14:17:54 | Dienstag, 14. November 2006
Im Vatikan scheint man im Umgang mit der griechischen und lateinischen Sprache mit elementaren Übersetzungsproblemen zu kämpfen.

(kreuz.net) Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation soll eine Kommission eingesetzt haben, um herauszufinden,
wie man die lateinische Wendung „pro multis“ übersetzt.
Die Information stammt aus einem Brief an den
Herausgeber der traditionalistischen US-Zeitung ‘Remnant’.
Das Schreiben beruft sich auf einen ungenannten
Mitarbeiter der Gottesdienstkongregation.
Der Ausdruck „pro multis“ ist Teil der Konsekrationsworte für
den Kelch bei der Heiligen Messe.
Statt mit „für viele“ – lateinisch: „pro multis“ – wird er in einigen
modernen Übersetzungen mit „für alle“ – lateinisch: „pro omnibus“ – wiedergegeben.

Hans Sebald Beham: Christus mit Kelch und Hostie, 1520
Nach Angaben des
‘Remnant’ hatte die von Kardinal Ratzinger in Auftrag gegebene Studie zum Ziel zu prüfen, wie die Formel
„pro multis“ in der Tradition verstanden wurde.
Damit hätte der anhaltende Disput über die korrekte
Übersetzung von „pro multis“ in den modernsprachlichen Wiedergaben des Textes geklärt werden sollen.
Kurz nach seiner Wahl zum Papst soll Benedikt XVI. den Präfekten der Glaubenskongregation, William Kardinal
Levada, angewiesen haben, die Studie weiterzuführen.
Zugleich forderte der Papst die Glaubenskongregation
und die Gottesdienstkongregation auf, ihm eine einzige Schlußfolgerung vorzulegen.
Was geschah?
Kardinal
Levada und die Glaubenskongregation kamen zur Erkenntnis, daß „pro multis“ eigentlich „für alle“ bedeutet.
Dagegen habe die Gottesdienstkongregation festgestellt, daß der Ausdruck entweder mit „für viele“ oder
mit „für die Vielen“ übersetzt werden müsse.
Weil die beiden Kongregationen sich in der Sache nicht
einigen konnten, beschloß die Gottesdienstkongregation offenbar, dem Heiligen Vater eine unabhängige
Stellungnahme vorzulegen.
Das soll Kardinal Levada verärgert haben, da er doch den Auftrag hatte, dem
Papst eine einzige Schlußfolgerung zu übermitteln.
Was aber denkt der Papst? Er soll zum Schluß gekommen
sein, daß „für viele“ oder „für die Vielen“ die einzige akzeptable Übersetzung der Wendung ist.
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#13
Michael60 09:37:14 | Montag, 20. November 2006
#12
HeinrichvonOfterdingen 17:13:46 | Mittwoch, 15. November 2006
#11
deixter 05:29:18 | Mittwoch, 15. November 2006
#10
haher 18:26:17 | Dienstag, 14. November 2006
#9
Karl Murx 16:29:17 | Dienstag, 14. November 2006
#8
zwobbel 15:23:57 | Dienstag, 14. November 2006
#7
stimme der vernunft † 15:22:19 | Dienstag, 14. November 2006
#6
Hyazinth 15:21:51 | Dienstag, 14. November 2006
#5
duc in altum 15:21:35 | Dienstag, 14. November 2006
#4
Karl Murx 15:11:32 | Dienstag, 14. November 2006
#3
ottaviani 15:07:37 | Dienstag, 14. November 2006
#2
zwobbel 14:30:48 | Dienstag, 14. November 2006
#1
Gastus 14:26:37 | Dienstag, 14. November 2006