„Ich bin ihnen sehr nahe“ + Ukraine: Bischöflicher Jubel über das Resultat + Gibt es auf die Theodizee-Frage (k)eine Antwort? + Kirchliche Maßnahme gegen die enorme Scheidungsrate + Atheisten wollen einen „Niemandstag“ begehen
„Ich bin ihnen sehr nahe“
Vatikan. Der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., rief gestern bei seiner
Generalaudienz zur Solidarität mit den Opfern des verheerenden Seebebens in Südostasien auf. „Die Nachrichten
aus Asien zeigen immer mehr das Ausmaß dieser Katastrophe. Die internationale Gemeinschaft und viele
Hilfswerke haben sehr schnell angefangen, Hilfe zu organisieren – unter ihnen auch viele karitative Einrichtungen
der Kirche.“ Im weihnachtlichen Rahmen dieser Tage bittet der Heilige Vater alle Gläubigen, zu diesem
Werk der Solidarität beizutragen. „Die betroffene Bevölkerung ist hart geprüft, jetzt drohten auch
Epidemien. „Ich bin ihnen sehr nahe“ – so der Heilige Vater – besonders den Verletzten und denen, die
obdachlos geworden sind. Der Papst empfahl die zahllosen Todesopfer der göttlichen Barmherzigkeit an.
Die Zahl der Toten der Flutkatastrophe wird derzeit auf über 100.000 geschätzt.
Ukraine: Bischöflicher
Jubel über das Resultat
Ukraine. Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen vergangenen Sonntag rief bei
den Katholiken Erleichterung hervor. Den Sieg von Wiktor Juschtschenko bezeichnete Bischof Markijan Trofimiak
(57), Generalsekretär der römisch katholischen Bischofskonferenz, nach einem gestrigen Bericht von ‘Radio
Vatikan’ als sehr gutes Ergebnis. Es gebe „Jubel über das Resultat“. Die Wahlen seien die „Geburt unserer
Nation“, so Bischof Trofimiak.
Gibt es auf die Theodizee-Frage (k)eine Antwort?
Deutschland. Der Erzbischof
von Bamberg, Ludwig Schick, rief gestern abend bei der Aussendung der Sternsinger zu einer nachhaltigen
Entwicklungshilfe auf. Die Flutkatastrophe in Südasien sei auch deshalb so verheerend, weil die betroffenen
Länder unterentwickelt seien, so daß eine ausreichende Infrastruktur oder Erdbebenwarnsysteme fehlten.
Die Flutkatastrophe sei daher auch eine Anklage gegen die Reichen, wieso sie nicht mehr für die Entwicklung
dieser Länder getan hätten. In seiner Ansprache stellte der Erzbischof die Frage, wie der liebe Gott
so eine Katastrophe zulassen könne. Auf diese Frage gebe es keine Antwort. Trotzdem fordere das Weihnachtsfest
von jedem von uns, eine Antwort auf das große Unglück in Südostasien zu geben. Gott sei an Weihnachten
bei den Armen Mensch geworden, betonte Erzbischof Schick. Seitdem sei er immer bei denen, die leiden:
„Jetzt ist er in Thailand, Sri Lanka und Indien. Wer ihn finden, ehren, beschenken will, muß sich der
Menschen dort annehmen.“
Kirchliche Maßnahme gegen die enorme Scheidungsrate
Schweiz. Rund 41 % der
Ehen in der Schweiz werden geschieden. Gestern veröffentlichte die Pressestelle des Schweizer Bundesamtes
für Statistik die Zahlen. 1967 betrug die Scheidungsquote in der Schweiz ungefähr 13 %, seither ist
sie stetig gestiegen. Im Jahr 2003 wurden in der Schweiz fast 17.000 Ehen geschieden, 2,6 % mehr als im
Jahr zuvor. Die geschiedenen Ehen dauerten im Schnitt knapp 14 Jahre. Die Zahl der kirchlichen Hochzeiten
hat in den letzten zehn Jahren allein im Kanton Zürich, dem bevölkerungsreichsten Kanton der Schweiz,
um fast die Hälfte abgenommen, obwohl die zivilen Eheschließungen stiegen. „Die Kirche will stärker
dorthin, wo die Leute sind“, meint Aschi Rutz, Informationsbeauftragter der römisch-katholischen Zentralkommission.
Ein erster Schritt ist die Hochzeitsausstellung „Trau dich!“ im Zürcher Kongresshaus Anfang Januar. Die
als halbstaatliche Organe organisierten reformierten und katholischen Verwaltungseinheiten des Kantons
Zürich – die sogenannten „Landeskirchen“ – werden mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein. „Erstmals
bieten wir einen Hochzeits-Talk an und verteilen eine ökumenische Broschüre mit praktischen Tipps für
kirchliche Hochzeiten“, so Aschi Rutz.
Atheisten wollen einen „Niemandstag“ begehen
Amerika. William
Donohue, Präsident der amerikanischen Vereinigung „Katholische Liga für religiöse und bürgerliche
Rechte“ kommentiert die Forderung des Vereins „Freiheit von der Religion“, den christlichen Wagen ab der
nächstjährigen weihnachtlichen Lichtparade in Denver der Wintersonnenwende zu widmen. Denver ist die
Hauptstadt des Bundesstaates Colorado im westlichen Teil der USA. „Den Atheisten ihren eigenen Feiertag,
den Niemandstag. An diesem Tag können sie ehren, woran sie glauben: Niemanden. Niemandstag kann am Tag
der Wintersonnenwende gefeiert werden. Man kann landesweit Konferenzen organisieren, um Niemandem zu gedenken.
Man kann Videos schauen und Reden halten – über Niemanden. Ganz ehrlich, klingt das besser, als Weihnachten,
wie wir das Fest jetzt feiern?“
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3 Lesermeinungen
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#3 Dolfus 23:21:38 | Donnerstag, 30. Dezember 2004
Rettet Schönborn Ich bete, daß Schönborn angesichts dieser Hölle auf Erden die Gnade der Vision der
Ewigen Hölle zuteil werde, die einem Irrlehrer, der einst die Wahrheit erkannte und immer noch, wie ich
vermute, kennt, blüht. Wieso? Schönborn hat ein großes Gnadenpotential, dessen bin ich mir sicher.
Ich denke an die mahnende Parabel von den ignorierten Talenten. Cardinal Schönborn kennt die katholische
Wahrheit – aber er hat öffentlich dem Glauben faktisch widersprochen (wiederverheiratete Geschiedene).
Viele kämpfende Eheleute in Österreich könnten dadurch in die Irre geführt werden. Eminenz, Sie sind
doch bereits Cardinal, ist der Weg nach Rom so viel wert, um Häresien zu begehen, und seine Seele aufs
Spiel zu setzen?