19:39:18 | Mittwoch, 8. November 2006
Die kämpferischen Karmelitinnen von Zweifall wehren sich gegen Falschmeldungen in der Presse und erklären den Fall aus ihrer Sicht.

Die Karmelitinnen bleiben auch während der Arbeit im Bewußtsein der Gegenwart Gottes
(kreuz.net, Zweifall) Die Karmelitinnen des Klosters Zweifall haben Ende Oktober in einer Pressemitteilung
verschiedene, von den Medien verbreitete, Falschmeldungen richtiggestellt.
Das 1955 gegründete Karmelitinnenkloster
Maria Königin in Zweifall bei Aachen befindet sich auf einer Anhöhe unweit der belgischen Grenze.
Das
Bistum Aachen will das Kloster zusperren, weil dort nur noch zwei Nonnen mit Ewiger Profeß leben.
Die
Schwestern erklärten, daß der Beschluß zur Auflösung des Karmels vom Ordinariat Aachen und der Ordensleitung
in Rom hinter dem Rücken der Schwestern gefaßt worden sei:

Die Eintrittspforte in das Schloß der Seele ist das Gebet
„Wir Schwestern in Zweifall waren im Vorfeld
des Auflösungsdekrets in keinster Weise in den Prozeß eingebunden und wurden de facto vor vollendete
Tatsachen gestellt.“
Überdies sei ihnen das Auflösungsdekret erst fünf Monate nach seiner Erstellung
übermittelt worden.
Man sei vorher in keiner Weise davon in Kenntnis gesetzt worden.
„Allein diese
Tatsache stellt für uns – gelinde ausgedrückt – schlechtesten Stil dar, der in der Kirche so nicht vorkommen
dürfte.“
Es habe auch keine Versuche seitens der Ordensleitung in Rom beziehungsweise des Ordinariats
in Aachen gegeben, dem Karmel Zweifall wieder auf die Beine zu helfen.
Stattdessen sei alles auf ein
Ziel hinausgelaufen: „uns als Kloster zu eliminieren“.
In der Folgezeit habe es permanent Versuche gegeben,
die Zahl der Konventsangehörigen auf unter drei zu drücken, um dem Karmel den zivilrechtlichen Vereinsstatus
zu nehmen.
Die Schwestern erachten dies als inakzeptablen und schlechten Stil seitens des Ordinariats
Aachen.
In diesem Zusammenhang nennen die Schwestern auch den Weggang einer gewissen Schwester Waldburga:
„Es ist für uns nur sehr schwer vorstellbar, daß eine Schwester innerhalb von nur zwei Tagen das Kloster
verläßt und einen neuen Konvent ohne konspirative Hilfe von außen – dem neuen Konvent oder das Ordinariat
Aachen – findet.“
Da das Kapitel von Zweifall der Übersiedlung von Schwester Walburga in ihr neues Kloster
bis dato noch nicht zugestimmt hat, sei sie bis heute Mitglied des Konvents in Zweifall.
In Zweifall
lebten bis vor kurzem vier Schwestern: die Subpriorin Schwester Maria Regina (54), die aus dem polnischen
Kattowitz stammende Schwester Katharina (40), Schwester Helene (84) und eine polnische Novizin (23).
Schwester Helene ist kürzlich verstorben.
Zu Vorwürfen, daß sich die polnische Schwester Katharina
„unerlaubt“ in Zweifall aufhält, erklären die Karmelitinnen, daß ihrem Umzug von Kattowitz nach Zweifall –
wie in einem solchen Fall vorgeschrieben und üblich – beide Konventskapitel zugestimmt haben.
Die „unverheiratete
Frau, die keinerlei ordensrechtlichen Status hat“ sei in Wahrheit auf Beschluß des Klosterkapitels in
Zweifall eingekleidet und nach dem kanonischen Noviziatsjahr zur ersten Profeß zugelassen worden:
„Sie
hat demnach den Status eines Mitglieds unserer Kommunität im Juniorat.“
Die Karmelitinnen erinnern auch
an eine Visitation im Oktober 2005. Diese wurde durchgeführt, nachdem der Karmel gegen seine Aufhebung
vor dem höchsten kirchlichen Appellationsgerichts, der ‘Rota romana’, appelliert hatte.
Doch die damalige
Visitation habe den Namen in keinster Weise verdient – erklären die Schwestern:
„Sie erschien uns lediglich
als das Abhaken einer lästigen Pflichtübung.“
Die beiden Visitatoren hätten sich nicht um die bei
einer Visitation üblichen inhaltlichen Punkte gekümmert.
Einer von ihnen hätte bemerkt, daß man sich
an bestimmte Instruktionen halte: „Dies läßt auch gewisse tiefe Rückschlüsse zu“ – so die Schwestern.
Das Ergebnis der Visitation sei für einen Blinden vorhersehbar gewesen.
Abschließend erklären die
Schwestern, auch weiterhin zu konstruktiven Gesprächen mit dem Ordinariat Aachen bereit zu sein.
„Wir
legen dabei jedoch größten Wert darauf, daß auch in Zukunft der Stifterwille der Klosterstifter unseres
Karmels in Zweifall gewahrt bleibt, die dieses Kloster ausdrücklich als Karmelitinnenkloster ins Leben
gerufen haben.“
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