Schweinfurt. „An den Früchten werdet ihr sie erkennen“ – genau. Mir scheint es
allerdings, dass seine „Früchte“ nicht nur im sicherlich anerkennenswerten sozialen Engagement, sondern
auch in teilweise heftiger Polemik gegen die Amtskirche und teilweise auch die Lehre der kath. Kirche
bestehen. Um ehrlich zu sein, scheint mir bei ihm eine ausgesprochene Abneigung gegen diese vorhanden
zu sein. Wenn man den „Traditionalisten“ so gerne spaltende und separatistische Tendenzen vorwirft, so
wird man Pfarrer Breitenbach diesen Vorwurf wohl nicht ersparen können. Ich stütze mich auf seine Bemerkungen
auf Partenia und weiß nicht, inwiefern er diese auch offen in der Predigt vertritt.
#54 AthanasiusII 19:40:35 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@Gotthard Simon der Zauberer hatte auch sehr viele Anhänger. Ob das aber „gute Früchte“ waren. Es geht
nicht um die Masse! Die Mehrheit hat nicht (immer) die Wahrheit. Und auch nicht meistens.
#53 Gotthard 19:27:04 | Dienstag, 24. Oktober 2006
gue Früchte Was Pf. Breitenbach macht, ist von der liturgischen Gesetzgebung der Kirche zu weiten Teilen
nicht gedeckt, es wird aber von den Menschen sehr sehr gut angenommen …an ihren Früchten sollt ihr
sie erkennen! Soooo heißt es doch hier immer wieder.
@Heggi Das ist eine Beobachtung, die ich auch häufig gemacht habe, dass es den NOM als solchen natürlich
gibt – er findet sich in den approbierten liturgischen Büchern – in der Praxis dieser aber häufig nicht
„in Reinform“ gefeiert wird. Wenn man etwa ein lat. Hochamt in „St. Maria in der Kupfergasse“ erlebt,
so bemerkt man zwar natürlicherweise Veränderungen und Vereinfachungen gegenüber dem vetus ordo, allerdings
ist auch diese Liturgie in der „Kupfergasse“ sehr erhaben und sehr würdig. Vergleicht man dies nun mit
Bildern, die sich auf der Homepage von St. Michael in Schweinfurt befinden und Ausschnitte der dortigen
Liturgie zeigen, so meint man, in einer freikirchlichen Gemeinschaft gelandet zu sein, die kaum eine Beziehung
zur katholischen bzw. überaupt zu einer hochkirchlichen Liturgie zu haben scheint. Um ehrlich zu sein,
scheinen mir diese beiden Kirchen nicht mehr ein und derselben Konfession anzugehören, so groß dürften
die Differenzen sein. Es sind zwei Konzepte von Liturgie, die nicht kompatibel sind. Das liegt m. E. nicht
am NOM an sich, wie vielmehr am Zusammenbruch der liturgischen Disziplin in weiten Teilen der katholischen
Kirche. Was Pf. Breitenbach macht, ist von der liturgischen Gesetzgebung der Kirche zu weiten Teilen nicht
gedeckt, aber es ist niemand da, der ihn daran hindert. Dies ist übrigens ein deutliches Beispiel dafür,
dass man entgegen den Bekundigungen der franz. Bischöfen von einer tatsächlichen „liturgischen Einheit“
wohl kaum sprechen kann.
Benedikt Zwar ist diese Entwicklung noch nicht am Ende, die Zahl der Indultgemeinden also noch lange ausbaufähig,
eine Akzeptanz wie der „NOM“ wird die alte Messe auf absehbare Zeit jedoch nicht mehr erlangen. Es gibt
nach meiner Erfahrung nicht die Akzeptanz des NOM, weil der NOM nicht gleich NOM ist. Ich könnte viele
Beispiele dafür anführen. Beispiel: Maria Vesperbild. Gegenbeispiel: Pfarrei Heilig Geist, Hamburg-Farmsen.
Oder: St. Maria, Kupfergasse Köln. Gegenbeispiel: St. Michael, Schweinfurth. Wieviele liberale Priester
kenne ich, die weniger Schwierigkeiten mit Pius- uns Petrusbrüdern haben, als mit ihren konservativen
NOM-Mitbrüdern in der Nachbarschaft. Hier gibt es besonders ausgeprägte Feindschaft, getragen von gegenseitiger
tiefster Verachtung. Zudem: Was sagt schon Akzeptanz aus?? Wenn das der Maßstab sein soll? Wieviel Apzeptanz
hat heute noch das Bußsakrament? Deshalb ist es völlig unwichtig, wieviel Akzeptanz sich sofort mit
einer wie auch immer ausgeprägten Freigabe der alten Liturgie ergibt. Lieber Benedikt, Sie sollten das
alles besser dem Wirken des Heiligen Geistes überlassen.
Zahlen? nun die meisten Gläubigen gehen halt in die Kirche, die ihnen angeboten wird. Bis zum NOM sind
die meisten in die bis dahin ‘üblichen’ Messen gegangen und seitdem gehen sie ebenfalls in die ‘übliche’
Messe – und das ist die vom Bischof verordnete Messe. Die meisten (nach der V2-Ära übriggebliebenen)
Gläubigen werden auch in die Alte Messe gehen, wenn die Bischöfe das wieder anordnen. Insofern ist die
Argumentation Benedikts mit den Zahlen schon unfair. In absoluten Zahlen darf er das natürlich vergleichen:
Messbesucher der NOM-Ära und davor! Desaströs für den NOM – mehr als vernichtende Kritik. Übrigens:
dass die alte Messe TROTZ der NOM-Bischöfe immer noch wenn auch verhaltenen Zulauf hat, das ist die eigentliche
Überaschung! (Trotz Verbote, Schismenvorwurf, Exkommunikation, lausige Indultvorbote usw) o^/
#49 AthanasiusII 17:47:42 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@Benedikt Es gibt für die alte Messordnung nur eine stark limitierte Anhängerzahl. Keine blöden Circulatio-Argumente
benutzen. Diese geringe Zahl ist gerade durch die Drohung mit Exkommunikation, durch mediale Dämonisierung,
Ausgrenzung und ungerechten Verbote verursacht worden. Ich möchte gerne sehen, wer innerhalb von 15 Jahren
die „geringere Zahl“ darstell. Man hat eine geringe Zahl kreiert. Noch in den 1970er waren viele Katholiken
vom Recht Mons. Lefebvres überzeugt, auch viele die später „Neokonservative“ wurden oder abfielen. Man
hat damals dämonisiert, wie heute. Damals der Vatikan, heute Mainz und Paris.
#48 Benedikt 17:00:15 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@ Guiseppe Bischöfe haben sich in den letzten Jahrzehnten auch erfolgreich bemüht, das Interesse am
überlieferten Ritus „gering“ zu halten mit ihrer – wie Sie zurecht feststellen – Dämonisierung. Es gibt
für die alte Messordnung nur eine stark limitierte Anhängerzahl. Ansonsten hätten die Bischöfe auch
keine Mittel mehr gegen sie in der Hand gehabt, genau wie bei den liturgischen Missbräuchen. Es ist ein
Aberwitz zu glauben, die FSSP oder FSSPX müsste nur in jedem Städtchen eine Kapelle aufmachen, und die
Gläubigen kämen in Scharen. Die Kapellen der Indultgemeinden sind ganz im Gegenteil nur deshalb so voll,
weil der Einzugsbereich riesig ist. Zwar ist diese Entwicklung noch nicht am Ende, die Zahl der Indultgemeinden
also noch lange ausbaufähig, eine Akzeptanz wie der „NOM“ wird die alte Messe auf absehbare Zeit jedoch
nicht mehr erlangen. Daran sind mitnichten nur die Bischöfe, sondern auch die FSSPX mit ihrer angeblichen
Tradition schuld.
#47 Guiseppe 16:53:41 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Gering? Benedikt: „Ich glaube nicht, dass es nach der Freigabe der alten Messordnung irgendwelche Spaltungen
geben wird. Dafür ist die Menge derer, die solche Angebote annehmen viel zu gering. Auch deshalb ist
die Panikmache der Bischöfe völlig unangebracht, eine ganz und gar unverständliche Dämonisierung.“
Bischöfe haben sich in den letzten Jahrzehnten auch erfolgreich bemüht, das Interesse am überlieferten
Ritus „gering“ zu halten mit ihrer – wie Sie zurecht feststellen – Dämonisierung. Und behindert werden
hier nicht so sehr Priester der FSSPX, die den Ortsbischof, so weit mir bekannt ist, nicht um Erlaubnis
fragen, sondern diejenigen, die sich von Erzbischof Lefebvre 1988 abgewandt haben, weil sie den Weg des
Ungehorsams gegen den Pontifex nicht mitgehen konnten. Für Bischöfe wie Lehmann scheint zu gelten: FSSP
und FSSPX alles gleich schlecht („Traditionalisten“). Da wird nicht mehr groß differenziert. Und die
Petrusbruderschaft wird wohl in diesen Kriesen als die größere „Gefahr“ gesehen, weil man da den überlieferten
Ritus nicht mit Schismatikern in Verbindung bringen kann.
@ Ansgar & Benedikt Das es solche Spaltungen gibt woran die Kirche zerbrechen könnte glaube ich auch
nicht. Aber das da und dort gewisse Rivalitäten auftreten werden welcher Ritus zelebriert werden soll
halte ich doch für möglich, aber hoffen wir das beste, das unsere Kirche durch die tridentinische Messe
viel, viel Segen bringt.
#45 Benedikt 16:16:46 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Spaltungen Ich glaube nicht, dass es nach der Freigabe der alten Messordnung irgendwelche Spaltungen geben
wird. Dafür ist die Menge derer, die solche Angebote annehmen viel zu gering. Auch deshalb ist die Panikmache
der Bischöfe völlig unangebracht, eine ganz und gar unverständliche Dämonisierung. Es wäre im Gegenteil
sehr gut, wenn die alte Messordnung nicht mehr länger nur als ein Ritus von Traditionalisten und Reaktionären
abgestempelt werden könnte.
Sacrifera sacralitas Entscheidend wird es für die Zukunft sein, dass ein neues liturgisches Bewußtsein
wächst, so dass man erkennt, dass die Liturgie der Kirche kein Ort von eigenmächtigen Experimenten ist,
kein Ort, wo so mancher Zelebrant nach eigenem Gutdünken vorgeht etc. Wahre Liturgie gleich welchen Ritus
kommt gleichsam aus der Tiefe der Ewigkeit zu uns Menschen und erhebt unsere Herzen über diese materielle
Welt hinaus zum Göttlichen, um die göttliche Majestät anzubeten. Dies kann prinzipiell auch die „nachkonziliare“
Liturgie leisten, sofern sie getreu den Vorgaben der liturgischen Bücher gefeiert wird. Eine Freigabe
der „vorkonziliaren“ Liturgie dürfte ganz allmählich verstärkt das Prinzip der Sakralität in Erinnerung
rufen. Priester, die sich für die „alte Liturgie“ interessieren oder sie selbst zelebrieren, dürften
auch die „neue Liturgie“ anders zelebrieren, frei von Eigenmächtigkeiten, Entsakralisierungen und Banalitäten,
so dass ein Biritualismus auch für die „Neue Liturgie“ positive Konsequenzen hätte. Die Liturgie besitzt
ihre ganz eigenen strukturellen Gesetzmäßigkeiten in Sprache, Musik, Gestus u.a, die von manchen Zelebranten
in Unkenntnis völlig vernachläassigt worden sind. „Sursum corda“ – „Empor die Herzen“, Liturgie strebt
himmelwärts, will den Menschen über diese Welt hinaus führen hin auf die Transzendenz. Dies muss uns
heutigen wieder viel stärker bewußt werden.
@ Sozialkatholisch Wieder einmal muß ich Ihnen zustimmen, halte Ihre Beiträge ohnedies meist für hervorragend!
Unser Heiliger Vater weiß sehr genau, was er tut. Nur Ihre Befürchtung der Spaltung teile ich nicht.
Der derzeitige Poliritualismus hat ja auch bislang zu keiner offenen Spaltung geführt: Ich wohnte bereits
Messen bei, die – Auf Latein zum Volk gefeiert wurden; – versus deo, aber in Landessprache und nach NOM; –
versus deo in Latein nach NOM (Kupfergasse, Köln); am Kreuzaltar nach altem Ritus; von lateinischen Benediktinern
in byzantinischem Ritus (Niederaltaich); mit predigenden Frauen (Gößweinstein) und viele weitere Variationen.
Da wird die alte Messe doch wohl auch noch ihren selbstverständlichen Platz haben, ohne dasß die Kirche
zusammenbricht.
Alt oder neu Ob „alte“ oder „neue“ Messe: entscheidend ist allein, ob wir gestärkt aus dem Gottesdienst
gehen und deshalb unser Christsein draussen glaubwürdig leben – da spielt der „richtige“ Ritus nicht
die geringste, jedenfalls aber eine sehr untergeordnete Rolle. An unseren Taten werden wir gemessen, nicht
an unserem Ritus. Soll doch jeder seinen Ritus besuchen. Gelegenheiten dazu gibts auch für die Anhänger
der „alten“ Messe genug.
Unser hl. Vater Papst Benedikt XVI –-- –-- weiß bestimmt um die Probleme die zwei gleichberechtigte Riten
mitsichbringen (u.a. Spaltungen), trotzdem spielt er anscheinend mit dem Gedanken die tridentinische Messe
wieder gleichberechtigt zuzulassen. Daher kann man eigentlich davon ausgehen das unser Papst sich von
der Aktion einen gewissen Segen verspricht der nur von der Missa Tridentina ausgehen kann, bzw. im NOM
wohl zu vedeckt ist.
#37 Pünktchen 15:16:18 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Sehen Sie, Protestant, und mit dieser Einstellung wären Sie sogar „toleranter“ als der Bischof von Mainz
www.kreuz.net/article.4092.html, der sich uns gerne als Inbegriff von Toleranz verkaufen möchte!
#36 Protestant 15:05:44 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@ansgar und pünktchen Um es auch euch beiden nochmal klar zu sagen: Ich habe kein Problem damit, wenn
neben der normalen Messe auch die „alte“ Messe existiert und gefeiert wird! Wer die alte Messe feiern
will, soll dies tun, wer die normale Messe bevorzugt, soll dorthin gehen! Meinen Segen habt Ihr jedenfalls!
#35 Pünktchen 14:57:43 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Protestant Es ist bezeichnend, daß ausgerechnet derjenige, der die Meinung vertritt: „Formfragen“ sind
doch ohnehin „zweitrangig“, Hauptsache die „Einstellung“ stimmt, sich in eine Diskussion unter Katholiken
einmischt, zu der er 1) sachlich nichts beitragen kann und in der er 2) zwar von seinem Ansatz her nur
FÜR die allg. Zulassung der alten Messe votieren könnte, da ja seiner Meinung nach Formfragen zweitrangig
sind (s.o.!), er aber tendenziell dennoch eher die GEGENseite stützt, ohne uns diesen Widerspruch zu
seinen eigenen Grundsätzen erklärt zu haben!
Cura posterior? Um es für Protestant, landorganist & Co. noch einmal zu verdeutlichen: Viele Katholiken,
auch der Papst, betrachten die Alte Messe als einen Schatz. Voller Reichtum an schönen Formen, Heiligkeit,
Jenseitigkeit. Für viele Katholiken ist es ungerecht, daß dieser Schatz versteckt wird. Das ist der
Punkt. Es spielt den Verschwörungstheoretikern in die Hände, wenn Ordinariate krampfhaft die Alte Messe
unterdrücken.
#32 Pünktchen 14:34:59 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Protestant sei daran erinnert, daß er hier www.kreuz.net/…ticle.4021-page.html (12.OKT. 11:07 Uhr und
13:06 Uhr)zweimal der Beantwortung einer Frage ausgewichen ist! Jetzt hat er die beste Gelegenheit das
nachzuholen!
Solange Jugendlichen der alte Ritus unbekannt ist interessieren sie sich auch nicht dafür. Aber wenn
sie ihn kennenlernen sind eben diejenigen die wirklich die transzendetale Dimension suchen davon begeistert.
Deswegen wird ja auch von offizieller Seite versucht das Thema und die Befürworter zu unterdrücken.
Wie verlogen, jetzt nach Jahrzehnten von Zersetzung des Glaubens und von Gehirnwäsche darauf hinzuweisen,
das „die Jugend“ den alten Ritus nicht will. Man sollte mal fragen was der BdkJ so für Jugendarbeit macht.
Sauftouren, Sexualisierung usw. Nur keine Verkündigung des wahren Glaubens.
@Protestant – nachgedacht oder nur geplappert?! Es erstaunt mich, daß Sie so gar nicht verstehen wollen,
daß es gar nicht um das persönliche Gefallen – „Viele der älteren haben einfach gesagt,das brauchen
wir nicht mehr, oder war ganz nett, aber wie es heute ist, gefällt es mir besser, oder es war ihnen einfach
völlig egal!“ geht! Jesus Christus hat nur einem etwas aus „Gefallen“ getan – dem einzigen Herr und Gott!
S.a. das erste der 10 Gebote: du sollt den Herrn deinen Gott ehren, aus ganzem Herzen… Nichts von persönlicher
Selbstgefälligkeit und Eitelkeit. Schon gar nicht wie vielen MENSCHEN mache ich es recht! Die zentrale
Frage bleibt: Wie mache ich es GOTT recht. Gott und seiner EWIGKEIT, die ewig dauert – und wenn er es
für gut befindet: mich / uns in Seinem Reich willkommen heißt, wofür die Seele von dem augenblick ihrer
Schöpfung her berufen ist!! Das Thema beschäftigt die rechtgläubigen und im Glauben tief Verwurzelten
besonders!
#29 landorganist 14:20:16 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Es interessiert tatsächlich kaum jemanden. Ich habe das Gleiche in verschiedenen Gemeinden erlebt. Den
Jüngeren war der Begriff „Alte Messe“ völlig unbekannt, die Älteren und Alten wollten auf keinen Fall
wieder den alten Ritus. Im Gegenteil! Das gesteigerte Interesse hier wundert mich allerdings nicht, bietet
doch kreuz-net den geeigneten Humus für bestimmtes Getier. Interessieren täte mich allerdings eine glaubwürdige
Befragung der Gläubigen durch ein seriöses Institut, also nichts, was mit kreuz-net zu tun hat.
#28 Protestant 14:06:21 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Erstaunlich! Es ist für mich absolut erstaunlich, mit welcher Inbrunst sich hier mit diesem Thema beschäftigt
wird.Und das schon seit Wochen!Ich habe mir in der Tat die Mühe gemacht und mal in meinem riesigen Bekanntenkreis
von röm.-kath. Christen dieses Thema angesprochen(Leute zwischen 15 und 85)! Viele der älteren haben
einfach gesagt,das brauchen wir nicht mehr, oder war ganz nett, aber wie es heute ist, gefällt es mir
besser, oder es war ihnen einfach völlig egal!Bei den Jungen ein ähnliches Bild! Und glauben Sie mir,
diese Leute gehen zwar nicht jeden Sonntag in die Messe, aber doch recht häufig?Aber wie dem auch sei,
dass Thema beschäftigt so richtig kaum jemanden!Bevor Sie mir aber unterstellen, ich sei ein Großstädter-nein,
ich komme aus einem kleinen römisch-katholisch geprägten Dorf im römisch-katholisch geprägten Rheinland!
Aber jeder soll sich halt mit dem beschäftigen, was ihm wichtig ist!
Die liturgische Einheit ist de facto leider zerbrochen! Ich kann mich Benedikt, dessen ausgewogenen und
kenntnisreichen Beiträge ich immer wieder gerne lese, wieder einmal nur anschließen. Eine wirkliche
Einheit im römischen Ritus gibt es in der Praxis nicht mehr. Damit meine ich nicht die legitimen Wahlmöglichkeiten,
sondern die vielen Exzesse und Verstöße gegen die liturgische Ordnung. Ich erinnere mich z. B., dass
mir ein Priester gesagt hat, die Orationen des Missale wolle er nicht verwenden, weil die von den Gläubigen
eh keiner mehr verstehe. Auch in Hochgebeten gibt es ähnliche Verstöße und selbstgestrickte Passagen
oder ganze Texte. Wenn es in der Kirche möglich ist, Gottesdienste im Stile der „Jugendkirchen“ zu feiern,
in denen mit Sicherheit häufiger von den Texten des Missale abgewichen wird – von der in meinem Augen
asakralen „Atmosphäre ganz zu schweigen – und gleichzeitig die tridentinische Liturgie zur „liturgia
non grata“ erklärt wird, kann etwas nicht stimmen. Im übrigen macht sich die Kirche hier auch vor Außenstehenden
oft lächerlich, die dies auch nicht nachvollziehen können und sich wundern. Ein Biritualismus innerhalb
des römischen Ritus würde die Einheit der Kirche keineswegs gefährden. Allerdings muss die Treue zum
Lehramt der Kirche natürlich vorhanden sein!!
aufgeschreckte Oberhirten Von welchem Ritus reden da die Bischöfe? Es gibt heute keinen einheitlichen
NOM Ritus in der Kirche. Das, was mal als NOM gedacht war, ist längst zerfleddert und ausgefranzt. Jeder
macht daraus, was ihm beliebt. Das hat bisher niemanden gestört, am allerwenigsten die Bischöfe. Nun,
da die Zulassung des Tridentinischen Messritus ins Haus steht, fürchten die Bischöfe um die Einheit
der Kirche und den Frieden unter den Gläubigen. Bisher haben sie alle Beschwerden über Mißbräuche
ignoriert. Gerade die französischen Bischöfe sollten ganz ruhig sein. Der Verfall der Kirche ist dort
nicht zu übersehen. Ich war einmal vor einigen Jahren in einer neu erbauten Pfarrkirche in Le Mans, die
sich in ihrem Inneren nicht von einem Gemeindesaal mit Bühne unterschied. Wenn die Messe zuende war,
wurde der Altar beiseite geräumt und die Theatergruppe hatte ihren Auftritt. Auch der Umgang mit dem
Allerheiligsten Altarsakrament ließ deutlich zu Wünschen übrig. Aber all diese Dinge sind wahrscheinlich
Anzeichen für die Lebendigkeit der Kirche – in Frankreich – und allerorten.
#25 Pünktchen 13:24:43 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Zwei Riten oder zwei Formen eines Ritus? Der Vatikan scheint die Lösung des Problems darin zu sehen,
daß er an der Einheit des Ritus festhält, sie aber verkörpert sieht in zwei zulässigen „Formen“. Das
würde auch den Bemerkungen des früheren Kardinals Ratzinger zum „Wachstum der Liturgie“ entsprechen:
in Zeiten als es noch keinen Buchdruck gab, war das Nebeneinander verschiedener und verschieden alter
Formen ein- und desselben Ritus noch gang und gäbe, ohne daß sich darin die Verletzung der Einheit manifestiert
hätte! Da die Reform der Reform in der alten Messe einen gültigen Maßstab besitzt ( Re-form im Wortsinne:
das Zurückschneiden „vergeilter“ Triebe!), erfüllt die allgemeine Freigabe der alten Messe auch einen
guten Zweck für das von Schüttel angesprochene „Reform“-Projekt.
#24 Benedikt 13:07:28 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Französische Bischöfe Auf einmal beginnen alle, das einigende Element eines einheitlichen Ritus zu preisen –
wo waren diese Stimmen und wo sind sie, wenn es um die vielen Missbräuche geht, die oftmals längst so
weit führen, dass von einer einheitlichen Liturgie nicht mehr die Rede sein kann? Sorry, aber dieses
Gerede nehme ich einfach niemandem ab. Auch der Bischof von Lille in Nordfrankreich, Mons. Gérard Defois,
warnte, daß die lateinische Kirche nur einen Ritus feiern könne. Ah ja? Wo steht denn das? Wieviele
Riten kannte die lateinische Kirchen denn vor 1570? Selbst heute gibt es noch unterschiedliche Riten,
etwa in der ambrosianischen Liturgie. Mgr. Defois kann sich ja in gut drei Wochen davon in Mailand überzeugen –
dann beginnt dort der Advent. Die ablehnenden Begründungen der Bischöfe sind derart fadenscheinig, dass
sie mich beinahe an die Apologetik der FSSPX hinsichtlich der alten Messordnung erinnert.
Vingt-Trois Ich glaube nicht, daß der Erzbischof von Paris „ratzinguerien“ ist. Sonst hätte der Papst
ihn nicht bei der letzten Kardinalserhebung augenfällig übergangen (der Erzbischof von Paris ist eigentlich
immer im Kardinalsrang). Außerdem wehre ich mich bei aller Zustimmung für die Kritiker am französischen
Episkopat – dagegen, daß die neue Messe zwingend banal sein muß. So, wie sie bspw. beim Opus Dei in
Köln gefeiert wird, ist sie feierlich und würdig. Man muß nur diese schrecklichen, peinlichen und beleidigenden
Wildwüchse verbieten.
#22 Schüttel 12:48:48 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Nicht verlogen ist die Sorge um eine einheitliche Liturgie der römisch-katholischen Kirche, die nicht
von eine illegitime Vielfalt duldenden Bischöfen, sondern von den Vorgaben des Inhabers des Petrusamtes
geprägt wird. Benedikt XVI, dem die EINHEIT der Kirche in besonderer Weise aufgetragen ist, kann nicht
der Forderung der FSSPX-Bischöfe willfahren und die Zelebration der alten Messe einfach „freigeben“.
Oder will er das ganze Liturgie-Thema unerledigt lassen und verantwortungslos seinem Nachfolger überlassen?
Verlogen sind die selbstgerechten Spalter, nicht die, die auf eine einheitliche und geordnete Liturgie
in der ganzen Kirche wert legen. Der NOM gehört unter Berücksichtigung des alten Ritus reformiert: Reform
der Reform. Alles andere ist bequemes Aufschieben der nötigen Entscheidungen. Beten wir, dass der Hl.
Geist dies ermöglicht.
Das die Modernisten intolerant sind ist zwingend denn Willkür war der Weg ihrer Machtergreifung. Letzten
Endes ist der NOM nicht wirklich ein Ritus. Denn er läßt so unzählig viele Varianten zu, daß man ein
Jahr lang täglich zelebrieren könnte (tun LIFT-Modernisten konsequenterweise aber nicht) ohne zwei gleiche
Messen gefeiert zu haben. Und was heißt hier „Nichts ohne den Bischof“? Welchem Bischof ist es denn verwehrt
den alten Ritus zu feiern?
#20 Pünktchen 12:05:59 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Dr. Otterbeck, der Multiritualismus, da hat Athanasius recht, existiert schon längst! Ob es sich um die
mit Rom unierten Kirchen und ihre Riten oder einige Ordensliturgien handelt oder um die tatsächlich praktizierte
und von den Bischöfen geduldete (!) illegitime Vielfalt innerhalb des NOM. Wenn ausgerechnet jetzt nach
der „Einheit der Kirche“ gerufen wird, wo es einigen nur um die Ver-/Behinderung des alten Meßordo geht,
so ist das – sorry! – einfach verlogen!
Versuch gescheitert Während also unter dem Firmenschild „Ordo missae“ längst ein „Markt der Möglichkeiten“
angeboten wird, soll die getreue Feier des römischen Ritus nach dem Meßordo von 1962 also eine Unmöglichkeit
bleiben? Das versteht keiner und das läßt sich nicht durchhalten. Der barbarische Versuch, die alte
Messe zu vernichten, ist gescheitert. Jedes weitere Zögern und Zurückweichen vor der ach so toleranten
Fronde unter den Bischöfen hätte nur eine Wirkung: die Stellung des Papstes weiter zu schwächen. MfG
Christoph Heger
#17 Dr. Otterbeck 11:51:31 | Dienstag, 24. Oktober 2006
„getreue Feier“ Das ist ja das Problem: Was ist hier Treue zur „amtlichen“ Liturgie? Da fehlt noch die
Erfolgsformel. Die „getreue Feier“ (à la 1962) darf nicht zu einem quasi pharisäischen Sonderritual
avancieren. Auf der Basis einer legitimen (!) Vielfalt (keine Pappnasen, keine Tänzerinnen) ist es möglich,
die stille Umdeutung der alten Messe zu vermeiden. Daher sage ich immer wieder: „Nichts ohne den Bischof!“
Hier hat die SSPX, unter Behauptung des Gegenteils, den liturgischen Privat-Exzess auf die Spitze getrieben;
freilich, um andere Ziele damit zu „munitionieren“.
#16 Schüttel 11:49:21 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@ Dr Otterbeck durch den Wildwuchs des NOM gibt es eben keinen klar erkennbaren „Ritus“ mehr. Jeder treibt,
was er will. Vgl. den Aufsatz von R. Spaemann zu J. Ratzingers 75. Geburtstag in der Berliner Zeitschrift
„Sinn und Form“, ergänzt durch die Beobachtungen von Martin Mosebach. Die Lateinische Liturgie ist die
Lateinische Liturgie und deshalb braucht es endlich die „Reform der Reform“, die sowohl NOM wie auch tridentinischen
Ritus ablöst als die eine Liturgie der lateinischen Kirche. Eine allgemeine Wiederzulassung der alten
Messe würde Chaos und Spaltung überall hinbringen. Also, an die Arbeit Benedikt!
#15 Pünktchen 11:39:07 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Dr. Otterbeck, Ihre Unterscheidung verstehe ich zwar, aber wenn Sie die Orthodoxen erwähnen, möchte
ich Sie bitten, uns doch einmal einen fotographische Belege dafür zu bieten, daß orthodoxe Priester
die „Göttliche Liturgie“ mit Karnevalspappnasen zelebriert hätten oder indische Tänzerinnen eingeladen
hätten, den „Großen Einzug“ mit ihren Einlagen zu übernehmen … usw.usf. Während also unter dem Firmenschild
„Ordo missae“ längst ein „Markt der Möglichkeiten“ angeboten wird, soll die getreue Feier des römischen
Ritus nach dem Meßordo von 1962 also eine Unmöglichkeit bleiben?
#14 Dr. Otterbeck 11:25:14 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Sorry, Ritus ist NICHT Ritual! Ausdrücke wir „Biritualismus“ und „Multiritualismus“ vernebeln, dass es
der größte Vorzug der katholischen Religion ist (wie auch der Orthodoxie), dass ihre Liturgie eben kein
Ritual ist, sondern Ritus. Wer diese Differenz aus dem Blick verliert, ist längst „Ritualist“, ohne es
bemerkt zu haben.
#13 Pünktchen 11:02:36 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Nochmalige Umformulierung, da „Novus Ordo“ keine offizielle Bezeichnung des Römische Ritus ist: Danke,
Athanasius, die von Ihnen verlinkte Bildersammlung rorate-caeli.blogspot.com/…-apostolic-rite.html demonstriert
aufs beste, daß sich längst ein Multiritualismus unter dem Tarnnamen eines einheitlichen „Ordo Missae“
etabliert hat…
#11 Pünktchen 10:42:40 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Athanasius Formulieren wir es dann so: Danke, Athanasius, die von Ihnen verlinkteBildersammlung rorate-caeli.blogspot.com/…-apostolic-rite.html
demonstriert aufs beste, daß sich längst ein Multiritualismus unter dem Tarnnamen „Novus Ordo Missae“
etabliert hat…
#10 AthanasiusII 10:36:14 | Dienstag, 24. Oktober 2006
@Salomonius Sicher. Nicht einmal ein aufrechter Liberal oder Protestant kann sich diesem Eindruck entziehen
wenn er die Sachen kennen würde. @Pünktchen: Multiritualismus hat es immer gegeben, aber nur apostolischer,
organischer Multiritualismus (römisch, köllnisch, sarumisch, parisisch, afrikanisch bzw. karthagisch
[Lateinische Riten], sowie byzantinisch-griechisch, byzantinisch-slawisch, chaldäisch, maronitisch, koptisch,
syro-malabarisch, syrisch, syro-malankarisch). Nicht künstlich-bugninischer Multiritualismus, d.h. Liturgiezerstörung
durch Nichtbeobachtung der alten Liturgie.
#9 Salomonius 10:32:43 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Hört hört Pünktchen schrieb: „Nun entdecken auf einmal diejenigen die „Einheit der Kirche“, denen es
kurz zuvor gar nicht genug Vielfalt geben konnte!“ Das ist sehr gut beobachtet. Über so viel Heuchelei
kann man sich nicht mehr ärgern, sondern nur noch schmunzeln.
#8 AthanasiusII 10:30:59 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Et tu Brute? Mons. André Vingt-Trois (63) Und der gilt als „Konservativer“ und „Ratzinguérien“. Das
sagt schon was. Übrigens bedient er sich gerne von einer ganzen Gruppe aus der Piusbruderschaft ausgetretener
Priester die öffentlich den Novus Ordo auf Latein zelebrieren und privat die tridentinische hl. Messe.
Jene stellt er als Pfarrer an und als Aushilfspriester. Der liberal theologische Kurs des Bischofs von
Paris ist aber auch ganz klar. Die Bischöfe werden eher Hürde als Anlass zu einer „Übereinkunft“ der
FSSPX mit den Vatikanischen Dikastieren sein!
#6 AthanasiusII 10:26:07 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Kommunistischer Drang zum grauen Einheitswurst „Pour beaucoup de théologiens ce projet marque une rupture
avec l’unité qui est celle de l’Eucharistie.[…] Avec deux rites dans l’Église latine, il s’agit d’une
„nouveauté“ qui va à l’encontre de la tradition.“ …behaupten die Bischöfe Frankreichs. Das ist eine
Lüge, eine Lüge zur Geschichte. Man sagt also, dass zwei Riten in der lateinischen Kirche eine Neuerung
„die gegen die Tradition geht“ darstellen würde! Höh! Man kennt offensichtlich den ambrosianischen,
den mozarabischen, den Braga’schen, den Sarum’schen, den Dominikaner-, den Norbertiner-, den Karmeliten-,
den Glagolitischen Ritus gar nicht mehr! Und natürlich ist der Novus Ordo überall gleich. Sicher. Er
ist überall gleich banal (cfr. Kardinal Ratzinger im Vorwort „Die Reform der Römischen Liturgie“, Msgr
Gamber). Aber gleich? Einigkeit im Novus Ordo? Lügen, und weitere Lügen. Man muss wirklich nicht „Traditionalist“
(„intégriste“) sein um das leicht einzusehen. Jeder Student der Geschichtswissenschaft sieht das auf
einmal. Lügen. Man ist wachgerüttelt. Man fürchtet volle Kirchen. Und leere Novus Ordo-Saäle.
#5 Athanasius 10:20:46 | Dienstag, 24. Oktober 2006
„Tödlich auswirkt“ Damit meine ich: die Luthermessen die die Franz. Episkopen zelebrieren, werden dem
alten römischen Ritus, sowie den anderen schönen lateinischen Riten, erliegen. Endlich! Während man
die 2 % Katholiken die dem alten Ritus verbunden sind minimalisieren will mit Worten wie „Warum regen
wir uns um sowas auf? Worum passen wir uns denen an?“, macht man solchen Ärger darüber. Die Französische
Bischofskonferenz hat übrigens definitiv die Existenz des Motu-Proprios bestätigt, sagt aber, dass es
im Vatikan immer noch heftig umstritten bleibt und wird, und nicht direkt publiziert wird. Man sagt offen,
dass man gegen den Alten Ritus ist. Quelle: Offizielle Seite der Franz. Bischofskonferenz zum Alten Ritus
infocatho.cef.fr/…2/26nx42eglisej.html
#4 AthanasiusII 10:15:55 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Wie traurig – Biritualismus – Wie kleinbürgerlich sind diese Bischöfe Frankreichs doch. Wissen sie denn
gar nicht, dass die katholische Kirche nicht nur einen Biritualismus kennt, sondern einen Hectoritualismus
bereits hat? Weiss er denn nicht, dass es in Frankreich hunderttausende von Armenischen Katholiken ihres
eigenen Ritus gibt? Weiss er nicht vom separaten, zwar reformierten, Missále Carthusiense (1981)? Von
den Byzantinischen Katholiken? Natürlich, das weiss er schon… Aber er weiss auch, dass die Vielfalt,
Diversität, der lateinischen Riten, die vom Progressismus und dem Bugnini-Messbuch unterdrückt bzw.
zerstört wurde, sich für die eigene Novus Ordo-Liturgien, die in Frankreich oft einfach liberal-protestantisch-humanistischer
Natur sind (nicht einmal lutherisch mehr), die in 100,000en Variationen zelebriert werden, tödlich auswirkt.
Der alte römische Ritus („tridentinisch“) hat die veritas in sich, ist Fundstelle des Glaubens, auch
immer gewesen. Und magna est veritas et praevalet. Das letzte wissen die Modernisten im Episkopat ja sehr
gut. „Angst vor dem Biritualismus“ (Link) rorate-caeli.blogspot.com/…-apostolic-rite.html
#1 Athanasius 10:08:04 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Weitere Nachrichten der oh so toleranten Mai 1968er Episkopen Frankreichs. Cardinal Jean-Pierre Ricard,
Bordeaux archbishop and head of the French Bishops’ Conference, has urged French Catholics to welcome
rebel priests who return to the church. „We can be charitable and welcoming but we also have to be honest,“
Besançon Bishop André Lacrampe told the daily L’Est Republicain. „I’m not ready to receive them because
one cannot erase Vatican II with a stroke of a pen.“ (Quelle: Washington Post.) www.washingtonpost.com/…AR2006102300288.html
Hier haben wir es ganz offen, Mgr. Lacrampe ist nicht einmal „bereit“ um „zurückkehrende“ FSSPX-Priester
„zu empfangen“, d.h. arbeiten zu lassen, in seiner Diözese. Die Revolution über allem. Die Franzosen
schrecken auch vor Blut nicht zurück. Die Revolutionsbischöfe dort aufs wenigste. Toleranz? Respekt?
Offener Diskussion zu Vatikanum II.? Versöhnung? Das will man gar nicht. Ja, will man schon. Mit den
Feinden der römisch-katholischen Kirche. Mit Kommunisten (L’Est Republicain), Sozialisten, Liberalen,
der Freimaurerei, den Protestanten, den Orthodoxen. Aber mit den rechtgläubigen römisch-katholischen
Gläubigen die sich mit Mgr. Lefebvre verbanden? Nein, niemals. Der Bischof ruft fast: „Tuez les tous.“
Soll man überhaupt mit solchen Bischöfen in communio treten oder bestätigen wollen? Und was macht der
Vatikan gegen diese Dissidenten? Lässt er sich wieder abschrecken? Wie in 2001?