Spanien
Der Verrückte und seine Kirche
In der Nähe von Madrid baut ein frommer Spanier seit Jahren ganz alleine an einer privaten Kathedrale.
(kreuz.net, Mejorada del Campo) Der Mann heißt Justo Gallego Martínez. Seit Jahren arbeitet er daran, eine Kathedrale zu errichten.

Das Gotteshaus befindet sich in Mejorada del Campo – 20 Kilometer von der spanischen Hauptstadt Madrid entfernt. Es ist Unserer Frau del Pilar, Mutter Jesu, geweiht.

Der Baumeister Don Justo ist weder Architekt noch Ingenieur, noch Maurer – sondern ein Landwirt.

„Die Pläne existieren nur in meinem Kopf“ – sagt er. Sie entfalten sich je nach Möglichkeiten, Gelegenheiten oder Einfällen.

Eine offizielle Baubewilligung besitzt Don Justo nicht – auch nicht den Segen oder die Unterstützung der Kirche. Wenn er stirbt, soll seine Kirche dennoch an die Diözese Alcalá de Henares übergehen.

In seiner Jugend verbrachte der Kirchenbauer acht Jahre bei den Trappisten. Kurz vor den letzten Gelübden mußte er austreten. Er litt an Tuberkulose. Das strenge Büßerleben der Trappisten vor dem Konzil war für ihn zuviel.

Don Justo baut seine Kathedrale
Seit Jahren arbeitet Justo Gallego Martínez daran, eine Kathedrale zu errichten. Das Gotteshaus befindet sich in Mejorada del Campo - 20 Kilometer von der spanischen Hauptstadt Madrid entfernt und ist Unserer Frau del Pilar, Mutter Jesu, geweiht.Der Baumeister Don Justo ist weder Architekt noch Ingenieur, noch Maurer - sondern ein Landwirt.Die Kathedrale von Don Justo ist 20 Meter breit und 50 Meter lang. Daneben gibt es einen komplizierten Kreuzgang, Büro- und Wohnräume und eine Bibliothek. 8000 Quadratmeter wurden bereits gebaut oder sind gerade in Arbeit.

Eine offizielle Baubewilligung für den Bau der Kathedrale besitzt Don Justo nicht.

Die Kathedrale von Don Justo ist 20 Meter breit und 50 Meter lang. Daneben gibt es einen komplizierten Kreuzgang, Büro- und Wohnräume und eine Bibliothek. 8000 Quadratmeter wurden bereits gebaut oder sind gerade in Arbeit.

Die Kathedrale besitzt auch eine Kuppel, die der Kuppel des Petersdoms in Rom nachempfunden ist. Sie ist 40 Meter hoch und besitzt einen Durchmesser von zwölf Metern.

Ihr Stahlgerüst montierte Don Justo mit seinen sechs Neffen und mit Hilfe eines Flaschenzuges. Er hätte sich einen Kran nicht leisten können.

Während des Sommers wird er von Freiwilligen unterstützt. Für die komplizierten Arbeiten stellt er einen Fachmann ein.

Um sein Werk zu vollenden, dürfte er noch weitere 15 bis 20 Jahre benötigen.

Doch Don Justo zieht es vor, nicht über die Zukunft zu sprechen. Niemand weiß, wie lange er noch gesundheitlich in der Lage sein wird weiterzumachen.

Niemand möchte für das bisher errichtete Gebäude die Verantwortung übernehmen. Es gibt Zweifel an der Qualität der Fundamente und an der Statik.

Außerdem ist das Land, auf dem die Kathedrale gebaut ist, wertvoll. Darum ist sich Don Justo bewußt, daß die Kathedrale schon bald nach seinem Tod niedergerissen werden könnte.

Finanziert hat er sein Werk durch die Vermietung seines landwirtschaftlichen Grundes. Zum Teil hat er auch Land verkauft und vereinzelt auch Spenden bekommen.

Als Baumaterial hat er häufig Restposten von anderen Baustellen verwendet. Das jeweils verfügbare Material entscheidet, an welcher Stelle der Bau fortgesetzt wird.

Die Säulen wurden mit Hilfe alter Ölfässer gegossen, die Fensterbögen zeigen noch das Profil der Autoreifen, die für ihre Herstellung benützt wurden.

Von einem architektonischen Blickwinkel aus ist die Kathedrale als Werk eines einzigen Künstlers bewundernswert.

Don Justo hat die Einfachheit des romanischen Stiles imitiert, weil die gotischen Formen für ihn zu schwierig sind und er den Barock nicht so schätzt.

Don Justos Werk ist ein Symbol des Glaubens und der Ausdauer. Vor allem ist es ein Beweis dafür, daß große Dinge auch ohne die finanziellen Mittel zustande kommen können, die offenbar dafür unbedingt notwendig sind.

Bei seinen Nachbarn ist Don Justo als „der Verrückte mit seiner Kirche“ verschrien. Von der Kirche oder vom Staat wird er kaum beachtet, geschweige denn unterstützt.

Aber wenn Don Justo als „verrückt“ betrachtet werden muß, was bedeutet es dann, „normal“ zu sein?
      
12 Lesermeinungen
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#12   golfi   22:04:35 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Gottvertrauen
Hier kommt das klar zum Ausdruck was unseren Kirchenfürsten, die ja die“ Vorreiter „ sind und somit auch den meisten Gläubigen heute abhanden gekommen ist: Gottvertrauen. Dies ist ein ganz großartiges Werk, was
schon an ein Wunder grenzt. Hier zolle ich absolute Hochachtung.
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#11   ExBochumer †   18:33:59 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
stat crux …
… Lesen müsste man können, oder?
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#10   stat crux   18:29:37 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@ExBo
Was Herr Lingen? Bitte komplettieren Sie den Satz!
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#9   ExBochumer †   18:24:04 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Vielleicht sollte …
sich Herr Lingen an diesem Mut des Don Justo ein Beispiel nehmen.
Seine Aktivitäten gegen den deutschen Staat und die römisch-katholische Kirche könnte er umleiten und in den Bau einer Kirche lenken. In der Psychologie nennt man das wohl Sublimation, was Herr Lingen (so er mitlesen sollte).
Reiche Verwandtschaft hat Lingen ja, so daß die Kirche auch ähnlich der von Don Justo entstehen könnte.
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#8   landorganist   17:43:46 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Wollen wir
hoffen, das der Gute keinen Volksaltar baut, denn dann fiele er nach Leermeinung der kreuznattern wohl der ewigen Verdammnis anheim. Aber vielleicht schenkt er den Bau ja auch der Pius-Sekte…
Bereits vor einem Jahr lief übrigens ein ausführliche Filmbericht über diesen ungewöhnlichen Kirchenbau. Tja, soviel zur Aktualität von kreuz-nett.
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#7   laikos   17:12:11 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Bemerkenswert
Von allen ausgestoßen und trotzdem Glücklich. Er kämpft so lange bis zum sterben. Das bringt einen Menschen zur Seligkeit. Es ist eine besondere Gnade Gottes wenn fast niemand einem weiterhilft und auch die Kirche ihn verachtet. So ist es ja fast allen Heiligen ergangen ;-)
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#6   Benedicta   17:11:32 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@MK28
Ich hab mir das selbe gedacht, als ich die Augen dieses Mannes sah…
Wenn heute Kirchen gebaut werden, dann meist im Schnellverfahren und in einem Stil der des Wortes Kunst nicht würdig ist. Aber wie so oft: Ausnahmen bestätigen die Regel!
Don Justo ist nicht zuletzt ein Vorbild für uns, aus unserem Schneckenhaus zu kriechen und mit Gottvertrauen Dinge zu wagen, die uns gänzlich übersteigen.
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#5   MK28   16:32:57 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Ein lebender Heiliger
Ich habe mir im Sommer den Bau angesehen und mit Don Justo gesprochen. Wirklich fantastisch. Justo ist ein ganz klarer Mann, rüstig und vital, sehr sympathisch. Ich neige nicht zu Verklärungen, aber er erscheint mir wie ein lebender Heiliger.
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#4   Guntram   16:27:13 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
natürlich
25. Oktober 2006 16:07
Benedikt: @ Gotthard
Ärgert Sie das?
wird sich Godehardchen ärgern, schließlich ist er ja wohl ein vorschriftsgläubiger guter spießiger Deutscher…klar. Und laue nachkonziliaregläubige deutsche Katholiken haben nun mal kein Verständnis für solche „Verrückte“
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#3   Dani California   16:08:41 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Niemand möchte für das bisher
errichtete Gebäude die Verantwortung übernehmen. Es gibt Zweifel an der Qualität der Fundamente und an der Statik.
Ja, bewundernswert, die Spanier. In Deutschland hätte er es nicht mal geschafft, den Grundstein zu legen, schon wären ihm die grünen Männchen an den Hals gerückt.
Nicht gerade ungefährlich die ganze Sache, wenn da Hinz und Kunz dran herumpfuschen. Ein Gottvertrauen hat er in seinen Bau, das muss man dem Mann lassen.
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#2   Benedikt   16:07:45 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
@ Gotthard
Ärgert Sie das?
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#1   Gotthard   15:48:47 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Langmut
Ich bewundere die Langmut der spanischen Behörden … ein Bau ohne Baugenehmigung wird normalerweise abgerissen.
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