11:50:05 | Mittwoch, 29. Dezember 2004
Diözesanräte und Kirchenzeitungen starten in diesen Tagen eine deutschlandweite Unterschriftenkampagne gegen sogenannte Spätabtreibungen. Die ‘Aktion Leben Deutschland’ warnt vor der Unterschriftenaktion.
(kreuz.net/
Aktion Leben, Abtsteinach) In diesen Tagen ist in kirchlichen Kreisen, Bistumszeitungen etc.
eine Unterschriftenaktion gegen „Spätabtreibungen“ angelaufen. Ist eine solche Initiative für das Leben
nicht lobenswert?
Walter Ramm, Vorsitzender der „Aktion Leben Deutschland“, der mitgliederstärksten
Lebensrechtsorganisation in Deutschland warnt: „Nicht nur die sogenannten ‘Spätabtreibungen’ sind von
Übel, sondern alle Abtreibungstötungen in allen Entwicklungsstadien des Menschen, von der Befruchtung,
d.h. von der Verschmelzung der mütterlichen Eizelle mit der väterlichen Samenzelle an!“
Initiativen,
die sich allein gegen „Spätabtreibungen“ wenden, ließen den Eindruck des „je früher, desto besser“
entstehen. Am Ende betrachte man die Selektion durch die sogenannte ‘Präimplantations-Diagnostik’ als
das „kleinste Übel“. Der Begriff ‘Präimplantations-Diagnostik’ bezeichnet die Diagnostik an einem im
Reagenzglas erzeugten Embryo. Dadurch können krankheitsrelevante Merkmale festgestellt und in industriellen
Verfahren ‘Kinder nach Maß’ produziert werden.
Auch Forderungen an Bundestag und Bundesregierung, die
nur eine „Eindämmung“ oder „Reduzierung“ der „viel zu hohen Zahl“ von „Spätabtreibungen“ zum Ziel haben,
könnten kein Anliegen wirklicher Lebensrechtler sein. Auch der ständige Verweis auf eine „Nachbesserungspflicht“
der Abtreibungsgesetzgebung in Bezug auf Spätabtreibungen sei keine Lösung.
Die „Aktion Leben Deutschland“
sieht ihre Bedenken durch eine Ende Oktober herausgegebene Medieninformation der ‘Christdemokraten für
das Leben’ CDL bestätigt. Die CDL ist eine Initiative in der CDU/CSU, gegründet von Mitgliedern der
Unionsparteien.
Darin heißt es: „Die Tatsache, daß das im Mutterleib getötete Kind nicht abgesaugt
werden kann, sondern geboren werden muß, führt hinterher in der Regel zu schweren psychischen Belastungen
und Schuldgefühlen bei den betroffenen Frauen.“
Dazu stellt Ramm fest: „Hier wird nicht mehr das Töten
der Kinder beklagt, sondern nur noch das psychische Leid der Mutter, die naturgemäß eine Spätabtreibung
deutlicher miterlebt als eine Tötung ihres Kindes im ersten Schwangerschaftsdrittel.“ Der Vorsitzende
der „Aktion Leben Deutschland“ weist darauf hin, daß jede Abtreibung, egal ob früh oder spät, die Tötung
eines unschuldigen, wehrlosen Menschen ist.
Organisationen, die einerseits für die Rechte ungeborener
Kinder eintreten wollten, andererseits aber solche Akzentverschiebungen vornähmen, könnten nicht ein
wirklicher Teil der Lebensrechtsbewegung sein.
Die „Aktion Leben Deutschland“ hat alle deutschen Bischöfe
in einem persönlichen Brief gebeten, diesen Weg der Halbheiten und kosmetischen Übertünchungen eines
tödlichen Gesetzes nicht zu unterstützen, sondern statt dessen mit Nachdruck für das uneingeschränkte
Lebensrecht aller ungeborenen Kinder einzutreten.
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Dolfus 20:12:42 | Mittwoch, 29. Dezember 2004
#3
bonifatius 18:44:41 | Mittwoch, 29. Dezember 2004
#2
Niclaas 17:23:20 | Mittwoch, 29. Dezember 2004
#1
Dolfus 12:02:04 | Mittwoch, 29. Dezember 2004