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Freitag, 10. November 2006 14:19
Ihre Sache
Ein Gericht wollte eine Moslemin zwingen, ihr Kopftuch abzunehmen. Doch das ließ sich die junge Frau nicht bieten.
(kreuz.net) Am vergangenen Montag hatte Frau Güler Tirlak (29) einen Termin als Schöffin – Laienbeisitzerin – im Landgericht Dortmund.

Das war – nach Angaben der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’ – für Frau Tirlak nicht das erste Mal.

Doch die junge Frau fiel aus allen Wolken, als der vorsitzende Richter der Achten Strafkammer, Ulf Pennig, plötzlich sagte: „Könnten Sie bitte ihr Kopftuch abnehmen?“

Frau Tirlak weigerte sich.

Bevölkerungsanteil dunkelgrün: 100% Grün: sunnitische Gebiete Rot: schiitische Gebiete
Bevölkerungsanteil dunkelgrün: 100%

Grün: sunnitische Gebiete
Rot: schiitische Gebiete
Pennig brachte seinen Glauben zum Ausdruck, daß das Kopftuch „Ausdruck einer Weltanschauung“ und somit mit der Neutralität und Objektivität eines Gerichtes nicht zu vereinbaren sei.

Darauf verließ Frau Tirlak den Saal.

Oberstaatsanwalt Rainer Neuschmelting sekundierte den Spruch des Richters.

Eine gläubige Muslime mit einem Kopftuch habe „nichts auf dem Richterstuhl zu suchen“.

Er könne sich während des Prozesses schließlich auch „keine Bibel auf den Tisch legen“ – argumentiert der Jurist mit präzisem Vergleich.

Die betroffene Schöffin betont dagegen mehr den Bekleidungsaspekt:

„Das Kopftuch, das ist für mich nicht nur ein Stück Stoff. Es gehört zu meinem Körper. Ohne fühle ich mich nackt.“

Vor Monaten hat sie vor einer anderen Dortmunder Strafkammer als bekennende gläubige Moslemin problemlos und mit Kopftuch Recht sprechen dürfen.

„Der Richter hat seine Robe. So will es wohl das Gesetz. Und für mich, für meinen Glauben ist es nun mal Gesetz, das Kopftuch zu tragen.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 97 Lesermeinungen:
Montag, 20. November 2006 22:43
Breze: @ Hajat
Hallo erst mal…

Hmmm… Christ war ich schon immer, ich bin getauft und bin schon immer, seitdem ich denken kann, in die Kirche gegangen… Was ich mit meiner Bekehrung beschrieben habe, ist meine „innere Bekehrung“ zu Gott. Man kann nach aussen sehr fromm wirken, aber ohne die lebendige Beziehung, den Glaube an die Liebe Gottes, wenn das Bewusstsein fehlt, dass man ein Sünder ist und deswegen eben immer die Liebe und Barmherzigkeit Gottes braucht, ist man in der Tiefe des Herzens kein Christ, sondern folgt einem leblosen Ritual.
Ich war nach aussen hin ein perfekter Christ, aber mein Herz war eine Mördergrube, voller Hass und Stolz gegenüber allen, die nicht so „fromm“ waren wie ich. Gott hat lange gebraucht, um mich zu lehren, was das wahre Christentum ist, und das Beispiel des Vergebens von JP2 damals war der Anfang…
Montag, 20. November 2006 22:15
Hajat: @Breze
Hallo,

hab leider diesen Thread nicht weiter verfolgt, gab viele interessante Punkte auf die ich eingegangen wäre (beim nächsten Thread )

Was mich interssiert ist Breze. Sie sind also Christen geworden. Was waren sie den vorher, wenn ich fragen darf? Ein Mensch der ohne Glaube aufgewachsen ist oder vorher eine nicht praktezierende Christen?
Sonntag, 19. November 2006 22:47
Breze: @ Burgorus
Dass Sie weiblich sind, hatte ich doch schon einmal festgestellt.

Herzlichen Dank für Ihre Antwort, leider habe ich sie letzte Woche in der Hektik überlesen.

Mein Beispiel und Ihre Erzählung sind eine Bestätigung dafür, dass Gott vor allem sich durch konkrete Personen zeigt. Ich kenne viele Geschichten von Bekehrungen, auch von Freunden, und zu 90 Prozent war es ncht ein „Paulus-Erlebnis“, sondern eben ein konkreter Mensch, der durch sein Leben, sein Handeln einen anderen zu Gott geführt hat. Niemand kann jemand anderen bekehren, das ist allein eine Sache zwischen derjenigen Person und Gott.
Donnerstag, 16. November 2006 12:34
tau †: Hallo Burgorus:
Matriarchat

Ich erwähnte diesen Begriff nur als Überspitzung, weil ich es aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus, für eine zu starke Vereinfachung halte, wenn „Kopftuch und Unterdrückung der Frau“ automatisch und grundsätzlich gleichgesetzt werden.

Dann hat sich unsere Differenz wohl nur auf den Begriff Matriarchat (=Mutter-Herrschaft) bezogen, worunter ich verstehe, dass die Frau „die Hosen anhat“ und der Mann sich rumkommandieren lässt. Und das war wohl nicht der Fall.

Ja, bei meinen Vorfahren war es wohl teilweise(!) wirklich so. Ob das gut war und ist, ist eine andere Frage. Nach meinen Beobachtungen, ist es in unserer heutigen, „modernen“ Gesellschaft möglicherweise auch nicht viel anders.
Siehe auch z.B.: die nicht-christliche, eher liberale Zeitschrift „Mut“, Forum für Kultur Politik und Geschichte, Nr. 447, Nov. 2004, S. 40, Astrid von Friesen: „Der Feminismus und seine Folgen, Devote Männer und zickige Frauen“ (leider habe ich momentan keinen Scanner).
Donnerstag, 16. November 2006 03:20
Burgorus: @Breze @tau
Habe eure Antworten dankend vernommen.

@tau: Dann hat sich unsere Differenz wohl nur auf den Begriff Matriarchat (=Mutter-Herrschaft) bezogen, worunter ich verstehe, dass die Frau „die Hosen anhat“ und der Mann sich rumkommandieren lässt. Und das war wohl nicht der Fall.

@Breze: Ich hatte meine Frage an Sie in der dritten Person gestellt, da ich nicht sicher war, ob Sie nochmals auf diesem Artikel erscheinen. So hat sich auch tau angesprochen gefühlt, mit dem Sie sich ja schon öfters unterhalten haben. Ich erinnere mich wieder: Dass Sie weiblich sind, hatte ich doch schon einmal festgestellt.

Mit Ihrer Antwort auf meine JP2-Frage haben Sie meine Meinung bestätigt, dass es immer das gute Beispiel ist, das jemand das Herz öffnet.

Ich kenne da noch eine Heiligengeschichte aus römischer Zeit, weiß aber die Namen nicht mehr: Eine Herrin wähnte sich glücklich in ihrer Rolle und spottete laufend über ihre Sklavinnen. Die waren natürlich nicht unbedingt erfreut. Nur eine war immer so heiter. Ein Hass der Herrin gegenüber war nie erkennbar. Die Herrin wunderte sich und wollte unbedingt den Grund für ihre Heiterkeit wissen. Wie könne sie nur in ihrer Rolle als achtlose Sklavin so heiter sein. Sie erklärte, sie sei Christin. So interessierte sich die Herrin für diese Christin und wurde selber Christin. Ich glaube, dass auch sie heilig gesprochen wurde.
Mittwoch, 15. November 2006 02:22
Breze: @ Dir auch,
tau, eine gute Nacht,
schlaf gut und Gottes Segen auch für Dich!
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