12:11:29 | Donnerstag, 30. Dezember 2004
St. Pölten
Prälat Ulrich Küchl, der Propst des Stiftes Eisgarn und ehemalige Regens des Priesterseminars in St. Pölten muß ab heute die Leitung des Weltpriesterstiftes in Eisgarn (Niederösterreich) abgeben.

Der Stiftshof von Eisgarn
© Hendrik Carneval, Wikipedia, CC(kreuz.net, St. Pölten) Am heutigen Tag geht das Stift Eisgarn in die Verwaltung der niederösterreichischen
Diözese St. Pölten über.
Das Stift befindet sich im nördlichen Waldviertel und wurde bisher vom ehemaligen
Regens des St. Pöltner Priesterseminars, Prälat Ulrich Küchl (61), geleitet.
Das Stift Eisgarn besteht
aus einem Klostergebäude mit einer Kirche, die dem gleichnamigen Dorf als Pfarrkirche dient.
Der Propst
des Stiftes amtet zugleich als Pfarrer der Pfarrei Eisgarn. Normale Weltpriester können als Kanoniker
des Stiftes ernannt werden.
Die Kanoniker müssen nicht notwendigerweise in der Propstei wohnen. Ebenso
ist die Mitgliedschaft im Stift nicht mit Ordensgelübden verbunden.
Weltpriesterstifte dieser Art sind
sehr selten. Ein ähnliches Stift gibt es im Schweizerischen Beromünster (Luzern). Es gehört zur Diözese
Basel.
Prälat Küchl wurde in seinem Amt als Propst des Stiftes Eisgarn vom neuen Bischof von St. Pölten,
Dr. Klaus Küng, suspendiert, nachdem er im vergangenen Frühsommer in die Schlagzeilen geraten war.
Die österreichischen Medien hatten Fotos veröffentlicht, die den Prälaten, der zugleich auch Regens
des St. Pöltner Priesterseminars war, in kompromittierendem Umgang mit Priesterstudenten zeigten.
Prälat
Küchl bekräftige seine Unschuld, trat aber zugleich von seinem Amt als Leiter des Priesterseminars zurück.
Seither wirkte er als Pfarrer von Eisgarn, ein Amt, das er auch als Regens des Priesterseminars wahrnahm.
Im Rahmen der Aufarbeitung der Krise in der Diözese, die zum Rücktritt des damaligen Diözesanbischofs,
Dr. Kurt Krenn geführt hatte, beschloß der neue Bischof von St. Pölten, das Stift Eisgarn im Kalenderjahr
2005 ruhend zu stellen und dem Propst ein Sabbatjahr zu ermöglichen.
Darum wird die Verwaltung des Stiftes
der diözesanen Finanzkammer unterstellt. Es scheint, daß das Stift ziemlich verschuldet ist.
Erst heuer
hatte Prälat Küchl den nach Presseberichten ebenfalls in die Skandale im Priesterseminar involvierten
ehemaligen Subregens, Dr. Wolfgang Rothe zum Kanoniker des Stiftes gemacht.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#6
Dolfus 17:05:50 | Montag, 3. Januar 2005
#5
Dolfus 16:53:52 | Montag, 3. Januar 2005
#4
turk 16:38:07 | Montag, 3. Januar 2005
#3
marcellus 22:09:25 | Donnerstag, 30. Dezember 2004
#2
Catholicus 17:22:51 | Donnerstag, 30. Dezember 2004
#1
Dolfus 14:24:27 | Donnerstag, 30. Dezember 2004