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Mittwoch, 8. November 2006 11:05
Papst unter der Knute?
Die französischen Bischöfe haben ihr Ziel offenbar erreicht. Die vom Papst gewollte Befreiung der Alte Messe ist – wenn nicht gescheitert – so zumindest vertagt.
Totenmonat November: Requiem im Alten Ritus
Totenmonat November: Requiem im Alten Ritus
(kreuz.net, Lourdes) Jean-Pierre Kardinal Ricard hat sich gestern zum Thema „Alte Messe“ fast wörtlich wiederholt.

Der Kardinal ist Erzbischof von Bordeaux und Präsident der französischen Bischofskonferenz.

Er sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz: „Das Projekt des Motu Proprio [über die Alte Messe] wird Gegenstand verschiedener Beratungen sein. Wir können von jetzt an unsere Ängste und Wünsche mitteilen.“

Noch bis Donnerstag tagen die Bischöfe Frankreichs anläßlich der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz im südfranzösischen Marienwallfahrtsort Lourdes.

Der Kardinal hatte das Thema der Alten Messe bereits am Samstag bei der Eröffnung der Französischen Bischofskonferenz angesprochen.

Am Montag erklärt er, daß er wie alle anderen Kardinäle der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, vom Papst um eine Stellungnahme gebeten worden sei.

Doch schon am 26. Oktober hatte der Kirchenfürst – nach einer 40minütigen Privataudienz beim Papst – gesagt, daß ihm der Heilige Vater versichert habe, es müsse noch gearbeitet und nachgedacht werden.

Ein Motu Proprio zur Alten Messe sei in Wahrheit – so Kardinal Ricard damals vor der römischen Nachrichtenagentur ‘I Media’ – nur ein Vorschlag des Präsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, Dario Kardinal Castrillon Hoyos, gewesen.

Die Pariser Tageszeitung ‘Le Figaro’ kommentierte, daß dann die Aufregung der französischen Bischöfe nur auf dem Projekt eines kolumbianischen Kardinals und auf frühgeborenen Presseberichten beruht habe.

In Wahrheit habe der Vatikan im Oktober – so ‘Le Figaro’ – durch die Blume verlauten lassen, daß ein Dekret zur Freigabe der Alten Messe existiere:

„Haben die französischen Bischöfe einen Rückzieher Benedikts XVI. erwirkt?“ – fragt das Blatt.

Kardinal Barbarin gegen die Ökumene?
Der Erzbischof von Lyon, Philippe Kardinal Barbarin (56), erklärte am Montag vor ‘Le Figaro’, daß die Freigabe der Alten Messe nicht das eigentliche Problem sei.

Er habe im letzten Mai bei einer Firmung in der Indultgemeinde von Lyon diesen Ritus – auf Anraten des Papstes – selber zelebriert.

Das Problem liege vielmehr beim Vertrauen der Traditionalisten in den Papst und die Bischöfe.

Der Papst riskiere mit der Versöhnung des traditionalistischen Schismas ein neues: „Ich fühle große Besorgnis in meiner Diözese.“

Doch Kardinal Barbarin beruhigt sich damit, daß diese Reaktion mehr „auf unseren eigenen Ängsten gründet als auf realen Projekten von Benedikt XVI.“.

Ferner glaubt der Kirchenfürst, daß die Aussöhnung mit den Lefebvristen noch nicht unter Dach und Fach sei: „Wenn ein Schisma noch am Anfang steht, ist es leichter möglich, sich zu verständigen. Nach mehreren Jahrzehnten ist das schwieriger.“

Der traditionalistische Weblogger ‘Rorate Caeli’ begrüßte diese antiökumenische Stellungnahme des Kardinals.

Sie betreffe umso deutlicher die 485 oder gar 952 Jahre zurückliegenden Schismen der Reformatoren und Ostgemeinschaften:

„Wir hoffen, daß Kardinal Barbarin dieselben Gedanken auch bei seinen zukünftigen Besuchen in Rußland und Konstantinopel zum Ausdruck bringen wird.“

Nach Insiderberichten ist die Haltung von Kardinal Barbarin zur Traditionalistenfrage auch ein Versuch, sich von seiner eigenen Vergangenheit abzusetzen.

Der Kardinal stammt aus einem traditionalistischen Elternhaus und war in seiner Jugend kurz Mitglied der traditionalistischen Jugendbewegung ‘Mouvement de Jeunesse Catholique de France’.

Offenbar wäre er sogar um ein Haar ins französischsprachige Priesterseminar von Erzbischof Marcel Lefebvre im Schweizerischen Ecône eingetreten.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 57 Lesermeinungen:
Donnerstag, 16. November 2006 17:14
Breze: @ Sozialkatholisch @ Blaubär


@ Blaubär

Schnaps? Was war das bloss für ein Zeug?
Donnerstag, 16. November 2006 17:05
Amen!
Donnerstag, 16. November 2006 17:03
Breze: @ Sozialkatholisch
Wenn die alte, runzelige Mutter mit ihren schlechten Augen auf ein tiefes schwarzes Loch zurennt solte man ihr zumindest Bescheid sagen das dort ein schwarzes Loch ist.

Vollste Zustimmung, lieber Sozialkatholisch! Als erstes aber, sind wir, jeder einzelne, jeden Tag aufs Neue aufgerufen uns zu bekehren. Die Kirche ist der Leib und wir sind die Glieder
Donnerstag, 16. November 2006 10:59
Vergessen Sie was ich als letztes gesagt habe!
Ich vertrage einfach keinen Schnaps. Wein ja, aber Schnaps nicht!
Nie wieder!
Donnerstag, 16. November 2006 07:37
Wenn die alte, runzelige Mutter mit ihren schlechten Augen auf ein tiefes schwarzes Loch zurennt solte man ihr zumindest Bescheid sagen das dort ein schwarzes Loch ist.
Donnerstag, 16. November 2006 00:36
Breze: @ Adrian
Ich finde meine Priester weder im Zirkus noch auf dem Katholikentag (der in gewisser Weise nichts anderes als ein Zirkus ist)…

Ich habe da so meine Quellen…
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