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Freitag, 10. November 2006 15:24
Dicke Luft
Die Ablöse des Pressesprechers im Erzbistums Köln ist vor den Gerichten dieser Welt gelandet. Der Entlassene fühlt sich in seiner Ehre verletzt.
Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
(kreuz.net, Köln) Der ehemalige Pressesprecher des Kölner Kardinals Joachim Meisner, Manfred Becker-Huberti (61), wird das Erzbistum auf Schmerzensgeld verklagen.

Das berichtete der ‘Kölner Stadtanzeiger’.

Becker-Huberti sieht sich durch die Art seiner Ablösung demontiert, erklärte er am Freitag in Köln. Er habe von seiner geplanten Abberufung aus der Presse erfahren.

Neben einem Schmerzensgeld fordert Becker-Huberti das Gehalt bis zu seiner Pensionierung: 250.000 bis 300.000 Euro.

Erst am Mittwoch hatte sich der Kölner Generalvikar, Prälat Dominik Schwaderlapp, für das Verhalten entschuldigt. Die nötigen Gespräche seien zu spät angesetzt worden.

Gezielte Indiskretionen hätten das gesamte Vorhaben öffentlich gemacht.

Der Generalvikar räumte eine unprofessionelle Vorgangsweise ein: „Es ist aber alles andere als unsere Absicht gewesen, ihm den Stuhl vor die Tür zu setzen.“
Kölner Kirchenzeitung von letzter Woche
Kölner Kirchenzeitung von letzter Woche

Seit 1. November leitet das verheiratete Opus-Dei Mitglied Stephan Georg Schmidt (43) die erzdiözesane Pressestelle.

Anfang 2007 soll er auch Chefredakteur der ‘Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln’ werden.

Auch der scheidende Chefredakteur des Bistumsblattes, Prälat Erich Läufer, scheint betupft zu sein.

In der heute erschienenen Ausgabe der Kirchenzeitung rächte er sich mit einem Leitartikel unter dem Titel: „Dicke Luft“.

Darin beklagte er „Reibereien und Querelen auch bei Mutter Kirche“ – ohne den Wechsel des Pressesprechers direkt anzusprechen.

„Auch unter Kirchenleuten wird es Strippenzieher geben und Heckenschützen, wobei besonders erbärmlich die Zuträger sind und Denunzianten, die sich um Anderleutsehre keinen Deut kümmern.“

„Wo auch immer: Dicke Luft löst Ängste aus. Sie bedrückt. Und es gibt in der Geschichte der Kirche auch Beispiele dafür, wie die Arroganz der Macht dem Gottesvolk die Luft zum Atmen nimmt oder genommen hat.“

Der neue Pressesprecher Schmidt erklärte, zwar gerade erst gekommen zu sein, aber von einem solchen Klima nichts zu spüren: „Mein erster Eindruck ist gut.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 34 Lesermeinungen:
Mittwoch, 15. November 2006 00:32
Jörg Guttenberger, Köln: GvG, Ansgar: Köln
Sieht es etwa in anderen Städten besser aus?

EB Dyba war der einzige, der aufgrund eigenen Beschlusses aus der Beratungsscheinpraxis ausgestiegen ist. Meisner hat zwar schon immer markige Worte gegen diesen Missbrauch gefunden, auf entsprechend markige Taten haben wir vergeblich gewartet, bis die Anordnung aus Rom kam. Es war keineswegs Meisner, durch den die Front der DBK zusammengebrochen ist, sondern ausschließlich die Anordnung aus Rom!
Montag, 13. November 2006 10:34
Ansgar: @ Graf
Richtig beobachtet. Hinzu kommt die lächerliche Angewohnheit vieler Kölner, die Stadt, das Bier und den Dialekt für irgendwie allgemeinverträglich zu halten. Die durchgehende Proletarisierung tut ein übriges.

Zur Ehrenrettung: Das kirchliche Angebot ist weltklasse. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es irgendwo außerhalb Italiens eine solche Vielfalt an herrlichen sakralen Räumen, fähigen Geistlichen und funktionierenden Gemeinden gibt.
Sonntag, 12. November 2006 23:27
Graf von Galen: Pro Köln, @ Jörg Guttenberger
Bischof Dyba war lobenswerterweise als einzigster immer
gegen den Beratungsschein, aber erst als sich auch
Kardinal Meisner gegen diese Mogelpackung aussprach,
brach die Einheitsfront der deutschen Bischöfe zusammen
und mußte Bischof Lehmann seine Niederlage
eingestehen.

Zur Frage ob Köln ein Dreckloch ist :

Auch wenn in Köln viele Heilige begraben liegen, so läßt
sich doch nicht leugnen, daß der öffentliche Raum
verwahrlost ist. Die Treppen zum Dom sind eine
Müllkippe, vor den Türen der Innenstadtkirchen stehen
Junkies und ziehen den Kirchgängeromis
das Geld aus der Tasche, in der KVB sind die Schuhe auf
den Sitzen und plärrt das Gesäusel der Hölle aus den
Mobiltelefonen, überall sind die Wände mit pubertären
Sprüchen voll gesprayt. Hinzu kommen die Probleme
mit den stehlenden Zigeunerkindern und den multikrimi-
nellen, multikulturellen Jugendbanden.
Von „Hillig Kölle“ ist jedenfalls nicht viel übrig geblieben !
Sonntag, 12. November 2006 13:41
macht nichts, man muß ja wirklich nicht alles auf Anhieb kapieren. Jedenfalls, ob die Klinge nun so grob war, wie Sie behaupten oder ob sie für Sie zu fein war, offenbar hat Sie getroffen. Nur leider den Falschen, den Moralisten hvo. Tut mir echt traurig. Doch lesen Sie mal den Sermon des Erzbistums Kölle vom 24.Oktober 2006 durch http://www.erzbistum-koeln.de/modules/news/news_0467.html?uri=/index.html irgendwas scheint da doch faul zu sein: War das mit der Regelung die im Einverständins getroffen wurde rein daher fabuliert? Wer hat die angeblichen Indiskretionen begangen, warum sind das – so kreuz.net – gezielte Indiskretionen? Woher kommt die Äußerung des Erzbistums: „Diese Regelung wird im Einvernehmen mit den bisherigen Stelleninhabern getroffen, die beide in den Ruhestand gehen.“ Ist das erfunden oder haben Gespräche stattgefunden? Wie passt das mit dem Satz zusammen: „Erst am Mittwoch hatte sich der Kölner Generalvikar, Prälat Dominik Schwaderlapp, für das Verhalten entschuldigt. Die nötigen Gespräche seien zu spät angesetzt worden.“ Wieso wurden die Gespräche zu spät angesetzt? Und wieso konnten dann schon vor den Gesprächen schon Gesprächsergebnisse („beide werden in Ruhestand gehen“) veröffentlicht werden?
Die Öffentlichkeit, insbesondere die innerkirchliche, hat jedenfalls genug Anlaß mißtrauisch zu sein. Und wer in diesem Fall „Täter“ ist und wer „Opfer“ um diese Terminologie mal zu gebrauchen, ist so auf Anhieb jedenfalls kaum ersichtlich.
Sonntag, 12. November 2006 12:12
wiener: @ ansgar
ich vermute, dass ihr beitrag über köln auch der eher verunglückte versuch von ironie war?

@ hvo – a propos ironie:
ironie zu verfassen (nicht nur sie zu verstehen) setzt ein mindestmaß an intelligenz voraus. ihren bisherigen beiträgen nach zu urteilen konnte man daher nicht davon ausgehen, dass sie sich dieses stilmittels bedienen wollten.
im übrigen: ein stil wie: „xy hat keine ehre, ist habgierig und will bis zur rente faulenzen“ ist mitnichten ironie, sondern einfach nur verleumderisch. und dann nachher zu sagen: „war doch ironie – gar ned so gemeint“ hat mit der feinen klinge der ironie nichts zu tun – das ist viel eher das dreinschlagen mit der dicksten keule und nachher feig noch nicht mal dazu stehen wollen.
fazit: belegen sie erst mal einen kurs in ironie, bevor sie sich darin versuchen.
nur mal so ein tipp am rande.
Sonntag, 12. November 2006 11:26
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Wiener,
ich hatte meinen Text bewußt ironisch gehalten. Ihren Verdacht, dass hier ein kollusives Zusammenwirken (von wem auch immer) zum Schaden des Erzbistums stattgefunden hat – ich hoffe Sie Recht verstanden zu haben – wollte ich so ungeschminkt nicht äussern. Nun danke, dass Sie es getan haben.
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